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DATENKRAKE GEZ -Der Spiegel Artikell

Erstellt von , 06.03.2005, 19:56 Uhr · 3 Antworten · 908 Aufrufe

  1. #1

    DATENKRAKE GEZ -Der Spiegel Artikell

    DATENKRAKE GEZ
    Der Inkasso-Riese mit dem Stasi-Image
    Von Jochen Bölsche
    Um ihre aufgeblähten Programme zu finanzieren, beschäftigen die Öffentlich-
    Rechtlichen einen weltweit einmaligen und verhassten Spitzelapparat.
    Datenschützer sehen in den Gebühreneintreibern der GEZ einen modernen "Big
    Brother", viele Bürger versuchen, das System auszutricksen. Eine SPIEGELONLINE-
    Serie beschreibt die Methoden der GEZ-Agenten - und die Suche nach
    Alternativen zur Zwangsgebühr.
    Klaus Görisch, Katzenfreund aus dem sächsischen Freital,
    staunte nicht schlecht, als er seine Post sichtete. Der Brief
    von der "Gebühreneinzugszentrale" (GEZ) war adressiert an
    seinen Kater Maxi: Das "sehr geehrte" Haustier möge
    gefälligst seine Rundfunkgeräte anmelden. Das Schreiben an
    "Maxi Görisch" ist mehr als ein Kuriosum. Es wirft ein
    Schlaglicht auf das sonderbare Treiben "einer der
    geheimnisvollsten deutschen Behörden", wie die
    "Süddeutsche Zeitung" das Unternehmen nennt, das für die
    öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten alljährlich Gebühren
    in Höhe von derzeit 6,6 Milliarden Euro eintreibt - und dessen
    Methoden vom faulen Trick an der Haustür bis zur
    elektronischen Rasterfahndung reichen. Als die "Sächsische Zeitung" dem Fall des Katers
    Maxi nachging, räumte ein Vertreter des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) ein: "So
    etwas passiert ab und zu." Denn um alle potenziellen Fernsehteilnehmer zu erfassen,
    nutze die GEZ auch Datensammlungen von privaten Adressen-Brokern, unter anderem
    offenbar Angaben über Katzen und deren Halter. Vage erinnert sich Tierfreund Görisch:
    "Da war doch mal dieses Gewinnspiel für Katzenfutter..."
    Inkasso-Riese mit Stasi-Image
    Fälle wie dieser verstärken nicht nur im Osten das "Stasi-Image" ("Frankfurter
    Rundschau") des Inkasso-Riesen, an dessen Computern in der Zentrale in Köln-
    Böcklemünd an die 1000 Angestellte die Daten der Besitzer von 40 Millionen Radios und
    36 Millionen TV-Geräten verwalten. Im Außendienst ist darüber hinaus ein Heer von rund
    1500 Zuträgern tätig, die auf Provisionsbasis Schwarzhörer und -seher aufspüren sollen.
    Um die Arbeit der so genannten "Beauftragten" ranken sich urbane Mythen und Legenden,
    seit die GEZ im Jahre 1976 von der Post das Gebühren-Inkasso übernommen hat: Sind
    die GEZ-Spitzel tatsächlich in der Lage, mit Peilwagen jeden heimlichen Hörer und Seher
    aufzuspüren? Und durchschnüffeln sie nicht regelmäßig auch den Hausmüll nach
    weggeworfenen Fernsehzeitschriften mit verräterischen Adressenaufklebern?
    Spontaner Beifall brandete auf, als Bürgerrechtler kürzlich den Gebühreneintreibern für
    ihr "Lebenswerk" den "Big Brother Award 2003" verpassten. Der Große Bruder GEZ,
    urteilte Thilo Weichert von der Deutschen Vereinigung für Datenschutz (DVD) in seiner
    "Laudatio", sammele "im Übermaß Daten"; dabei schrecke er auch nicht vor der
    "Überrumpelung von Menschen" und der "Vorspiegelung falscher Tatsachen" zurück.
    DDP
    Fernseher in einem Fachgeschäft:
    Großer Bruder GEZ
    Geiz ist geil, GEZ ist uncool
    Solche Vorwürfe sind nicht neu. Die GEZ-Gebühreneintreiber haben sich längst daran
    gewöhnt, dass ihr Ruf ähnlich grottenschlecht ist wie der von Drückern und von
    Politessen. Mehr und mehr belastet der Unmut über die GEZ neuerdings jedoch auch
    deren Auftraggeber, die öffentlich-rechtlichen Funkanstalten. Das Negativ-Image des
    Datenkraken erschwert die Bemühungen von ARD und ZDF, trotz Stagnation und
    Schuldenlasten vom Fernsehvolk immer höhere Zwangsgebühren einzutreiben - obwohl
    die Öffentlich-Rechtlichen für ihre Programme bereits heute doppelt so viel kassieren wie
