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Droht ein neuer Krieg auf dem Balkan?

Erstellt von Yutaka, 10.12.2007, 12:44 Uhr · 35 Antworten · 3.965 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Yutaka

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    Droht ein neuer Krieg auf dem Balkan?

    Droht ein neuer Krieg auf dem Balkan?


    Alle Verhandlungen über die Zukunft der Provinz Kosovo sind gescheitert. Die Serben drohen offen mit dem Einmarsch ihrer Armee, die Albaner wollen einseitig die Unabhängigkeit erklären. Derweil steht die Provinz vor dem wirtschaftlichen Ruin. Nun soll es die EU richten. Doch sie schafft nur neue Provisorien.


    Droht ein neuer Krieg auf dem Balkan? - Nachrichten Politik - WELT ONLINE




    Erst nach ein paar Tagen traute sich Alexander Momirov zum ersten Mal, auf der Straße Serbisch zu reden. In seiner Muttersprache hatte er sich bis dahin nur mit dem Kioskbesitzer unten im Haus unterhalten, und auch nur, wenn keine anderen Kunden in dem kleinen Laden waren. "Wenn Serben aus den Enklaven hier nach Pristina kommen, dann reden sie nur Albanisch", sagt der 27-Jährige, der in Belgrad aufwuchs, in Rotterdam Politik studierte und seit September in Kosovos Hauptstadt lebt. "Aber die haben auch andere Erfahrungen machen müssen als ich." Abends geht Alexander mit seiner Clique, zu der fast nur Albaner gehören, am liebsten ins "Strip Depot", dem angesagten Club im Zentrum von Pristina. Tagsüber arbeitet der junge Serbe im Büro des kosovarischen Ombudsmanns. "Meine Freunde und ich, wir wollen hier einfach nur ein ganz normales Leben leben", sagt er. Ein normales Leben in einem normalen Staat. Ist das im Kosovo überhaupt jemals möglich?


    Milliarden für deutsche Steuerzahler

    Zunächst ein paar Zahlen zum Status quo, die das Engagement Hunderter nicht staatlicher Organisationen gar nicht berücksichtigen: 88.000 Frauen und Männer hat allein die Bundeswehr seit Kriegsende 1999 insgesamt unter Nato-Kommando ins Kosovo geschickt, und die deutschen Soldaten stellen nur eines von 34 Kfor-Kontingenten. 2,8 Milliarden Euro kostete der Einsatz den deutschen Steuerzahler seither. Für die UN-Mission Unmik waren insgesamt 70.663 Mitarbeiter tätig, auf 2,5 Milliarden Euro belaufen sich hier die Kosten. Von der Europäischen Union kamen noch weitere zwei Milliarden Euro an Finanzhilfen.

    Aber Brüssel, das die UN-Mission übernehmen soll, wird in absehbarer Zeit noch kräftig nachschießen: Fast 600 Millionen Euro will die Union bis 2011 in die Provinz pumpen und mehr als 3300 Mitarbeiter ansiedeln. Und so das seit acht Jahren währende Vakuum noch eine Weile am Leben erhalten.


    Einseitige Unabhängigkeitserklärung

    Heute nun läuft die letzte offizielle Frist ab, binnen derer sich Albaner und Serben darauf verständigen sollten, was aus Kosovo wird. Bereits in der vergangenen Woche erklärten sie alle Gespräche für gescheitert. Politiker in Belgrad drohen nun öffentlich mit dem Einmarsch der serbischen Armee. Die Führung der Kosovo-Albaner will in den nächsten Wochen einseitig die Unabhängigkeit erklären und warnt vor der spannungsgeladenen Ungeduld ihrer Bürger.
    Einen Ausbruch der Gewalt aber wird die Nato nicht zulassen. Mehr als 16.000 Kfor-Soldaten stehen dazu bereit, unter ihnen 2700 Bundeswehrsoldaten. Seit den März-Unruhen 2004, die 19 Menschenleben forderten und denen die Kfor fast hilflos gegenüberstand, ist das Mandat mit "robusten" Befugnissen gestärkt worden. Im Notfall können die Nato-Soldaten nun auf Angreifer schießen.


    Korruption, ruinöse Wirtschaft, mangelnde Stromversorgung


    Dabei sind es gar nicht die heraufbeschworenen Szenarien eines neuen Flächenbrands auf dem Balkan, die dem normalen Bürger Kosovos Angst machen. Es ist vielmehr die ruinöse wirtschaftliche Lage, in welcher die Provinz vor sich hin dümpelt - allen Milliarden ausländischer Geber zum Trotz. 2006 musste das UN-Protektorat 17-mal mehr Güter einführen, als es exportierte. 60 Prozent der fast zwei Millionen Kosovaren sind arbeitslos, die Jugendarbeitslosigkeit liegt offiziell bei 44 Prozent, wobei mehr als die Hälfte der Bevölkerung unter 25 ist. Auf dem jüngsten Index von Transparency International gehört Kosovo zu den korruptesten Ländern der Welt.
    Täglich bricht die Strom- und Wasserversorgung zusammen, während Kosovos Politiker nicht müde werden, die Braunkohlevorkommen der Provinz zu rühmen und blühende Landschaften als "Europas neuer Energielieferant" vorherzusagen. Statt Konzepten boten die Parteien bei der letzten Parlamentswahl im November nur ein Allheilmittel: die Unabhängigkeit.


