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Enttäuschung der UNO über Kosovo-Lage

Erstellt von Albanesi, 21.08.2005, 20:06 Uhr · 11 Antworten · 884 Aufrufe

  1. #1

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    Enttäuschung der UNO über Kosovo-Lage

    http://derstandard.at/?url=/?id=2149682




    Pristina - Die Brücke über die Ibar im multiethnischen Mitrovica wird seit einigen Wochen wieder von der lokalen Polizei kontrolliert. Kürzlich startete auch die Dezentralisierung in fünf Gemeinden, das die Selbstverwaltung und die Zusammenarbeit zwischen den Ethnien fördern soll. Klingt nach Fortschritt.

    Doch der UNO-Sonderbeauftragte für den Kosovo, Kai Eide, der im September dem Sicherheitsrat einen Bericht vorlegen sollte, ist über die Umsetzung der demokratischen Standards "enttäuscht". Er habe sich von den politischen Führern eine "größere Reife" erwartet, so Eide.

    Von Eides Bericht hängt der Beginn der Status-Verhandlungen ab. Sowohl der Bericht als auch die Verhandlungen könnten verschoben werden. Eide kritisierte die Haltung der serbischen Führung im Dezentralisierungsprozess und die mangelnde Rückkehr der Flüchtlinge - 200.000 Serben, Roma und Ashkali waren 1999 vertrieben worden.

    Die Regierung ist zudem mit schweren Korruptionsvorwürfen konfrontiert. Politiker werfen sich regelmäßig vor, Mitglieder krimineller Organisationen zu sein. (DER STANDARD, Printausgabe, 22.08.2005)

  2. #2

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    http://derstandard.at/?url=/?id=2149672

    Politilogen zum Kosovo: "Situation wie in Afghanistan"
    Sechs Jahre UNO-Einsatz: Die Gefahr neuerlicher Gewaltexzesse besteht weiterhin, analysieren die Politologen Kramer und Dzihic im STANDARD-Interview

    Die kosovarische Regierung ist von Kriminalität durchsetzt und die Gefahr neuerlicher Gewaltexzesse vor den Statusverhandlungen gegeben. Mit den Politologen Helmut Kramer und Vedran Dzihic sprach Adelheid Wölfl.

    TANDARD: Will die internationale Gemeinschaft mit der Klärung des Status aus dem Krisenherd Kosovo flüchten?
    Kramer: Es kann sein, dass der Bericht des UN-Gesandten Kai Eide um ein paar Monate aufgeschoben wird und dass die Statusverhandlungen erst Ende 2005 oder Anfang 2006 beginnen. Aber es kann auch sein, dass mit dem Bericht eine Fluchtstrategie der internationalen Gemeinschaft abgesegnet wird. Das könnte zu einer Situation ähnlich wie in Afghanistan führen.
    Dzihic: Bis vor zwei Monaten hat die kosovarische Regierung so getan, als ob sie etwas tun würde. Und gehofft, dass die internationale Gemeinschaft sagt: Ihr seid eh brav, ihr bekommt eh den Status. . Aber im Grunde gibt es keine Fortschritte bei der Rückkehr der Flüchtlinge und bei der Wirtschaftsentwicklung.

    STANDARD: Sie kritisieren, dass die Statusfrage nicht früher geklärt wurde. Wann?
    Kramer: Es gibt Experten, die sagen, dass man dies nach dem Sturz von Milosevic im Oktober 2000 machen hätte können und müssen.
    Dzihic: Ich bin mir nicht sicher, ob es da ein Zeitfenster gab. Kurz nach dem Krieg ging es nicht. Dann kam Afghanistan und später der Irak. Die Ressourcen waren nicht mehr vorhanden. Und dann kam das " Standards before Status"-Konzept von Unmik-Chef Michael Steiner, eine reine Zeitkaufstrategie, die bis heute nicht gewirkt hat. De facto ist der Kosovo aber unabhängig. Das hat nichts mehr mit Serbien zu tun. Die Position Belgrads hat sich aber nach den Ausschreitungen im Frühjahr 2004, noch verschärft.

