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Ehemaliger slowenischer Präsident Drnovsek gestorben

Erstellt von John Wayne, 25.02.2008, 14:42 Uhr · 2 Antworten · 459 Aufrufe

  1. #1

    Registriert seit
    13.05.2007
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    18.328

    Ehemaliger slowenischer Präsident Drnovsek gestorben

    "Politischer Fixstern" hat sich verabschiedet

    Fast zwei Jahrzehnte lang hatte Janez Drnovsek die slowenische Politik dominiert; in der Nacht auf Samstag starb er in seinem Haus in der Nähe der Hauptstadt an den Folgen einer mehrere Jahre andauernden Krebskrankheit. Am 17. Mai wäre er 58 Jahre alt geworden. Schon einige Tage munkelte man über die Verschlechterung seines Gesundheitszustands, sein Ableben kam daher nicht überraschend.
    Aber die slowenische Öffentlichkeit reagiert auf den Tod des ehemaligen jugoslawischen Staatspräsidenten, der dann zehn Jahre als slowenischer Regierungschef amtiert und fünf Jahre lang an der Spitze der jungen Staates Slowenien gestanden war, mit dem Gefühl, dass sich mit ihm eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des Landes verabschiedete.
    Der 1950 geborene, aus dem Dorf Izlake im slowenischen Braunkohlenrevier stammende Doktor der Wirtschaftswissenschaften genoss bei den Slowenen große Beliebtheit. Als er im Frühjahr 1989 als völlig unbekannter Finanzfachmann und Hinterbänkler im jugoslawischen Parlament als einer der Kandidaten für das Amt des slowenischen Mitglieds der damaligen achtköpfigen jugoslawischen Staatspräsidentschaft in Fernsehdebatten auftrat, wusste man sofort, dass er mit seinem Fachwissen, ernstem Wesen und vornehmer Erscheinung slowenische Interessen im Belgrader Führungskollektiv sehr gut vertreten könnte.
    Bei den Wahlen besiegte er tatsächlich den favorisierten Altpolitiker Marko Bulc und konnte schon nach kurzer Zeit die alljährlich rotierende Funktion des Präsidenten der Staatspräsidentschaft übernehmen. Noch nicht 40-jährig, erklomm er die höchste Stufe - er war Chef des föderativen jugoslawischen Staates, "Nachfolger" von Josip Broz Tito. Drnovseks Bemühungen, die von ihm ein Jahr lang geführte Föderation zumindest als Konföderation am Leben zu erhalten, waren allerdings umsonst. Es war bereits zu spät und der Zerfall Jugoslawiens nicht mehr aufzuhalten.
    Als "nur" slowenischer Politiker funktionierte er jedoch auch gut. Seinen zahlreichen Gesprächen mit führenden Belgrader Generälen war vor allem zu verdanken, dass die Truppen der Jugoslawischen Volksarmee nach dem "Zehntagekrieg" im Sommer 1991 Slowenien freiwillig verließen und so dem neuen Staat den Weg zur internationalen Anerkennung ebneten.
    Im Jahr 1992 stieg er in die Parteipolitik ein, übernahm die Führung der damals noch oppositionellen Liberaldemokratischen Partei (LDS) und wurde bald auch Regierungschef. Fast zehn Jahre blieb er "unabwählbar" auf diesem Posten und führte seine Partei gleich dreimal hintereinander zum überzeugenden Wahlsieg. Als sich Milan Kucan nach zwei fünfjährigen Amtszeiten für den Posten des Staatspräsidenten nicht mehr bewerben konnte, erschien Drnovsek als "natürlicher Nachfolger".
    Im Jahr 2002 schaffte er es, die Kandidatin der vereinigten Rechten im zweiten Durchgang der Präsidentschaftswahlen zu besiegen und wurde so zum zweiten Mal in seinem Leben Staatschef - diesmal von Slowenien. Anton Rop, sein Nachfolger in der Regierungsführung, wurde in den Parlamentswahlen schon zwei Jahre später von den Konservativen überrollt und die Liberaldemokraten mussten in die Opposition.
    Als Staatschef konnte er seine frühere Rolle nicht mehr einnehmen. Nach dem Antritt der neuen konservativen Regierung unter der Führung von Janez Jansa kam es immer wieder zu Spannungen. Bald wurde offensichtlich, dass zwischen den wichtigsten Repräsentanten des Staates fast in keiner Frage Einigkeit herrschte und dass auf der höchsten Ebene keine Koordination bestand.
    Persönlich machte er einen Wandel durch, der viele Leute in Staunen versetzte. Er näherte sich den östlichen Religionen an, gründete die Bewegung "Gerechtigkeit und Entwicklung", gab ein Buch mit dem Titel "Gedanken über Leben und Bewusstsein" und eines mit dem Titel "Das Wesen der Welt" heraus und propagierte vegetarische Ernährung. Als Krebsoperierter lehnte er die klassische Medizin ab und vertraute sich Heilpraktikern an, verließ seine Wohnung in Laibach und kaufte sich ein Waldhaus in der Umgebung, wo er allein mit seinem Hund lebte.
    Das brachte seiner Popularität allerdings keinen Schaden, auch nicht die überraschende Meldung, dass er eine 24-jährige Tochter hatte, von der er nichts gewusst hatte. Im Gegenteil, das ungewöhnliche Gehabe des Staatsoberhaupts machte ihn vielen zusätzlich sympathisch. Bereits im Jahr 2006 deutete er an, dass er keine Absicht habe, für eine zweite Amtszeit zu kandidieren, dass er also aus der Politik aussteigen wolle.


  2. #2
    Avatar von Alba_qik

    Registriert seit
    20.02.2008
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    69
    er war echt ein guter politiker hat mir gestern echt leid getan wo ich es in den nahrichen gehört habe.

  3. #3
    Avatar von Skyfter

    Registriert seit
    13.02.2008
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    82
    Herzlieches Beileid

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