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Enver bis zum Umfallen

Erstellt von ökörtilos, 06.06.2009, 22:37 Uhr · 18 Antworten · 1.157 Aufrufe

  1. #1
    ökörtilos

    Enver bis zum Umfallen

    Wer Interesse verspürt sich in Enver Hoxhas Werke einzulesen dem empfehle ich diesen Link: Comintern ML


  2. #2
    ökörtilos
    ENVER HOXHA
    • Die Chruschtschowianer“
      (Erinnerungen),
      Auszug aus Kapitel 9 :
      Die „Teufel“ geraten außer Kontrolle
      Tirana 1984, dt. Ausgabe, Seite 293 - 329




    Nachdem sie ihre Stellungen in Bulgarien, in Rumänien, in der Tschechoslowakei usw. bis zu einem gewissen Grad abgesichert hatte, fiel die Chruschtschow-Clique über Ungarn her, dessen Führung dem sowjetischen Kurs nicht so gehorsam folgte. Doch auf Ungarn hatte es auch Tito und die Amerikaner abgesehen.
    Wie sich zeigte, gab es in Ungarn viele schwachen Punkte. Dort war die Partei geschaffen worden; an ihrer Spitze stand Rakosi, um den sich einige alte kommunistische Genossen scharten, etwa Gerö und Münich, aber auch junge, erst vor kurzem dazu gekommen, die sich an den von der Roten Armee und Stalin gedeckten Tisch setzen konnten. Man begann in Ungarn „den Sozialismus aufzubauen“, doch die Reformen waren nicht radikal. Das Proletariat wurde zwar bevorzugt, doch ohne das Kleinbürgertum all zu sehr zu verärgern. Die ungarische Partei war entstanden aus einem Zusammenschluss der angeblich illegalen kommunistischen Partei (ungarische Kriegsgefangene in der Sowjetunion), der alten Kommunisten Bela Kuns sowie der sozialdemokratischen Partei. Dieser Zusammenschluss war also ein ungesunder Verschnitt, aus dem nie etwas wurde, bis dann die Konterrevolution und Kadar im Verein mit Chruschtschow und Mikojan per Dekret die vollständige Liquidierung der Ungarischen Partei der Werktätigen verkündeten.
    Rakosi habe ich näher gekannt, und ich mochte ihn. Ich habe mich oft mit ihm unterhalten, denn ich war mehrmals bei ihm, sowohl dienstlich als auch privat, mit Nexhmije. Rakosi war ein ehrlicher Mann, ein alter Kommunist und Führer der Komintern. Er hatte gute Absichten, doch seine Arbeit wurde von innen und von außen sabotiert. Solange Stalin lebte, schien alles gut zu gehen, doch nach seinem Tod begannen sich in Ungarn die Schwachstellen zu zeigen.

