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Deutsche Söldner im Kosovo

Erstellt von Albanesi, 22.07.2005, 19:29 Uhr · 66 Antworten · 19.968 Aufrufe

  1. #1

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    Deutsche Söldner im Kosovo

    http://www.bundestag.de/bic/hib/2001/2001_198/02.html

    Rund 100 Deutsche beteiligten sich an Konflikten in Ex-Jugoslawien als Söldner
    /Auswärtiges/Antwort

    Berlin: (hib/TGS) Rund 100 Deutsche haben sich am Konflikt im ehemaligen Jugoslawien als Söldner beteiligt. Dies teilt die Bundesregierung in ihrer Antwort (14/6413) auf eine Kleine Anfrage der PDS-Fraktion (14/6205) mit. Fast ausnahmslos hätten sie auf Seiten der Kroaten und bosnischen Kroaten gekämpft. Über einen Einsatz von Söldnern aus Deutschland in aller Welt lägen hingegen keine Erkenntnisse vor, heißt es weiter. Der Regierung zufolge haben deutsche Söldner in der Regel einen rechtsextremistischen Hintergrund, so würden verschiedene Schriften wie zum Beispiel der "NS-Kampfruf" für Söldnereinsätze werben.

    Den Aspekt, inwiefern nach Deutschland zurückgekehrte Söldner die Sicherheitslage gefährden, bewertet die Regierung im Ganzen als "unwesentlich", obwohl grundsätzlich eine gewaltbereite Haltung bei solchen Personen vorläge. Bei entsprechender Erkenntnislage seitens der Exekutive, erfolge eine polizeiliche Ausschreibung der jeweiligen Person als "potenzieller Gefährder".

    Zum Fall eines deutschen Söldners, der im Mai im Kosovo verhaftet wurde, sagt die Regierung, das Bundeskriminalamt sei 1996 über dessen Tätigkeiten informiert worden. Jedoch sei der Dienst in einer ausländischen Armee oder paramilitärischen Einheit nach deutschem Recht nicht von einem besonderen Strafbestand erfasst.


    http://www.spiegelgruppe.de/spiegelg...256F950047748B

    Deutscher Söldner im Kosovo vor Gericht
    Die Staatsanwaltschaft der Uno-Verwaltung im Kosovo hat laut dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL Anklage gegen den deutschen Ex-Söldner Roland Bartetzko, 31, wegen Mordes, versuchten Mordes und Terrorismus erhoben. Bartetzko wird vorgeworfen, am 18. April "aus Hass auf Serben" in Pristina zwei Sprengsätze gezündet zu haben. Bei der Explosion starb der Leiter des serbischen Zentrums für Frieden und Toleranz, Aleksandar Petrovic, 48. Vier seiner Begleiter wurden schwer verletzt. Die selbst gebauten Bomben bestanden aus mit Nägeln und Metallsplittern gefüllten Milch- und Fruchtsaftbehältern, die mit Klebeband umwickelt waren.

    Nach Auskunft des Uno-Anklägers in Pristina, Michael Hartmann, einem Staatsanwalt aus San Francisco, wurde an der nicht explodierten Milchtüten-Bombe Bartetzkos Fingerabdruck gesichert. Zudem waren Kleidung, Gesicht und Hände des 31-Jährigen von Schmutz und Staub bedeckt, als er unmittelbar nach der Explosion in Tatortnähe festgenommen wurde. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft und schweigt zu den Vorwürfen.

    Bartetzko, der sich im Kosovo den Kriegsnamen "Shaban" (Held) zulegte, kämpfte nach eigener Aussage in den letzten Jahren für die UÇK. Von 1988 bis 1991 war er Fallschirmjäger bei der Bundeswehr, wurde unehrenhaft entlassen und soll sich anschließend als Söldner im Bosnien-Krieg verdingt haben. Nach dem Einmarsch der Kfor-Truppen im Kosovo hatte der mittlerweile mit einer Albanerin verheiratete Bartetzko in Pristina einen privaten Sicherheitsdienst aufgebaut.

    Weitere Ermittlungen gegen den aus Würselen bei Aachen stammenden Mann laufen wegen seiner möglichen Beteiligung an einem Bombenattentat auf einen Reisebus am 16. Februar in Podujevo, bei dem sieben Serben starben.

