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Wohin driftet das Kosovo? 5 Möglichkeiten gibt es.

Erstellt von jugo-jebe-dugo, 21.07.2006, 15:01 Uhr · 34 Antworten · 1.283 Aufrufe

  1. #1
    jugo-jebe-dugo

    Wohin driftet das Kosovo? 5 Möglichkeiten gibt es.

    Es gibt 5 Möglichkeiten zur Statuslösung im Kosovo die hier vorgestellt werden.


    Es gibt fünf mögliche Ansätze für eine Lösung der Status-Frage: Überwachte Unabhängigkeit, Autonomie, volle Souveränität, Teilung, Bildung von Entitäten

    Wien/Belgrad - Die Verhandlungen über die Zukunft der seit 1999 von der UNO (UNMIK) verwalteten serbischen Provinz Kosovo treten ab Montag in eine neue Phase. Erstmals führen die höchsten Politiker Belgrads und Pristinas unter UNO-Vorsitz direkte Gespräche in Wien. Die Standpunkte über den künftigen völkerrechtlichen Status sind praktisch unversöhnlich: Während Albaner vehement in die Unabhängigkeit drängen, sind Serben entschlossen gegen die Abtrennung des Kosovo und bieten eine weit gehende Autonomie. Im Folgenden liefert die APA eine kurze Übersicht über fünf mögliche Lösungsansätze:


    1.Bedingte oder überwachte Unabhängigkeit

    Die im Westen wahrscheinlich bevorzugteste Variante. Die Provinz würde nicht alle Attribute der Eigenstaatlichkeit, sondern eine Art "Fahrplan" erhalten. Nach dieser "Road Map" müssten innerhalb eines festgelegten Zeitraums bestimmte Bedingungen, so genannte Standards (etwa: weitere Schritte Richtung Demokratie und Rechtsstaat, Sicherung grundlegender Menschenrechte für die nicht-albanische Minderheit, ökonomischer Fortschritt) unter Überwachung der internationalen Gemeinschaft erfüllt werden.

    Wahrscheinlichkeit: Durchaus realistisch. Bei einer im Mai durchgeführten Umfrage bezeichneten 65 Prozent der Kosovo-Albaner und 80 Prozent der Kosovo-Serben diese Variante allerdings als inakzeptabel.

    Gefahren: Belgrad will keine wie auch immer geartete Unabhängigkeit akzeptieren. Eine Radikalisierung der politischen Szene in Belgrad droht. Auch, ob sich die Albaner "nur" mit einer "bedingten Unabhängigkeit" zufrieden geben würden, bleibt abzuwarten.


    2.Autonomie innerhalb Serbiens

    Von Belgrad im Rahmen der Formel "Mehr als Autonomie, weniger als Unabhängigkeit" propagiert. Die Provinz würde weit gehende Rechte erhalten, einschließlich der exekutiven, gesetzgebenden und juridischen Gewalt. Die staatliche und territoriale Souveränität würde jedoch Serbien zufallen. In der UNO-Resolution 1244 aus dem Jahr 1999 wird die Provinz als Bestandteil der nun nicht mehr existierenden Bundesrepublik Jugoslawiens und nicht Serbiens behandelt. Der Kosovo ist laut serbischer Verfassung Bestandteil Serbiens.

    Wahrscheinlichkeit: Außer Belgrad könnten diesen Vorschlag die "UNO-Mächte" China und Russland unterstützen. Angesichts des albanischen Widerstands aber nur schwer durchsetzbar.

    Gefahren: Gefahr eines Gewaltausbruchs, da von den meisten Kosovo-Albanern - 90 Prozent laut Umfrage - strikt abgelehnt.


    3.Unabhängigkeit

    Die von Kosovo-Albanern oft als "einzige Lösung" dargestellte Variante. Die Provinz würde in ihren heutigen Grenzen alle Attribute eines souveränen Staates erhalten und Belgrad würde praktisch alle Rechte verlieren. 90 Prozent der Albaner sind laut Umfrage für eine Unabhängigkeit.

    Wahrscheinlichkeit: Ob des energischen Widerstandes Belgrads und der Kosovo-Serben nur mit schwerwiegenden Konsequenzen zu realisieren.

    Gefahren: Massenflucht der verbliebenen Serben. Von Serben ausgehende Gewalt im Norden der Provinz. Politische und gesellschaftliche Radikalisierung in Serbien. Destabilisierung der gesamten südosteuropäischen Region, vor allem in Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina.


