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Einige Probleme zum Verständnis der Juche-Philosophie

Erstellt von ökörtilos, 06.12.2009, 11:29 Uhr · 13 Antworten · 4.789 Aufrufe

  1. #1
    ökörtilos

    Einige Probleme zum Verständnis der Juche-Philosophie

    EINIGE PROBLEME ZUM VERSTÄNDNIS
    DER JUCHE-PHILOSOPHIE


    Nach einem Gespräch mit Parteipropagandisten
    2. April 1974




    Vor kurzem erhielt ich von einem Gesellschaftswissenschaftler einen Brief, in dem er seine Meinung bezüglich der
    Juche-Philosophie darlegte.
    Seinen Äußerungen nach zu urteilen, hat unsere Fachwelt, so kann man sagen, immer noch keine klaren Vorstellungen
    von dieser Philosophie.
    Die Juche-Philosophie ist eine neue Weltanschauung, die vom Genossen Kim Il Sung begründet wurde.
    Sie ist die Philosophie, die ihre vorrangige Aufmerksamkeit auf den Menschen richtet, eine Philosophie, bei deren
    Verwirklichung und Systematisierung der Mensch in den Mittelpunkt gestellt wurde. Das bedeutet aber nicht, dass sie
    eine Philosophie ist, die einfach theoretische Fragen über den Menschen untersucht und klärt. Vielmehr richtet sie
    bezüglich der Grundfrage der Philosophie ihre größte Aufmerksamkeit auf den Menschen und untermauerte die
    Ansichten über die Welt mit dem Menschen als Mittelpunkt, die klare Einstellung zur Welt.
    Beurteilt man die Ansichten des Absenders des Briefes, so scheint es, als setze er die Juche-Philosophie mit einer Art
    Lebensphilosophie gleich. Solche Auffassungen treten auch bei einigen anderen Gesellschaftswissenschaftlern auf.
    Jene Philosophie, die sich mit allgemeinen Menschheitsfragen beschäftigt, besteht schon seit langem und hat viele
    Strömungen. Sie alle haben jedoch lediglich die Frage des Menschen schlechthin zum Gegenstand. Diese
    Lebensphilosophie ist eine Art Existentialismus, der die ureigene Mission der Philosophie als Wissenschaft negiert und
    sich vordergründig mit den Fragen befasst: was ist der Mensch und was ist ein Menschenleben?
    Die Juche-Philosophie ist aber etwas ganz anderes. Sie betrachtet die Stellung und die Rolle der Menschen, die sie in der
    Welt einnehmen, als die Grundfrage der Philosophie und stellt das philosophische Prinzip auf, dass der Mensch Herr über
    sämtliche Dinge ist und alles entscheidet. Die Grundfrage der Juche-Philosophie ist nicht einfach eine Frage nach dem
    abstrakten “Menschen”, sondern eine Frage nach dem Verhältnis zwischen Welt und Menschen, d. h. das philosophische
    Juche-Prinzip ist nicht eine einfache Lebensansicht, sondern ein Prinzip, das die Grundlage unserer Weltanschauung
    bildet. Die Juche-Philosophie stellt also die Basis jener Weltanschauung dar, bei der der Mensch im Mittelpunkt steht,
    eben der Juche-Weltanschauung.
    Die Juche-Philosophie hat auch den Auffassungen über den Menschen eine neue Basis gegeben.
    Die Frage der menschlichen Existenz wurde, historisch betrachtet, zwar seit langem als Forschungsgegenstand der
    Philosophie zur Debatte gestellt, fand jedoch keine vollkommene theoretische Klärung. Die Klassiker des Marxismus
    setzten dialektisch-materialistis che Auffassungen von den Menschen durch und erzielten so einen großen Fortschritt in
    der philosophischen Interpretation der Frage nach dem Dasein des Menschen. Sie definierten das Wesen des Menschen
    als das “Ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse und maßen der materiellen Produktion und den
    sozialökonomischen Verhältnissen die entscheidende Bedeutung bei. Obwohl sie dialektisch-materialistische
    Auffassungen vom Menschen vertraten, vermochten sie es noch nicht, die grundlegende Mission des Menschen als
    Beherrscher und Umgestalter der Natur und Gesellschaft allseitig zu umreißen.
    Eine diesbezüglich vollständige Lösung, d. h. richtige philosophische Aussagen über die Stellung und Rolle des
    Menschen als die Natur und Gesellschaft beherrschenden und umgestaltenden Herren konnte erst die Juche-Philosophie
    geben, indem sie erstmalig bewies, dass Dschadschusong, Schöpfertum und Bewusstheit die wesentlichen Eigenschaften
    des Menschen, des gesellschaftlichen Seins, sind.
    Die Juche-Philosophie und die Lebensphilosophie unterscheiden sich in ihren Konzeptionen über den Menschen
    grundsätzlich voneinander. Im Gegensatz zur Juche-Philosophie, die den Menschen als ein selbständiges, schöpferisches
    und bewusst handelndes gesellschaftliches Wesen ansieht, leugnen die Befürworter der Lebensphilosophie den sozialen
    Charakter des Menschen und sehen ihn als ein von Instinkten beherrschtes, von der Welt losgelöstes, isoliertes und zur
    Tat unfähiges Wesen an. Die bürgerliche Lebensphilosophie, die eine wissenschaftliche Erkenntnis und die revolutionäre
    Umgestaltung der Welt negiert, verbreitet Lebensüberdruss, Pessimismus und extremen Individualismus.
    Wir müssen ihr reaktionäres Wesen genau erkennen und den eigenschöpferischen Charakter der Juche-Philosophie
    richtig verstehen, welche die Frage der menschlichen Existenz neu aufgeworfen und gelöst hat.
    Es ist hierbei notwendig, auch neuere Ansichten über die Welt richtig zu verstehen, bei deren Formulierung dem
    Menschen die größte Aufmerksamkeit geschenkt wurde.
    Die Juche-Philosophie untermauerte diese Ansichten sowie die positive Einstellung zur materiellen Welt, in welcher der
    Mensch in den Mittelpunkt gestellt wird. Eben hierin besteht ein wichtiges Merkmal der Juche-Philosophie als der
    revolutionären Weltanschauung unserer Epoche. Dadurch gab sie der Arbeiterklasse und den Volksmassen eine mächtige
    Waffe in die Hand, mit der sie imstande sind, die Welt zu verändern und ihre eigenen Geschicke zu gestalten.
    Manche Leute stellen neuerdings die These auf, dass sich die Welt um den Menschen als Mittelpunkt bewege bzw. alle
    Veränderungen und Entwicklungen der materiellen Welt durch den Menschen vollzogen würden, und glauben damit eine
    Diskrepanz der Juche-Philosophie zu den früheren Philosophien gefunden zu haben.
    Die materialistische Dialektik hat aber bereits erkannt, dass die Welt nicht aus ideellen Faktoren besteht oder aus dem
    Bewusstsein hervorgeht, sondern sich allein aus Materie zusammensetzt, dass sie sich nicht durch irgendwelche
    übernatürlichen Kräfte, sondern nach objektiven Gesetzen bewegt, verändert und entwickelt. Es ist eine unwiderlegbare
    Tatsache, dass die Welt ihrem Wesen nach Materie ist, dass sich die Einheit der Welt in ihrer Materialität darstellt und sie
    sich nach objektiven Gesetzen bewegt, verändert und entwickelt. Die Juche-Philosophie hat die Fragen neu beantwortet,
    wer Herr der Welt ist und worin die Kraft besteht, die es vermag, die Welt umzugestalten. Sie hat erstmals solche
    Auffassungen von der Welt dargelegt, dass Natur und Gesellschaft von den Menschen beherrscht und verändert werden,
    wodurch die Aufgaben unserer Epoche im Bereich der Philosophie, in der die Volksmassen als Herren ihrer eigenen
    Geschicke und der Geschichte auftreten, hervorragend erfüllt werden konnten.
    Die Juche-Philosophie hat klargestellt, dass die Menschen, wie gesagt, Herren der Welt sind und die Welt von ihnen
    bezwungen wird. Sie beharrt jedoch nicht darauf, dass die materielle Welt sich um den Menschen als Mittelpunkt bewegt.
    Sie hat feiner festgestellt, dass die Menschen Umgestalter der Welt sind, was aber nicht bedeutet, dass alle Veränderungen