  3. #3
    ökörtilos
    Bei einer anderen Gelegenheit unterhielten wir uns über die Wirtschaft. Rakosi berichtete mir über die Wirtschaft Ungarns, besonders über die Landwirtschaft, wo es gut aussehe, dass sich das Volk satt essen könne und sie gar nicht wüssten, wohin mit all dem Schweinefleisch, der Wurst, dem Bier und dem Wein! Ich machte große Augen, wusste ich doch, dass es nicht nur bei uns, sondern auch in allen anderen sozialistischen Ländern nicht so aussah, sogar in Ungarn nicht. Rakosi hatte den Fehler, dass er gerne dick auftrug und die Erfolge bei der Arbeit übertrieb. Doch trotz dieser Schwäche hatte Matyas meiner Meinung nach ein gutes kommunistisches Herz und sah die Linie der Entwicklung des Sozialismus nicht falsch. Man muss wissen, dass Ungarn und die Rakosi-Führung sich, meiner Meinung nach, ständig der Wühlarbeit der vom Klerus, vom mächtigen Kulakentum und den getarnten Horthy-Faschisten unterstützten internationalen Reaktion zu erwehren hatten, dass sie vom jugoslawischen Titoismus und seiner Agentenoirganisation mit Rajk an der Spitze, mit Kadar ( der sich tarnte) und anderen bedrängt wurden und schließlich, dass ihnen Chruschtschow und die Chruschtschowianer keine Ruhe ließen. Diese mochten Rakosi und seine Anhänger nicht, hassten ihn sogar, weil er Stalin und dem Marxismus-Leninismus treu blieb und, wenn nötig, auf gemeinsamen Beratungen das ganze Gewicht seiner Persönlichkeit gegen sie in die Waagschale warf. Rakosi gehörte zur alten Garde der Komintern, und die Komintern war für die modernen Revisionisten ein „rotes Tuch“.
    So wurde Ungarn zur Spielwiese der Intrigen und Machenschaften Chruschtschows, Titos und der Konterrevolutionäre ( hinter denen der amerikanische Imperialismus stand), die die ungarische Partei von innen zersetzen und die Stellung Rakosis und der zuverlässigen Leute in ihrer Führung untergruben. Rakosi stand sowohl Chruschtschow im Weg, der auch Ungarn in seinen Pferch bringen wollte, als auch Tito, der das sozialistische Lager zerstören wollte und Rakosi als einen der „Stalinisten“, die ihn 1948 bloßgestellt hatten, doppelt hasste.

  4. #4
    ökörtilos
    Ja Enver und Tito mochten sich nicht....

  5. #5
    Šaban
    Immer wenn ich stuhlgang habe rieche ich etwas von enver

  6. #6
    Karim-Benzema
    Danke

    das enver TOt ist!

    Irrer Diktator

  7. #7
    ökörtilos
    Zitat Zitat von AlbNYC Beitrag anzeigen
    Danke

    das enver TOt ist!

    Irrer Diktator

    Ach komm schon-sie haben nie ohne Grund getötet(sagt Nexhmije)