    4.Teilung

    Der von Serben dominierte Nordteil würde bei Serbien bleiben, der weitaus größere, von Albanern bewohnte Teil in die Unabhängigkeit entlassen.

    Wahrscheinlichkeit: Eine Variante, der - vor dem Hintergrund, dass ein friedliches Miteinander zwischen Serben und Albanern im Kosovo aus heutiger Sicht nicht möglich scheint - am Ende des Tages vielleicht doch Pristina und Belgrad zustimmen könnten. Doch diese Option wird von der internationalen Gemeinschaft abgelehnt.

    Gefahren: Neue Grenzziehungen könnten auch andere Völker auf dem Balkan zu "neuen Gedanken" verführen, was neulich nach dem Unabhängigkeitsreferendum in Montenegro bereits sichtbar wurde.


    5.Bildung von zwei Entitäten

    Der Vorschlag über die Bildung von zwei Entitäten wurde Mitte November 2005 vom serbischen Präsidenten Boris Tadic aktualisiert. Die serbische Entität sollte spezielle Beziehungen zu Belgrad pflegen, würde aber kein kompaktes Gebiet darstellen. Die "Entitäten-Lösung" ist ein Kompromiss, mit dem Belgrad zufrieden wäre, denn damit würde die territoriale Integrität und Souveränität Serbiens bewahrt werden. Kosovo-albanische Politiker weisen den Vorschlag jedoch vehement zurück. Ihre Landsleute haben sich in einer Umfrage zu 85 Prozent dagegen ausgesprochen.

    Wahrscheinlichkeit: Ebenso wie die Option einer Teilung nicht völlig auszuschließen, doch angesichts dessen, dass der Vorschlag nur von serbischer Seite unterstützt wird, kaum realistisch.

    Gefahren: Dass die Bildung von zwei Entitäten längerfristig nicht auch zur Teilung der Provinz führen könnte, wie dies die Albaner befürchten, ist ebenso wenig von der Hand zu weisen, wie die Befürchtungen von Belgrad, dass ein unabhängiger Kosovo zu weiteren territorialen Forderungen von Albanern in Serbien, Montenegro oder Mazedonien führen könnte.

    http://derstandard.at/?url=/?id=2525291



    Welche haltet ihr für das beste,welche wäre realistisch durchsetzbar für beide Seiten?

  2. #2

    Registriert seit
    30.12.2005
    Beiträge
    2.438

    Re: Wohin driftet das Kosovo? 5 Möglichkeiten gibt es.

    Zitat Zitat von Šumadinac
    Es gibt 5 Möglichkeiten zur Statuslösung im Kosovo die hier vorgestellt werden.


    Es gibt fünf mögliche Ansätze für eine Lösung der Status-Frage: Überwachte Unabhängigkeit, Autonomie, volle Souveränität, Teilung, Bildung von Entitäten

    Wien/Belgrad - Die Verhandlungen über die Zukunft der seit 1999 von der UNO (UNMIK) verwalteten serbischen Provinz Kosovo treten ab Montag in eine neue Phase. Erstmals führen die höchsten Politiker Belgrads und Pristinas unter UNO-Vorsitz direkte Gespräche in Wien. Die Standpunkte über den künftigen völkerrechtlichen Status sind praktisch unversöhnlich: Während Albaner vehement in die Unabhängigkeit drängen, sind Serben entschlossen gegen die Abtrennung des Kosovo und bieten eine weit gehende Autonomie. Im Folgenden liefert die APA eine kurze Übersicht über fünf mögliche Lösungsansätze:


    1.Bedingte oder überwachte Unabhängigkeit

    Die im Westen wahrscheinlich bevorzugteste Variante. Die Provinz würde nicht alle Attribute der Eigenstaatlichkeit, sondern eine Art "Fahrplan" erhalten. Nach dieser "Road Map" müssten innerhalb eines festgelegten Zeitraums bestimmte Bedingungen, so genannte Standards (etwa: weitere Schritte Richtung Demokratie und Rechtsstaat, Sicherung grundlegender Menschenrechte für die nicht-albanische Minderheit, ökonomischer Fortschritt) unter Überwachung der internationalen Gemeinschaft erfüllt werden.

    Wahrscheinlichkeit: Durchaus realistisch. Bei einer im Mai durchgeführten Umfrage bezeichneten 65 Prozent der Kosovo-Albaner und 80 Prozent der Kosovo-Serben diese Variante allerdings als inakzeptabel.