    und Entwicklungen der Welt von ihnen verursacht würden. Die Juche-Philosophie so zu begreifen ist auf Unkenntnis
    zurückzuführen. Bei der Interpretation der von ihr untermauerten Ansichten über die Welt dürfen die Stellung und Rolle
    des Menschen keinesfalls falsch aufgefasst werden.
    Es ist wichtig, genaue Kenntnisse vom Dschadschusong zu haben, um die Juche-Philosophie richtig zu erfassen.
    Sie hat zum ersten Mal gezeigt, dass der Mensch ein gesellschaftliches Wesen ist, für das das Dschadschusong das Leben
    ist. Das bedeutet eine historische Wende bei der Klärung der wesentlichen Eigenschaften des Menschen, seiner Stellung
    und Rolle.
    Zur Zeit machen sich jedoch falsche Auffassungen bei der Erörterung der Frage des Dschadschusong bemerkbar, das von
    der Juche-Philosophie erkannt wurde.
    Manche Leute verstehen z. B., wie auch aus dem Brief eines Gesellschaftswissenschaftlers ersichtlich ist, das
    Dschadschusong des Menschen als etwas Entwickeltes und Abgeschlossenes bezüglich der natürlichen, biologischen
    Eigenschaften, die allen Lebewesen gemein sind, nämlich zu existieren.
    Dschadschusong ist aber das inhärente Attribut, das der Mensch als gesellschaftliches Wesen besitzt, und darf daher nicht
    als eine Entwicklung und Vervollkommnung des natürlichen, biologischen Attributs der Lebewesen betrachtet werden.
    Gegenteilige Ansichten sind dem Wesen nach evolutionäre Betrachtungsmethoden.
    Natürlich verneinen wir die Evolutionstheorie selbst keineswegs. Die Wissenschaft hat ja schon vor langer Zeit bewiesen,
    dass der Mensch ein Produkt einer langen evolutionären Entwicklung ist.
    Obwohl der Mensch ein solches Produkt darstellt, ist dessen Dschadschusong aber nicht das Produkt der Evolution.
    Es ist ein Produkt, das die Gesellschaft hervorbrachte, und ein Attribut, das nicht die Natur, sondern die Gesellschaft den
    Menschen verliehen hat, das nicht von der Natur übernommen, sondern gesellschaftlich-historisch determiniert und
    entwickelt wurde. Während die Natur den Menschen das natürliche, biologische Attribut gibt, prägt ihnen die
    Gesellschaft das gesellschaftliche Attribut ein. Dschadschusong des Menschen kann als eine Forderung und
    Widerspiegelung des sozialen Lebens, der gesellschaftlichen Praxis bezeichnet werden.
    Zweifellos muss man also, ausgehend von der evolutionären Entwicklung und verglichen mit den Lebewesen überhaupt,
    untersuchen, warum nur der Mensch Dschadschusong besitzen kann.
    Dschadschusong des Menschen ist, losgelöst von dessen spezieller Physiologie, die in einem langen Evolutionsprozess
    entstand und sich entwickelte, undenkbar.
    Aufgrund seines hoch entwickelten Organismus besitzt der Mensch die einzigartige Fähigkeit, zu denken und zu arbeiten,
    eine Fähigkeit, die anderen Lebewesen fremd ist, genauso wie auch Dschadschusong. Das heißt jedoch nicht, dass man es
    auch als ein Ergebnis der evolutionären Entwicklung ansehen darf, wie das heim menschlichen Organismus der Fall ist.
    Dschadschusong, das inhärente Attribut des Menschen, gab es in der Zeit vor der Existenz der menschlichen Gesellschaft
    auch in genetischer Form nicht und konnte es auch nicht geben.
    Dschadschusong des Menschen unterscheidet sich qualitativ von dem allen Lebewesen innewohnenden instinktiven
    Attribut, einfach ihre physische Existenz aufrechterhalten zu mü ssen. Dschadschusong des Menschen ist ein Attribut, das
    darin besteht, nur als gesellschaftliches Wesen leben und sich entwickeln zu können. Es ist falsch, Dschadschusong, das
    den Menschen als gesellschaftliches Wesen auszeichnet, ausgehend vom instinktiven Streben nach Erhaltung der eigenen
    Art nachweisen zu wollen. Das würde nur zur Aufhebung der grundlegenden Unterschiede zwischen dein
    gesellschaftlichen Wesen und der Existenz der Natur, zwischen dem gesellschaftlichen Attribut und dem biologischen
    führen.
    Dschadschusong, über das der Mensch als ein gesellschaftliches Wesen verfügt, ist in jedem Fall eine sozialhistorische
    Kategorie und muss daher vom geschichtlichen Standpunkt aus betrachtet und erkannt werden.
    Man darf andererseits jedoch nicht annehmen, weil das Dschadschusong des Menschen nicht als ein natürliches Attribut
    der Lebewesen gesehen werden kann, dass man aufhören muss, den Menschen selbst als Bestandteil des materiellen Seins
    zu betrachten.
    Der Mensch an sich ist zwar ein materielles, aber kein einschichtiges Wesen. Der Mensch kann, im Gegensatz zu anderen
    Lebewesen, die sich der objektiven Welt unterordnen und anpassen, entsprechend seinen Wünschen und Forderungen die
    Welt beherrschen, verändern und umwälzen. Wenn man Dschadschusong, das Attribut des Menschen, als ein
    biologisches Attribut ansieht, würde das letztendlich nichts anderes bedeuten, als dass die grundlegende Abgrenzung
    zwischen dem Menschen, dem gesellschaftlichen Sein, und dem Lebewesen überhaupt verwischt und die Stellung und
    Rolle des Menschen als des Beherrschers und Gestalters der Welt auf das Niveau der Kreatur überhaupt herabgesetzt
    wird.
    Dschadschusong ist zwar ein wichtiges Attribut des Menschen, des gesellschaftlichen Seins, aber doch nicht die
    Gesamtheit aller gesellschaftlichen Attribute, die dem Menschen innewohnen. Zu ihnen gehören neben Dschadschusong
    auch Schöpfertum und Be wusstheit, die aber jeweils andere Seiten zum Ausdruck bringen. Dschadschusong ist ein
    Attribut des Menschen, als Herr der Welt und seines eigenen Schicksals selbständig leben zu wollen, Schöpfertum
    dagegen ist ein Attribut des Menschen, zielbewusst die Welt zu verändern und sein Geschick zu gestalten, und die
    Bewusstheit ist ein Attribut des Menschen, das seine gesamte Tätigkeit darauf ausrichtet, die Welt und sich selbst zu
    erkennen und zu verändern. Diese drei Faktoren unterscheiden sich voneinander, stehen aber in einem untrennbaren
    dialektischen Zusammenhang. Losgelöst vom Dschadschusong, vermag man weder das Schöpfertum konsequent zu
    verwirklichen noch kann ohne Schöpfertum das Dschadschusong wirksam werden. Dschadschusong und Schöpfertum
    setzen Bewusstheit voraus, die beides ermöglicht. Deshalb ist es bei der Erfassung der gesellschaftlichen Attribute des
    Menschen wichtig, Dschadschusong, Schöpfertum und Bewusstheit im Gesamtzusammenhang zu betrachten.
    Die Juche-Philosophie hat die wesentlichen Eigenschaften des Menschen, seine Stellung und Rolle als Beherrscher und
    Gestalter der Welt neu durchdacht und der Würde und den Fähigkeiten des Menschen den höchsten Stellenwert zuerkannt.
    Das ist ein großes Verdienst der Juche-Philosophie, das von keiner anderen philosophischen Idee vollbracht werden
    konnte
    Die Juche-Philosophie ruft bei den Völkern der Welt mit jedem Tag stärkeren Widerhall und leidenschaftlichere
    Sympathie hervor.
    Wir müssen erreichen, dass die Gesellschaftswissenschaftler die Juche-Philosophie tiefgründig studieren, richtig
    erläutern und propagieren, um ihrer großen Bedeutung gerecht zu werden.
    Auf das Dschadschusong und andere Probleme, die sich beim Studium der Juche-Ideologie ergeben, werde ich noch
    ausführlicher zu sprechen kommen. Deshalb schlage ich vor, meine Ausführungen noch nicht zu veröffentlichen. Die
    Gesellschaftswissenschaftler sollten durch intensives Studium ein klares Verständnis der Juche-Ideologie haben.



