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Ergebnis von und Ausblick nach Wahl in SErbien

Erstellt von The Rock, 21.01.2007, 21:52 Uhr · 222 Antworten · 6.857 Aufrufe

  1. #81
    Avatar von skenderbegi

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  2. #82
    Avatar von Srb-ija

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    Zitat Zitat von Balkan_Hass
    Zitat Zitat von Srb-ija

    und du bisst der grösste verlierer
    Mal sehen ob du in einem halben Jahr immernoch so lustig sein wirst. Dann heißt es für 5 Dinar den Arsch verkaufen. Dann würdest du dir wünschen dass es 5 ?uro wären.

    kannste selber deinene Arsch für 5 Dinar verkaufen, hab einen guten Job und verdiene sehr gut mach du dir mal keine gedanken um mich :P

    Seit wan macht ihr euch albaner um uns serben sorgen? ist mir neu !

  3. #83

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    Zitat Zitat von LaLa

    [web:9a06fddd1a]http://www.ds.org.yu/sr/index.php[/web:9a06fddd1a]
    dobra ova jelena sve joj je**m

  4. #84
    Avatar von skenderbegi

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    Alle haben gewonnen, aber wer regiert nun in Serbien?
    BELGRAD. "Alle haben gewonnen - aber wer wird regieren?", titelten die serbischen Tageszeitungen. Nach den Parlamentswahlen vom Sonntag hat nun die schwierige Regierungsbildung begonnen.

    Die Wahlen haben jedenfalls nichts einfacher gemacht. Die Radikalen stellten schon bisher die größte Fraktion im Belgrader Parlament, und sie können auch diesmal nichts mit ihrem Wahlsieg anfangen, weil sie keine Partner für eine Mehrheit finden. Die Frage ist nur, ob die anderen sich tatsächlich zusammenraufen. Den so genannten demokratischen Block gibt es in Wirklichkeit nicht.

    Bereits in der Wahlnacht beanspruchten gleich zwei Parteien des so genannten demokratischen Blockes das Amt des Ministerpräsidenten für sich. Amtsinhaber Vojislav Kostunica vom konservativen Bündnis aus Demokratischer Partei Serbiens (DSS) und der Partei Neues Serbien (NS) will an seinem Posten festhalten. Doch auch die Demokratische Partei (DS) von Präsident Boris Tadic beansprucht den Posten für sich. Tadic ist der heimliche Wahlsieger - seine DS kam auf Platz zwei und hat am meisten zugelegt.

    Kostunica könnte auch die größte Überraschung der Wahlen für sich nutzen: Die Sozialistische Partei (SPS) des verstorbenen Ex-Diktators Slobodan Milosevic ist entgegen allen Erwartungen nicht an der 5-Prozent-Hürde gescheitert und sitzt mit 16 Abgeordneten auch im neuen Parlament. Allerdings wird in Belgrad erwartet, dass der Westen Druck gegen eine Koalition Kostunicas mit der SPS ausüben wird. Kostunica jedenfalls will sich nicht in die Karten sehen lassen: "Die Frage, wer mit wem regiert, ist jetzt nicht angebracht."

    Momentan ist in Belgrad also nur eines sicher: Bis zum 25. April muss die neue Regierung stehen. Ansonsten bleibt Präsident Tadic nichts anders übrig, als Neuwahlen anzuordnen.

    Faire Wahlen

    Die internationalen Wahlbeobachter waren sich einig: "Die Wahlen waren frei und fair", stellte die OSZE fest. Überraschend war die Wahlbeteiligung, die für serbische Verhältnisse mit etwa sechzig Prozent äußerst hoch lag. Analysten sahen darin vor allem einen Grund: Nach Jahren der Resignation haben die Serben wieder Interesse an der Politik.

    vom 23.01.2007
    http://www.nachrichten.at/politik/au...6b01308bcb49b7

  5. #85
    Avatar von skenderbegi

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    23. Januar 2007, Neue Zürcher Zeitung





    Serbien vor einem schwierigen Machtpoker
    Unveränderte Kräftekonstellation nach den Parlamentswahlen

    Bei den serbischen Parlamentswahlen ist Ministerpräsident Kostunica trotz Verlusten seiner Partei in der Funktion als Königsmacher bestätigt worden. Die extremen Nationalisten hielten ihre führende Position. An den Koalitionsverhandlungen beteiligen sie sich aber nicht.




