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DVR Jemen-der bessere Jemen?

Erstellt von ökörtilos, 31.05.2009, 18:36 Uhr · 28 Antworten · 1.934 Aufrufe

  1. #21
    ökörtilos
    Nationalfeiertag in Aden 1984


  2. #22
    ökörtilos
    Aufstand im arabischen Armenhaus

    Konflikte zwischen Nord- und Südjemen eskalieren


    Von Karin Leukefeld *



    .......Die von der Regierung zensierten Zeitungen hatten offen über den Zorn gegen die soziale, politische und wirtschaftliche Ausgrenzung des Südens durch den Norden berichtet. Das UN-Informationsnetzwerk IRIN spricht ebenfalls von Massendemonstrationen in den südlichen Provinzen des Landes, auf denen Parolen gegen die Regierung in Sanaa gerufen und ein „Rückzug der Besatzer aus dem Norden“ gefordert worden sei. Bei Auseinandersetzung mit den Sicherheitskräften seien in den letzten Wochen viele Menschen getötet und verletzt worden, heißt es unter Berufung auf Augenzeugen weiter. Im Süden wehrt man sich gegen die Landnahme einflussreicher Beamter und Politiker aus dem Norden (seit 1994) sowie gegen den Ausschluss südjemenitischer Beamten und Militärs aus oberen Regierungsämtern. Hinzu kommen nach Informationen verschiedener UN- und Menschenrechtsorganisationen politische Unterdrückung bis hin zu Mord, willkürliche Verhaftungen, Diskriminierung bei der Arbeitssuche und politischer Partizipation sowie eine massive Militärpräsenz mit Lagern und Kontrollpunkten. Die etwa 100.000 Beamte und Militärs der früheren Demokratischen Volksrepublik Jemen wurden nach dem Bürgerkrieg 1994 mit dem Entzug ihrer Pensionen bestraft. .......

    Uni Kassel, AG Friedensforschung

  3. #23
    ökörtilos
    Bürgerkrieg im Jemen: Die junge Einheit wird zerschlagen Eine politische Lösung ist nicht mehr in Sicht

    Viele Stämme, kein Volk

    Michael Lüders | © DIE ZEIT, 13.05.1994 Nr. 20


    .....Während vor allem im Süden die Arbeitslosenzahlen stiegen, bedienten sich die Stämme im Norden hemmungslos aus der Staatskasse. Die Korruption erreichte groteske Dimensionen. Unter anderem wurde die Zentralbank dabei ertappt, daß sie Falschgeld in Umlauf brachte. Gleichzeitig ermordeten nordjemenitische Islamisten südjemenitische Sozialisten - weit über hundert im letzten Jahr. Auf beiden Seiten wuchsen Mißtrauen und Haß, kaum ein Jemenit fuhr ohne Pistole oder Kalaschnikow von Sanaa nach Aden und umgekehrt.
    Zwar unterzeichneten die verfeindeten Brüder noch vor drei Monaten in der jordanischen Hauptstadt Amman eine „Versöhnungscharta", aber insgeheim setzten beide Seiten auf Krieg. Immer wieder war es in jüngster Zeit zu Scharmützeln zwischen Brigaden aus dem Norden und dem Süden gekommen - jetzt folgte die Explosion....

  4. #24
    ökörtilos
    DER SPIEGEL 46/1993 vom 15.11.1993, Seite 166b



    Jemen

    Statt Einheit neue Spaltung



    Schwierige Wiedervereinigung in Arabien: Der vor drei Jahren aus dem feudalistisch-konservativen Norden (Hauptstadt Sanaa) und dem marxistischen Süden (Hauptstadt Aden) gebildete Einheitsstaat Jemen hält nicht zusammen. Im Süden ist die von Vizepräsident Ali Salim el-Beid geführte Sozialistische Partei nach vorübergehendem Niedergang wieder zur stärksten politischen Macht aufgerückt. Die Bevölkerung der einstigen Volksrepublik im Südjemen trauert großzügigen Sozialleistungen nach und sträubt sich gegen die Einführung der islamischen Rechtsprechung. Den Jemeniten aus beiden Landesteilen gelang es nicht, die Währung und das Ausbildungswesen zu vereinheitlichen, Polizei und Streitkräfte zusammenzufügen. Nun droht erneut die Spaltung: Die Armeeführung des Südens hat Einheiten, die nach der Wiedervereinigung in den Norden verlegt worden waren, wieder abgezogen und an der alten Grenze stationiert. Der Nordjemen reagierte mit der Entsendung von schwerer Artillerie und Panzern in die frühere Grenzregion, in der sich nun 100 000 Soldaten gegenüberstehen.

  5. #25

    Registriert seit
    29.01.2006
    Beiträge
    3.160
    Zitat Zitat von ökörtilos Beitrag anzeigen
    Die DVR Jemen bestand von 1967-1990.
    Ja war es. Ein sozialistisches ist einem islamischen System immer vorzuziehen oder?