  2. #2
    ökörtilos
    Die Chuch’e-Ideologie und der Marxismus-Leninismus
    Ein theoretischer Vergleich
    Von Cho Hang-Gu

    Kim Il Sung bezeichnete anfänglich die Chuch’e-Ideologie als eine kommunistische Theorie,
    die auf dem Marxismus-Leninismus beruhe und dessen schöpferische Anwendung auf
    Nordkorea sei. 1980 aber wurde die Chuch’e-Ideologie als die einzig gültige Ideologie der
    Partei der Arbeit Koreas (PdAK) verkündet. Seitdem wiederholten Kim Jong-il (Kim Chòngil)
    und seine nordkoreanischen Wissenschaftler immer das gleiche Manifest, demzufolge die
    Chuch’e-Ideologie die Beschränktheit des Marxismus-Leninismus überwunden habe. Dies
    bedeutete den Bruch der Chuch’e-Ideologie mit dem Marxismus-Leninismus. Damit stellt sich
    die Frage, nach der tatsächlichen Beziehung der Chuch’e-Ideologie zum Marxismus-
    Leninismus in Vergangenheit und Gegenwart.
    Dieser Beitrag untersucht Übereinstimmungen und Divergenzen der Chuch’e-Ideologie mit
    dem Marxismus-Leninismus. Das in dieser Arbeit als Hauptquelle herangezogene Werk von
    Kim Jong-il, „Über die Chuch’e-Ideologie“ ist als ein Lehrbuch der Chuch’e-Ideologie
    anzusehen. Es wurde im Jahr 1982 publiziert. Dieses Lehrbuch kann mit den in der
    ehemaligen DDR publizierten Lehrbüchern über den Marxismus-Leninismus verglichen
    werden. Die erste Auflage des Buches „Einführung in die marxistisch-leninistische
    Philosophie“ erschien in der DDR im Jahr 1983. Der Vergleich zwischen beiden wird daher
    dazu beitragen, die offiziellen Ansichten beider Ideologien herauszuarbeiten. Es geht dabei
    nicht um das wissenschaftliche Niveau beider Werke, sondern um einen effektiven Vergleich
    zwischen der Chuch’e-Ideologie und dem Marxismus-Leninismus.
    Das „philosophische Prinzip“ der Chuch’e-Ideologie und der philosophische
    Materialismus des Marxismus-Leninismus
    Die Grundfrage der Philosophie und ihre Beantwortung
    Kim Il Sung erwähnte den Begriff Chuch’e erstmals in einer Rede auf einer Versammlung der
    PdAK am 28. Dezember 1955. Am 4. November 1974 formulierte er die philosophische Basis
    der Chuch’e-Ideologie.
    „Die Dschutsche-Ideologie bedeutet, daß die Volksmassen der Herr in der Revolution und
    beim Aufbau sind, daß sie als die treibende Kraft dabei auftreten. Mit anderen Worten, diese
    Ideologie bedeutet, daß jeder selbst Herr seines Schicksals ist, daß jeder auch die Kraft
    besitzt, sein Schicksal zu entscheiden.
    Die Dschutsche-Ideologie beruht auf dem philosophischen Grundsatz, daß der Mensch der
    Herr aller Dinge ist und er über alles entscheidet.
    Der Mensch ist ein gesellschaftliches Wesen, das Dschadschusong besitzt. Alle Handlungen
    des Menschen werden durch sein Bewußtsein bestimmt. Der Mensch, der ein selbständiges
    Bewußtsein hat, paßt sich nicht blind der Umwelt an, sondern gestaltet sie zweckentsprechend
    und in Übereinstimmung mit seinen Wünschen und Bedürfnissen. Der Mensch ist das
    höchstentwickelte und stärkste Wesen auf der Erde. Er gestaltet Natur und Gesellschaft um,
    entwickelt auch Wissenschaft und Technik. Deshalb ist der Mensch Herrscher über die Welt,
    der alles entscheidende Faktor.“1
    Kim Il Sung selbst definierte diesen Teil seiner Rede als das philosophische Prinzip der
    Chuch’e-Ideologie. Kim Jong-il versucht, dieses Ausführungen seines Vaters zu einer
    umfassenden philosophischen Theorie zu formulieren und führt die sogenannte „Grundfrage
    der Philosophie“ in sein Werk ein. Bisher sei „die Wechselwirkung zwischen der Materie und
    dem Bewußtsein, zwischen dem Sein und dem Denken als die Grundfrage der Philosophie
    betrachtet“ worden.2 Kim Jong-il zufolge wurde diese Grundfrage vom Marxismus
    beantwortet, indem dieser klar antwortete, „daß die Materie und das Sein das Primäre sind.“3
    Kim Jong-il zufolge ist jedoch die Grundfrage der Philosophie nicht mehr die
    ‘Wechselwirkung zwischen dem Sein und Denken’. Die Grundfrage der Philosophie ändere
    sich mit dem Zeitalter. Er bezeichnete sein Zeitalter als die neue Epoche, die „Chuch’e-
    Epoche“, „in der die werktätigen Volksmassen, die bis dahin nur Objekt der Geschichte
    waren, als deren Herren auftraten.“4 Die neue Epoche fordere eine neue Weltanschauung. In
    der neuen Epoche ist nach Kim Jong-il die Grundfrage der Philosophie, die früher die „Frage
    nach dem Ursprung der Welt“ war, nun „die Frage im Zusammenhang mit der Stellung und
    Rolle des Menschen in der Welt.“5 Diese Frage als Grundfrage der Philosophie habe die
    Chuch’e-Ideologie erstmals gestellt und die Frage: „Wer ist Herr in der Welt?“ dahingehend
    beantwortet, daß der Mensch sei der Herr aller Dinge und er über alles entscheide.
    Kim Jong-il räumt allerdings die Verdienste des Marxismus ein, nach welchem die Welt aus
    der Materie besteht und ununterbrochen entwickelt wird. Aber mit diesem philosophischen
    Prinzip, so sagt Kim, kann zwar das allgemeine Prinzip der materiellen Welt geklärt werden,
    nicht aber die Stellung und Rolle des Menschen in der Welt. Aus diesem Grund erklärten die
    Chuch’e-Ideologen, daß sich die Chuch’e-Ideologie vom Marxismus gründlich unterscheidet.
    Die Grundfrage der marxistischen Philosophie ist „die Frage nach dem Verhältnis von
    Materie und Bewußtsein“, nach dem „Verhältnis des Bewußtseins, des Denkens, der geistigen
    Tätigkeit zur materiellen Welt.“ Mit anderen Worten, „die Grundfrage der Philosophie
    widerspiegelt auf der philosophischen Abstraktionsstufe das Verhältnis des Menschen zur
    Welt.“6 Identisch mit dieser Frage ist die Grundfrage der Philosophie in der Chuch’e-
    Ideologie, die Frage im Zusammenhang mit der Stellung und Rolle des Menschen in der
    Welt’, kurz gesagt, ‘das Verhältnis des Menschen zur Welt’. Hierin wird deutlich, daß die
    Ansichten beider Philosophien bezüglich der Formulierung der Grundfrage der Philosophie
    keinen großen Unterschied aufweisen.
    Es geht jedoch um ihre Antworten auf die Grundfrage der Philosophie. Der Marxismus
    antwortet in vier Punkten, daß erstens die Materie, die Welt, dem Bewußtsein, dem Menschen
    zeitlich vorausgeht.7 Es ist hierbei zu beachten, daß die Chuch’e-Ideologie nur diese erste
    Beantwortung des Marxismus sieht. Zweitens, das „Bewußtsein ist ein Entwicklungsprodukt
    der Materie“, mit anderen Worten, das „menschliche Bewußtsein ist ein Entwicklungsprodukt
    der Natur und der Gesellschaft“8.Drittens, das „Bewußtsein ist eine ideelle Widerspiegelung
    der materiellen Welt“9. Viertens, das „Bewußtsein ist Mittel zur aktiven Umgestaltung der
    Welt.“10 Diese Antworten auf die Grundfrage der Philosophie beziehen sich auf den
    philosophischen Materialismus des Marxismus-Leninismus.
    Auf die gleiche Grundfrage der Philosophie, auf die Frage nach dem Verhältnis des Menschen
    zur Welt, antwortet die Chuch’e-Ideologie, daß der Mensch der Herr aller Dinge sei und er
    über alles entscheide. Kim Il Sung wiederholt diese Ansicht so: „Deshalb ist der Mensch
    Herrscher über die Welt, der alles entscheidende Faktor.“11 Wenn diese Beantwortung in der
    marxistischen Beantwortungsweise ausgedrückt wird, folgt, daß der Mensch primär, die Welt
    sekundär ist. Diese Anwort steht im Gegensatz zur ersten Antwort des Marxismus, derzufolge
    der Mensch sekundär, die Welt primär ist. In diesem Sinne kann daher geschlossen werden,
    daß das philosophische Prinzip der Chuch’e-Ideologie nicht materialistisch, sondern
    idealistisch ist.
    Der Marxismus geht bekanntlich vom Materialismus aus. Eine Philosophie, die nicht auf dem
    Materialismus beruht, gehört auch nicht zum Marxismus. Wenn das philosophische Prinzip
    der Chuch’e-Ideologie in Kontinuität zum Marxismus stehen will, muß das philosophische
    Prinzip der Chuch’e-Ideologie das materialistische Element in sich enthalten. Im
    philosophischen Prinzip der Chuch’e-Ideologie findet sich jedoch kein materialistisches
    Element, sondern ein idealistische Wesenszug.
    Die Chuch’e-Ideologie behauptet dagegen, daß ihr philosophisches Prinzip nicht vom
    Idealismus, sondern vom Materialismus ausgeht, der dem Marxismus zugrunde liegt. Es ist
    jedoch sehr fraglich, inwiefern das philosophische Prinzip der Chuch’e-Ideologie
    materialistisch ist. Daß ein Mensch etwas entscheidet, bedeutet nichts anderes, als daß er
    etwas beurteilt. Dieses gehört zu einer Tätigkeit des Bewußtseins der Menschen. Der
    Marxismus behauptet, daß die einseitige Betonung des Bewußtseins des Menschen gegenüber
    der materiellen Welt zum Idealismus führt.
    Wichtig für diesen Zusammenhang ist der vierte Punkt der Beantwortung durch den
    Marxismus. Dieser Punkt ähnelt folgender Behauptung der Chuch’e-Ideologie in dem Sinne,
    daß das Bewußtsein des Menschen für wichtig gehalten wird. Kim Il Sung behauptet: „Alle
    Handlungen des Menschen werden durch sein Bewußtsein bestimmt. Der Mensch, der ein
    selbständiges Bewußtsein hat, paßt sich nicht blind der Umwelt an, sondern gestaltet sie
    zweckentsprechend und in Übereinstimmung mit seinen Wünschen und Bedürfnissen.“12
    Nach dem Lehrbuch des Marxismus steht die vierte Antwort, „daß das Bewußtsein die
    Funktion hat, als Mittel der aktiven Umgestaltung der Welt durch die Menschen zu dienen“,
    nicht in Widerspruch zur ersten Beantwortung, „das Bewußtsein sei sekundär, abgeleitet und
    von der Materie bestimmt.“ Denn „zwar ist das Bewußtsein sekundär gegenüber der Materie,
    aber daraus folgt überhaupt nicht, daß es keine bedeutende Rolle spielen kann. Das
    Bewußtsein ist ein notwendiger Bestandteil des gesellschaftlichen Lebensprozesses. Dieser ist
    als aktive Anneigung, Veränderung und Umgestaltung der Welt nur möglich, weil das
    Bewußtsein die Menschen befähigt, diese Welt zu erkennen, sich bewußt Ziele zu setzen,
    Erfahrungen zu sammeln, zu lernen und ideell entworfene Programme und Projekte materiell
    zu realisieren.“13 Deswegen dürfe man die Frage nach dem Ursprung des Bewußtseins nicht
    mit der Frage nach seiner aktiven Rolle verwechseln.14
    Drei Attribute des Menschen
    Wie oben erwähnt, hat Kim Jong-il in seiner Schrift“Über die Chuch’e-Ideologie“ die Reden
    und Schriften seines Vaters zusammengefaßt. Dazu gehört die sogenannte Lehre von den drei
    Attributen des Menschen, die von Kim Jong-il zum Schema formuliert wurde: Chajusòng