    Wok. Zagreb, 22. Januar

    Bei den Parlamentswahlen in Serbien vom Sonntag ist das bestehende Kräfteverhältnis nur geringfügig verändert worden. Laut vorläufigen Resultaten vermochte die Radikale Partei des mutmasslichen Kriegsverbrechers Seselj ihre Führung zu behaupten und errang, wie bereits vor drei Jahren, knapp einen Drittel der Mandate im 250 Sitze zählenden Parlament. Ihr Vizepräsident Nikolic schloss in der Nacht auf Montag aber eine Beteiligung an einer künftigen Regierung aus, da es der Partei an möglichen Koalitionspartnern mangle. Tatsächlich kämen dafür einzig die Sozialisten in Frage. Doch die einst staatstragende Partei Milosevics schaffte den Wiedereinzug ins Parlament nur ganz knapp und kann den Radikalen nicht zur erforderlichen Mehrheit verhelfen.

    Klare Präferenzen in Europa
    Die gemeinhin als proeuropäisch bezeichneten Parteien des sogenannten demokratischen Lagers verfügen mit etwa 150 Sitzen zwar über eine komfortable Mehrheit. Die von Staatspräsident Tadic geführten Demokraten verdoppelten beinahe ihre Sitzzahl auf 65. Kostunicas Demokratische Partei Serbiens errang im Verbund mit den Populisten von Neues Serbien 47 Mandate. Die mitregierende Expertengruppe G17plus von Finanzminister Dinkic büsste stark an Terrain ein und rangiert mit 19 Sitzen an vierter Stelle. Das ebenfalls ins Parlament eingezogene Parteienbündnis unter Führung der kleinen liberaldemokratischen Partei des einstigen Djindjic-Gefährten Jovanovic schloss bereits eine Zusammenarbeit mit Kostunica aus, da dessen chauvinistischer Revisionismus während der letzten drei Jahre Serbien habe stagnieren lassen. Doch auch ohne Jovanovic verfügen die Parteien Tadics und Kostunicas gemeinsam mit den Experten der Gruppierung G17plus über eine solide Mehrheit im Parlament. Bereits vor den Wahlen und mehr noch am Montag häuften sich die Empfehlungen aus europäischen Hauptstädten, auf dieser Basis rasch eine Regierung zu bilden.

    Einlenken Kostunicas?
    Die den serbischen Wahlen entgegengebrachte Aufmerksamkeit hängt unmittelbar mit der noch in diesem Monat erwarteten Vorlage zur rechtlichen Zukunft Kosovos zusammen. Zwar hatte Kostunica stets jegliche Form von Eigenstaatlichkeit der Provinz vehement abgelehnt, doch im Verbund mit den beiden andern, weit kompromisswilligeren und weltoffeneren Parteien wäre ein Einlenken eher denkbar. Noch sind das aber nur Wünsche. Kostunica hat seinen Anspruch auf ein Festhalten an der Regierungsführung bereits deutlich gemacht. Seine Forderung ist insofern berechtigt, als die Demokraten mit ihrem Chef Tadic schliesslich das Staatspräsidium besetzen. Präsident Tadic muss noch die Bekanntgabe der offiziellen Endresultate abwarten, bis er den Auftrag zur Regierungsbildung erteilen kann. Dass er ihn in einem ersten Versuch sich selbst erteilen könnte, verdeutlicht die Unzulänglichkeiten der geltenden Regelungen.

