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Erdogan befiehlt Jagd auf Kurden-Kämpfer

Erstellt von Yunan, 19.10.2011, 16:03 Uhr · 84 Antworten · 5.279 Aufrufe

  1. #1
    Yunan

    Erdogan befiehlt Jagd auf Kurden-Kämpfer

    19.10.2011

    Rache für PKK-Attacken

    Erdogan befiehlt Jagd auf Kurden-Kämpfer

    Aus Istanbul berichtet Jürgen Gottschlich



    Die Türkei holt zum Gegenschlag gegen die kurdischen Rebellen aus: PKK-Kämpfer wurden am Boden und aus der Luft angegriffen. Doch die Racheaktion für den Tod von 20 Soldaten kann den Konflikt nicht beenden. Im schlimmsten Fall droht ein Bürgerkrieg.


    Die Türkei steht unter Schock: Beim schwersten Angriff der kurdischen PKK-Guerilla seit 1992 wurden in den frühen Morgenstunden des Mittwoch mehr als zwanzig Soldaten und Polizisten getötet. Die PKK hatte im Morgengrauen in einer koordinierten Aktion an neun verschiedenen Punkten Armeeunterkünfte in Orten nahe der irakischen Grenze angegriffen. Der schwerste Angriff fand in dem Ort Cukurova statt, wo allein 18 Soldaten starben.

    Der Angriff sorgte für Alarmstimmung bei der Regierung: Sämtliche Termine wurden gestrichen. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sagte einen geplanten Besuch in Kasachstan ab, Außenminister Ahmet Davutoglu flog nicht wie vorgesehen nach Belgrad, und Finanzminister Mehmet Simsek verzichtete auf einen Auftritt in Washington. Generalstabschef Necdet Özel flog bereits am frühen Morgen direkt ins Kriegsgebiet.

    Seit dem frühen Morgen tagte beim Regierungschef eine große Krisenrunde. Mittags kündigte Erdogan die massive Verfolgung der aufständischen Kämpfer an. Rund 600 türkische Soldaten wurden demnach bereits in den Nordirak geschickt, um die PKK-Angreifer zu verfolgen. Nach Militärangaben wurden bei der Aktion 18 kurdische Kämpfer getötet. Die Luftwaffe greift zudem PKK-Lager in den 100 Kilometer von der Grenze entfernten Kandil Bergen im Nordirak an. Schon seit August plant die Türkei einen Einmarsch in die Kurdengebiete, erst vor einer Woche verabschiedete das Parlament ein entsprechendes Ermächtigungsgesetz für die Regierung.

    Die Anschläge der PKK würden die Türkei nicht von ihrem Weg zu mehr Demokratie und Wohlstand abbringen können, sagte Erdogan. "Die türkische Republik wird alle Terroristen und ihren Unterstützer bis zum Ende konsequent bekämpfen. Die Schuldigen der letzten Nacht werden verfolgt und sie werden ihre Rechnung bezahlen." Erdogan gab sich gleichzeitig überzeugt, dass die PKK ihre Angriffe nicht nur aus eigener Initiative unternehme. "Es gibt Mächte, die den Friedensprozess zwischen Kurden und Türken stoppen wollen, um den Aufstieg der Türkei zur Regionalmacht zu verhindern. Das wird nicht gelingen." Wen der Ministerpräsident damit meinte, sagte er allerdings nicht.
    "Die Rache wird kommen"

    In einer ersten öffentlichen Reaktion äußerte Staatspräsident Abdullah Gül sein tiefes Mitgefühl für die Familien der getöteten Soldaten aus und verurteilte die Angriffe scharf. "Die Rache wird kommen", sagte der sichtlich schockierte Staatschef, der erst vor wenigen Tagen das Gebiet an der irakischen Grenze besucht hatte.

    Am Dienstag waren ebenfalls im kurdisch besiedelten Südosten der Türkei bereits acht Menschen getötet worden: Bei einem Bombenanschlag auf ein Polizeifahrzeug starben fünf Sicherheitsbeamte, im nachfolgenden Wagen ein Ehepaar und sein dreijähriges Kind.