    Kein Vertrauen in internationale Verwaltung


    Aber wer wollte auch freiwillig tiefstapeln, wenn die Verantwortung ohnehin bei den internationalen Vertretern liegt und das auf absehbare Zeit auch so bleiben wird? Denn der EU-Gesandte im Kosovo wird mit einer Allmacht ausgestattet, ähnlich der des Hohen Repräsentanten in Bosnien, der Gesetze annullieren und sogar Präsidenten absetzen kann.

    Genau diese Exekutivgewalt aber hat dazu geführt, dass Bosniens Entwicklung seit Jahren blockiert ist, weil die verfeindeten Volksgruppen ihre Konflikte jeder Verantwortung entlastet weiter austragen. Wie in Bosnien, so haben auch die Kosovaren nach acht Jahren UN-Herrschaft weder Respekt für internationale Verwaltung, noch Vertrauen in sie. In dieser Gemengelage soll nun die EU das Kosovo auf den Weg bringen. Trotzdem glauben einige, so wie der Serbe Alexander, dass dieser Flecken Erde eine Zukunft hat. Mitte November ist auch der Albaner Rexhep Bajrami aus Deutschland zurückgekehrt, "nach zwanzig Jahren und zwei Wochen", wie er melancholisch sagt. Jetzt sei der richtige Zeitpunkt, ist der 39-Jährige überzeugt. Bajrami ist Chef einer neu gegründeten Organisation, der Europäischen Initiative für Kosovo. "Wir wollen, dass die Kosovaren wirklich lernen, was Europa ist", sagt er. Seinen Landsleuten hat dieses Projekt sicher bisher gefehlt. Und Kosovo eine weitere Einrichtung mit hehren Zielen sowieso.

  2. #2
    hahar
    Zitat Zitat von BIOSHOCK Beitrag anzeigen
    Die Serben drohen offen mit dem Einmarsch ihrer Armee

    quellen???

  3. #3
    Avatar von Yutaka

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    sthet ja oben

  4. #4
    Avatar von Yutaka

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    und noch was neues:

    Serbien spielt die patriotische Karte

    Die Belgrader Regierung will die Zugehörigkeit der Provinz Kosovo zu Serbien verteidigen. Uneinigkeit herrscht jedoch in der Frage, ob dafür auch militärische Mittel eingesetzt werden sollen. Beobachter warnen vor einem möglichen Chaos In der kalten Dezembersonne mahnen in den Straßen Belgrads sonderbare Billboards, mit Fahnen der USA, Englands, Frankreichs und Deutschlands geschmückt. "Hinsichtlich der wichtigsten Dinge dürfen wir nie und nimmer nachgeben!", bestellt Abraham Lincoln den staunenden Spaziergängern. Und mit einem Foto in Lebensgröße wird Winston Churchill zitiert: "Was unser ist, werden wir verteidigen. Nie werden wir uns ergeben!" Hundert Meter weiter Charles de Gaulle: "Eines Tages werden die Tränen getrocknet sein, der Hass schweigen, die Schlachtfelder geglättet werden, bleiben jedoch wird unser Vaterland!" Auch John F. Kennedy und Willy Brandt blicken auf die Belgrader hinab und werden mit entsprechenden Sprüchen zitiert.




    Die Werbeflächen wurden vom Ministerium für das Kosovo der serbischen Regierung bezahlt. Die Pressesprecherin des Ministeriums, Danijela Nikolic, erklärt: "Die gewählten Zitate weisen darauf hin, wie man sich in Sachen nationaler Interessen zu verhalten hat."


    Die Reaktionen der Belgrader auf die patriotische Kampagne sind hingegen unterschiedlich. "Warum hat man Willy Brandt nicht in der Pose gezeigt, in der er 1970 in Warschau niederkniete, um um Verzeihung für die Verbrechen, die im Namen seines Volkes begangen worden sind, zu bitten?", fragt eine Studentin vor der philologischen Fakultät. Andere wieder fragen sich, ob angesichts der angespannten sozialen Lage in Serbien das Geld für die Billboards nicht vernünftiger hätte ausgegeben werden können. Diese Meinungen sind aber eher die Ausnahme.


    Die Einstellung zum Kosovo und die Bereitschaft, die heilige serbische Erde zu verteidigen, ist zum Gradmesser für den Patriotismus der Serben geworden. Laut Medienberichten wird erwartet, dass sich die seit 1999 von der UNO verwaltete Provinz bis Jahresende für unabhängig erklären und von den USA und der Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten anerkannt wird.