  2. #2

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    5.698
    http://lexikon.idgr.de/s/s_o/soeldner/soeldner.php

    Im serbisch-kroatischen Krieg kämpften Neonazis vor allem auf Seiten der Kroaten. Sie dienten sowohl in reinen Söldnereinheiten als auch in den regulären Truppenverbänden. Die rechtsextreme kroatische Partei HSP unterhielt eine Privatarmee, die als HOS-Miliz Unterstützung und Zulauf unter anderem aus Deutschland erhielt. Es sind auffallend viele Angehörige der inzwischen verbotenen Neonazi-Organisation FAP, die es nach Kroatien zieht. Manche der Neonazi-Söldner fahren auch mal so für ein Wochenende ins ehemalige Jugoslawien, um an Kämpfen teilzunehmen.[3] Neonazis aus dem Dresdner Raum sollen eine Söldnertruppe mit dem Namen Schwarze Legion gebildet haben. Die Einheit europäischer Freiwilliger wurde nach Angaben des Bundesinnenministeriums von einem ehemaligen Offizier der NVA geführt.[4] Die "Schwarze Legion" (Crna Legija) war eine berüchtigte Einheit der kroatischen Ustascha-Bewegung.

    Eine andere Einheit trug die Bezeichnung "1. Gardjska Brigada Baron Trenck". Trenck (1711-1749) war ein österreichischer Oberst, der sich im Krieg gegen Preußen durch besondere Grausamkeit hervortat.[5] In rechten Postillen wurde deutlich für eine Beteiligung der "Kameraden" an Kriegseinsätzen als Söldner geworben. Aufgerufen hatte das Blatt The New Order des US-amerikanischen Neonazis Gary Lauck, die Nationale Liste von Christian Worch in dem Pamphlet Index, und der Freiwillige, Organ der Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit der Waffen-SS, äußerte sich lobend über das neonazistische Kriegsgeschäft.[6] 1992 ist im Neonazi-Pamphlet The New Order zu lesen, dass sich bei der HSP bzw. der HOS-Miliz "nationalistische Kräfte in Europa und der ganzen Weißen Welt auf der Basis der nationalen Selbstbestimmung" treffen würden. Laucks NSDAP/AO lässt die kroatische Ustascha hochleben, die 1941 unter dem Protektorat von Hitler und Mussolini den "Unabhängigen Staat Kroatien" ausgerufen hatte.[7]

    Einer der Hauptakteure bei der Rekrutierung von Neonazis für die kroatischen Söldnerheere war der Wiener Gerhard Endres, langjähriger Vertrauter des Wehrsport-Aktivisten Gottfried Küssel. Nachdem sie in Kroatien als Söldner gedient hatten und dort den Deutschen Horst Klenz kennengelernt hatten, machten sich Alexander Neidlein, Franz Kunst (bei einem Feuergefecht mit der Polizei in der Nähe von Pretoria erschossen) und Stefan Rays 1994 nach Südafrika auf. Das "Reisegeld" hatte sich das Trio zuvor mit einem bewaffneten Überfall auf ein Lübecker Postamt beschafft. In Südafrika sollen sie sich der Todesschwadron der Afrikaaner Weerstands Beweging (AWB) von Eugene TerreBlanche angeschlossen haben.

    Weitere Kroatien-Söldner waren Oliver Schweigert, Uwe Herker aus Hirschberg (1989 legal aus der DDR ausgereist), Thomas Lemke [8], der Kühnen-Stellvertreter Thomas Hainke aus Bielefeld, Michael Homeister, Christian Sennlaub, Michael Baatz. Letzerem ist es zu verdanken, dass die in Kreisen ehemaliger Kroatien-Söldner geplanten Attentate auf Staatsanwalt Hans-Heiko Klein und dem inzwischen verstorbenen Ignatz Bubis verhindert werden konnten. Nach seiner Rückkehr aus Kroatien hatte Baatz sich im Herbst 1994 den deutschen Sicherheitsbehörden gestellt.[9]

    «Beute als Sold»