  6. #26
    ökörtilos
    Zitat Zitat von USER01 Beitrag anzeigen
    Ja war es. Ein sozialistisches ist einem islamischen System immer vorzuziehen oder?
    Absolut.Bezogen auf die in den arabischen Staaten herrschenden Bedingungen konnte das sozialistische System im Südjemen seinen Bürgern ein Mindestmaß an Freiheit gewähren.Es wurde ein säkulares Staatswesen und eine sozialistische Gesellschaft propagiert.Nun nach der Wiedervereinigung machen sich auch in diesem Landesteil die im Norden üblichen mittelaterlichen Scharia-Gesetze breit.

  7. #27
    ökörtilos
    DER SPIEGEL 19/1994 vom 09.05.1994, Seite 144c



    "Wie eine reife Frucht"

    Südjemen-Führer Ali Salim el-Bid über den Bürgerkrieg



    Der frühere Marxist Bid, 47, ist seit 1986 Vorsitzender der Sozialistischen Partei des Jemen.
    SPIEGEL: Der aus dem Norden stammende Staatspräsident Ali Abdallah Salih macht Sie für das Ausbrechen des Bürgerkriegs verantwortlich.
    Bid: Das kann nur ein Dummkopf sagen. Salih hat von Anfang an ein Komplott geschmiedet. Seine Absichten waren unehrlich - leider haben wir es zu spät gemerkt.
    SPIEGEL: Waren Ihnen und Ihren ehemals marxistischen Genossen in Aden die Gefahren des Einigungsprozesses nicht bewußt?
    Bid: Wir dachten, daß nach dem Ende des Kalten Krieges der Zeitgeist die Verantwortlichen in Sanaa und Aden beflügeln würde, ausgediente Ideologien über Bord zu werfen und ein gemeinsames jemenitisches Modell zu entwickeln.
    SPIEGEL: Der islamisch-konservative Norden wirft den Sozialisten vor, an ihrem kommunistischen Kaderdenken keine Abstriche gemacht zu haben.
    Bid: Es verlief genau umgekehrt: Wir im Süden haben alle politischen Parteien zugelassen, sogar westliche Diplomaten loben unsere Presse- und Meinungsfreiheit. Verstaatlichte Ländereien und Betriebe wurden reprivatisiert, das staatliche Handelsmonopol wurde abgeschafft. Der Norden brachte nichts in die jemenitische Ehe ein. Im Gegenteil: Die auf persönlichen Machtgewinn und Stammesinteressen fixierten Herren in Sanaa versuchen, ihre fortschrittsfeindlichen Ideen im Süden durchzusetzen, sogar mit Gewalt.
    SPIEGEL: Und Sie wollten die Nordjemeniten nicht verändern?
    Bid: Wir wollen die Gesellschaft verändern, modernisieren, aber auf dem Weg der Demokratie. Daß unsere um soziale Marktwirtschaft und Pluralismus angereicherten Ideen sogar im Norden gegriffen haben, zeigten die Wahlen im vorigen Jahr. --- S.145
    SPIEGEL: Im Süden konnten Sie Ihre Spitzenposition behaupten, im Norden aber gewannen Sie nur wenig dazu.
    Bid: Das Wahlergebnis hat den Stammespolitikern und den mit ihnen verquickten Interessengruppen jedenfalls nicht gepaßt. Sie dachten, der erdölreiche Süden würde ihnen wie eine reife Frucht in den Schoß fallen. Was sie mit dem Stimmzettel nicht schafften, versuchten sie dann durch eine Serie von politischen Attentaten und mit militärischer Gewalt.
    Warum bin ich wie auch alle anderen südjemenitischen Politiker nach Aden zurückgegangen? Weil in Sanaa und überall im Norden von der Herrscherclique gedungene Mörder und islamische Terroristen Narrenfreiheit genießen.
    SPIEGEL: Sie haben Ihrerseits die Wehrpflicht ausgeweitet und den Süden mit Waffen aus dem Ausland aufgerüstet.
    Bid: Reine Notwehr. Die Nordarmee hatte schon vor mehreren Wochen damit begonnen, unsere im Nordjemen stationierten Einheiten von jeglicher Versorgung abzuschneiden, um sie später zu vernichten. Der Sturm auf Aden sollte ohne Widerstand erfolgen.
    SPIEGEL: Können Sie sich gegen den militärisch überlegenen Norden behaupten?
    Bid: Wir werden mit allen Mitteln verhindern, daß das Mittelalter auch den Süden erfaßt.

  8. #28
    ökörtilos

  9. #29
    ökörtilos
    Auch im Jemen wird zurzeit heftig protestiert.Und es mehren sich die Stimmen in Aden die eine erneute Abspaltung fordern.

    Proteste gegen Machthaber reißen nicht ab - Jemen - derStandard.at

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