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"Clinton ließ die serbische Armee nach Srebrenica"

Erstellt von MaxMNE, 01.05.2011, 20:07 Uhr · 260 Antworten · 15.084 Aufrufe

  1. #51

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    Zitat Zitat von Ratko Beitrag anzeigen
    ...Die Kriegspolitik der SDA war von Anfang an auf eine internationale Intervention ausgerichtet weil jedem klar das man die bewaffnete Konfrontation mit den bosnischen Serben nicht gewinnen kann da sie von der JNA unterstützt wurden und weit besser bewaffnet waren.
    Im Hinblick darauf, dass die bosnischen Serben sich der militärischen Unterstützung der JNA sicher sein konnte, blieb der bosnischen Regierung keine andere Möglichkeit als um eine Intervention zu buhlen. Fakt ist, dass es in allen bislang vorliegenden Prozessen des ICTY keinen einzigen Hinweis darauf gibt, dass

    Markale I von den Bosniaken inszeniert wurde
    Markale II von den Bosniaken inszeniert wurde
    Srebrenica von den Bosniaken inszeniert wurde.

    Die serbische Propaganda mach -mit Erfolg wie man sieht- aber nichts anderes als diese drei Ereignisse als von Bosniaken inszenierte Massaker (Markale) darzustellen bzw. Srebrenica ganz, teilweise zu leugnen.

    Zitat Zitat von Ratko Beitrag anzeigen
    Eine internationale Intervention erfolgt in der Regel wenn grausames geschieht und die Weltöffentlichkeit gezwungen ist einzugreifen.
    Daraus ergabt sich für die SDA das eine internationale Intervention nur erfolgen kann wenn die eigenen Leute ausreichend Leid zugeführt wird.
    Du meinst also, dass auf die Serben Verlass ist wenn es darum geht wirklich grausame Verbrechen zu begehen. ?

    Zitat Zitat von Ratko Beitrag anzeigen
    Und hier muss die Frage gestellt werden inwieweit die Politik der SDA den Notstand der Bosniaken im Krieg verschlimmert und gefördert hat.
    Aus der rückwirkenden Betrachtung ist es natürlich sehr einfach solche -fast implizierenden- Fragen zu stellen. Worauf läuft dass den nun hinaus: Auf so etwas wie: Den Serben wurde der Krieg aufgezwungen, Warum haben sich die Moslems nicht gleich ergeben und auf 4 Jahre Krieg verzichtet (Weil sie sicher wussten das es so lange dauern wuerde?)

    Zitat Zitat von Ratko Beitrag anzeigen
    Das halte ich persönlich für eine ganz wichtige Diskussion auch im Hinblick darauf BiH als Staat zu festigen.
    Ach was ? Und das erreichst Du nun wie? In dem Du in der RS erzählst das Alija die Serben bewusst in Srebrenica hat wüten lassen, damit sie am Ende selbst die Deppen sind ?

  2. #52

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    Zitat Zitat von Veles Beitrag anzeigen
    Woher hast Du das? Die Lage der Bosniaken war einfach beschissen, weil so gut wie kein Nachschub in die von der Arbih kontrollierten Gebiete geliefert werden konnte. Aber nehmen wir es nur mal an: Auch falls die SDA ihren eigenen Leuten das Leben zur Hölle machen wollte, hätte sie sowieso fast nichts gekonnt da es eh schon verdammt hart war (EDIT: Kiene med. Versorgune, Nahrungsengpässe, Wohnnotstand -> Vertreibene Leute aus der RS usw usf /EDIT). Ergo hinkt Deine Aussage.
    Woher hab ich was? Das die Kriegstaktik der SDA auf eine internationale Intervention ausgerichtet war? Das ergibt sich schon aus der Logik der Möglichkeiten.

    Was für ein Nachschub? Da gab es nichts was nachzuschieben war die bosniakische Seite war nachzu mittellos. Und das Waffenembargo hat jeden Nachschub abgeschnitten. Erst viel später wurde das Embargo mit Hilfe der USA unterlaufen weil die Bosniaken am kollabieren waren.

    Die SDA Führung bestand zwar aus Idioten aber keiner von denen war so dumm, nicht die Folgen eines Konflikts abschätzen zu können. Denn der krieg in Kroatien hat exemplarisch gezeigt wie die serbische Seite im Falle einer einseitigen Unabhängigkeits reagieren wird: Ethnische Säuberung der als serbisch deklarierten Gebiete.

