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Chinesisch/serbische Partnerschaft

Erstellt von Cvrcak, 29.09.2009, 00:48 Uhr · 4 Antworten · 510 Aufrufe

  1. #1
    Cvrcak

    Chinesisch/serbische Partnerschaft

    <H1>China zückt politisches Scheckbuch

    China setzt seine weltweite Expansion fort und greift immer entschlossener nach Aufträgen in Europa. Dabei hebelt Peking mit Dumpingangeboten und Billigkrediten zunehmend entschlossener westliche Konkurrenz aus. Neben den Großaufträgen erkaufen sich die Chinesen dabei auch zunehmend politischen Einfluss.

    BERLIN/PEKING. Während es beim Vordringen chinesischer Firmen nach Afrika und Lateinamerika bisher vor allem um die Absicherung von Rohstoffen geht, sichern sich die Chinesen in Europa jetzt vor allem große Infrastrukturprojekte.

    Neben den Großaufträgen erkaufen sich die Chinesen so zunehmend politischen Einfluss und treten sogar in Konkurrenz zum Internationalen Währungsfonds (IWF), der eigene Kreditzusagen in der Regel mit Konsolidierungsauflagen der betroffenen Staatshaushalte belegt.

    In Europa attackieren chinesische Staatskonzerne von der Peripherie aus: Mit Moldawien und Serbien hat die Regierung in Peking gerade sogenannte strategische Abkommen geschlossen. Im Falle Moldaus soll in diesem Rahmen ein chinesischer Vorzugskredit in Höhe von einer Mrd. Dollar vergeben werden, für den im Gegenzug der größte chinesische Baukonzern, China Overseas Engineering Group (Covec), enorme Bauaufträge erhalten soll.

    Zuvor hatte China sich bereits in Afrika, Asien und Lateinamerika mit Milliardenhilfen den Zugang zur dortigen Rohstoffförderung und zu großen Infrastrukturbauprojekten erkauft. Das war von Entwicklungshilfepolitikern immer wieder als "chinesischer Neokolonialismus" kritisiert worden, vor allem, weil Peking durch die Kredite ohne Reformvorgaben den in den Augen vieler westlicher Politiker dringend nötigen wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Wandel in diesen Ländern ausgeklammert hatte. Stattdessen mussten Länder wie Mazedonien und Costa Rica im Gegenzug für chinesische Hilfe ihre Beziehungen zu Taiwan aufgeben.

    Nun treibt China die Expansion in Europa voran. Seit der Vereinbarung des serbischen Präsidenten Boris Tadic mit Chinas Staatschef Hu Jintao über eine strategische Zusammenarbeit verhandeln beide Seiten nun über einen Vorzugskredit der Chinesen für den Bau einer Donau-Brücke und Straßen mit einem Volumen von insgesamt 200 Mio. Euro, Hafenerweiterungen, den Aufbau von Sonderwirtschaftszonen sowie für Rüstungsprojekte. Im Zuge der Kooperation wurde auch vereinbart, dass China die von Serbien abtrünnige Provinz Kosovo nicht anerkennt, Serbien seinerseits nicht Taiwan, das China als Teil seines Territoriums ansieht. "China wird zur führenden Macht in der Weltwirtschaft, da ist eine strategische Partnerschaft mit so einem Land sinnvoll", begründete Tadic den Vertrag. Dagegen kritisierte Du?an Prorokovi von der Oppositionspartei des früheren serbischen Premiers Vojislav Ko?tunica das Abkommen als in der Höhe "unzulässige Verschuldung".