    Die Behörden verfolgten die Beteiligung deutscher Neonazis im jugoslawischen Krisenherd offenbar sehr aufmerksam. Nach Verlautbarungen des Bundeskriminalamts im Juli 1992 waren deutsche Rechtsextremisten nicht nur beim Aufbau einer Söldnertruppe für Kroatien beteiligt, sondern auch an Waffenlieferungen.[10] Der rheinland-pfälzische Innenminister Walter Zuber äußerte bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichtes 1995 seine Besorgnis über die Ausbildung von Neonazis an der Waffe als Söldner im ehemaligen Jugoslawien.[11] Eine Veröffentlichung des österreichischen Innenministeriums informierte 1994 darüber, dass die kroatische Armee keinen Sold bezahlt, sondern den Söldnern "selbstgemachte Beute als Sold" überläßt. Dies habe zu Mord und Raub unter den Söldnern und an der Zivilbevölkerung geführt. Auch Journalisten waren nach den Erkenntnissen der Behörde unter den Opfern der Neonazi-Söldner.[12]

    In einigen wenigen Fällen kam es zu Anklagen gegen ehemalige Söldner durch bundesdeutsche Gerichte. Zu lebenslangen Freiheitsstrafen wurden Falk Simang und Ralf Rüdiger Mrachacz, ein ehemaliger NVA-Soldat, wegen des brutalen Mordes an einem deutschen Kameraden in Mostar, Bosnien im August 1993 verurteilt. Sie waren in der paramilitärischen Söldnertruppe des selbsternannten Generals Tuta gegen die muslimische Bevölkerung eingesetzt. Die 1. Strafkammer des Memminger Landgerichts befand die beiden des gemeinsamen Mordes für schuldig.[13] Der an dem Mord mitbeteiligte ehemalige Polizeischüler Harald Stefan Trupp aus Kärnten wurde 1996 von einem Klagenfurter Gericht zu elf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.[14] Der damals 65jährige Belgier Roger Spinnewyn, Vorsitzender des belgischen Vereins "Freunde von Südafrika" wurde nach seiner Zeugenaussage im Memminger Prozess noch im Landgericht verhaftet. Gegen ihn lag ein Haftbefehl wegen illegalen Waffenhandels vor.[15]

    Anklage gegen den deutschen Ex-Söldner Roland Bartetzko erhob die Staatsanwaltschaft der Uno-Verwaltung im Kosovo Ende 2001, wie der SPIEGEL berichtete. Ihm werden Mord, versuchter Mord und Terrorismus vorgeworfen. Eine der Taten, die ihm zur Last gelegt wird, ist ein Sprengstoffanschlag in Pristina, bei dem der Leiter des serbischen Zentrums für Frieden und Toleranz, Aleksandar Petrovic, ums Leben kam und vier seiner Begleiter schwer verletzt wurden. Bevor Bartetzko im Kosovo aktiv war, soll er sich als Söldner im Bosnien-Krieg verdingt haben.[16] Das Verfahren wird im Februar 2002 eröffnet. Bartetzko wird wegen Mordes in einem Fall, versuchten Mordes in vier Fällen und Terrorismus rechtskräftig zu insgesamt 23 Jahren Haft verurteilt.[17]

    Der Hamburger Verfassungsschutz schätzte, dass insgesamt wohl mehrere hundert Deutsche mitgekämpft haben.[18] Die österreichischen Behörden haben etwa 50 Österreicher aus der Neonazi-Szene ermittelt.[19]

    Aufgefallen ist den Behörden der plötzliche Reichtum, zu dem mancher Neonazi nach seinen Söldner-Einsätzen kam. Ein ehemaliger Neonazi aus Süddeutschland hat einem Bericht des österreichischen Innenministeriums zufolge nach seinem Aufenthalt in Kroatien Grundstücke und Häuser in der Bundesrepublik erworben und eine Firma gegründet, in der er seither deutsche und österreichische Rechtsextremisten beschäftigt.[20] Namentlich genannt ist der Kriegsgewinnler, dessen Auftreten heute nichts mehr von seiner Vergangenheit ahnen läßt, in dem Bericht nicht. Auf inoffiziellem Wege war der Name jedoch in Erfahrung zu bringen. Nach seiner Rolle während des Krieges im ehemaligen Jugoslawien befragt, verneint er, sich je als Söldner in Kroatien betätigt zu haben. Er habe dort lediglich "Grundstücksgeschäfte gemacht".