    Und die Kroaten, das war klar feststellbar, hatten eine viel stabiler Ausgangsposition der eigenen Mittel, denn die Bewaffnung lief grösstenteils noch vor dem Kriegsausbruch. Stichwort Spejgel.
    Hinzu kam noch der offene Support der BRD. Stichwort: Danke Deutschland!

    Die Bosniaken hatten nichts von alle dem nur ein lauwarmes Versprechen von dem US-Botschafter Zimmermann.

  3. #53

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    Zitat Zitat von LordVader Beitrag anzeigen
    Im Hinblick darauf, dass die bosnischen Serben sich der militärischen Unterstützung der JNA sicher sein konnte, blieb der bosnischen Regierung keine andere Möglichkeit als um eine Intervention zu buhlen. Fakt ist, dass es in allen bislang vorliegenden Prozessen des ICTY keinen einzigen Hinweis darauf gibt, dass

    Markale I von den Bosniaken inszeniert wurde
    Markale II von den Bosniaken inszeniert wurde
    Srebrenica von den Bosniaken inszeniert wurde.

    Die serbische Propaganda mach -mit Erfolg wie man sieht- aber nichts anderes als diese drei Ereignisse als von Bosniaken inszenierte Massaker (Markale) darzustellen bzw. Srebrenica ganz, teilweise zu leugnen.



    Du meinst also, dass auf die Serben Verlass ist wenn es darum geht wirklich grausame Verbrechen zu begehen. ?



    Aus der rückwirkenden Betrachtung ist es natürlich sehr einfach solche -fast implizierenden- Fragen zu stellen. Worauf läuft dass den nun hinaus: Auf so etwas wie: Den Serben wurde der Krieg aufgezwungen, Warum haben sich die Moslems nicht gleich ergeben und auf 4 Jahre Krieg verzichtet (Weil sie sicher wussten das es so lange dauern wuerde?)



    Ach was ? Und das erreichst Du nun wie? In dem Du in der RS erzählst das Alija die Serben bewusst in Srebrenica hat wüten lassen, damit sie am Ende selbst die Deppen sind ?
    Das die bosniaken am ende die Deppen waren hat doch Dayton gezeigt.
    Wozu hat der Krieg genützt wenn der Lösungsvorschlag im zuge der Lissabonner Verhandlungen vor dem Krieg der bessere war?

    Hier der Lissabonner Lösungsvorschlag (die gelben Linien zeigen Dayton)

    Markale I und II sowie Srebrenica sind vom ICTY als Verbrechen der serbischen Seite verurteilt worden. Da gibt es nichts dran zu rütteln.
    Aber das sspricht die SDA nicht davon frei dies als willkommene Gelegenheiten herbeigesehnt zu haben.
    Denn Beispielsweise sagt Owen im folgendem Video aus, das Bosniaken
    gezielt von Krankenhäusern aus die serbischen Stellungen beschossen haben in der Hoffnung das die serbische Seite zurückfeuert.

    sagt Owen in folgendem Video


    Es gibt auch die Aussage von Owen wo er die Bosniaken beschuldigt die Waffenruhe um Sarajevo öfter gebrochen zu haben als die Serben denn Frieden war für eine i. Intervention nicht dienlich.

    letzt endlich bleibt doch die frage warum Hakija Meholjic die Aussage tätigt die im Eingangsbeitrag thematisiert wird?

    ‪cigance's Channel‬‏ - YouTube

  4. #54

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    Zitat Zitat von Ratko Beitrag anzeigen
    Das die bosniaken am ende die Deppen waren hat doch Dayton gezeigt.
    Wozu hat der Krieg genützt wenn der Lösungsvorschlag im zuge der Lissabonner Verhandlungen vor dem Krieg der bessere war?

    Hier der Lissabonner Lösungsvorschlag (die gelben Linien zeigen Dayton)

    Markale I und II sowie Srebrenica sind vom ICTY als Verbrechen der serbischen Seite verurteilt worden. Da gibt es nichts dran zu rütteln.
    Aber das sspricht die SDA nicht davon frei dies als willkommene Gelegenheiten herbeigesehnt zu haben.
    Denn Beispielsweise sagt Owen im folgendem Video aus, das Bosniaken
    gezielt von Krankenhäusern aus die serbischen Stellungen beschossen haben in der Hoffnung das die serbische Seite zurückfeuert.

    sagt Owen in folgendem Video


    Es gibt auch die Aussage von Owen wo er die Bosniaken beschuldigt die Waffenruhe um Sarajevo öfter gebrochen zu haben als die Serben denn Frieden war für eine i. Intervention nicht dienlich.

    letzt endlich bleibt doch die frage warum Hakija Meholjic die Aussage tätigt die im Eingangsbeitrag thematisiert wird?