    Den Parteien bleibt zur Regierungsbildung eine Frist bis maximal Ende Mai. Die zu erwartende Kosovo-Regelung könnte in Belgrad Turbulenzen in einem Ausmass bewirken, das am Ende zu einem Zusammengehen von Kostunica und den Radikalen führt. Zunächst aber ist ein harter Machtpoker zu erwarten, bei dem sich Tadics Demokraten ein Maximum an Pfründen zu sichern versuchen. Ein möglicher, wenn auch in Belgrad bisher kaum in Erwägung gezogener Spielausgang könnte so aussehen, dass Kostunica seinen Anspruch auf die Regierungsführung aufgibt und im Gegenzug von den Demokraten bei den anstehenden Präsidentschaftswahlen unterstützt würde. In diesem Falle erhielte Tadic das Ministerpräsidentenamt, und Kostunica würde zum Landesvater, was seinem bedächtigen Naturell ohnehin besser entspräche. Denkbar ist aber auch, dass die prowestlichen Parteien des sogenannten demokratischen Blocks keine Einigung erzielen, die Frist verpassen und Neuwahlen abgehalten werden müssen. Ein noch besseres Abschneiden der Radikalen wäre dann sehr wahrscheinlich. Am Montag hat der Vizechef der Radikalen diese Möglichkeit ausdrücklich erwähnt. Er weiss nur allzu genau, dass Serbiens gemässigte Wähler ihre Hoffnungsträger bei Neuwahlen fallenliessen, sich aus Verbitterung gar nicht mehr an die Urnen bemühten oder aus Protest für die Radikalen votieren würden. Ein Anzeichen für einen solchen Stimmungswandel ergab das Resultat vom Sonntag. In Belgrad haben Seseljs Radikale erstmals eine Stimmenmehrheit errungen - ausgerechnet in der für ihre Weltoffenheit gerühmten Landeshauptstadt.

    Kommentar Seite 3

    http://www.nzz.ch/2007/01/23/al/articleEUKRB.html

  6. #86
    Avatar von skenderbegi

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    Eine neue Chance für Serbien
    Die Parlamentswahlen in Serbien vom Sonntag haben an den bestehenden politischen Kräfteverhältnissen nicht gerüttelt. Im Vergleich zum Urnengang von 2003 hat sich nichts Grundlegendes verändert. Die nationalistische Radikale Partei von Vojislav Seselj, der vom Uno-Tribunal in Den Haag wegen Kriegsverbrechen angeklagt ist, bleibt die stärkste politische Kraft. Die beiden grossen proeuropäischen Gruppierungen, die Demokratische Partei Serbiens des Regierungschefs Vojislav Kostunica und vor allem die Demokratische Partei von Präsident Boris Tadic, sind zusammen mit einer kleinen Reformpartei stark genug, um die extremen Nationalisten erneut von der Macht fernzuhalten. Sie haben die absolute Mehrheit und wären in der Lage, gemeinsam eine Regierung zu bilden. Verschoben hat sich lediglich das Kräfteverhältnis im sogenannten demokratischen Lager.

    MAGERER LEISTUNGSAUSWEIS

    Es stellt sich damit die gleiche Frage wie nach den Wahlen von 2003. Sind die proeuropäischen Kräfte bereit, ihre Differenzen beizulegen und die düstere Hinterlassenschaft des Milosevic-Regimes endlich hinter sich zu lassen, um Serbien wirtschaftlich voranzubringen? Der westliche Druck ist diesmal zwar stärker als vor drei Jahren. Dennoch sind Zweifel angebracht. Die Partei von Tadic und jene von Kostunica sind seit Jahren zerstritten, ihre politischen Vorstellungen in grundlegenden Fragen nicht vereinbar.

    Kaum waren die Wahllokale am Sonntag geschlossen, ging denn auch nach einer Zeit der wahltaktischen Zurückhaltung das Gezänk gleich wieder los: Kostunica und Tadic beanspruchen beide das Amt des Ministerpräsidenten für ihre Partei. Schon vor drei Jahren hatte Kostunica eine Koalition mit den Demokraten abgelehnt und es vorgezogen, sich in die Abhängigkeit von Milosevics Sozialisten zu begeben, die sein Minderheitskabinett unterstützten. Es ist denn auch denkbar, dass sich Kostunica diesmal Seseljs Radikalen in die Arme wirft, sollte dies der Erhaltung seiner eigenen Macht dienlich sein. Die wirklichen Reformer - und auch Serbien - hätten dann das Nachsehen.