    etwa die britische BBC.
    Medienexperten wie der FDP-Abgeordnete Hans-Joachim Otto fordern seit längerem eine
    Abschaffung des gesamten "unwürdigen Schnüffelsystems". Kritiker wie er können mit
    Beifall vor allem von sozial Schwachen rechnen. Typisch für diese Gruppe ist ein
    arbeitsloser Elektriker, 30, aus dem Hamburger Stadtteil Billstedt, der einem
    Lokalreporter anvertraute: "Ich zahl' keine GEZ- Gebühren, denn ich guck' gar kein ARD
    und ZDF." Am unpopulärsten ist die GEZ bei Studierenden und anderen finanzschwachen
    jungen Erwachsenen, für die 16,15 Euro pro Monat viel Geld sind. Schon vor vier Jahren
    schockierte eine vertrauliche Studie die Gebühreneintreiber, nach der fast 40 Prozent der
    Menschen unter 35 Jahren nicht daran dächten, ihre Geräte anzumelden.
    Bereits 1998 überstieg die Zahl der Abmeldungen erstmals die Zahl der freiwilligen
    Anmeldungen. Ursachen seien, so analysierte die Gebührenzentrale, die "schlechte
    wirtschaftliche Lage" und die "gesellschaftliche Individualisierung" - soll heißen:
    Schmarotzer- und Ellbogenmentalität verdrängen solidarisches Denken. Geiz ist geil, GEZ
    ist uncool.
    Bis zum Lebensabend 23.000 Euro
    Vielen, die mit 18 Jahren, wenn sie eigene Einkünfte und vielleicht eine eigene Wohnung
    haben, ins Visier der Gebührenfahnder geraten, leuchtet überhaupt nicht ein, warum sie
    neben der Kabelgebühr der Telekom auch noch fast 200 Euro pro Jahr für ARD und ZDF,
    Arte und 3Sat berappen müssen, obwohl sie selber vielleicht die privaten Musik- und
    Comedy-Sender bevorzugen, mit denen ihre Generation
    aufgewachsen ist.
    Ein bedrückender Gedanke für manchen 18-Jährigen: Ob er
    die ARD- und ZDF-Angebote nun nutzt oder nicht - bis zu
    seinem 80. Lebensjahr müsste er bereits dann etwa 12.000
    Euro Gebühren zahlen, wenn die Beträge auf dem jetzigen
    Stand eingefroren würden. Damit aber ist nach den
    Erfahrungen der letzten Jahrzehnte kaum zu rechnen. Die
    "stetig sinkende Akzeptanz der Rundfunkgebühren vor allem
    bei jüngeren Menschen", die auch die SPD-Abgeordnete und
    Medienexpertin Elke Leonhard registriert, hat die Öffentlich-
    Rechtlichen alarmiert. Für ARD-Prominente wie den
    Südwestfunk-Intendanten Peter Voß ist die Steigerung der
    "Gebührenakzeptanz" unverzichtbarer Bestandteil einer
    "Überlebensstrategie" der Sender; die permanente Bewerbung ihrer Programme sei
    daher "zwingend notwendig".
    GMS
    GEZ-Zentrale in Köln: Das
    Ammenmärchen vom Peilwagen
    Widerstand gegen das "AbGEZocke"
    Dabei sehen sich die Vertreter der Anstalten zu bizarren Verrenkungen genötigt. Weil
    auch laut GEZ "die Jüngeren, die in erster Linie zu den Nichtanmeldern zählen, über die
    öffentlich-rechtlichen Fernsehprogramme kaum erreichbar sind", müssen ARD und ZDF
    vorrangig private Kanäle nutzen, wenn sie für ihr Angebot und für die Zahlung ihrer
    Zwangsgebühr werben wollen. Einen auf Jugendliche zugeschnittenen Spot, der für
    Gebührenehrlichkeit wirbt, ließ die GEZ daher auch auf Viva und MTV sowie im Kino
    zeigen. Darin fragt ein Rapper einen Kumpel mit Ghettoblaster: "Schon angemeldet?" Auf
    die Antwort "Das Ding ist doch noch nicht mal gekauft, Mann" outet sich der Neugierige
    als GEZ-Agent. Der Norddeutsche Rundfunk hat sich etwas anderes einfallen lassen. Die
    Anstalt entwickelte speziell für Jugendliche eine Gratis-CD mit einem Loblied auf die GEZ:
    Zahlen und fröhlich sein,
    Spaß kost' Geld, das seh' ich ein.
    Späne fallen, wenn man hobeln muss,
    dann zahl' ich halt den Obolus.
    Trotz aller Werbesprüche ("Schon GEZahlt?") scheinen Abneigung und Widerstand gegen
    die Öffentlich-Rechtlichen und ihr "AbGEZocke" weiter zuzunehmen - vor allem im
    Internet, an Universitäten und in der Alternativpresse.
    Unter der Web-Adresse www.gez-abschaffen.de ist zu lesen: "Wir brauchen keinen durch