    Die tödlichen Attacken der PKK vom Mittwoch sind der Höhepunkt einer Angriffsserie, die in der zweiten Julihälfte begann. Damals hatte die Führung der Rebellen einen Waffenstillstand, der fast ein Jahr gehalten hatte, aufgekündigt. Seitdem folgte ein Attentat dem nächsten, darunter auch ein schwerer Bombenanschlag mitten in Ankara im August.

    Die Regierung antwortete darauf mit einer beispiellosen Repressionswelle. Hunderte von vermeintlichen oder tatsächlichen PKK-Sympathisanten wurden verhaftet, darunter etliche kommunale Mandatsträger der legalen kurdischen Partei BDP. Die BDP hatte erst am 1. Oktober ihre 30 Abgeordneten nach monatelangem Boykott ins Parlament nach Ankara geschickt, weil dort in einer großen Kommission in dieser Woche die Arbeit an einer neuen Verfassung für die Türkei begann. Erst am Dienstag hatte die Fraktion einen Antrag im Parlament eingebracht, mit dem sie den Rücktritt des Innenministers forderte, weil dieser die Türkei "in einen Polizeistaat" verwandelt habe.

    "Niemand kann diesen Konflikt militärisch für sich entscheiden"

    Die BDP hat sich inzwischen in ungewöhnlich scharfer Form von den jüngsten PKK-Angriffen distanziert. "Wir sagen Stopp. Diese Angriffe brechen uns das Herz", hieß es in einer Erklärung in Ankara. Die Attacken brachten die Abgeordneten in eine schwierige Lage: Sie mussten die PKK-Angriffe scharf verurteilen. Ansonsten würden sie von allen anderen Abgeordneten als Terrorunterstützer verurteilt.

    Gespräche über politische Schritte zur Lösung des Konflikts sind nun vorerst undenkbar. Trotzdem gehen die meisten Beobachter in der Türkei davon aus, dass es nach den bevorstehenden schweren Kämpfen früher oder später doch wieder zu politischen Kontakten kommen muss.

    "Niemand kann diesen Konflikt militärisch für sich entscheiden", sagt zum Beispiel Saruhan Oluc. Er ist ein Linker, der an einem Bündnis kleinerer Linksparteien mit der kurdischen BPD mitarbeitet. Pessimisten in der Türkei sehen das anders: Die PKK versuche mit ihren Attacken einen landesweiten Bürgerkrieg auszulösen, der letztlich nur noch zu Abspaltung der kurdischen Gebiete führen könne.

  2. #2
    Avatar von Deimos

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    Irgendwie erinnert mich der Türken-Kurden Konflikt ein wenig an den Israel Palästina Konflikt (wegen Rachefeldzug usw.)

  3. #3
    Avatar von Katana

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    Am Dienstag und Mittwoch sind über 30 Menschen durch Pkk-Terroranschläge gestorben. Terroristen sind über die Grenze in den Irak abgehauen und wurden aber von Türkischen Soldaten verfolgt.


    Jetzt wird ernst gemacht und einmarschiert. Sogar Pkk nahe Organisationen fordern die Pkk auf, die Gewalt zu lassen. Die irakische Regierung hat ihr Mitgefühl für die Opfer der Terroranschläge geäußert und mehrmals beteuert, dass sie keine Pkk und Pkk nahe Organisationen im Land haben wollen, weswegen die Regierung unter anderem Talabani auf der Abschussliste sind.

    Die meisten Dörfer in den Einsatzgebieten wurden schon seit dem Wochenende geräumt.

    Hoffentlich wird jetzt richtig aufgeräumt.

  4. #4
    Avatar von Katana

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    Militärangriff gegen PKK: Türkei übt Vergeltung



    Bei Anschlägen der PKK wurden am Dienstag und Mittwoch über 30 Menschen getötet. Die Türkei wehrt sich nun mit Militäroperationen im Nordirak. Hier sollen die sich die Terroristen verstecken.

    Am Dienstag wurden bei einem PKK-Anschlag in Bitlis acht Menschen getötet, darunter drei Zivilisten. Am Mittwochmorgen folgten weitere Anschläge der PKK auf Militärstützpunkte in der östlichen Provinz Hakkari. Dabei starben nach aktuellen Erkenntnissen 26 Soldaten und 22 weitere wurden verletzt. Kurz darauf startete die Türkei Militäroperationen gegen die PKK im Nordirak.

