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Ethnische Säuberungen, die USA und die UCK

Erstellt von Obelic, 22.01.2008, 13:54 Uhr · 20 Antworten · 2.567 Aufrufe

  1. #1

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    Ethnische Säuberungen, die USA und die UCK

    [h2]Ethnische Säuberungen, die USA und die UCK[/h2]
    Von der Redaktion
    3. Juli 1999
    aus dem Amerikanischen (29. Juni 1999)


    Es hat nicht lange gedauert, bis die schrecklichen Folgen des von der USA geführten Kriegs auf dem Balkan sichtbar geworden sind. Täglich erscheinen neue Berichte über Morde, Vergewaltigungen, Brandstiftungen und Plünderungen, die sich gegen die Serben und Roma im Kosovo richten und von der UCK angeführt werden. Die Angriffe haben ein solches Ausmaß angenommen, daß selbst die amerikanischen Medien sie nicht ignorieren können.
    Nach Angaben der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) plünderten zurückkehrende Albaner am Montag das serbische Dorf Belo Polje und setzten es in Brand. Mitglieder der UCK haben angeblich in dem gleichen Ort eine geistig behinderte Frau vergewaltigt und erstochen. Die Plünderung des Ortes war die jüngste in einer offensichtlich systematischen Kampagne zur Vertreibung der verbliebenen Serben, hauptsächlich älterer Menschen, aus der Stadt Pec im Westen des Kosovo und der umliegenden Dörfer. Der AP-Reporter bemerkte, daß Männer in UCK-Uniformen "auf den staubigen Straßen des Dorfes auf und ab fuhren und die Plünderungen beobachteten. NATO-Soldaten zeigten unmittelbar keine Reaktion einzuschreiten." Human Rights Watch, eine amerikanische Menschenrechtsorganisation, erklärte, es gäbe "eindeutige Beweise", daß UCK-Soldaten in mehreren westlichen Orten Serben ermordet und entführt haben.
    Im südlichen Sektor des Kosovo, der von amerikanischen Streitkräften überwacht wird, sind in der Nacht von Samstag auf Sonntag mindestens 14 Häuser niedergebrannt worden. " ‚Die letzte Nacht war schlimm‘, teilte Captain Marshall Niles der AFP [Agence France Presse] mit und sagte, er vermute, daß die Rebellen der albanischen UCK hinter dem Angriff ständen. UCK-Kämpfer wurden in der Nähe des Dorfes gesehen."
    In Prizren kam ein 85jähriger Serbe vom Einkaufen zurück und fand seine 77jährige Frau tot auf, erschlagen mit einer Axt. Weiter unten in der Straße entdeckten NATO-Kräfte einen 63jährigen Serben, der erstochen worden war.
    Mit der Rückkehr der Kosovo-Albaner aus den Lagern in Albanien und Mazedonien in das Kosovo nimmt die Gewalt zu und breitet sich aus; währenddessen setzt sich der Exodus der Kosovo-Serben fort, mehr als 50.000 haben die Region bereits verlassen. Die gegen die Serben gerichtete ethnische Säuberung findet unter der Schirmherrschaft der NATO statt, die bei ihrem Einzug in die Provinz versprach, Frieden und Demokratie zu garantieren. "Dies ist ethnische Säuberung unter dem Schutz der NATO", wie ein religiöser Führer der Serben kommentierte.
    Ganz gleich wie sehr die NATO-Politiker und Militärchefs ihr Bedauern kundtun, bleibt es doch eine Tatsache, daß die Regierungen der NATO-Länder, insbesondere die USA, die Verantwortung für die tragischen und blutigen Folgen ihrer Politik tragen. Und diese Verantwortung ist nicht genereller oder abstrakter Art. Diejenigen, die die Kampagne gegen die serbischen Zivilisten im Kosovo führen, sind die "Friedenspartner" der NATO. Präsident Clinton hat mehr als einmal die Gelegenheit genutzt, die UCK zu loben, weil sie in den Gesprächen in Rambouillet "den Weg des Friedens" gewählt hätten.
    Offizielle amerikanische Vertreter können nicht glaubwürdig behaupten, daß die UCK-Politik der ethnischen Säuberung gegen die Serben eine Überraschung darstellt. Sie steht in vollkommener Übereinstimmung mit der Geschichte und der Politik dieser reaktionären, chauvinistischen Organisation. Amerikanische Vertreter sind sich des Wesens der UCK und ihrer Führung sehr wohl bewußt. Erst im Jahre 1997 beschloß Washington, die sezessionistische Gruppe in die Liste der terroristischen Gruppen des Außenministeriums aufzunehmen. Warum wurde die UCK in der Folgezeit wieder von dieser Liste gestrichen? Welche Änderungen in den Methoden der Organisation oder ihres Auftretens rechtfertigten diese Rücknahme? Dazu wird nichts erklärt. Die Clinton-Regierung setzt darauf, daß die unterwürfige Presse solche lästigen Fragen niemals stellen wird.
    Ein Artikel von Chris Hedges, der am 25. Juni in der New York Times erschien, zeichnet ein anschauliches Porträt der UCK und ihrer Führer. Das Bild, das aus Hedges´ Artikel hervorgeht, hat wenig Ähnlichkeit mit der heroischen Befreiungsbewegung, wie sie von den Medien vor und während des Krieges dargestellt wurde. Der Artikel enthüllt das Muster, wie Rivalen und Dissidenten innerhalb der UCK zusammengeschlagen und ermordet wurden. Dies geschah auf Anordnung ihres Führers Hashim Thaci seit Anfang 1998. Durch solche Mittel konnte er seine Position in der höchsten Führungsebene festigen. (Siehe hierzu auch den Artikel: KLA leader Thaci ordered rivals executed, rebel commanders say).