    STANDARD: Ist die internationale Gemeinschaft gescheitert?
    Kramer: Im Kosovo wurde seitens der UN zum ersten Mal der Versuch unternommen, eine durch Krieg und politische Repression zerstörte Gesellschaft politisch und wirtschaftlich aufzubauen. Man hat aber Leuten die Macht gegeben, die im Grund von den lokalen Verhältnissen und von der Basis keine Ahnung haben. Außerdem wurden Standards eingefordert, die in fast keinem Land der Welt jemals realisiert worden sind. Die Zivilgesellschaft wurde nicht einbezogen. Aber auch die USA haben kein Konzept. Sie glauben, dass sich die Situation, wenn sie einmal im Land sind, schon positiv entwickeln wird.

    STANDARD: Ist die Europäisierung der Mission die Lösung?
    Dzihic: Die EU hat auch keine gute Bilanz. Im wirtschaftlichen Bereich, für den die EU explizit verantwortlich ist, gibt es die wenigsten Erfolge. Die Arbeitslosenrate liegt bei 70 Prozent, bei den Jugendlichen schon bei 80 Prozent. Es gibt kaum ausländische Direktinvestitionen. Allerdings kann es für den Kosovo als Teil der Region nur eine europäische Perspektive geben.
    Kramer: Die EU hat eine Art von Zeigefinger-Politik betrieben, die in Bosnien und im Kosovo nicht funktioniert hat. Nach dem Motto: Ihr müsst die Kriterien erfüllen, dann bleibt die Tür offen. Und nun zeigt sich, dass die Statusverhandlungen nicht zu der von den Kosovo-Albanern völlig illusorisch erträumten Unabhängigkeit führen werden, sondern dass es um eine "bedingte Unabhängigkeit" geht. Die EU muss nun die Bedingungen stellen, darauf ist sie aber nicht vorbereitet. Zudem war das Konzept von einer multiethnischen Gesellschaft falsch, weil die Voraussetzungen dafür nicht vorhanden sind. Es wäre sinnvoller gewesen von einer Koexistenz der Ethnien zu sprechen.

    STANDARD: Weshalb hat das Vertrauen zwischen Albanern und Serben abgenommen?
    Kramer: Für die albanischen Kosovaren ist der historische Erfolg 1999 im Wesentlichen der Erfolg der UCK und von diesem gewalttätigen Politikmuster haben sie sich nie wirklich abgewandt. Die Gefahr einer Destabilisierung ist jetzt nicht gering. Die Vorstellung, dass die Unabhängigkeit nicht sofort kommt, wird sofort wieder mit Gewaltaktionen verbunden. Zudem ist die jetzige Regierung unglaublich schwach und in ganz bedrohlichem Maße von der organisierten Kriminalität durchdrungen. Sie regrediert eigentlich. Bislang konnte Ex-Premier Ramush Haradinaj Unruhen verhindern.

    STANDARD: Kann das der jetzige Premier Bajram Kosumi auch?
    Kramer: Er ist ein politischer Nobody. Die Legitimität der Führungsfiguren ist an die Zugehörigkeit zu den großen Familien gebunden.
    Dzihic:Man ist auf die Unabhängigkeit ja gar nicht vorbereitet. Pristina weiß nicht, wie es im wirtschaftlichen und sozialen Bereich weitergehen soll. In Belgrad ist der Verhandlungsspielraum größer. Wenn man mit einer sehr konsequenten und gut überlegten EU-Strategie politischen Druck auf die serbischen Eliten ausübt, könnte man den Konsens und Zugeständnisse in der Kosovo-Frage abkaufen.

    STANDARD: Erwarten Sie sich etwas von der EU-Präsidentschaft Österreichs 2006 für eine Lösung im Kosovo?
    Kramer: Die österreichische Ratspräsidentschaft wird auf die Krise der EU reagieren. Dies könnte dann zu einer Art Rückzug von einer aktiven Balkan-Politik führen.
    Dzihic: Ob die österreichische Außenpolitik was tun will oder nicht, es wird etwas getan werden müssen. Die Trennung von Serbien und Montenegro und der Kosovo stehen 2006 auf der Tagesordnung.