    Eine Schlüsselfigur der neonazistischen Söldnerszene ist der Franzose Michel Faci (Deckname: Leloup). Faci war einstmals Weggefährte von Jean-Marie Le Pen und Vorsitzender der verbotenen Partei FANE. Auch er kämpfte in den Reihen der HOS-Milizen "für ein ethnisch reines Kroatien". Zuvor hatte er schon im Irak gekämpft. Gegenüber dem STERN prahlte er damit, dass seine Einheit 200 Deutsche und Österreicher umfasse. Von den britischen Neonazi-Söldnern kamen die meisten von der National Front (NF).[21] Bosnische Muslime erhielten Unterstützung durch islamistische Terrorkommandos. Auf serbischer Seite hatten Söldner aus Griechenland, Russland und Rumänien gekämpft.

  3. #3

  4. #4

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    Die Deutschen waren schon immer gegen uns.
    Man könnte sie fast auf die Feindes-Liste setzten......

  5. #5
    Avatar von Hamburger

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    @Najed: Die Deutschen waren nicht immer gegen die Serben. Das hat sich eigentlich erst im 1. WK entwickelt in der "Bündnistreue" zu Österreich. Auch im 2. WK waren auf dem Balkan hauptsächlich Österreicher eingesetzt, vor allem Offiziere. Kein Wunder wenn Hitler auch Ösi war...

    Ich bin sogar der Meinung, daß die Deutschen die Serben mehr respektieren als Kroaten etc. Hier weichen Politik und Volksmeinung doch erheblich voneinander ab.
    Den Serben kann man auch nur Respekt zollen, denn sie haben sich nicht im 2. WK kaufen lassen wie die anderen Völker auf dem Balkan.

    Und wenn sich die Neonazis in Kosovo abknallen lassen...nur zu, dann sind wir sie los!

  6. #6

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    [quote="Hamburger"]
    Ich bin sogar der Meinung, daß die Deutschen die Serben mehr respektieren als Kroaten [quote]

    Achwas!
    Kroaten und Deutsche sind fast wie Brüder.

  7. #7
    Avatar von Hamburger

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    Und worin liegt diese Brüderschaft deiner Meinung nach begründet? Darin, daß sich die Kroaten von den Nazis haben kaufen lassen?

    ...heute kauf ich mir einen Bruder...

  8. #8

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    Zitat Zitat von Hamburger
    Und worin liegt diese Brüderschaft deiner Meinung nach begründet? Darin, daß sich die Kroaten von den Nazis haben kaufen lassen?

    ...heute kauf ich mir einen Bruder...

    Tja, das Hauptargument liegt natürlich im zweiten WK.
    Aber da gibt es noch die Österreich-ungarische Herrschaft die einige Einflüsse auf Kroatien hat.
    Und es gibt viele Deutsch-stämmige unter den Kroaten. Vorallem in Slavonien gibt es kroatisierte Deutsche.

    Ich kenne z.B. einen etwas älteren Kroaten der heißt Franz Babic.
    Der hat mir irgendwas von deutschen Vorfahren erzählt, ich weiß auch nicht so genau.....
    Er ist aber stolzer Kroate! Sein Sohn heißt Hrvoje.

  9. #9
    Avatar von Hamburger

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    Na wenn Du das so begründest...was sagst Du dann zu den Donauschwaben? Dazu kenn ich noch einige Leute aus Serbien, die auch Deutsche Vorfahren haben...aber da findet man wohl immer irgendwo irgendwas.
    Was in den beiden Weltkriegen passiert ist...das ist eine extreme Zeit gewesen...aber wie gesagt, es waren die Österreicher die in Serbien die Kontrolle über die Wehrmacht hatten. Und auch in den Einheiten waren meistens Ösis eingesetzt und zwar die, die noch aus dem 1. WK eine "Rechnug offen" hatten.
    Vor dem 1.WK waren die Beziehungen zwischen Deutschland und Serbien sogar recht gut. So hat Bismarck den Serben ihr Land wiedergegeben.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Kongress

    Und auch durch Goethe und Vuk Karadzic

    http://de.wikipedia.org/wiki/Vuk_Ste...d%C5%BEi%C4%87

  10. #10
    Avatar von lupo-de-mare

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    Re: Deutsche Söldner im Kosovo

    Zitat Zitat von Albanesi
    http://www.bundestag.de/bic/hib/2001/2001_198/02.html