    Zwangsgelder finanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk! Es gibt auch keine öffentlichrechtlichen
    Zeitungen, die jeder zwangsweise zu abonnieren hat, der lesen kann - und
    trotzdem haben wir eine funktionierende Presselandschaft."
    Der Webmaster und Kleinverleger Berndt Höcker führt seinen Kampf gegen "unlautere
    Vorgehensweisen" und "miese Tricks" der GEZ-Agenten ("Bespitzelungen, Ausfragen von
    Nachbarn, Eindringen in Wohnungen unter falschem Vorwand") wie der NDR auch in
    Versform. Frei nach einem Gedicht von Detlev von Liliencron (Refrain: "Lewwer duad üs
    Slaav") zitiert der Text einen Gebührenfahnder, der einen friesischen Schwarzseher
    namens Pidder Lüng beim Grünkohlessen stört:
    "Du frißt deinen Grünkohl nicht eher auf,
    Als bis dein Geld hier liegt zu Hauf..."
    Einen einzigen Sprung hat Pidder getan,
    Er schleppt an den Napf den Außendienstler ran
    Und taucht ihm den Kopf ein und läßt ihn nicht frei,
    Bis der GEZler erstickt ist im glühheißen Brei.
    Wer so etwas witzig findet, der lacht auch über die Anti-GEZ-Fußmatte mit dem Aufdruck
    "Alle Geräte sind angemeldet", die vor WG-Wohnungstüren liegt. Und er freut sich über
    satirische Ratschläge der "taz", wie sich die Gebührenfahnder austricksen lassen:
    "Briefkasten nicht mehr öffnen, Telefon nicht mehr beantworten, Fernseher auslassen,
    Radio auslassen, Licht auslassen, möglichst nicht bewegen, flach atmen - dann besteht
    vielleicht die Chance, der GEZ-Fahndung zu entrinnen."
    "Wer ehrlich antwortet, zahlt"
    Ernst gemeinte Lebenshilfe dagegen leisten vielfach Studentenblätter und -ausschüsse.
    Sie klären, wie ein "Sozialinfo" an der Uni Karlsruhe, darüber auf, dass es sich bei den
    angeblichen Peilwagen der GEZ um ein "Ammenmärchen" handelt und dass das
    verhasste Unternehmen in Wahrheit ein "Papiertiger mit aufgeblähtem Bürokraten-
    Bauch" sei, den niemand fürchten müsse; denn die Fahnder dürften "nicht wesentlich
    mehr als ein stinknormaler Zeitungsdrücker".
    "Die GEZ hat nichts zu melden," sind Ratschläge überschrieben, die an der TU
    Braunschweig kursieren. Frage: Muss man auf Briefe der GEZ reagieren? Antwort: "Nach
    zwei ignorierten Erinnerungsschreiben wird man nicht mehr angeschrieben." Frage: Was
    tun, wenn man dennoch erwischt wird und der Fahnder wissen will, wie lange man den
    Fernseher schon hat? Antwort: "Ehrlichkeit wird bestraft, Frechheit belohnt. Wer sagt,
    dass er den Fernseher erst seit gestern hat, kommt gratis davon. Wer ehrlich antwortet,
    zahlt."
    Natürlich haben die studentischen Ratgeber ihrem Beitrag die Bemerkung vorangestellt:
    "Achtung! Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Rundfunkbenutzer verpflichtet
    sind, GEZ-Gebühren zu entrichten." Der Text sei "keinesfalls als Aufforderung zum
    Schwarzsehen zu verstehen".
    Das Berliner Stadtmagazin "Zitty" hingegen verzichtete in einer einschlägigen Kolumne
    auf eine solche schlaue Klausel. Unter der Überschrift "GEZ? Kann man sich sparen!"
    forderte das Blatt seine Leser schlichtweg zum "Austreten" aus der Zahlergemeinschaft
    auf. Die "Inquisitoren", schrieb die Gazette, reagierten dann zwar mit "wüsten Briefen"
    und mit "peinlicher Befragung", am Ende aber passiere einem Gebührenmuffel "schlicht
    gar nix".
    Dieser unverblümte Aufruf zur Erschleichung von Mediendienstleistungen rief prompt den
    Deutschen Presserat auf den Plan. Das Selbstkontrollorgan sprach dem Blatt seine
    Missbilligung aus - mit der Begründung, der Autor habe seine Leser "nicht im Unklaren"
    darüber lassen dürfen, welche Risiken ihnen drohten, wenn sie die Rundfunkgebühren
    verweigerten. Und in der Tat: So tumb und einfallslos, wie sie von manchem Boykott-
    Propagandisten hingestellt werden, sind die Gebühreneintreiber keineswegs.
    2. Teil: Jagd mit Fangarmen und Fangfragen - die Tricks der Fahnder