    ‪cigance's Channel‬‏ - YouTube
    Alle sind schuld nur die Serben nicht, echt traurig

  5. #55

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    Zitat Zitat von Karl der Kuehne Beitrag anzeigen
    Alle sind schuld nur die Serben nicht, echt traurig
    Ne, richtig wäre... Alle sind unschuldig, nur die Serben nicht.

  6. #56
    Avatar von GOJIM

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    so jetzt ist clinton schuld für die massaker in srebrenica.......bravo liebe serbischen freunde, jetzt kann man die blutigen hände in unschuld waschen.


    schliesslich gilt ja, hätte der blöde clinton die serben nicht in srebrenica reingelassen würde es kein massaker geben.

    böser böser clinton.

  7. #57
    Avatar von Furyc

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    Zitat Zitat von GOJIM Beitrag anzeigen
    so jetzt ist clinton schuld für die massaker in srebrenica.......bravo liebe serbischen freunde, jetzt kann man die blutigen hände in unschuld waschen.


    schliesslich gilt ja, hätte der blöde clinton die serben nicht in srebrenica reingelassen würde es kein massaker geben.

    böser böser clinton.
    Veles hat es perfekt geschrieben, im Großen und Ganzen. Nimm dir doch die Zeit und lies seinen Beitrag:

    "Clinton ließ die serbische Armee nach Srebrenica"

  8. #58
    Avatar von GOJIM

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    Zitat Zitat von Fury Beitrag anzeigen
    Veles hat es perfekt geschrieben, im Großen und Ganzen. Nimm dir doch die Zeit und lies seinen Beitrag:

    "Clinton ließ die serbische Armee nach Srebrenica"




    ja aber die intention des threads ist eine andere, und um das gehts du gnädiges fräulein bist einfach off-topic.

  9. #59
    Avatar von bosanac1505

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    Was geht eigentlich in den Köpfen einiger User hier vor?
    Hört doch endlich auf dieses Verbrechen runterzuspielen oder irgendwelchen anderen die Schuld dafür zu geben!!!!!

    Es ist eindeutig wer die Taten begangen hat, es wurde keiner von diesen Kreaturen dazu gezwungen.

    Es ist eine Schande, zu versuchen die Schuld auf andere zu schieben oder ähnliches.
    Die, die dies tun, sind keine Männer. Im Krieg, wo sie Gefangene hatten und diese sich nicht wehren konnten, eine große Schnauze und einen auf großen Herrscher machen. Jetzt wo sie dafür gerade stehen müssen was sie getan haben, ankommen und versuchen die Schuld auf andere zu schieben.

    Ich habe das gemacht, weil das und das und das.....
    Wen interessiert das???
    Du hast es gemacht, du hast unschuldige Menschen umgebracht, dass ist Fakt!!!!!!!! Und dieser Fakt interessiert.....
    Dann steh auch dazu was du gemacht hast und zieh nicht deinen Schwanz jetzt ein.....
    Weil das ist ein sehr großes Armutszeugniss!!!!!
    Sie wollen einen auf Kriegshelden machen und einen auf "Ich habe mein Land verteidigt", aber versuchen alles auf andere zu schieben.
    Möchtegern Affen sind das, mehr nicht....

    Es geht mir jetzt nicht nur um die Serben, alle die sowas machen sind in meinen Augen Möchtegern Affen... In diesem Abschnitt geht es um Srebrenica, wer dies ausgeführt hat und die Menschen ermordet hat, kann niemand abstreiten...Daher denke ich, weiss jeder wen ich anspreche!!!

  10. #60

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    Zitat Zitat von Ratko Beitrag anzeigen
    Das die bosniaken am ende die Deppen waren hat doch Dayton gezeigt.