    Gefahren: Belgrad will keine wie auch immer geartete Unabhängigkeit akzeptieren. Eine Radikalisierung der politischen Szene in Belgrad droht. Auch, ob sich die Albaner "nur" mit einer "bedingten Unabhängigkeit" zufrieden geben würden, bleibt abzuwarten.


    2.Autonomie innerhalb Serbiens

    Von Belgrad im Rahmen der Formel "Mehr als Autonomie, weniger als Unabhängigkeit" propagiert. Die Provinz würde weit gehende Rechte erhalten, einschließlich der exekutiven, gesetzgebenden und juridischen Gewalt. Die staatliche und territoriale Souveränität würde jedoch Serbien zufallen. In der UNO-Resolution 1244 aus dem Jahr 1999 wird die Provinz als Bestandteil der nun nicht mehr existierenden Bundesrepublik Jugoslawiens und nicht Serbiens behandelt. Der Kosovo ist laut serbischer Verfassung Bestandteil Serbiens.

    Wahrscheinlichkeit: Außer Belgrad könnten diesen Vorschlag die "UNO-Mächte" China und Russland unterstützen. Angesichts des albanischen Widerstands aber nur schwer durchsetzbar.

    Gefahren: Gefahr eines Gewaltausbruchs, da von den meisten Kosovo-Albanern - 90 Prozent laut Umfrage - strikt abgelehnt.


    3.Unabhängigkeit

    Die von Kosovo-Albanern oft als "einzige Lösung" dargestellte Variante. Die Provinz würde in ihren heutigen Grenzen alle Attribute eines souveränen Staates erhalten und Belgrad würde praktisch alle Rechte verlieren. 90 Prozent der Albaner sind laut Umfrage für eine Unabhängigkeit.

    Wahrscheinlichkeit: Ob des energischen Widerstandes Belgrads und der Kosovo-Serben nur mit schwerwiegenden Konsequenzen zu realisieren.

    Gefahren: Massenflucht der verbliebenen Serben. Von Serben ausgehende Gewalt im Norden der Provinz. Politische und gesellschaftliche Radikalisierung in Serbien. Destabilisierung der gesamten südosteuropäischen Region, vor allem in Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina.


    4.Teilung

    Der von Serben dominierte Nordteil würde bei Serbien bleiben, der weitaus größere, von Albanern bewohnte Teil in die Unabhängigkeit entlassen.

    Wahrscheinlichkeit: Eine Variante, der - vor dem Hintergrund, dass ein friedliches Miteinander zwischen Serben und Albanern im Kosovo aus heutiger Sicht nicht möglich scheint - am Ende des Tages vielleicht doch Pristina und Belgrad zustimmen könnten. Doch diese Option wird von der internationalen Gemeinschaft abgelehnt.

    Gefahren: Neue Grenzziehungen könnten auch andere Völker auf dem Balkan zu "neuen Gedanken" verführen, was neulich nach dem Unabhängigkeitsreferendum in Montenegro bereits sichtbar wurde.


    5.Bildung von zwei Entitäten

    Der Vorschlag über die Bildung von zwei Entitäten wurde Mitte November 2005 vom serbischen Präsidenten Boris Tadic aktualisiert. Die serbische Entität sollte spezielle Beziehungen zu Belgrad pflegen, würde aber kein kompaktes Gebiet darstellen. Die "Entitäten-Lösung" ist ein Kompromiss, mit dem Belgrad zufrieden wäre, denn damit würde die territoriale Integrität und Souveränität Serbiens bewahrt werden. Kosovo-albanische Politiker weisen den Vorschlag jedoch vehement zurück. Ihre Landsleute haben sich in einer Umfrage zu 85 Prozent dagegen ausgesprochen.

    Wahrscheinlichkeit: Ebenso wie die Option einer Teilung nicht völlig auszuschließen, doch angesichts dessen, dass der Vorschlag nur von serbischer Seite unterstützt wird, kaum realistisch.

    Gefahren: Dass die Bildung von zwei Entitäten längerfristig nicht auch zur Teilung der Provinz führen könnte, wie dies die Albaner befürchten, ist ebenso wenig von der Hand zu weisen, wie die Befürchtungen von Belgrad, dass ein unabhängiger Kosovo zu weiteren territorialen Forderungen von Albanern in Serbien, Montenegro oder Mazedonien führen könnte.

    http://derstandard.at/?url=/?id=2525291



    Welche haltet ihr für das beste,welche wäre realistisch durchsetzbar für beide Seiten?

    die nummer 3

  3. #3
    jugo-jebe-dugo

    Re: Wohin driftet das Kosovo? 5 Möglichkeiten gibt es.