    Der serbisch-orthodoxe Erzbischof von Kosovo, Artemije, forderte vor einigen Tagen die Regierung auf zu handeln. Er schlug vor, die Grenze zum Kosovo für alle Reisenden und Waren für drei Tage zu schließen, gleichzeitig die Reservisten zu mobilisieren und unmittelbar an der Grenze Manöver abzuhalten. Aleksandar Simic, der Berater des Ministerpräsidenten und Chefs der national-konservativen "Demokratischen Partei Serbiens", Vojislav Koðtunica, ging noch einen Schritt weiter: "Serbien besitzt negative Erfahrung aufgrund einiger bewaffneter Konflikte im früheren Jugoslawien, aber staatliche Interessen werden auch mit Krieg verteidigt." Wenn Prishtina internationale Verträge breche, die das Kosovo als einen untrennbaren Bestandteil Serbiens definierten, bleibe dem Staat nichts anderes übrig, als auch mit militärischen Mitteln seine staatliche Interessen zu vertreten, sagte Simic im staatlichen Fernsehen.


    Andere Töne kommen aus der prowestlichen "Demokratischen Partei" (DS) von Staatspräsident, Boris Tadic. Auch hier will man das Kosovo verteidigen, doch mit politischen und wirtschaftlichen Mitteln. Der Verteidigungs- und der Außenminister schließen die Anwendung militärischer Mittel bislang aus. In der DS überwiegt die Meinung, dass die Kosovo-Frage Serbien nicht vom Weg einer europäischen Integrationen abbringen dürfe. Die in der Kosovo-Frage gespaltene Regierung steht vor einer Zerreißprobe. Eine Koalition von Koðtunicas DSS mit der ultranationalistischen und in Serbien mit Abstand stärksten "Serbischen Radikalen Partei" (SRS) ist nicht auszuschließen.
    Obwohl in den letzten Tagen ein Krieg in aller Munde ist, glaubt niemand an einen Einsatz serbischer Streitkräfte, weil das einen Konflikt mit der Nato bedeutete. Analytiker meinen, dass die Appelle an den Nationalstolz innenpolitisch instrumentalisiert werden. Doch es ist ein Spiel mit dem Feuer. Sicherheitsexperten warnen davor, dass einige erhitzte Köpfe auf beiden Seiten in der aufgeheizten Stimmung ein Chaos auslösen könnten.

  5. #5
    hahar
    Zitat Zitat von BIOSHOCK Beitrag anzeigen
    sthet ja oben

    glaubst du das??

  6. #6

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    serbien ist am ende... ein weiterer krieg würde das land hinter moldawien katapultieren...
    zudem verfügen sie nur noch über veraltetes kriegsgerät geringe kriegsmotivation... von denen braucht man keine angst mehr zu haben....

  7. #7
    Avatar von Yutaka

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    logisch

    die Serben haben bisher immer mit Krieg geantwortet, sogar jetzt wo Serbien wirtschaftlich und ökonomisch total im Arsch und am Ende ist denken die wieder an Krieg.

    Und es wird wieder das passieren was bisher immer passierte:

    Die Serben kriegen wiede ein deftig auf die Fresse poliert und katapultieren sich wieder einige Jahrzehnte zurück.

  8. #8

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    Zitat Zitat von BIOSHOCK Beitrag anzeigen
    logisch

    die Serben haben bisher immer mit Krieg geantwortet, sogar jetzt wo Serbien wirtschaftlich und ökonomisch total im Arsch und am Ende ist denken die wieder an Krieg.

    Und es wird wieder das passieren was bisher immer passierte:

    Die Serben kriegen wiede ein deftig auf die Fresse poliert und katapultieren sich wieder einige Jahrzehnte zurück.
    vielleicht wäre ein krieg gar nicht mal so schlecht...

    dann könnten sich die kroaten endlich das banat zurückholen

    zwei fäuste ein ziel

  9. #9
    hahar
    Zitat Zitat von sonnyliston22 Beitrag anzeigen
    vielleicht wäre ein krieg gar nicht mal so schlecht...

    dann könnten sich die kroaten endlich das banat zurückholen

    zwei fäuste ein ziel

    mogli bi ga i vi onda popusiti??!
    dann könnt ihr euch die eu abschminken

  10. #10
    Avatar von Yutaka

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    Zitat Zitat von sonnyliston22 Beitrag anzeigen
    vielleicht wäre ein krieg gar nicht mal so schlecht...

    dann könnten sich die kroaten endlich das banat zurückholen

    zwei fäuste ein ziel
    Ach die Kroaten haben die Serben mit Stock, Steinen und minimalen Materiallien geschlagen

    Die Kroaten scheissen auf Serbien, sind ja wirtschaftlich + in der Entwicklung die Stärksten auf dem Balkan

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