    (Souveränität),
    Ùisiksòng (Bewußtsein) und Changjosòng (Schöpfertum). Den

    nordkoreanischen Chuch’e-Ideologen zufolge ist diese Formulierung der Chuch’e-Ideologie
    die neue philosophische Erhellung des Wesen des Menschen in der philosophischen
    Geschichte der Welt.
    Kim Jong-il zufolge sind drei Attribute die “gesellschaftlichen Attribute des Menschen, die
    sich historisch herausbilden und entwickeln.“15 Kurz gesagt, der Mensch als ein soziales
    Wesen umgestaltet und entwickelt Natur und Gesellschaft souverän, schöpferisch und
    zielbewußt. Diese Ansicht wurde bereits im oben erwähnten philosophischen Prinzip von
    Kim Il Sung genannt. Es ist hierbei zu beachten, daß es bei Kim Il Sung um die aktive Rolle
    des Bewußtseins des Menschen gegen die materielle Welt ging. Mit anderen Worten, wenn
    der Mensch die Natur und Gesellschaft umgestaltet, verhält er sich damit nicht passiv,
    sondern aktiv, d.h. “souverän, schöpferisch und zielbewußt“. Im Unterschied hierzu werden
    von Kim Jong-il diese drei Adjektive in Normen und Begriffe verwandelt. Dadurch versuchte
    Kim Jong-il , sie zu festen Attributen der Substanz ‘Menschen’ zu machen.
    Für unseren Zusammenhang ist es wichtig, inwieweit sich die Anschauung der Chuch’e-
    Ideologie über den Menschen von der des Marxismus unterscheidet. Der Chuch’e-Ideologie
    zufolge sah der Marxismus den Menschen als ein gesellschaftliches Wesen an, wie die
    Chuch’e-Ideologie auch. Der Marxismus habe jedoch die wesentlichen Attribute des
    Menschen als gesellschaftliches Wesen nicht erleuchten können. Es sei daher nicht geklärt
    worden, weshalb der Mensch arbeiten und in bestimmten gesellschaftlichen Verhältnissen
    leben solle. Nur die Chuch’e-Ideologie habe diese Frage beantwortet, indem sie die drei
    Eigenschaften des Menschen erstmals beleuchtet habe.
    Es ist jedoch klar, daß der Marxismus-Leninismus über die Zeit existierende feste
    Eigenschaften des Menschen nicht akzeptiert. Denn diese Auffassung widerspricht der Lehre
    von Basis und Überbau, die dem historischen Materialismus zugrunde liegt. Dieser Lehre
    zufolge werden die wesentlichen Eigenschaften des Menschen durch die bestimmten
    Produktionsverhältnisse einer bestimmten Epoche bedingt.
    Kim Jong-il zufolge gestaltet nicht der Mensch, sondern das Schöpfertum die Welt
    zielbewußt. “Diese Eigenschaft befähigt“ den Menschen “ dazu, Altes zu verändern, Neues zu
    schaffen und sich dadurch die Natur und die Gesellschaft immer nutzbarer, verwertbarer zu
    machen.“ Dank der Eigenschaft des Bewußtseins sei der Mensch imstande, “die Natur und
    Gesellschaft nach seinen Bedürfnissen zu gestalten und weiterzuentwickeln.“16
    Diese Auffassung vom Wesen des Menschen ist mit Hilfe der Marxschen Kritik der
    Hegelschen idealistischen Rechtsphilosophie zu kritisieren. “Wichtig ist, daß Hegel überall
    die Idee zum Subjekt macht und das eigentliche, wirkliche Subjekt, ...zum Prädikat. Die
    Entwicklung geht aber immer auf Seite des Prädikats vor.“17 In diesem Sinne steht dem
    orthodoxen Marxismus die Chuch’e-Ideologie gegenüber, die die oben erwähnten drei
    Eigenschaften als die wesentlichen Attribute des Menschen bezeichnet.
    Hieraus läßt sich nicht folgern, daß die Chuch’e-Ideologie die Schranken der Marxschen
    Auffassung über den Menschen überwunden hat, sondern daß die Chuch’e-Ideologie zur
    idealistischen Auffassung über den Menschen zurückgegangen ist.
    Der Mensch als ein sozialpolitisches Leben
    Wie oben gesehen, geht die Chuch’e-Ideologie davon aus, daß der Mensch außer seinem
    organischen Leben ein gesellschaftliches und politisches Leben habe. Diese Auffassung trat
    in der Chuch’e-Ideologie zutage, als Cha’jusòng des Menschen. Cha’jusòng, das schwer ins
    Deutsche zu übersetzen ist, sei “für den Menschen als gesellschaftliches Wesen der
    Lebensnerv.“18
    Es ist jedoch zu behaupten, daß die “Chuch’e-Lehre über ein gesellschaftliches und
    politisches Leben“ einseitiger als die Lehre von Marx ist. Kim Jong-il sagte, ohne das Leben
    der gesellschaftlichen Gemeinde könne es das Leben des Individuums nicht geben. Für Marx
    ist jedoch sowohl das Leben der Gesellschaft als auch das Leben des Individuums wichtig.
    Die kommunistische Gesellschaft würde nur dann kommen, wenn die Individuen allseitig
    entwickelt sind.19
    Hier erweist es sich, daß die “Chuch’e-Lehre über ein gesellschaftliches und politisches
    Leben“ nichts mit dem Marxismus zu tun hat. Wie wir gleich sehen werden, tritt diese Lehre
    für einen völlig anderen Weg als der Marxismus-Leninismus ein, wenn sie mit der “Chuch’e--
    Anschauung über den Führer“ eng verbunden wird, nach welcher der Führer als das Gehirn
    einer Gesellschaft bezeichnet wird.
    „Das sozialhistorische Prinzip der Chuch’e-Ideologie“ und der historische
    Materialismus
    Das Subjekt des Geschichte
    Das sozialhistorisches Prinzip der Chuch’e-Ideologie geht davon aus, daß “die Volksmassen
    das Subjekt der Geschichte und die Triebkraft der gesellschaftlichen Entwicklung“20 sind.
    Kim Jong-il, der dieses Prinzip in seinem Werk “Über die Chuch’e-Ideologie“ erstmals
    erwähnte, formuliert „eine neue Gesellschafts- und Geschichtsauffassung, die Dschutsche-
    Geschichtsauffassung.“21 Hierbei ist das Wort „neue“ zu beachten, soll doch damit der
    Unterschied zur marxistischen Geschichtsauffassung, dem historischen Materialismus, betont
    werden.
    Den Chuch’e-Ideologen zufolge sah der historische Materialismus den Entwicklungsprozeß
    der Gesellschaft nur vom Standpunkt des wirtschaftlichen Determinismus aus. Deswegen
    konnte die marxistische Geschichtsauffassung den Entwicklungsprozeß der Gesellschaft nur
    als eine Geschichte der Natur ansehen. Die Volksmassen würden hier nur als ein Objekt der
    Geschichte behandelt. Kim Jong-il entwickelt neuerdings diese Ansicht weiter: „Die
    Beschränktheit der bestehenden, auf der materialistischen Geschichtsauffassung basierenden
    Theorien machte sich bei der Gestaltung des Sozialismus nach der Errichtung seiner Ordnung
    deutlicher denn je bemerkbar.“22
    Diese Argumente sind jedoch nicht richtig. Richtig wäre die Kritik, daß der historische
    Materialismus den Entwicklungsprozeß der Gesellschaft vom Standpunkt des wirtschaftlichen
    Determinismus aus auffaßt. Jedoch geht der historische Materialismus entgegen der Kritik der
    Chuch’e-Ideologie nicht ‘nur’ vom Standpunkt des wirtschaftlichen Determinismus aus,
    sondern auch davon, daß „die Volksmassen in der Geschichte eine entscheidende,
    schöpferische und den Fortschritt vorantreibende Rolle spielen.“23 In diesem Punkt
    unterscheidet sich zum einen die Geschichtsanschauung der Chuch’e-Ideologie kaum vom
    historischer Materialismus, wenn auch die Chuch’e-Ideologen den Bruch zwischen beiden
    betonen. Hieraus läßt sich zum anderen jedoch nicht folgern, daß die Geschichtsanschauung
    der Chuch’e-Ideologie zur Tradition des historischen Materialismus gehört. Denn die
    Chuch’e-Ideologie verzichtet auf den wirtschaftlichen Determinismus, der den Kern des
    historischen Materialismus bildet.
    Die Gesetze der Natur und der Gesellschaft
    Nach Kim Jong-il unterscheiden sich gesellschaftliche Gesetze von Naturgesetzen, obwohl
    „die allgemeingültigen Gesetze der materiellen Welt“ „in der gesellschaftlichen Entwicklung“
    genau wie in der natürlichen wirken. Die „Bewegungen in der Natur haben jedoch kein
    Subjekt, während die in der Gesellschaft ein Subjekt haben.“24 „Das Subjekt der
    gesellschaftlichen Bewegung sind die Volksmassen, ohne die es weder eine soziale
    Bewegung noch eine Entwicklung der Geschichte geben kann.“25
    Diese Ansicht der Chuch’e-Ideologie ist jedoch nicht ‘neu’. Auch der historische