    In der Tat. Hätten die Bosniaken von Anfang an auf eine kompromisslose Linie wie Tudjman gesetzt, wäre es möglicherweise besser ausgegangen. Die Resultate der 90-er zeigen, dass nur jene mit klaren Zielen und Extrempositionierung ihre Ziele erreicht haben. Kroatien ist ein funktionierender Staat ohne Serben. Das Kosovo, dessen Republiksambitionen immer belächelt wurden zu Zeiten der SFRJ, ist nun auch eine Republik. Nur Izetbegovics lavieren brachte den Bosniaken nichts. Andererseits war sein Spielraum auch wirklich sehr eng.

    Zitat Zitat von Ratko Beitrag anzeigen
    Wozu hat der Krieg genützt wenn der Lösungsvorschlag im zuge der Lissabonner Verhandlungen vor dem Krieg der bessere war? .


    Worauf willst Du mit so einem Satz eigentlich hinaus? Die Bosniaken konnten 1992 doch zunächst einmal gar nicht wissen, wie ein Friedensvertrag im Jahre 1995 für sie aussehen würde. Es war doch nicht einmal voraussehbar, dass es einen so heftigen Konflikt geben würde. Oder konnte man bei den Serben per se davon ausgehen, dass die gleich zu Kriegsbeginn massiv ethnisch säuberten, vertrieben und vergewaltigten?

    Diese „selbst Schuld“-Floskeln, gepaart mit „Den Serben wurde ein Krieg aufgezwungen“, dient immer so etwas wie einer rückwirkenden Autorisierung für das was man getan hat bzw tun mußte. Wohl ganz im Sinne von: „Hej, wir hatten keinen Bock auf massive Internierungen, Vertreibungen, Vergewaltigungen, Vertreibungen….ihr seid selbst Schuld das wir das machen mußten. Ihr seid Schuld, das wir so viel schlechtes gemacht haben, was ja Krieg uns so.“. Das ist zwar überzogen formuliert, aber im Kern entspricht er einer zweifelhaften Mentalität vieler.

    Aber kommen wir noch mal auf den Plan von Cuttiliero zurück. Es handelte sich dort nicht um einen Plan, sondern um Grundlagen auf denen verhandelt wird. Da muss die Annahme nicht viel bedeuten, denn das ganze ist Ergebnisoffen. Ein weiteres Problem in diesem Zeitabschnitt war die völlig undurchsichtige Frage im Hinblick auf die Anerkennung BiH´s. Formell war zwar die Badinter-Auflage (Referendum) erfüllt, dennoch folgte dem nicht die erwartete Anerkennung. In diesem Umfeld haben dann alle, wirklich alle, laviert.

    Wenn wir uns diesen Zeitabschnitt mal nicht durch die serbische Propagandabrille anschauen, lernen wir manch Umstände in der Entscheidungsfindung kennen.

    Kurzum: Am 3. und 10.3 erfolgte beim Außenministertreffen der US-EG keine Anerkennung BIH´s, obgleich alle Bedingungen dafür (Vorgabe durch Badinter) formell erfüllt waren. Auf Nachfrage von Haris Silajdzic (Damals BiH-Aussenminister) entgegnet James Baker, dass erst die Verfassungsverhandlungen erfolgreich abgeschlossen werden müssen. Diese Forderung ist neu und zeigt, dass es -speziell im Lager der EG- eine eher pro serbische Orientierung gab. Diese Forderungen kamen dem serbischen Lager zu Gute und irritierte die Bosniaken.

    Erstaunlicherweise signalisierte Baker am 15.3 die Anerkennung Bosniens auch ohne Klärung bei den Verfassungsfragen noch im März, während Cuttiliero eine Anerkennung Mitte Mai signalisiert, weil bis dahin auch die Territorialfrage geklärt sein müssen. Alles in allem recht verwirrend und genau diese Verwirrung bestärkte alle Konfliktparteien, eigene Lösungen zu suchen.

    Dies führte zu ersten militärischen Eskalationen, weil die Unsicherheit der Konfliktparteien stieg. Wie auch schon erwähnt, zahlen sich extreme, unilaterale und gewalttätige Mittel aus Sicht der Konfliktparteien eher aus, als darauf zu hoffen das mit der teilw. sich widersprechenden EPZ/ICY Gruppe eine Lösung zu finden ist. In dieser Situation entschied sich das serbische Lager für eine militärische Strategie und wollte seine Vorstellungen der RS durchdrücken, die es zuvor nicht durchdrücken konnte. Wie so häufig im späteren Verlauf, flammten Kämpfe immer dann auf wenn man auf einen Meilenstein zulief. In diesem Falle die Anerkennung, die die RS verhindern wollte. Ein weiterer Aspekt: Wer will geschaffene militärische Fakten revidieren ? Der eigenen Verhandlungsposition ist so etwas nämlich massiv zuträglich. In diesem Sinne konnte Karadzic also so ziemlich alles unterschreiben, wohlwissend das Vorschläge nicht viel bedeuten.