    Der Leistungsausweis Kostunicas ist bescheiden. Er hatte bei seinem Amtsantritt vor drei Jahren vollmundig versprochen, Serbien nach Europa zu führen und Kosovo wieder Serbien anzugliedern. Heute ist das Land von beidem weit entfernt. Die Gespräche über ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen sind von der EU suspendiert worden, weil sich Kostunica weigert, den vom Uno-Tribunal wegen Kriegsverbrechen gesuchten früheren serbisch-bosnischen General Mladic festzunehmen und nach Den Haag zu überstellen. Von grösster Bedeutung für die Bildung einer neuen Regierung wird der Entscheid des Uno- Sondergesandten Ahtisaari über den Status Kosovos sein, der bald fallen soll. Er wird für Belgrad wohl schwer zu verdauen sein. Er dürfte aber auch die Hoffnungen der Albaner auf eine rasche und uneingeschränkte Unabhängigkeit Kosovos enttäuschen.

    Es ist für Serbien überaus wichtig, dass die Frage der Grenzen des serbischen Nationalstaates, die den politischen Diskurs fast zwanzig Jahre lang in unheilvoller Weise beherrscht hat, endlich gelöst wird und damit die serbische nationale Frage ein für alle Mal von der politischen Agenda verschwindet. Nur wenn dies der Fall ist, kann sich Serbien voll und ganz auf den dringend notwendigen Aufbau im Innern konzentrieren.

    DJINDJICS VERMÄCHTNIS

    So schmerzlich es sein mag und so sehr sich viele Serben vom Westen ungerecht behandelt fühlen - Serbien wird nach fast hundertjähriger Herrschaft die Souveränität über einen Teil seines Territoriums wohl auch de iure verlieren. De facto gehört Kosovo ohnehin schon längst nicht mehr zu Serbien. Realistischerweise gibt es dazu keine wirkliche Alternative. Serbien braucht deshalb eine Regierung, die sich dieser Entwicklung nicht mit allen Mitteln widersetzt. Wenn das Land mit dem Westen kooperiert, kann es weitgehende Zugeständnisse herausschlagen und damit den in Kosovo verbliebenen Serben am besten helfen.

    Es ist zu hoffen, dass in der neuen Regierung jene Parteien die bestimmende Rolle spielen werden, die am konsequenten prowestlichen Reformkurs des im März 2003 ermordeten Ministerpräsidenten Zoran Djindjic anknüpfen und ihre Kräfte dafür einsetzen, Serbien zu modernisieren und wirtschaftlich voranzubringen. Nur dann hat das Land eine europäische Perspektive.

    http://www.nzz.ch/2007/01/23/al/kommentarEUIMW.html

    C. Sr.

  7. #87
    Avatar von skenderbegi

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    Serbien: Schwerer Abschied von Größe

    Wahlausgang löst keine Probleme: Streit um Kosovo und Zusammenarbeit mit Den Haag