    Materialismus unterscheidet die Bewegung in der Gesellschaft von der in der Natur, und er
    sieht die menschliche Tätigkeit als das Subjekt der Bewegung in der Gesellschaft an. Kurz
    gesagt, auch der historische Materialismus bezeichnet die gesellschaftlichen Gesetze als das
    Ergebnis des menschlichen Handelns.
    In diesem Punkt weicht das sozialhistorische Prinzip der Chuch’e-Ideologie von dem
    historischen Materialismus des Marxismus-Leninismus nicht auffallend ab. Die Chuch’e-
    Ideologie betont jedoch ausschließlich nur ein subjektives Element in der Entwicklung der
    Geschichte, kurz, die ‘Volksmassen’. Durch diese einseitige Betonung kommt die Chuch’e-
    Ideologie zur idealistischen Geschichtsauffassung.
    Das Bewußtsein der Volksmassen in der revolutionären Bewegung
    Kim Jong-il zufolge spielt das Bewußtsein der Volksmassen im revolutionären Kampf eine
    entscheidende Rolle. Kim äußerte hierzu: „Das Selbstbewußtsein spielt eine entscheidende
    Rolle in der revolutionären Bewegung für Dschadschusong der Volksmassen.“26 Diese
    Ansicht bezeichnet er als eines der sozialhistorischen Prinzipien der Chuch’e-Ideologie. Er
    sieht jede revolutionäre Bewegung als eine bewußte Bewegung an. Es ist daher
    selbstverständlich, daß er das „Denken und Bewußtsein“ als ein entscheidendes Element für
    das Handeln der Menschen in der Revolution und beim Aufbau ansieht.
    Kim Jong-il kritisiert aufgrund des sozialhistorischen Prinzips den Ökonomismus des
    Marxismus, demzufolge die Revolution automatisch entstehen könne, wenn die materiellen
    Voraussetzungen für die Revolution erfüllt seien. Kim zufolge spielt zwar auch „die
    materielle Seite“ „eine große Rolle“ in der revolutionären Bewegung. Aber eine „Revolution
    vollzieht sich“ „keinesfalls im Selbstlauf, auch wenn dafür die materiellen Voraussetzungen
    vorhanden sind.“27 Kim hält vielmehr den ideologischen Faktor für entscheidend.
    Dieses sozialhistorische Prinzip der Chuch’e-Ideologie unterscheidet sich im wesentlichen
    nicht vom Marxismus-Leninismus. Denn die Auffassung, daß ‘Denken und Bewußtsein’ in
    der revolutionären Bewegung eine entscheidende Rolle spielen, entstammt vermutlich der
    These der Bewußtheit von Lenin. In seinem Werk „Was tun?“ hat Lenin die bewußte Führung
    der kommunistischen Partei in der sozialistischen Bewegung betont. Dadurch versuchte Lenin
    die Ansicht der politischen Gegner zu kritisieren, die aufgrund des Ökonomismus die
    Spontaneität der Masse in der Arbeiterbewegung anbeten.28 Diese notwendige ‘Masse von
    Bewußtheit’ bedeutet für Lenin nichts anderes als eine revolutionäre marxistische Partei, die
    die führende und organisierende Kraft der Arbeiterbewegung in sich enthält. Nach Lenin kann
    nur diese Partei das Bewußtsein der Arbeiterklasse zum sozialistischen Bewußtsein machen.
    Aus dem Gesagten ergibt sich, daß die Meinung von Kim Jong-il mit der von Lenin in dem
    folgenden Punkt völlig übereinstimmt, in dem sich beide gegen den ausschließlichen
    Ökonomismus wenden. Unter Ökonomismus verstanden beide, daß, wenn die materiellen
    Voraussetzungen für die Revolution vorhanden sind, die Volksmassen zum kommunistischen
    Bewußtsein automatisch kommen können und die Revolution automatisch entstehen würde.
    Kim Jong-il stellt fest, daß die materiellen Voraussetzungen der Revolution aufgrund der
    kommunistischen Ideologie künstlich geschafft werden sollten.29
    Auch die Ansicht von Kim Jong-il, daß die kommunistische Partei den Volksmassen die
    kommunistische Ideologie bewußt einpauken sollte, stimmt mit der Ansicht von Lenin völlig
    überein. Lenin sagte über das Verhältnis der Partei zu den Volksmassen und der
    kommunistischen Ideologie. „Jeder, der von der ‘Überschätzung der Ideologie’, von der
    Übertreibung der Rolle des bewußten Elements u. dgl. m. spricht, glaubt, die reine
    Arbeiterbewegung könne und werde sich von selbst eine selbständige Ideologie schaffen,
    wenn nur die Arbeiter ‘ihr Schicksal den Händen der Führer entreißen’. Aber das ist ein
    schwerer Fehler.“30 Über dasselbe Verhältnis äußerte sich auch Kim Jong-il: „Die Menschen
    politisch und ideologisch wachzurütteln und auf diesem Wege alles zu meistern - das ist eine
    unerschütterliche Garantie für den Triumph der Revolution und des Aufbaus.“31
    Trotz dieser Gemeinsamkeiten zwischen dem Marxismus-Leninismus und der Chuch’e-
    Ideologie gibt es zwischen beiden wesentliche Divergenzen. Bei Lenin ging es um die
    Führung der kommunistischen Partei in der Revolution, die Schaffung der ‘Partei neuen
    Typus , während es sich bei der Chuch’e-Ideologie um ein sozialhistorisches Prinzip handelt.
    Lenin hat jedoch nicht auf das Prinzip des historischen Materialismus verzichtet. Die
    Chuch’e-Ideologie dagegen versucht, an die Stelle des historischen Materialismus das neue
    sozialhistorische Prinzip der Chuch’e-Ideologie zu setzen.
    „Die Chuch’e-Anschauung über den Führer“ und die sogenannten „großen Männer“ im
    Marxismus
    Kim Jong-il bezeichnet in seinem Werk „Über die Chuch’e-Ideologie“ die „Treue zu dem
    Führer“ als den „Kern der Chuch’e-Ideologie“. Auch in seiner Schrift „Über einige Probleme
    der Erziehung in der Chuch’e-Ideologie“ vom Juli 1986 verglich Kim Jong-il den Führer mit
    dem Gehirn des Menschen. Der Mensch ist hierbei sowohl ein biologischer Organismus, als
    auch ein sozialpolitischer Organismus. Kim schrieb: „Da der sozialpolitische Organismus aus
    vielen Menschen besteht, benötigt er ein Zentrum, welches das einheitliche Kommando über
    die Aktivitäten der Gesellschaft ausübt. So wie das Gehirn des Menschen das Zentrum seines
    Lebens ist, so ist der Führer das höchste Hirn der sozialpolitischen Gemeinschaft...“32 Der
    Führer sei der Schrittmacher des Kommunismus, der die Revolution leiten sollte. Die
    beständige Treue zum Führer sei die Voraussetzung für den Sieg der revolutionären
    Bewegung.
    Der Marxismus räumt ein, daß es in der Geschichte der Menschheit historische
    Persönlichkeiten gibt. Engels sprach in einem Brief von „sogenannten großen Männer“ der
    Geschichte, z.B. Napoleon, Cäsar, Augustus, Cromwell. Er versuchte jedoch zu erklären, daß
    das Auftreten dieser historischen Persönlichkeiten sowohl zufällig als auch notwendig ist.
    Engels zufolge ist es reiner Zufall, „daß Napoleon ... der Militärdiktator war, den die durch
    eignen Krieg erschöpfte französische Revolution nötig machte.“ Aber in Ermangelung eines
    Napoleons hätte ein anderer seine Stelle ausgefüllt. In diesem Sinne sei es notwendig, daß die
    großen Männer in der Geschichte auftraten.
    Hieraus ergibt sich, daß für Engels und andere Marxisten historische Persönlichkeiten solche
    Menschen sind, die sich unter den Massen befinden, im Rahmen der gegebenen objektiven
    Gesetzmäßigkeiten der Geschichte agieren und einen „persönlichen Beitrag zu ihrer
    Durchsetzung“33 leisten.
    In der Auffassung, daß es in der Geschichte der Menschheit Führer gibt, haben der
    Marxismus und die Chuch’e-Ideologie eine grundlegende Gemeinsamkeit. In der
    Begriffsbestimmung des Führers und über dessen Rolle besitzt jedoch die Chuch’e-Ideologie
    kaum Gemeinsamkeiten mit dem Marxismus. Im Gegensatz zum Marxismus-Leninismus
    behauptet die Chuch’e-Ideologie, daß ein großer Mann das Schicksal der Volksmassen und
    die Geschichte der Menschen bestimmt. Das philosophische Prinzip der Chuch’e-Ideologie,
    daß der Mensch über alles entscheidet und der Herr aller ist, werde nicht von sich selbst aus
    verwirklicht, sondern könne sich nur unter der Führung des Führers verwirklichen. Daß die
    Volksmassen im Kampf der Revolution nur unter der Führung des Führers siegen könnten,