    Im Verlauf der zweiten März-Hälfte war die Situation im Hinblick auf eine Anerkennung also immer noch unklar. Es existiert keine Roadmap im Hinblick auf die Verfassungsreform und die Unabhängigkeit.

    Und, ein weiterer ganz wichtiger Punkt: Der Plan enthielt kein Bekenntnis der bosnischen Serben zu einem Staat, sondern er enthielt nur die ethnische Aufteilung in Kantone und regulierte grob ein paar staatliche Grundzüge.

    Und so unterschrieben unter diesen Umständen alle drei Konfliktparteien den Lissabon Vorschlag, obgleich alle drei ihn eher ablehnten. Die Serben hatten da schon längst einen neuen Forderungskatalog in der Tasche, der mit dem in Cuttiliero-Plan dargestellten Grenzen überhaupt nicht kompatibel war. Die Serben konnten das Ding also unterschreiben, weil sie wußten das sie ihn später totreden konnten. Das bestätigt sich dann auch in der Rede Krajsniks vor dem Serbenparlament am 18.3, dem Datum der Unterzeichnung:

    Die Annahme dieser Prinzipien bedeutet das ersehnte Endziel Schritt für Schritt zu erreichen“ – Im damaligen Kontext war jedem klar was gemeint war. Nämlich die Vereinigung mit Serbien“.

    Was genau damit gemeint war, zeigte der aufgetauchte 6-Punkte Plan der Forderung beinhaltete, die keinesfalls im Verhandlungsvorschlag vom 18.3 aufgezeigt waren. Er beinhaltete die Teilung Sarajevos, die Definition eines Bundes von Staaten (Was Cuttiliero vehement ablehnte), einen Zugang zum Meer, die Teilung Mostars. In manchen dieser Punkte signalisierten die Kroaten sogar Entgegenkommen. So konnte Tudjman sich zum vakanten Zeitraum durchaus vorstellen, Teile des dalmatinischen Hinterlandes an die Serben abzutreten, im Tausch gegen die Prevlaka. Wörtlich sagte er: „Ich kann schon verstehen dass die einen Zugang zum Meer brauchen, insbesondere wenn es nur einen Steinwurf entfernt ist

    Das alles dürfte Izetbegovic kaum entgangen sein. Aus seiner Sicht, aufgrund fehlenden Bekenntnisses der Serben zu einem Staat, drohte hier die Aufteilung in ethnische Kantone und faktisch der Zerfall Bosniens. Zu dem Zeitpunkt war ebenso längst bekannt, dass Tudjman und Milosevic Arbeitgruppen gebildet hatten, die sich mit Grenzziehungen in BiH beschäftigten. Nachdem Tudjman und Milosevic hier keine Einigung erzielen konnten, endeten die Gespräche mit einer klaren Ansage Milosevics: „Franjo, glaube es mir, die Moslems sind ein großes Übel“. Tudjman erwähnte diesen Satz in einem Gespräch mit einem seiner Mitarbeiter und sagte am Ende: „Da ist was dran“.

    Im Nachtrag zum Abkommen sagten die Serben öffentlich, dass sie keinen Grund für einen Krieg sehen, wenn alle Parteien das Abkommen vollständig respektieren. Das klingt natürlich recht positiv, wäre da nicht der 24.3 gewesen. Dort forderte Koljevic bei einem Besuch in London von Carrington die Versicherung, Bosnien so lange nicht anzuerkennen bis die Gebietsfragen geklärt sind. An dieser Stelle können wir feststellen, dass es das Ziel der Serben war das ganze totzuverhandeln. Denn es lagen ja die bereits erwähnten Punkte Plan der Serben auf dem Tisch, der den Vorschlägen Cuttilieros zuwider lief. Als Koljevic diese Zusage nicht bekam, starteten die Serben eine Militäroperation in der Semberija und in Teilen der Posavina.