    Die amerikanischen Regierungsbeamten werden kaum behaupten können, daß sie von den Ereignissen, die Hedges anführt, keine Kenntnis hatten. Die Serie von Morden fand gerade zu der Zeit statt, als Washington seine Politik von heimlicher Unterstützung für die Gruppe um Thaci in offene politische Rückendeckung änderte, während Ibrahim Rugovas Demokratische Liga des Kosovo in den Hintergrund geschoben wurde. Während der Verhandlungen in Rambouillet setzte die US-Regierung die UCK an die Spitze der Kosovo-Delegation. Die Außenministerin Madeleine Albright stellte Thaci demonstrativ als den legitimen Repräsentanten der kosovarischen Bevölkerung dar. Seit dieser Zeit fahren die USA fort, Thaci auf Kosten anderer UCK-Führer wie Adem Demaci zu unterstützen, die weniger unterwürfig gegenüber amerikanischen Forderungen zu sein scheinen.
    Der Sprecher des Außenministeriums James Rubin machte kein Geheimnis aus seinen engen Verbindungen zu Thaci, mit dem er buchstäblich jeden Tag in Kontakt steht. Als er mit der Liste von Thacis Gewalttaten innerhalb dessen eigener Organisation konfrontiert wurde, antwortete Rubin: "Wir haben einfach keine Informationen, um Behauptungen zu erhärten, daß es einen von der Führungsebene der UCK organisierten Plan für Ermordungen und Exekutionen gab." Rubin behauptete auf der Pressekonferenz vergangener Woche auch, das Außenministerium habe keine "glaubwürdigen Beweise", daß die UCK in Drogengeschäfte verwickelt ist.
    Offensichtlich sind die Ansprüche des amerikanischen Außenministeriums an Beweise bemerkenswert niedriger, wenn es um serbische Greueltaten geht, als wenn es sich um Vergewaltigungen und Morde durch Verbündete Washingtons handelt.
    Thaci und sein Haufen sind die Elemente, die die amerikanische Regierung auf die Bevölkerung des Kosovo losgelassen hat, auf Albaner wie auf Serben. Es schaudert einem bei dem Gedanken, welche Art "Demokratie" die Kosovo-Albaner unter diesem von der UCK regierten US-Protektorat erleben dürfen, von den überlebenden Serben ganz zu schweigen.
    Clinton, Albright und die Militärchefs der NATO predigen der albanischen Bevölkerung nun brüderliche Liebe. Aber die gegenwärtige Gewalt muß im Kontext der propagandistischen Anstrengungen zur Verteufelung der gesamten serbischen Bevölkerung gesehen werden, die charakteristisch für die Haltung der NATO während der gesamten Krise war. Dies war in erster Linie notwendig, um den Krieg der amerikanischen und europäischen Bevölkerung zu verkaufen oder zumindest die Opposition mundtot zu machen.
    Weiterhin sollte man sich in Erinnerung rufen, daß die NATO und die USA der UCK die Flüchtlingslager in Albanien und Mazedonien öffneten, wo diese ermutigt wurde, falls sie eine solche Ermutigung überhaupt brauchte, Haß und Rachegelüste gegen die serbische Bevölkerung zu schüren. Die UCK konnte sich das Leiden und die Orientierungslosigkeit der Kosovo-Albaner zunutze machen, die durch serbische Gewalt und Terror, das NATO-Bombardement, das Trauma der Flucht und das schreckliche Leben in den provisorischen Lagern verursacht worden sind.
    Das WSWS erwähnte einen Zwischenfall, von dem die New York Times am 7. Juni berichtete. Ein Mob albanischer Flüchtlinge schlug im Lager in Stenkovec in Mazedonien auf Mitglieder einer Roma-Familie ein: "Für einen Moment schien es, als würde der Mob albanischer Flüchtlinge den 7jährigen Roma-Jungen buchstäblich in Stücke reißen, jedes einzelne Glied ausreißen, sagten drei Flüchtlingshelfer, die den Angriff Samstag nacht beobachteten."
    Der Times -Artikel bemerkte: "In gewissem Sinn sind die Flüchtlingslager hier ein Hexenkessel des Hasses, wo zunehmend frustrierte Kosovo-Albaner sich gegenseitig als Opfer der serbischen Unterdrückung bedauern. Wie man vermuten konnte, wird in den Lagern Gruppendruck ausgeübt, die Serben zu hassen."
    Amerikanische Regierungsbeamte taten nichts, um diesen Stimmungen etwas entgegenzusetzen. Im Gegenteil, Albright besuchte dasselbe Lager unmittelbar nach dem Ende der Bombardierungen, eine Woche nach dem Angriff auf die Roma-Familie, und stachelte die Menge der Flüchtlinge an, indem sie erklärte: "Milosevic und die Serben haben die Kontrolle über das Kosovo verloren."
    Die enge Verbindung der Clinton-Regierung zu der UCK spricht Bände über den Charakter der amerikanischen Außenpolitik und diejenigen, die sie durchführen. Es ist bezeichnend, daß sich Clinton, Albright und Rubin zu Thaci und seiner Bande hingezogen fühlen. Sie werden unwiderstehlich von einem bestimmten sozialen Typus angezogen: dem halb-faschistischen, gangsterhaften "Mann der Tat". Diese Typen existieren in jedem "Krisengebiet" und viele enden auf der Gehaltsliste des amerikanischen Staats.
    Was auf dem Boden des Kosovo passiert, ist eine Anklage gegen die imperialistische Politik im allgemeinen und den amerikanischen Militarismus im besonderen. Das Streben nach militärischer Macht und geostrategischen Vorteilen sowie die Ambitionen amerikanischer Unternehmen bezüglich der ölreichen Länder östlich des Balkans haben solch chaotische und erniedrigende Bedingungen im ehemaligen Jugoslawien geschaffen, daß ein Teil der Bevölkerung sich sogar an Pogromen beteiligt.
    Was man in der gegenwärtigen Situation sehen kann, ist nur ein Vorgeschmack auf zukünftige nationale und regionale Konflikte auf dem Balkan, deren Fundament durch den NATO-Krieg gelegt ist. Aber die Folgen reichen bereits aus, um zu sehen, welch verheerende Konsequenzen es hat, wenn man die Behauptungen der USA und der europäischen Mächte glaubt, sie würden für Gerechtigkeit, Fortschritt und Humanität eintreten.