  8. #8
    ökörtilos
    "Wir töteten nie ohne Grund"
    Nedschmije Hodscha, 82, Witwe des einstigen kommunistischen Diktators Enver Hodscha, über das Regime ihres Mannes und die Zukunft der Krisenprovinz Kosovo
    SPIEGEL: Noch heute leidet Albanien unter der jahrzehntelangen Isolierung des Landes durch Ihren Mann, den Diktator Enver Hodscha. Empfinden Sie Reue?
    Hodscha: Nein. Es gab in Albanien damals keine Voraussetzungen für eine Demokratie, und es gibt sie auch heute noch nicht. In anderen Ländern des ehemaligen kommunistischen Blocks gab es vor dem Sozialismus bereits eine Form von Pluralismus. Wir dagegen wechselten direkt vom Feudalismus zu einem marxistischen System. Aber der "neue Mensch", so wie wir ihn formen wollten, dachte leider nicht daran, auf seine Eigentumsrechte und andere Gewohnheiten zu verzichten. Am Ende unserer Regierungszeit fanden wir auch keine Antwort mehr auf die Forderung der Jugend nach Veränderung.
    SPIEGEL: Die Antwort wäre Demokratie gewesen.
    Hodscha: Wir hatten eine Art Demokratie der Mehrheit. Jetzt gibt es eine chaotische Demokratie für alle. Viele Emigranten kamen nur zurück, um ihr Eigentum zurückzuerhalten - nicht wegen der Demokratie. Hinter uns standen damals die Massen ...
    SPIEGEL: ... deren Jubel Sie mit der Drohung von Haft in Straflagern erzwangen.
    Hodscha: Wir konnten nicht liberal sein, denn uns drohte Gefahr aus der Luft, von Land und von See. Unsere auswärtigen Feinde verbündeten sich mit den Widersachern in unserem Land. Deshalb mussten wir deren Familien zerstören und haben Querulanten samt ihren Verwandten aus Tirana ausgewiesen und zu Geiseln gemacht. Sie waren es dann, die die Aufrührer des Widerstands anflehten: Gebt die Opposition auf, sonst werden wir alle bestraft. Brüder, Cousinen, Eltern - wir haben sie alle leiden lassen, um unser gerechtes Ziel zu erreichen. Das war unsere Erziehung. Aber die Zahl der Gemaßregelten war weit geringer, als das heutige Regime behauptet.
    SPIEGEL: Historiker beschreiben Ihren Mann als gnadenlosen Schlächter. Wie viele politische Gegner hat er liquidieren lassen?
    Hodscha: Ich weiß es nicht. Aber wir töteten nie ohne Grund. In Albanien wollten Leute aus der Vergangenheit wieder an die Macht kommen. Alle Hinrichtungen erfolgten im Rahmen der gültigen Gesetze. Aber sicher spielte auch die Unterstützung Stalins für diese Gesetze eine Rolle.
    SPIEGEL: Aus Freundschaft zu Stalin brach Ihr Mann 1948 mit dem verbündeten Jugoslawien. Was faszinierte ihn so an dem sowjetischen Tyrannen?
    Hodscha: Damals waren alle begeistert von Stalin, schließlich hätten wir ohne ihn den Krieg nicht gewonnen. Gegenüber Albanien verhielt er sich immer korrekt. Was er innerhalb der Sowjetunion machte, interessierte uns nicht. Unsere Beziehungen zur Sowjetunion beruhten vor allem auf der realistischen Einschätzung, dass Moskau uns Schutz bieten konnte. Obwohl Tito später unser ideologischer Erzfeind wurde, respektierte ihn mein Mann als Stabilitätsfaktor auf dem Balkan. Als Tito sterbenskrank wurde, überraschte mich Enver mit der Bemerkung: "Ich wünschte, er würde noch einige Jahre leben. Du kannst dir nicht vorstellen, was jetzt in Jugoslawien passieren wird."
    SPIEGEL: 1961 zerbrach die Freundschaft zur Sowjetunion. Albaniens nächsten Verbündeten, China, jagte Ihr Mann dann 1978 aus dem Land. Sah er sich nur von Feinden umstellt?
    Hodscha: Beide Staaten hatten von uns verlangt, Albanien zu liberalisieren, sie selbst wendeten sich den USA zu. Chruschtschow wollte uns außerdem vorschreiben, welche Industrie wir entwickeln müssten, oder er verlangte, dass wir Orangen und Zitronen anbauen sollten statt Weizen. China wollte uns zu einer antisowjetischen Allianz, gemeinsam mit Rumänien und Jugoslawien, zwingen. Das entsprach, trotz unserer eingefrorenen Beziehungen zu Moskau, nicht unserer Ideologie. Denn von der Sowjetunion drohte uns keine Gefahr.
    SPIEGEL: Was hat Ihnen der ideologische Amoklauf Ihres Mannes eingebracht? Die Menschen litten, hungerten.