    Izetbegovic rief nun zur Ablehnung dieses Planes auf. Er sprach dabei vom Druck der EG den Plan anzunehmen, da ansonsten keine Anerkennung Bosniens erfolgen würde. Er sprach davon, dass das Verhandlungsverhältnis 3:1 war. Karadzic, Boban und Cutiliero auf der einen, die Bosniaken auf der anderen Seite. Zudem setzte er auf Signale aus Kreisen der USA/EG, welche sich von einer schnellen Anerkennung Bosniens eine Deeskalation versprach. Es gab nicht wenige die davon ausgingen, dass mit der Anerkennung Bosniens ein Faktum geschaffen wird was unumstößlich ist und die Serben zwingen würde in diesem Rahmen zu verhandeln. Dies ging aber nur, wenn man sich nicht auf Verhandlungen einlässt die offensichtlich nicht gewollt sind. Also machte Izetbegovic in dieser Situation das Richtige, weil die serbischen Absichten nicht ehrlich waren.

    Am 25.3 sprach Ajanovic davon, dass man das Dokument akzeptiert hat nicht weil es Zustimmung fand, sondern weil dies ein Wegbereiter für die Unabhängigkeit war. Hätte man es nicht angenommen, wäre jegliches Zeitfenster für eine Anerkennung futsch. Ungefähr in diesem Zeitrau, bis zum 28.3 vollzog sich die Rücknahme Izetbegovic Unterschrift auch formell.

    Was nun passierte war auch auf das ganze Lavieren der EG zurückzuführen. Bosniaken und Serben setzten nun auf das extremste dessen, was ihnen zur Verfügung stand. Die Serben militärisch unterwegs, die Bosniaken ziehen die Notbremse und verwerfen am 28.3 die Vorschläge auch und insbesondere im Hinblick auf die serbischen Militäroperationen und auch deshalb, weil sie zu Recht davon ausgehen konnten das die Serben –trotz Unterschrift- kein Interesse hatten einen Cutilliero Plan in Form eines Staates Bosnien umzusetzen.

    Trotz der Greultaten von Serben in Bijeljina, massiven Kämpfen in der Posavina auch dort wo es ja laut Verhandlungsvorschlag keine serbischen Interessen hab, nahmen alle drei Parteien am 30.3 die Verfassungsverhandlungen wieder auf. Auch hier gab es keine Einigung auf eine Roadmap. Es folgte nun ein Bekentniss zum Staat BiH, aber in Form eines von Karadzic geforderten Staatenbundes. Cuttiliero lehnte dies im Vorfeld ab. Immer deutlicher wurde nun, dass der Termin für eine Anerkennung in greifbarer Nähe ist.

    Die Serben verstärkten nun ihre Angriffe auf Sarajevo und konnten auf die JNA zählen. Deren Komandeur, Kukanjac, stellte sich demonstrativ hinter Biljana Plavsic und mit einem Schreiben an Generalstabschef Adzic bestätigte er seinen Auftritt:

    “The Serb people is objectively in danger, and we are therefore protecting their interests”

    In welcher Gefahr jemand ist, der militärisch bestens bewaffnet ist und landesweit Militäroperationen startet, dürfte sich kaum logisch erklären lassen.

    Geschossen wurde nun auf friedliche Demonstranten, Die Altstadt wurde angegriffen, ebenso die Polizeiakademie auf „Vraca“ und insbesondere das Regierungsvirtel. Das Ziel war offensichtlich: Eine Lähmung der Regierungsinstitutionen und eine Warnung an die EG, was passieren würde wenn man BiH anerkennt. Ganz im Stil eines Geiselnehmers oder Terroristen, der mit Erschießungen droht wenn seine Forderungen nicht erfüllt werden. Dann macht man einfach andere dafür verantwortlich.

    Zusammengefaßt: Die zunehmende Kompromisslose Haltung (Also auch die Ablehnung des Vorschlages von Lissabon) waren in erster Linie der Tatsache geschuldet, dass die Serben zu militärischen Mitteln gegriffen haben. Wer also behauptet, dass Izetbegovic mit seiner Ablehnung den Krieg erst ausgelöst hat liegt falsch. Noch vor seiner Ablehnung (28.3) starteten die Serben diverse Militäroperationen zunächst um Sarajevo, später in anderen Teilen Bosniens (24.3). Es wäre also äußerst dumm gewesen mit Serben zu verhandeln, während sie parallel militärische Fakten schaffen und sich so in eine Verhandlungsposition bringen bei der Bosnien kein anerkannter Staat ist und die Bosniaken nicht einmal 20% kontrollieren. Izetbegovic wusste das es keine Intervention geben würde, es bleib ihm nur dieser Schritt.