  2. #2
    Avatar von lupo-de-mare

    Registriert seit
    14.07.2004
    Beiträge
    11.988
    Die versenden so nette Briefe, und fragen ob man TV und Radio hat!

  3. #3
    Zitat Zitat von lupo-de-mare
    Die versenden so nette Briefe, und fragen ob man TV und Radio hat!
    Musst man echt aufpassen vor den Geiern..noch konnte ich mich drücken vor den Geldeintreibern.Befürchte aber durch meine neue zusätzliche DTB Antenne geortet zu werden...naja auch wenn die kommen würden hätte ich noch ein Drehkick für die Jungs übrig.Kombiniert mit einem Nierenstecher und einem Lo Kick gefolgt von einer Kombo unerlaubter Würgegriffe.Anschließend haben wir ja noch die "Kroaten Methode" für solche Subjekte parat.Auch kroatische Krawatte genannt,Halz auf Zunge raus...MUHAHAHAHAHa

  4. #4
    Mare-Car
    Nur so zur Info, falls einer mal Klingelt, und sagt:"Wir haben mit unserem Ortungswagen ein unangemeldetes Fernsehgerät in Ihrer Wohnung geortet!" Sagt ihm einfach er soll jemanden anderen Verarschen gehen. Technisch unmöglich, da kann man mir sagen was man will. Habe mir mal einige Stunden lang hunderte Foren und Infoseiten darüber durchgelesen.
    Die können dir slebst die Eier lecken, wenn du eine Satelitenantenne direkt am Fenster hängen hast. Bei solchen Geiern bin ich knallhart. Vor allem wenn man versucht mich zu verarschen. Wenn er normal sagen würde, ja, haben sie ein Fernsehgerät blablablabla....dann würd ich vielleicht sogar nett sein und ihm erklären, das meine Religion mir das Fernsehen verbietet.
    Aber sobald er mich verarschen will odteram ga u pizdu materinu. Meine Mutter meint zwar immer ich soll nett sein und so, aber meist steht sie nur hinten und lacht so laut, das man es bis zur Eingangstür hören kann Der Schaut dann zwar blöd, aber was will der machen Ich würde denen nicht mal Geld geben, wenn er mir dafür die Eier leckt Ko im jebe mater, es ist Ihr Problem, wenn sie etwas Senden, und es mich nicht interessiert Zahle ich nicht dafür. Obwohl die Öffentlich-Rechtlichen ein gutes Informations und Dokumentationsprogramm haben, aber was die da zu zahlen verlangen ist überzogen. Etwas mehr Werbung, und dafür niedrigere Gebühren wären besser.

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