    (DER STANDARD, Printausgabe, 22.08.2005)

  3. #3
    Avatar von lupo-de-mare

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    Re: Enttäuschung der UNO über Kosovo-Lage

    Zitat Zitat von Albanesi
    Doch der UNO-Sonderbeauftragte für den Kosovo, Kai Eide, der im September dem Sicherheitsrat einen Bericht vorlegen sollte, ist über die Umsetzung der demokratischen Standards "enttäuscht". Er habe sich von den politischen Führern eine "größere Reife" erwartet, so Eide.

    Eide kritisierte die Haltung der serbischen Führung im Dezentralisierungsprozess und die mangelnde Rückkehr der Flüchtlinge - 200.000 Serben, Roma und Ashkali waren 1999 vertrieben worden.

    Die Regierung ist zudem mit schweren Korruptionsvorwürfen konfrontiert. Politiker werfen sich regelmäßig vor, Mitglieder krimineller Organisationen zu sein. (DER STANDARD, Printausgabe, 22.08.2005)
    Ich finde es wirklich merkwürdig, das die UN enttäuscht ist!

    Das dort lauter Irre nun Politiker sind, weiss doch wirklich jeder seit langem. Anscheinend fehlt es an Intelligenz bei der UN und KFOR, denn mit Verbrechern kann man keinen Staat aufbauen.

    Die sind offensichtlich so blöde, das sie das erst jetzt merken, was Alle Experten auch schon 1998 wussten.

    Klasse Thread und Info mit guter Quelle!

  4. #4

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    scheiss uno, weg damit !
    niemals hätten wir diese scheisser akzeptieren sollen.
    mit denen dort ist die verwaltung so effizient wie damals mit serbien.

  5. #5

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    Um es mit den Worten der serbischen Propheten zu sagen: Und Serbien wird zerschlagen. Kleine gelbe Leute werden über den Balkan herrschen. Serbiens flüsse werden vergiftet, der boden verseucht und die luft verpestet. Das serbsiche Volk wird quallen erleiden. Doch ein dritter großer Krieg wird ausbrechen. Serbien wird nicht beteidigt sein. Nach dem KRieg werden alle Serben in einem Land leben und Belgrad eine Weltmetropole.................

  6. #6

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    Zitat Zitat von LaLa
    Um es mit den Worten der serbischen Propheten zu sagen: Und Serbien wird zerschlagen. Kleine gelbe Leute werden über den Balkan herrschen. Serbiens flüsse werden vergiftet, der boden verseucht und die luft verpestet. Das serbsiche Volk wird quallen erleiden. Doch ein dritter großer Krieg wird ausbrechen. Serbien wird nicht beteidigt sein. Nach dem KRieg werden alle Serben in einem Land leben und Belgrad eine Weltmetropole.................
    aber von wem wird belgrad regiert hat er wohl vergessen zu erwähnen! :wink:

  7. #7
    Avatar von lupo-de-mare

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    Zitat Zitat von drenicaku
    scheiss uno, weg damit !
    niemals hätten wir diese scheisser akzeptieren sollen.
    mit denen dort ist die verwaltung so effizient wie damals mit serbien.
    Noch schlimmer. Die kassieren wie Jo Trutschler in 3 Jahren 500.000 $ an Gehalt ab und erhielten den Job, weil alle Unterlagen inklusive ihres Doktor Titels gefälscht waren.

    Null Ahnung, Null Berufs Ausbildung und einzige Erfahrung in einer dubiosen Hilfs Organisation wie UNHCR!

    Und solche Idioten wurden und werden in den Kosovo entsandt.

  8. #8

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    @Dreni

    Von den Serben Das ist eine Prophezeiung eines serbischen Propheten und so unrecht aht er gar nicht.........................bis jetzt stimmte alles von ihm.......

  9. #9

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    U.S. Diplomat Tells VOA Kosovo Albanians are Not Ready for Final Status Talks

    The highest-ranking U.S. diplomat in Kosovo told the Voice of America (VOA) Monday that local leaders are unprepared for talks to determine the final status of the province.