    Türkische Soldaten seien den Terroristen nach den Anschlägen in Hakkari gefolgt, berichtet der türkische TV-Sender “CNNTurk”. Diese seien wieder in den Nordirak geflohen. Ein weiterer Hinweis auf ihr Fluchtziel seien die verminten Straßen gewesen, die zu den irakischen Stützpunkten führen. Hier hätten außerdem in regelmäßigen Abständen bewaffnete PKK-Mitglieder gewartet, um türkische Soldaten abzufangen.

    Von Diyarbakır aus seien türkische Kampfjets gestartet, die zur Stunde die irakischen PKK-Stützpunkte in Kandil, Zap, Hınere, Hakurk und Metina bombardierten. Dschalal Talabani, Staatspräsident des Irak, bestätigte die türkischen Militärangriffe.

    Militärangriff gegen PKK: Türkei übt Vergeltung | Deutsch Türkische Nachrichten

  5. #5
    Avatar von Katana

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    Türken protestieren gegen Terror und Gewalt in Ankara
    Demonstranten versuchten in Ankara das Ministerpräsidium zu stürmen. Sie protestieren gegen die Terroranschläge am Dienstag und Mittwoch, denen über 30 Menschen zum Opfer fielen.

    Am Mittwochmittag demonstrierte eine Gruppe mit türkischen Fahnen vor dem Ministerpräsidium. Sie riefen die Parole „Märtyrer sterben nicht – Das Vaterland wird nicht gespalten“ und versuchten an den Sicherheitsbeamten vorbei in das Gebäude zu gelangen. Im Türkischen gibt es nicht nur religiöse Märtyrer. Diejenigen, die bei der Ausübung einer Tätigkeit für die Gesellschaft getötet werden, werden ebenfalls als Märtyrer bezeichnet.

    Sicherheitsbeamte hindern Demonstranten am Eindringen in das Gebäude

    Währenddessen wurde im Ministerpräsidium ein Terrorgipfel abgehalten. Der Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan berät sich mit anderen Ministern über die weitere Vorgehensweise im Kampf gegen den Terror. Nur mit Mühe konnten die Sicherheitsbeamten die Gruppe an ihrem Vorhaben hindern.

    In den frühen Morgenstunden hatten PKK-Terroristen Militärstützpunkte im Osten der Türkei angegriffen. 28 Soldaten kamen dabei ums Leben. Die Proteste in Ankara dauern weiterhin an.
    Türken protestieren gegen Terror und Gewalt in Ankara | Deutsch Türkische Nachrichten

  6. #6
    Ya-Smell
    Na also, wird ja auch mal Zeit, scheiss PKK.

  7. #7
    Yunan
    Jawohl, immer mit dem Vorschlaghammer reinhauen, ohne Rücksicht auf Verluste.

    Die Amis haben uns vorgemacht, wie gut das im Irak funktioniert hat.

  8. #8
    Avatar von Paokaras

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    8.889
    PKK sind Terroristen also gehören sie ausgelöscht,ich mach da keinen unterschied

  9. #9
    Avatar von Katana

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    Zitat Zitat von Yunan Beitrag anzeigen
    Jawohl, immer mit dem Vorschlaghammer reinhauen, ohne Rücksicht auf Verluste.

    Die Amis haben uns vorgemacht, wie gut das im Irak funktioniert hat.
    Genau, hinnehmen das innerhalb von 1.5 Tagen 30 Menschen durch Terroristen getötet worden sind.

    Wenn sogar die Pkk nahen Organisationen genug von den Anschlägen haben und viele zivile Opfer der Anschläge selber Kurden sind, nicht einmal die irakische Regierung noch lust auf diese Terroristen hat, der Iran auch ständig mit Terror konfrontiert ist, dann aber Bitte mit dem Vorschlaghammer aber so richtig Richtig.

  10. #10
    Avatar von Deimos

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    2.254
    Wie wäre es mit einer Kurden-lösung ohne militär?

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