    Hodscha: Der Bruch mit China zwang unser Land wirtschaftlich in die Knie. Wir hatten beispielsweise ein Gesetz, das Arbeitslosigkeit verbot. Doch nun erhielten wir keine Rohstoffe mehr und fanden keine Absatzmärkte. 85 Prozent der Arbeiter wurden deshalb aus Sozialfonds bezahlt. Als wir Moskau um Weizenlieferungen baten, verlangte Chruschtschow sogar, dass wir sie mit Gold bezahlten.
    SPIEGEL: 1984 besuchte der damalige bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß Albanien, als es noch keine diplomatischen Beziehungen zwischen Bonn und Tirana gab. Er bot Kredite an und forderte im Gegenzug eine Öffnung des Landes.
    Hodscha: Nach dem Bruch mit China hatte unser Sohn meinem Mann geraten, Großbritannien und Frankreich um Hilfe zu bitten. Aber Enver bevorzugte die Deutschen, auch wenn sie unser Land von 1943 bis 1944 besetzt hatten. Die Deutschen respektierten die Albaner. Außerdem sah mein Mann eine moralische Rechtfertigung für eine mögliche Unterstützung aus Deutschland, da wir von Deutschland Kriegsreparationen verlangten. Strauß wurde von einer ranghohen Delegation empfangen, und wir waren sehr beeindruckt von seiner Offenheit. Er sagte uns vertrauliche Dinge über unsere Nachbarn und die Interessen der internationalen Gemeinschaft. Noch nie hatte jemand so offen zu uns gesprochen.
    SPIEGEL: Aber die Hilfe ist dann doch ausgeblieben?
    Hodscha: Deutschland wollte das Geld nicht als Kriegsschuldzahlung ausweisen - und unsere Verfassung verbot die Aufnahme von Krediten.
    SPIEGEL: Die Angst Ihres Mannes um seinen Machterhalt begründen Sie mit seiner Treue zur kommunistischen Ideologie. Bei der Bombardierung Jugoslawiens durch die Nato stellten Sie sich dagegen ohne Gewissensbisse hinter die USA. Sind Sie wankelmütig geworden?
    Hodscha: Ich war als Marxistin-Leninistin gezwungen, etwas zu tun, das meiner bisherigen Überzeugung widersprach. Damit stellte ich mich sogar gegen einen großen Teil meiner Freunde. Denn wir hatten die Nato als Teil des imperialistischen Systems gesehen und alles, was sie tat, verurteilt. Nun schloss ich für mich selbst einen Kompromiss mit der Nato und den USA. Es gab keinen anderen Weg, die Leiden der Albaner im Kosovo und die Serbenherrschaft dort zu beenden. Aber wir sollten keine Illusionen haben, dass wir für diese Hilfe der USA nicht auch einen Preis zahlen müssen. Sie haben großes Interesse an der Region.
    SPIEGEL: Zahlreiche ehemalige Führer der albanischen Rebellen im Kosovo zählen zu Ihren Freunden. Welchen Rat geben Sie ihnen, um das Ziel der Unabhängigkeit zu erreichen?
    Hodscha: Unsere Regierung windet sich um eine klare Aussage, weil die internationale Gemeinschaft Zurückhaltung verlangt, um die Stabilität der Region nicht zu gefährden. Doch das Kosovo muss schnellstmöglich unabhängig werden. Was eine künftige Verbindung mit Albanien angeht, müsste sie für immer sein, oder es braucht sie gar nicht erst zu geben. Mein Mann sagte immer: "Fang nichts an, wenn du nicht weißt, wie es endet."
    SPIEGEL: Werden Sie von der jetzigen Führung des Landes verfolgt?
    Hodscha: Nein, niemand belästigt mich. Ich wurde 1997 nach mehrjähriger Haft aus dem Gefängnis entlassen, habe einen Pass und konnte in den letzten Jahren nach Deutschland, Frankreich und Belgien reisen. Ich lebe in einem kleinen Raum, den mir meine Tochter überließ. Aber ich weiß nicht, warum man mir unsere Residenz nicht mehr zurückgeben will.
    INTERVIEW: RENATE FLOTTAU




    DER SPIEGEL 15/2004

  9. #9
    Karim-Benzema
    Zitat Zitat von ökörtilos Beitrag anzeigen
    Ach komm schon-sie haben nie ohne Grund getötet(sagt Nexhmije)

    Sagte sie xD

    Du glaubst alles was sie sagen


    xD

  10. #10
    ökörtilos
    Zitat Zitat von AlbNYC Beitrag anzeigen
    Sagte sie xD

    Du glaubst alles was sie sagen


    xD

    Lies dir doch mal das Interwiew durch.Klingt doch ganz vernünftig?

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