Wien (RK). "Belgrad und Wien - Partner im neuen Europa" lautete das Motto, unter dem eine große Wiener Delegation unter Leitung von Planungs- und Verkehrsstadtrat Rudolf Schicker Anfang der Woche in Belgrad an einem umfangreichen Programm teilnahm.


"Wien und Belgrad haben viele Gemeinsamkeiten: Die Donau, die durch beide Städte fließt, eine ähnliche Fläche und Einwohnerzahl. Ich sehe Belgrad als Kristallisationspunkt im südöstlichen Zentraleuropa. Über Jahrzehnte ist die Stadt dieser Rolle gerecht geworden, durch die internationale Isolation und den Krieg hat sie ihre Position verloren und ist nun wieder dabei, sich aufzurichten. Dabei will Wien helfen. Die vielen Arbeitsgespräche, gemeinsamen Projekte und kulturellen Aktivitäten, die wir im Rahmen der Wien-Tage gesetzt haben, und die positive Reaktion der Belgrader zeigten uns, dass das Verhältnis der beiden Städte dazu angetan ist, als Partner vor allem im Donauraum zu agieren", fasste Stadtrat Schicker gegenüber der rathaus korrespondenz die Wien-Tage zusammen.****


Belgrads Bürgermeister Nenad Bogdanovic hatte bei der offiziellen Eröffnung festgestellt: "Aus Wien sind schon immer moderne Ideen zu uns nach Serbien gekommen - die Zusammenarbeit zwischen den Städten ist eine Art Diplomatie, welche die so genannte hohe Diplomatie zu Gunsten der Bürger beeinflusst."


Wichtiger Bestandteil der Wien-Tage war das Verkehrssymposium, das TINA Vienna zusammen mit Bohmann Events veranstaltete. Dabei ging es vor allem um die Knotenfunktionen in den transeuropäischen Netzen, die ja beide Städte gemeinsam haben. Geleitet wurde das Symposium von Mag. Otto Schwetz.


Wiens Baudirektor DI Gerhard Weber leitete eine Reihe von Umwelttechnikworkshops mit Belgrader und Wiener Experten in Fortsetzung bereits bestsehender guter Kontakte auf Expertenebene.


Stadtschulratspräsidentin Dr.Susanne Brandsteidl und Dr. Franz Schimek vom Europabüro des Stadtschulrates führten gemeinsam mit den Belgrader Partnern eine Präsentation des europäischen Bildungsprojektes EdGate durch.


Weitere Präsentationen beschäftigten sich mit einer Kooperationsplattform "Information Technologies" und "Forschung und Innovation in Städten". Zwei kulturelle Ereignisse bildeten den Abschluss der Wien-Tage: Im Museum Moderner Kunst Belgrad eröffnete Kulturstadtrat Dr.Andreas Mailath-Pokorny die Ausstellung "50 Jahre Kunst und Kunstsammlung aus Wien" und im Theater "Ateljer 2121" gastierte die "Gruppe 80" mit Peter Handkes Stück "Fahrt mit dem Einbaum" in einer zweisprachigen Inszenierung, bei der Belgrader und Wiener Schauspieler gemeinsam agierten.


Die Kontakte zwischen den Städten sollen weiter intensiviert werden, denn, so Belgrads Bürgermeister: Serbien-Montenegro, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien und Albanien liefen Gefahr, nach dem EU-Beitritt Rumäniens und Bulgariens "zu einer einsamen , vom Test Europas getrennten Insel zu werden. Wir haben die letzten 15 oder 20 Jahre verloren, jetzt brauchen wir auch die Erfahrungen Wiens, um die verlorene Zeit nachzuholen." (Schluss) lf


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