    zeige die lange Geschichte des Kampfes der Volksmassen. Diese Interpretation der
    Geschichte weist darauf hin, daß das Auftreten der Führer in der Geschichte ausschließlich
    notwendig ist. Im Gegenteil dazu zeigt der Marxismus, daß das Auftreten geschichtlicher
    Persönlichkeiten ebenso notwendig wie zufällig ist.
    Der Chuch’e-Ideologie zufolge können die Volksmassen ohne eine kluge Führung des
    Führers kein Subjekt der Geschichte sein. In diesem Punkt macht die Chuch’e-Ideologie den
    Führer zu einem notwendigen Element der Geschichte. Diese Auffassung gerät in
    Widerspruch zum sozialhistorischen Prinzip der Chuch’e-Ideologie selbst, demzufolge die
    Volksmassen das Subjekt der Geschichte seien.
    Der Marxismus und die Chuch’e-Ideologie benutzen zwar beide das Wort „Führer“, aber die
    Chuch’e-Ideologie gibt dem Wort „Führer“ eine ganz andere Bedeutung als der Marxismus.
    Der Chuch’e-Ideologie zufolge kann das koreanische „Suryòng“, das Führer bedeutet, nicht
    mit „leader“ übersetzt werden, weil dieses englische Wort nicht die gesamte Bedeutung
    umfaßt. Die Chuch’e-Ideologie behauptet z.B, daß, wie oben erwähnt, der Führer ein Gehirn
    der Volksmassen ist, und er als solches die Volksmassen, d.h. den großen Organismus
    kontrolliert. In diesem Punkt unterscheide sich der Führer der Chuch’e-Ideologie von den
    anderen Führern, die allgemeine soziale Bewegungen anführten. Wenn die Chuch’e-Ideologie
    behauptet, daß „nur der Vater der Volksmassen“ zum Führer werden könne,34 ist diese
    Chuch’e-Anschauung über den Führer von der des Marxismus weit entfernt.
    Lenin entwickelte in seinem Werk „Der ‘linke Radikalismus’, die Kinderkrankheit im
    Kommunismus“ die sogenannte „Kunst der politischen Führung“, eine Taktik und Strategie
    für die kommunistische Bewegung.35 Diese Kunst ist mit dem ‘Leitprinzip der Chuch’e-
    Ideologie’ zu vergleichen, das Kim Jong-il in seinem Werk „Über die Chuch’e-Ideologie“
    formuliert hat. Es ist jedoch zu beachten, wie Lenin in seinem genannten Werk den Begriff
    ‘Führer’ und das Verhältnis zwischen ‘Führern’ und ‘Massen’ erklärte. Für Lenin bedeutet
    der Führer nicht ‘einen großen Mann’, sondern die „autoritativsten, einflußreichsten,
    erfahrensten“ Personen der kommunistischen Partei. Aus dieser Erwähnung von Lenin ergibt
    sich, daß der Führer für Lenin nicht ein Wesen wie ein Hirn der Gesellschaft und der
    Volksmassen bzw. deren Vater bedeutet, wie es die Chuch’e-Ideologie behauptet, sondern nur
    Vertreter der Partei.
    Hieraus folgt, daß die ‘Chuch’e-Anschauung über den Führer’ von der ‘Kunst der politischen
    Führung’ weit entfernt ist und daß sie den Leninismus verkennt und verfälscht. Die Chuch’e-
    Ideologie gesteht also selbst, daß, wenn es um ihre Kontinuität und ihren Bruch mit dem
    Marxismus geht, sie lieber den Bruch betonen will.
    Selbstabgrenzung der Chuch’e-Ideologie
    Erstens, behauptet die Chuch’e-Ideologie, daß sie sich nicht mehr auf den Marxismus-
    Leninismus bezieht. Als Grund hierfür führt die Chuch’e-Ideologie selbst an, daß das
    Zeitalter von heute eine neue Epoche, die Chuch’e-Epoche sei. Diese neue Epoche fordere
    eine neue Weltanschauung. Der Marxismus-Leninismus sei notwendig für das frühere
    Zeitalter. Die Chuch’e-Ideologie sei durch die Anforderungen des neuen Zeitalters geschaffen
    worden.
    Zweitens, im Zeitalter des Marxismus sei die Grundfrage der Philosophie die Frage nach dem
    Verhältnis des Bewußtsein zur Materie gewesen. In der Chuch’e-Epoche sei die Grundfrage
    der Philosophie die Frage der Rolle und der Stellung des Menschen in der Welt.
    Drittens, durch das philosophische Prinzip des Marxismus, nach dem die Materie primär
    gegenüber dem Bewußtsein sei, könne die Frage der Rolle und Stellung des Menschen in der
    Welt nicht beantwortet werden. Die Chuch’e-Ideologie formuliere das neue und andere
    philosophische Prinzip, demzufolge der Mensch der Herr aller Dinge ist und er über alles
    entscheidet.
    Viertens, den Chuch’e-Ideologen zufolge sah der Marxismus den Entwicklungsprozeß der
    Gesellschaft nur vom Standpunkt des wirtschaftlichen Determinismus aus. Deswegen habe
    die marxistische Geschichtsauffassung den Entwicklungsprozeß der Gesellschaft nur als eine
    Geschichte der Natur angesehen. Die Volksmassen würden hier nur als ein Objekt der
    Geschichte behandelt. Anders sieht die Chuch’e-Ideologie die Volksmassen als ein Subjekt
    der Geschichte und als den alles entscheidenden Faktor an.
    Marxistische Kritik
    Aus unserer Untersuchung über das Verhältnis der Chuch’e-Ideologie zum Marxismus-
    Leninismus ergibt sich, daß es inhaltliche Divergenzen zwischen der Chuch’e-Ideologie und
    dem Marxismus-Leninismus gibt. In diesem Punkt stimmt das Ergebnis unserer Untersuchung
    mit der Behauptung der Chuch’e-Ideologie überein. Aber aus anderen Gründe als denen, die
    die Chuch’e-Ideologie selbst behauptet, unterscheiden sich beide Philosophien.
    Es ist erstens festzustellen, daß in den Augen des Marxismus-Leninismus die Chuch’e-
    Ideologie nur eine Ausprägung des Idealismus ist. In der Frage nach dem Verhältnis zwischen
    dem Bewußtsein und der Materie betont die Chuch’e-Ideologie das Bewußtsein übermäßig.
    Auch der Marxismus-Leninismus hält das Bewußtsein für wichtig insofern, als es mit der
    Materie dialektisch in Wechselwirkung steht. Zum grundlegenden Inhalt des Marxismus-
    Leninismus gehört jedenfalls das Primat der Materie vor dem Bewußtsein. Weil die Chuch’e-
    Ideologie auf dieses Primat der Materie verzichtet, kann nicht behauptet werden, daß sich die
    Chuch’e-Ideologie in der Tradition des Marxismus-Leninismus befindet.
    Zweitens, der Chuch’e-Ideologie zufolge gibt es drei feste Attribute des Menschen. Diese
    Ansicht stimmt jedoch nicht mit dem Marxismus-Leninismus überein, weil dieser ein
    permanentes Wesen oder Attribute des Menschen unabhängig von dessen Umgebung, den
    Produktionsverhältnissen, nicht anerkannt.
    Drittens, die Chuch’e-Ideologie sieht die Gesellschaft als einen Organismus an. Zu diesem
    Punkt findet sich eine Gemeinsamkeit mit dem Marxismus. Die Divergenz besteht jedoch
    darin, daß die Chuch’e-Ideologie die Priorität des Kollektivs vor dem Individuum postuliert
    Die sogenannte ‘Lehre der sozialpolitischen Leben’ der Chuch’e-Ideologie ist daher vom
    Marxismus weit entfernt, demzufolge die kommunistische Gesellschaft nur unter der
    Bedingung einer allseitigen Entwicklung der Individuen entstehen kann.
    Viertens, die Chuch’e-Ideologie behauptet, daß die Volksmassen Subjekt der Geschichte und
    Triebkraft der gesellschaftlichen Entwicklung sind. Auch der Marxismus-Leninismus stellt
    fest, daß die Volksmassen in der Geschichte eine entscheidende, schöpferische und den
    Fortschritt vorantreibende Rolle spielen. Entscheidend für den Marxismus-Leninismus ist
    jedoch der historische Materialismus, demzufolge der Widerspruch zwischen den
    Produktionsverhältnissen und den Produktivkräften das grundlegende Element der
    Entwicklung der Geschichte ist. Die Chuch’e-Ideologie verzichtet auf den historischen
    Materialismus, der den Kern des Marxismus-Leninismus bildet.
    Fünftens, die ‘Chuch'e-Anschauung über den Führer’ wird für den Kern der Chuch’e-
    Ideologie gehalten. Im Marxismus-Leninismus findet sich dieser Inhalt nicht. Von Marx wie
    auch von Lenin wurde der Begriff „Führer“ in einer völlig anderen Bedeutung benutzt.
    Die koreanischen Wörter, die in dieser Arbeit geschrieben werden, werden im Prinzip nach
    McCune-Reischauer transkribiert. Bei Zitaten oder Titels aus deutschen oder englischen
    Materialien wurde die dort verwendete Schreibweise beibehalten.(Chuch’e=Dschutsche,
    Chajusòng=Dschadschusong).
    1