    Rund 100 Deutsche beteiligten sich an Konflikten in Ex-Jugoslawien als Söldner
    /Auswärtiges/Antwort

    Berlin: (hib/TGS) Rund 100 Deutsche haben sich am Konflikt im ehemaligen Jugoslawien als Söldner beteiligt. Dies teilt die Bundesregierung in ihrer Antwort (14/6413) auf eine Kleine Anfrage der PDS-Fraktion (14/6205) mit. Fast ausnahmslos hätten sie auf Seiten der Kroaten und bosnischen Kroaten gekämpft. Über einen Einsatz von Söldnern aus Deutschland in aller Welt lägen hingegen keine Erkenntnisse vor, heißt es weiter. Der Regierung zufolge haben deutsche Söldner in der Regel einen rechtsextremistischen Hintergrund, so würden verschiedene Schriften wie zum Beispiel der "NS-Kampfruf" für Söldnereinsätze werben.

    Den Aspekt, inwiefern nach Deutschland zurückgekehrte Söldner die Sicherheitslage gefährden, bewertet die Regierung im Ganzen als "unwesentlich", obwohl grundsätzlich eine gewaltbereite Haltung bei solchen Personen vorläge. Bei entsprechender Erkenntnislage seitens der Exekutive, erfolge eine polizeiliche Ausschreibung der jeweiligen Person als "potenzieller Gefährder".

    Zum Fall eines deutschen Söldners, der im Mai im Kosovo verhaftet wurde, sagt die Regierung, das Bundeskriminalamt sei 1996 über dessen Tätigkeiten informiert worden. Jedoch sei der Dienst in einer ausländischen Armee oder paramilitärischen Einheit nach deutschem Recht nicht von einem besonderen Strafbestand erfasst.


    http://www.spiegelgruppe.de/spiegelg...256F950047748B

    Deutscher Söldner im Kosovo vor Gericht
    Die Staatsanwaltschaft der Uno-Verwaltung im Kosovo hat laut dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL Anklage gegen den deutschen Ex-Söldner Roland Bartetzko, 31, wegen Mordes, versuchten Mordes und Terrorismus erhoben. Bartetzko wird vorgeworfen, am 18. April "aus Hass auf Serben" in Pristina zwei Sprengsätze gezündet zu haben. Bei der Explosion starb der Leiter des serbischen Zentrums für Frieden und Toleranz, Aleksandar Petrovic, 48. Vier seiner Begleiter wurden schwer verletzt. Die selbst gebauten Bomben bestanden aus mit Nägeln und Metallsplittern gefüllten Milch- und Fruchtsaftbehältern, die mit Klebeband umwickelt waren.

    Nach Auskunft des Uno-Anklägers in Pristina, Michael Hartmann, einem Staatsanwalt aus San Francisco, wurde an der nicht explodierten Milchtüten-Bombe Bartetzkos Fingerabdruck gesichert. Zudem waren Kleidung, Gesicht und Hände des 31-Jährigen von Schmutz und Staub bedeckt, als er unmittelbar nach der Explosion in Tatortnähe festgenommen wurde. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft und schweigt zu den Vorwürfen.

    Bartetzko, der sich im Kosovo den Kriegsnamen "Shaban" (Held) zulegte, kämpfte nach eigener Aussage in den letzten Jahren für die UÇK. Von 1988 bis 1991 war er Fallschirmjäger bei der Bundeswehr, wurde unehrenhaft entlassen und soll sich anschließend als Söldner im Bosnien-Krieg verdingt haben. Nach dem Einmarsch der Kfor-Truppen im Kosovo hatte der mittlerweile mit einer Albanerin verheiratete Bartetzko in Pristina einen privaten Sicherheitsdienst aufgebaut.

    Weitere Ermittlungen gegen den aus Würselen bei Aachen stammenden Mann laufen wegen seiner möglichen Beteiligung an einem Bombenattentat auf einen Reisebus am 16. Februar in Podujevo, bei dem sieben Serben starben.
    Sehr gute Quellen und Fakten. Vor allem Bartetzko ist ja ziemlich bekannt. Ich habe selbst diese dummen Deutschen vor Ort schon 1998 erlebt, welche sich mit Kriminellen herumtrieben.

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