    In Polen kämpft sich der chinesische Baukonzern Covec mit Dumpingangeboten in den bis zur Fußball-Europameisterschaft 2012 knapp 40 Mrd. Euro umfassenden Markt von Straßenneubauten. So hat Covec gerade erstmals in der EU zwei Ausschreibungen im Autobahnbau gewonnen. Dabei geht es um Teilstücke der neuen A2 Warschau-Lodz. Hier hat der Staatskonzern die Aufträge gegen namhafte westliche Konkurrenten gewonnen, weil der Kilometerpreis der Chinesen mit 6,3 bis 6,5 Mio. Euro um 60 Prozent unter dem Ausschreibungspreis lag und deutlich unter dem Angebot des polnischen Baukonzerns PBG und der irischen SRB Civil Engineering. In Warschau wird seither diskutiert, wie Covec den Preis einhalten will und ob dazu - wie auch bei chinesischen Projekten in Afrika - billige chinesische Arbeitskräfte eingeflogen werden.

    Im Nachbarland Ukraine verhandelt China ebenfalls über die Vergabe günstiger Hilfskredite. Zugleich diskutiert die Partei der Kiewer Regierungschefin Julia Tymoschenko über eine Kooperation mit der KP Chinas.

    Die Vorzugskredite Chinas für Serbien und die Ukraine sind deshalb pikant, weil genau diese Länder milliardenschwere Hilfsprogramme mit dem IWF vereinbart hatten, für die sie einschneidende Sparprogramme im Staatsbudget vorlegen sollten.

    Volker Perthes, Chef der Berliner Stiftung für Wissenschaft und Politik, sagte dem Handelsblatt, "dass solche Schritte den IWF unterminieren". China vergebe "wie schon in Afrika" ohne ökonomisch sinnvolle Auflagen Großkredite. Das mache, so Perthes, "dem IWF, der Weltbank und der westlichen Entwicklungshilfe ihre Arbeit schwerer".

    Nachrichten aus Wirtschaft, Finanzen, Politik, Unternehmen und Märkten - Handelsblatt Mobil

    Ich weiss ja nicht wie hoch die Arbeitslosigkeit in Serbien ist, aber das chinesische Arbeiter die Strassenbauarbeiten in Serbien uebernehmen, bloed gepokert von Tadić nur um Kosovo nicht zu verlieren.
    Besser waere gewesen, kroatische Baufirmen zu beauftragen.

  2. #2

    Registriert seit
    04.05.2009
    Beiträge
    13.681
    Ist beunruhigend das die Chinesen auf dem Balkan oder überhaupt in Europa Fuß fassen.
    Nicht das es zu einem Vermehrungskrieg mit den Albanern kommt.Wir können den Balkan noch retten.

  3. #3
    Cvrcak
    Zitat Zitat von Roberto Beitrag anzeigen
    Ist beunruhigend das die Chinesen auf dem Balkan oder überhaupt in Europa Fuß fassen.
    Nicht das es zu einem Vermehrungskrieg mit den Albanern kommt.Wir können den Balkan noch retten.

  4. #4
    ökörtilos
    Volker Perthes, Chef der Berliner Stiftung für Wissenschaft und Politik, sagte dem Handelsblatt, "dass solche Schritte den IWF unterminieren". China vergebe "wie schon in Afrika" ohne ökonomisch sinnvolle Auflagen Großkredite. Das mache, so Perthes, "dem IWF, der Weltbank und der westlichen Entwicklungshilfe ihre Arbeit schwerer".

    LOL "ökonomisch sinnvolle Auflagen"

    Das also verstehen IWF und Weltbank unter der Zerstörung der Binnenmärkte in den Staaten der dritten Welt.Denn im grunde kann gesagt sein das die Vorgaben der oben genannten Organisationen (die als zu erfüllende Bedingung für einen Kredit gelten)für all das Elend in den Entwicklungsländern verantwortlich gemacht werden können.

    Hier geht es ganz klar um den verlorenen Einfluss,in Afrika aber auch weltweit.

  5. #5

    Registriert seit
    18.03.2008
    Beiträge
    20.935
    Ich mag die Chinesen nicht, dieses ständige Grinsen und Lächeln ist einfach nur Heucheln

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