    Von Harald Raab, MZ
    Bleibt Serbien instabil mit enormen wirtschaftlichen Problemen, hoher Kriminalität und Korruption oder erfolgt eine deutliche Abkehr davon – hin zur europäischen Normalität und Aussicht auf EU-Mitgliedschaft in gar nicht so ferner Zukunft? Die Parlamentswahlen gestern haben in dem innerlich zerrissenen Balkanstaat wenig Anzeichen dafür gebracht, dass Serbiens Zukunft eine Erfolgsgeschichte werden könnte. Zwar hat die Mehrheit der 6,7 Millionen Wähler den demokratischen Parteien den Vorzug gegeben. Der nationalistischen „Radikalen Partei“ des in Den Haag wegen Kriegsverbrechens inhaftierten Vojislav Seselj – zuletzt mit 82 Mandaten stärkste Fraktion im Belgrader Parlament – muss die Regierungsmacht nicht übergeben werden.
    Doch die „Demokratische Partei“ (DS) unter Serbiens Präsident Boris Tadic, die sich prowestlich giriert, ist mit der nationalkonservativen DDS des Ministerpräsidenten Vojislav Kostunica zutiefst zerstritten. Hat es doch Kostunica fertig gebracht, noch im November letzten Jahres eine Verfassung durchzubringen, die den Kosovo als unaufgebbaren Teil Serbiens festschreibt. Es geht sogar die Angst um, dass sich Kostunica zum Erhalt seiner Macht mit dem Nationalisten Seselj verbindet. Der hat aus der Haft in den Haag heraus die Befreiung der Bosnischen Serbenrepublik gefordert. Großserbien sei das erklärte Ziel – natürlich mit dem Kosovo. Zu jedem Staat, der eine Eigenständigkeit des Kosovos befürworte, sollen die Beziehungen abgebrochen werden.

    Nationalistische Träume

    Sieht man einmal von der Mehrheit der Bürger in der Region Belgrad und in der Vojvodina ab, die zum Westen drängt, träumen noch allzu viele Serben von einem Großserbien – und das erst recht, seitdem Montenegro von der serbischen Fahne gegangen ist. Sie klammern sich an den nationalen Mythos: Der Kosovo dürfe nicht preisgegeben werden. Haben die Serben dort doch 1389 die Türken besiegt. Dabei hätten die Serben ein gutes Beispiel von den westslawischen Brüdern, den Tschechen. Sie entließen problemlos die Slowaken in die Eigenstaatlichkeit. Das Ergebnis: Beiden Völkern geht es besser als im gemeinsamen tschechoslowakischen Staat. Beide sind Mitglied der EU.

    http://www.mittelbayerische.de/SID_4...&seite=1&bild=

    ich lass das mal ausnahmsweise so stehen sodass ihr euch eure eigenen gedanken machen könnt ohne abgelenkt zu werden....

  8. #88
    Avatar von skenderbegi

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    In die Ecke gewählt


    --------------------------------------------------------------------------------

    Dass in Serbien das demokratische Lager einen großen Sieg errungen hat, haben die Wahlforscher inzwischen in ein anderes Licht gerückt. "Die Zahlen zeigen, dass sich in den letzten sechs Jahren nichts geändert hat", rechnet Zoran Lucic von der Wahlforschungsgruppe Cesid vor. Die Nationalisten hätten auch bei dieser Wahl wieder zusammen 1,4 Millionen, der so genannte demokratische Block 2,4 Millionen Stimmen errungen. "Das ist ein wenig enttäuschend", sagt der Experte. (...)

    Auf der anderen Seite haben innerhalb des demokratischen Spektrums die bisherigen Regierungsparteien deutlich verloren. Kostunicas DSS erreichte samt Partner nur 47 Mandate. Vor drei Jahren waren es noch 62 gewesen. Die kleinere Regierungspartei G17 verlor von 34 Sitzen nicht weniger als 15. Sowohl die DS als auch die DSS beharren auf dem Amt des Regierungschefs. Die LDP will auf keinen Fall mit Kostunicas DSS, und für die Partei G17 ist der designierte Ministerpräsident der DS, Bozidar Djelic, ein rotes Tuch. So lässt sich die Forderung des Auslandes, jetzt schnell eine Regierung zu bilden, nur schwer erfüllen.

    Aber auch das nationalistische Lager, neben den Radikalen noch die Sozialisten (SPS), sind mit 97 Mandaten weit von einer tragfähigen Mehrheit im 250-köpfigen Parlament entfernt. Sollte weder eine demokratische Mehrheitsregierung noch ein Minderheitskabinett unter Kostunica gemeinsam mit den Radikalen möglich sein, kämen im Mai Neuwahlen an die Reihe. Doch alle Meinungsforscher warnen, dass der demokratische Block dann vom Bürger abgestraft werden könnte.