    Kim Il Sung, „Antworten auf Fragen australischer Journalisten“, in: Kim Il Sung, Werke 29, Pjongjang:

    Verlag für fremdsprachige Literatur, 1987, S. 543-544.
    2


    Kim Dschong Il,
    Über die Dschutsche-Ideologie, Pjongjang: Verlag für fremdsprachige Literatur, 1982, S. 10,

    80.
    3


    Ebenda, S. 80.

    4


    Ebenda.

    5


    Ebenda, S. 80.

    6


    Erich Hahn u. a.,
    Einführung in die marxistisch-leninistische Philosophie, Berlin: Dietz, 10. Aufl., 1988, S. 42

    ff.
    7


    Ebenda, S. 44.

    8


    Ebenda, S. 45.

    9


    Ebenda, S. 46.

    10


    Ebenda, S. 47, 93 ff.

    11


    Kim Il Sung, „Antworten auf Fragen australischer Journalisten“, in: a. a. O., S. 543-544.

    12


    Ebenda, S. 543.

    13


    Erich Hahn, a. a. O., S. 47.

    14


    Erich Hahn, a. a. O., S. 94.

    15


    Kim Dschong Il,
    Über die Dschutsche-Ideologie, a. a. O., S. 10-11.

    16


    Ebenda., S. 11-12

    17


    Karl Marx, „Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie“, in:
    Karl Marx/Friedrich Engels, Werke 1, Berlin:

    Dietz, 1989, S. 209.
    18


    Kim Dschong Il,
    Über die Dschutsche-Ideologie, a. a. O., S. 11.

    19


    Karl Marx/Friedrich Engels, „Die Deutsche Ideologie“, in: a. a. O., S. 424.

    20


    Kim Dschong Il,
    Über die Dschutsche-Ideologie, a. a. O., S. 16.

    21


    Ebenda.

    22


    Kim Jong Il,
    Der Sozialismus ist eine Wissenschaft, Pjongjang: Verlag für Fremdsprachige Literatur, 1994,

    S. 8.
    23


    Erich Hahn, a. a. O., S. 346.

    24


    Kim Dschong Il,
    Über die Dschutsche-Ideologie, a. a. O., S. 16.

    25


    Ebenda, S. 17.