    Zitat Zitat von Gjakova

    die nummer 3
    Das wäre kein kompromis.

  4. #4
    Avatar von Jelka

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    08.02.2006
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    2.968

    Re: Wohin driftet das Kosovo? 5 Möglichkeiten gibt es.

    Zitat Zitat von Šumadinac

    4.Teilung

    Der von Serben dominierte Nordteil würde bei Serbien bleiben, der weitaus größere, von Albanern bewohnte Teil in die Unabhängigkeit entlassen.

    Wahrscheinlichkeit: Eine Variante, der - vor dem Hintergrund, dass ein friedliches Miteinander zwischen Serben und Albanern im Kosovo aus heutiger Sicht nicht möglich scheint - am Ende des Tages vielleicht doch Pristina und Belgrad zustimmen könnten. Doch diese Option wird von der internationalen Gemeinschaft abgelehnt.

    Gefahren: Neue Grenzziehungen könnten auch andere Völker auf dem Balkan zu "neuen Gedanken" verführen, was neulich nach dem Unabhängigkeitsreferendum in Montenegro bereits sichtbar wurde.

    Warum eigendlich nicht so?

  5. #5

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    989

    Re: Wohin driftet das Kosovo? 5 Möglichkeiten gibt es.

    Nummer 5 finde ich am sinnvollsten.

  6. #6
    jugo-jebe-dugo

    Re: Wohin driftet das Kosovo? 5 Möglichkeiten gibt es.

    Zitat Zitat von ZajkoKukurajko
    Zitat Zitat von Šumadinac

    4.Teilung

    Der von Serben dominierte Nordteil würde bei Serbien bleiben, der weitaus größere, von Albanern bewohnte Teil in die Unabhängigkeit entlassen.

    Wahrscheinlichkeit: Eine Variante, der - vor dem Hintergrund, dass ein friedliches Miteinander zwischen Serben und Albanern im Kosovo aus heutiger Sicht nicht möglich scheint - am Ende des Tages vielleicht doch Pristina und Belgrad zustimmen könnten. Doch diese Option wird von der internationalen Gemeinschaft abgelehnt.

    Gefahren: Neue Grenzziehungen könnten auch andere Völker auf dem Balkan zu "neuen Gedanken" verführen, was neulich nach dem Unabhängigkeitsreferendum in Montenegro bereits sichtbar wurde.

    Warum eigendlich nicht so?
    Das wäre wie ein kleiner Sieg für die Serben da die Unabhängigkeit anscheined unausweichlich ist.Wenn wir in dieser kritischen Lage den Norden kriegen wäre das immerhin etwas und für die Albaner ein Verlust.Zu dem die Miene Trepca zum Teil im serbischen Norden liegt.

    Trepca sollte dann am besten geteilt werden,die Fabrik und ein Teil von der Miene selber liegt ja im serbischen Norden bei Zvecan.

  7. #7
    Avatar von Jelka

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    2.968
    Du meinst also es liegt einfach `nur` an der Mine? Sonst würde eine Teilung kein Problem darstellen?

  8. #8
    Avatar von Jelka

    Registriert seit
    08.02.2006
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    2.968

    Re: Wohin driftet das Kosovo? 5 Möglichkeiten gibt es.

    Zitat Zitat von Šumadinac

    Gefahren: Gefahr eines Gewaltausbruchs, da von den meisten Kosovo-Albanern - 90 Prozent laut Umfrage - strikt abgelehnt.
    Erpressung?

  9. #9
    Nedd
    4.

  10. #10
    jugo-jebe-dugo
    Zitat Zitat von ZajkoKukurajko
    Du meinst also es liegt einfach `nur` an der Mine? Sonst würde eine Teilung kein Problem darstellen?
    Nein, die NATO hat die serbischen Streitkräfte dazu getrieben total abzuziehen und sie sind quasi vor der Unabhängigkeit. Die Albaner wollen kein Stück Land Serbien überlassen und uns alles stehlen.

    Natürlich ist die Miene dann noch mehr ausschlaggebend aber das wäre auch ohne die Miene der Fall unabhängig welche Seite man betrachtet.

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