    Und da wären wir auch bei Zimmermann. Ich glaube nicht das ihm dieser eine Militäroperation / Hilfe zugesichert hat. Vielmehr ist davon auszugehen das Zimmermann ihm sagte, dass eine Unabhängigkeit greifbarer ist wenn Izetbegovic die Friedensverhandlungen abbricht. Die USA hatten dies ja signalisiert, strebten aber eine gemeinsame Position mit der EG an, die uneins in dieser Frage war. Mit dem Rückzug aus den Verhandlungen und der Empfehlung Bosnien nicht zu kantonisieren (Johnson, AL für SE-Europa bestätigt das die USA vor einer ethnischen Kantonisierung noch am 15.3 warnten), konnte man dieser Forderung nun durchsetzen.

    Womit keiner rechnete war, dass die Serben dermaßen durchdrehen werden.

    Izetbegovic als Deppen hinzustellen der in Erwartung des 1995-DPA den „viel besseren“ Cuttiliero-Plan abgelehnt hat, ist schlicht Propaganda die man braucht um all das zu relativieren was die (politischen) bosnischen Serben vorhatten.
    Zitat Zitat von Ratko Beitrag anzeigen
    Markale I und II sowie Srebrenica sind vom ICTY als Verbrechen der serbischen Seite verurteilt worden. Da gibt es nichts dran zu rütteln.


    Daran rüttelt aber genau jener Sender mit der Doku die Du hier teilw. zur Verfügung gestellt hast. Genau dort wird dieser Eindruck immer wieder gerne erweckt.


    Zitat Zitat von Ratko Beitrag anzeigen
    Aber das sspricht die SDA nicht davon frei dies als willkommene Gelegenheiten herbeigesehnt zu haben


    Also erklär mit doch mal bitte nach welchen juristischen Maßstäben die SDA hier zu verurteilen ist. Sorry, aber dieser Satz ist an Lächerlichkeit kaum mehr zu überbieten. Nur interesse halber: Ist in der serbischen Gleichmacherei nun der SDA-Bosniake der sich einen Beschuß herbeigesehnt hat nun genau so Schuld wie einer der ihn abgegeben hat.

    Erzähl…besser noch..Begründe doch mal….

    Zitat Zitat von Ratko Beitrag anzeigen
    Denn Beispielsweise sagt Owen
    Zitat Zitat von Ratko Beitrag anzeigen
    im folgendem Video aus, das Bosniaken gezielt von Krankenhäusern aus die serbischen Stellungen beschossen haben in der Hoffnung das die serbische Seite zurückfeuert.
    Die Feststellung mag richtig sein, aber Owen unterstellt Motive. Meiner Ansicht nach ist das recht zweifelhaft. Ich gehe eher davon aus, dass sich die bosniakische Armee in Sarajevo jeden militärischen Vorteil sichern wollte. Angesichts der serbischen Übermacht ist dies nachvollziehbar, sicherlich nicht legitim.

    Zitat Zitat von Ratko Beitrag anzeigen
    Es gibt auch die Aussage von Owen wo er die Bosniaken beschuldigt die Waffenruhe um Sarajevo öfter gebrochen zu haben als die Serben denn Frieden war für eine i. Intervention nicht dienlich.


    Es ist fraglich ob Owen das beurteilen kann. Auch solche Aussagen dienen wohl einer Friedenstaubenbildung, in der die armen bis an die Zähne mit Pragas, Flugabwehrgeschützen und Haubitzen, Panzern und schwerem Geschütz bewaffneten Serben in den Kessel schießen mußten, weil mal ein paar Bosniaken auf die Serben geschossen haben. Fakt ist: Mehrere ICTY Urteile bestätigen diese Aussage so nicht, sondern sprechen von dem was es in der Realität war: Terror

    Zitat Zitat von Ratko Beitrag anzeigen
    letzt endlich bleibt doch die frage warum Hakija Meholjic die Aussage tätigt die im Eingangsbeitrag thematisiert wird?


    Das hatte ich doch in sehr einfachen Worten erklärt. Was daran hast Du nicht verstanden ?

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