    Bewegung in Richtung Demokratie wird von der EU aber geradezu herbeigesehnt.
    Ohne Stabilität in Serbien, so das Credo aller EU-Politiker, gibt es auf dem Balkan insgesamt keine Stabilität. (...)
    http://www.wiesbadener-kurier.de/pol...kel_id=2683799

  9. #89
    Avatar von skenderbegi

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    22.01.2007 -- Tages-Anzeiger Online
    Serbien hat nicht viel Zeit


    Von Enver Robelli, Belgrad
    Die schlechte Nachricht zuerst: Bei den Parlamentswahlen in Serbien haben die Kräfte der Vergangenheit ihre starke Stellung behauptet. Sowohl die Radikale Partei als auch die Sozialisten des verstorbenen Präsidenten Slobodan Milosevic schnitten besser ab als erwartet. Diesmal aber waren nicht nationalistische Parolen allein für den Erfolg ausschlaggebend. Die Extremisten versprachen soziale Gerechtigkeit und weniger Reformen. Mit dieser Trumpfkarte in der Hand gelang es ihnen, die Unterstützung von jenen Bürgern zu erhalten, die seit der Wende vor sechs Jahren ihre Jobs in den privatisierten Staatsbetrieben verloren haben und täglich um ihre Existenz kämpfen müssen.



    Die gute Nachricht ist, dass die demokratisch orientierten Parteien dennoch eine Mehrheit im Parlament errungen haben. Die Demokraten von Präsident Boris Tadic sind die wichtigste Kraft im Reformlager und beanspruchen zu Recht das Amt des Ministerpräsidenten. Dagegen dürfte sich der amtierende Premier Vojislav Kostunica sperren. Ohne seine Partei kann in Belgrad keine stabile Regierung zu Stande kommen. Kostunica wird seine Rolle als Königsmacher zu nutzen wissen, es ist unsicher, ob er den Demokraten den Vortritt lassen wird bei der Regierungsbildung.

    Serbien steht vor schwierigen Aufgaben und hat keine Zeit zu verlieren. In den nächsten Wochen könnte die Entscheidung über die Zukunft Kosovos fallen. Eine Abspaltung von Serbien zeichnet sich ab. Fast alle Politiker in Belgrad haben klar gemacht, dass die Provinz auf ewig serbisch bleiben müsse. Das könnte zu Spannungen mit der EU führen, die mit einer Verwaltungsmission die faktische Unabhängigkeit Kosovos überwachen will. Mehr Realitätssinn in dieser Frage, wie ihn die Demokraten an den Tag legen, wäre nur von Vorteil für Serbien.

    Eine Regierung, in der nicht Kostunica, sondern die Erben des ermordeten Premiers Zoran Djindjic eine Schlüsselrolle spielen, wird auch glaubwürdiger nach Kriegsverbrechern fahnden. In diesem Fall sollte Brüssel den Demokraten entgegenkommen und die blockierten Gespräche über eine Annäherung Serbiens an die EU wieder aufnehmen.


    http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news...nd/711096.html

  10. #90
    Avatar von skenderbegi

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    Vor der Wahl ist nach der Wahl

    Demokraten als Schlüssel zu Kosovo und Kostunica als Zünglein an der Waage

    Das einzige, was diese Regierung anbieten kann, ist Chaos“, schrieb Sonja Biserko, die Leiterin des Helsinki Komitees für Menschenrechte in Serbien im Mai 2004 und bezog sich damit auf die damals neu gewählte Regierung von Vojislav Kostunica. Welche Regierung wartet auf Serbien nach dem Wahlgang am Sonntag? Wird Serbien den europäischen Weg einschlagen können oder im Chaos enden?