    26


    Ebenda, S. 35.

    27


    Ebenda, S. 38

    28


    W. I. Lenin, "Was tun?", in:
    Ausgewählte Werke 1, Berlin: Dietz, 1970, S. 187.

    29


    Kim Dschong Il,
    Über die Dschutsche-Ideologie, a. a. O., S. 38-39.

    30


    W. I. Lenin, "Was tun?", in: a. a. O., S. 174.

    31


    Kim Dschong Il,
    Über die Dschutsche-Ideologie, a. a. O., S. 39.

    32


    Kim Jong-il, „Chuch’e sasang gyoyangesò chegitoenùn myòtkaji munjee taehayò“, in,
    Kúlloja, hrsg. von

    Zentralkomitee der Partei der Arbeit Koreas, 7. Heft, Pyóngyang: Kúllojasa, 1987, S. 13
    33


    Erich Hahn, a. a. O., S. 350

    34


    Kim Ch’ang-ha,
    Pulmyòl·i chuch’esasang, P’yòngyang: Sahoegwahak ch’ulpansa, 1985, S. 109.

    35


    W. I. Lenin, "Der ‘linke Radikalismus’, die Kinderkrankheit im Kommunismus", in:
    Ausgewählte Werke 3,

    Berlin: Dietz


    , 1970, S. 412.

    Dr. Cho Hang-Gu


    hat im Juli 1998 am Fachbereich Philosophie der Ruhr Universität Bochum seine Promotion

    zum Thema „Vom Hegelianismus zum philosophischen Materialismus. Ein Studie über die Entwicklung des
    politischen und philosophischen Denkens des jungen Marx“ abgeschlossen.


  3. #3
    Avatar von Hundz Gemajni

    Registriert seit
    25.08.2006
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    13.015
    ehhmmmm...etwas viel zum lesen

  4. #4
    Avatar von GOJIM

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    5.604
    ey magyar, was steht denn da??

  5. #5
    ökörtilos
    Zitat Zitat von QQ LELE Beitrag anzeigen
    ehhmmmm...etwas viel zum lesen

    Ja,in der Tat,aber beide Texte hintereinander gelesen verschaffen einem dann wirklich eine gute Kenntnis der Juche-Philosophie.

  6. #6
    ökörtilos
    Zitat Zitat von JOSHUA Beitrag anzeigen
    ey magyar, was steht denn da??


    Wie oben erwähnt, hat Kim Jong-il in seiner Schrift“Über die Chuch’e-Ideologie“ die Reden
    und Schriften seines Vaters zusammengefaßt. Dazu gehört die sogenannte Lehre von den drei
    Attributen des Menschen, die von Kim Jong-il zum Schema formuliert wurde: Chajusòng(Souveränität), Ùisiksòng (Bewußtsein) und Changjosòng (Schöpfertum).


  7. #7
    Vukovarac
    Lang lebe der Mann mit der weltgrößten Privat-Porno Sammlung KIM JONG IL

  8. #8
    Avatar von Hundz Gemajni

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    Zitat Zitat von Vukovarac Beitrag anzeigen
    Lang lebe der Mann mit der weltgrößten Privat-Porno Sammlung KIM JONG IL
    ich glaub edo hat mehr..

  9. #9

    Registriert seit
    10.10.2009
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    1.069
    He serbskis stimmt es das sich Vojvodina vor eine Woche vom rest serbien getrennt hat.

    ich habe es von freunden gehört aber konnte es noch in keiner nachricht hören?

    Das soll anscheinend diplomatisch geklärt sein das sie keinen keinen mit vojvodina auch noch haben wollen...



    __________________________________________________ ___________

    Balkan seit einer Woche VOJVODINA REPUBLIK ?


  10. #10
    Apache
    Zitat Zitat von KS_Drenica Beitrag anzeigen
    He serbskis stimmt es das sich Vojvodina vor eine Woche vom rest serbien getrennt hat.

    ich habe es von freunden gehört aber konnte es noch in keiner nachricht hören?

    Das soll anscheinend diplomatisch geklärt sein das sie keinen keinen mit vojvodina auch noch haben wollen...




    __________________________________________________ ___________

    Balkan seit einer Woche VOJVODINA REPUBLIK ?

    Autonomiestatut für serbische Provinz

    Vojvodina bekommt Regierung

    Die nördliche Provinz soll wieder mehr Eigenständigkeit bekommen. Die Rechte bleiben jedoch hinter denen von vor 1989 zurück. Nationalisten warnen vor einer weiteren Zerstückelung des Landes VON ANDREJ IVANJI

    Stadt und Land: Statue in Novi Sad, der Hauptstadt der ansonsten ländlichen Provinz Vojvodina. Foto: Wolfgang Kuhnle -Lizenz: CC-BY-SA











    BELGRAD taz|Nach zwei Jahrzehnten soll die serbische Provinz Vojvodina in der kommenden Woche ihren Autonomiestatus wiederbekommen. Nach hitzigen Verhandlungen in der serbischen Regierungskoalition scheint eine Mehrheit im Parlament für das neue Statut der Vojvodina sicher zu sein. Das teilte Premier Mirko Cvetkovic mit.
    Für die einen ist es ein wichtiger Schritt im Abbau des von Slobodan Milosevic eingeführten Zentralismus und eine Annäherung an europäische Standards. Andere schlagen Separatismus-Alarm, wittern nach Kosovo die Gefahr der Sezession eines weiteren Teil Serbiens.
    Anzeige




    "Das ist totaler Quatsch", meint der Autonomie-Kämpfer Nenad Canak. Es ginge nur darum, dass der Plünderung der verglichen mit anderen Regionen Serbiens wohlhabenden Vojvodina seitens der Zentralregierung in Belgrad ein Ende gemacht werde, erklärt der Chef der Liga der Sozialdemokraten der Vojvodina (LSV).
    Das neue Statut samt einem Gesetz über die Übertragung der Befugnisse auf die Provinz sieht vor, dass Novi Sad statt eines "administrativen und kulturellen Zentrums" auch formal die "Hauptstadt" der Vojvodina wird und die Provinz eine eigene Akademie der Wissenschaften und Künste gründen darf. Dies sei wichtig für das lange untergrabene Selbstbewusstsein der Bürger der Vojvodina, erklärt Canak.
    Bedeutender ist, dass die Vojvodina formal eine Regierung bekommt, die Provinz kann öffentliche Betriebe verwalten, eine Entwicklungsbank gründen und internationale Verträge abschließen. Zudem darf sie als Region eine eigene Vertretung in Brüssel haben, um leichter Zugang zu europäischen Entwicklungsfonds zu bekommen.
    Außerdem kann das im Statut definierte Territorium nur verändert werden, wenn über 50 Prozent der rund 2 Millionen Einwohner der Vojvodina dafür stimmen. Damit soll verhindert werden, dass eine reiche Gemeinde in der Vojvodina der serbischen Hauptstadt Belgrad angegliedert werden kann. Die Autonomie der Vojvodina kann durch andere Gesetze nachträglich nicht angetastet werden.
    Ganz zufrieden sind die Autonomieverfechter jedoch nicht. Denn die Vojvodina wird weder Gesetze verabschieden noch selbständig über Steuergelder verfügen können. Die Autonomie ist durch die neue serbische Verfassung beschränkt und geht nicht so weit wie vor 1989.
    Wegen des Streits über die Autonomie der Vojvodina in der Regierungskoalition zwischen Canaks LSV und ungarischen Parteien auf der einen und der von Milosevic gegründeten Sozialistischen Partei Serbiens (SPS) auf den anderen Seite lag das vor über einem Jahr im Parlament der Vojvodina verabschiedete Statut auf Eis. Auch der Seniorpartner in der serbischen Regierung, die Demokratische Partei (DS) von Staatschef Boris Tadic, tat sich schwer mit der Autonomie der Vojvodina.
    Heftige Kritik kam auch wieder aus dem Lager der Nationalisten. Die Vojvodina werde "ein Staat im Staat", das Statut sei "verfassungswidrig" und der "Prozess der Zerstückelung" Serbiens werde fortgesetzt. Und so ist Serbien auch in der Vojvodina-Frage wieder einmal komplett gespalten - ein Grund, weshalb sich das Land nur langsam von dem Erbe von Slobodan Milosevic befreit.

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  5. Rechtsradikale brauchen unser Verständnis!
    Von Sousuke-Sagara im Forum Humor - Vicevi
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