    Philip Goldberg, head of the U.S. Office in Pristina, said “nothing has been done (by the Albanian leaders) to prepare for those negotiations.” He also called for a unified stand among Albanian politicians on the issue of preparations for the talks.

    Final status negotiations may begin this fall, if United Nations envoy Kai Eide finds that the overall situation in Kosovo is favorable.

    Mr. Goldberg urged Kosovo Serbs to play their part by participating in the parliament and other self-governing institutions. He blamed the government in Belgrade for failing to play a constructive role in helping Kosovo Serbs’ self-governing efforts.

    Goldberg’s interview was aired during today’s Albanian language Ditari (Journal) program, which is broadcast each weekday from 6:00-6:30 p.m. local time (1700-1730 UTC) to audiences throughout the Balkans. VOA also transmits 10.5 hours a week in Albanian via shortwave. Programs are available on the Internet at www.VOANews.com/Albanian.

    http://www.voanews.com/english/About...o-Goldberg.cfm

    -----------------

    Tja....wie erwartet...!!!

  10. #10

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    BALKANS: UN ENVOY DISAPPOINTED AT PROGRESS IN KOSOVO

    Belgrade 22 August (AKI) - United Nations special envoy to the troubled Muslim-majority province of Kosovo, Norwegian diplomat Kai Eide, said on Monday he is disappointed with the achievements made in implementing democratic and human rights standards in the province, but expressed the hope that “constructive progress” could still be made before talks on Kosovo’s final status. Although legally part of Serbia, Kosovo has been under UN administration since 1999.

    “It is indispensable to achieve a greater degree of progress not only in multi-ethnic relations, but also in the rule of law,” Eide said after his third round of talks with Serbian leaders in Belgrade. Eide has been appointed by the UN secretary general Kofi Annan to assess the situation in Kosovo, and to submit a report to the Security Council by the end of September.

    Kosovo's 1.5 million majority ethnic Albanian community has grown impatient over the length of time it is taking to decide on Kosovo's future status. Clashes between Albanians and ethnic Serbs in March 2004 left 19 people dead. Some 80,000 Serbs have remained in the province - one of Europe's poorest regions - since the ethnic conflict there in the late 1990s. The Serbian minority lives in separate areas watched over by NATO peacekeepers.

    Depending on Eide's findings, the international community was planning to open talks on the final status of the province, whose majority ethnic Albanians demand independence, which Belgrade opposes. After talks with foreign minister Vuk Draskovic, Eide said that despite his disappointment his final report might contain more positive appraisals if a move forward was noted in the meantime. He also talked with Serbian president Boris Tadic and prime minister Vojislav Kostunica.

    Eide previously held talks with ethnic Albanian and Serb leaders in Kosovo and on what was believed to be his final visit to Belgrade before preparing his report, expressed regrets that Kosovo Serbs continued to boycott Kosovo's local institutions and the parliament. He said he would like to see a more “constructive role from Belgrade” in persuading Kosovo Serbs to take part in the institutions.

    Vojislav Kostunica's government urged Kosovo Serbs to boycott last October's parliamentary elections, because the international community rejected his proposal to grant Serbs local self-rule, with their own police and administration.

    The UN peackeeping force in Kosovo (UNMIK) and Kosovo's provisional government instead came up with am alternative plan, proposing a pilot program of ethnically mixed municipalities, which Serbs rejected.

    Kosovo's prime minister Bajram Kosumi said in an interview with Radio Free Europe on Monday that the Serb proposal would further increase their isolation, while his plan aimed at creating multi-ethnic municipalities was intended to allow areas “where Serbs and Albanians can live together”.

    Kosumi said he was ready to talk to Belgrade on all issues still open, but added that ethnic Albanians would not renounce the idea of independence and that the international community, not Belgrade, can play a role in it. “The independence of Kosovo will not be a subject in negotiations with Belgrade”, he concluded.

    http://www.adnki.com/index_2Level.ph...199508896&par=

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