    Serbien hat seit dem Beginn der neunziger Jahre viel verloren, befindet sich auch heute de facto noch immer nicht auf dem Entwicklungsstand vor dem Beginn der Kriege im Gebiet des ehemaligen Jugoslawien. So ist das politische System noch immer instabil, es stehen gewaltige Reformen im wirtschaftlichen und sozialen Bereich an, die Entscheidung in der Kosovo-Statusfrage birgt weiterhin einiges an Krisenpotential in sich.

    Die Regierung von Vojislav Kostunica mit ihrem deutlichen Festhalten an traditionellen und nationalistischen Prinzipien, politisch durch die Radikale Partei vor sich getrieben, konnte in den letzten Jahren die großen strukturellen und alltäglichen Probleme des heutigen Serbien kaum in einer konstruktiven und positiven Art und Weise angehen. Man könnte fast so weit gehen und behaupten, dass Serbien seit dem Tod von Djindjic im März 2003 mit großen Schritten vorwärts in die Vergangenheit ging. Kosovo, Mladic, die alten nationalistischen Reflexe und die aus den Kriegen und der Milosevic-Zeit hervorgegangen nepotistischen und kriminellen Netzwerke haben bis heute den Weg Serbiens Richtung EU gebremst.
    Der Wahlgang am Sonntag hat ein interessantes Ergebnis mit sich gebracht: die Radikalen (SRS) bekamen wie erwartet mit ihrem Protestwahlkampf die meisten Stimmen, die Demokratische Partei (DS) landete – und das ist sicher eine sehr positive Entwicklung – auf dem zweiten Platz mit deutlichen Stimmzugewinnen. Die Demokratische Partei Serbiens (DSS) von Kostunica mit ihrem dritten Platz wird bei den Regierungsverhandlungen das Zünglein auf der Waage sein. Die fortschrittlichen Gruppe G-17 und die Liberalen rund um Cedo Jovanovic stärken das „demokratische“ Lager, die Sozialisten des verstorbenen Milosevic sind auch im Parlament und werden weiterhin die nationale Karte spielen. Die neue Regierung wird vermutlich durch eine breite Koalition „demokratischer“ Parteien gebildet werden. Die Regierungsverhandlungen werden aber angesichts der großen Forderungen aller Seiten und der ziemlichen Zerstrittenheit einzelner Akteure sowie durch die „Belastung“ durch die Kosovo-Frage sehr schwierig sein.

    Was sind mögliche Szenarien für die nächsten Wochen und Monate? In einem positiven Szenario würden die demokratischen Parteien DS, DSS, G-17 und die Liberalen von Jovanovic schnell eine stabile Mehrheit bilden können, in der neuer Realismus zum Maßstab des Handelns wird: Die Unabhängigkeit des Kosovo muss akzeptiert, Mladic muss schnell ausgeliefert und der Weg in die EU offensiv beschritten werden. Eine Loslösung des Kosovo vom „Mutterland“ ist eine Voraussetzung für den Prozess der Europäisierung Serbiens, dies müssen die demokratischen Kräfte in Serbien erkennen.
    Ein negatives Szenario würde bedeuten, dass Kostunica als Zünglein an der Waage die Regierungsverhandlungen platzen lässt, mit Radikalen liebäugelt und die bevorstehende Entscheidung in der Kosovo-Frage zum ultimativen Politikum erhebt. Die Radikalen, weiterhin die stimmenstärkste Partei in Serbien, werden vermutlich gemeinsam mit den Sozialisten des verstorbenen Milosevic aus der Opposition heraus die destruktive und zerstörerische Protestwähler-Politik á la Haider in seinen besten Jahren fortsetzen. Serbien bleibt also zwischen dem demokratischen und nationalen Lager gespalten.
    Vor der Wahl ist nach der Wahl, alles ist weiterhin möglich. Eines sollte aber zu großer Maxime der serbischen Politiker werden: Der seit den Wahlen im Dezember 2003 begonnene Marsch der serbischen Politik vorwärts in die Vergangenheit muss im Interesse Serbiens und seiner Bürger gestoppt und von einem Marsch in die europäische Zukunft abgelöst werden.
    http://www.chilli.cc/index.php?nofra...=71-1-90&from=

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