  2. #2

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  3. #3

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    Zitat Zitat von Obelic Beitrag anzeigen
    Quellenangabe?!

    Deine Propaganda kauft dir sowieso Niemand ab!

  4. #4

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    Naja, man braucht sich nur mal die Themenliste dieser Webseite anzuschauen, dann weiss man, wie neutral so eine Quelle sein kann:

    Aktuelle Analysen - Europa - Krieg im Kosovo

    Ich poste dann mal eine seriösere Berichterstattung zur Lage der Albaner und Serben im Kosova, damit auch die Leser ein wenig die Hintergründe dieses Konflikt begreifen...

    ----------------

    Serben und Albaner in Kosovo
    "Der Kosovo-Konflikt
    Serben und Albaner in Kosovo
    Historische Spurensuche an einem Kreuzweg des Balkans
    Von Christian Kind
    Der Konflikt in Kosovo lässt die Ansprüche zweier Völker zusammenprallen, die jahrhundertelang unter wechselnden Herrschaftsverhältnissen zusammengelebt hatten. Dem Wunsch einer alteingesessenen Mehrheitsbevölkerung nach Unabhängigkeit von Serbien, in dessen Grenzen sie zu leben gezwungen sind, steht in der Gegenwart ein serbischer Machtwille gegenüber, der die Albaner als Fremdkörper empfindet und von ihnen willenlose Unterordnung und Anpassung verlangt oder ihnen die Auswanderung nahelegt.

    Für die Regelung des Zusammenlebens zwischen Mehrheitsvolk und Minderheit in einem Staat gibt es genügend Vorbilder in Gestalt von Autonomielösungen mit politischen oder auch nur kulturellen Kompetenzen. Es gibt aber auch Dauerkonflikte wie im Baskenland oder in Nordirland, wo gewalttätige Gruppen den Status quo immer wieder in Frage stellen und Terrorbekämpfung und politische Lösungsversuche die staatliche Autorität ständig in Atem halten. Nirgends aber stehen sich wie in Kosovo die Forderungen nach Unabhängigkeit und nach völliger Unterordnung so krass gegenüber, dass die Idee einer begrenzten Autonomie im Lande selbst kaum Anhänger hat, sondern von aussen den Konfliktparteien als Kompromiss aufgedrängt werden muss. Die Gründe dafür liegen in der Vergangenheit, und daher muss, wer an den Entstehungsursachen interessiert ist, sich mit der Vorgeschichte des gegenwärtigen Ringens befassen.

    Nationalistisch geprägte Geschichte
    Der britische Historiker Noel Malcolm, der in der Endphase des Bosnienkriegs mit einer für einen weiten Leserkreis bestimmten «Geschichte Bosniens» hervorgetreten ist, hat jetzt auch eine Geschichte Kosovos* veröffentlicht, die interessierten Zeitgenossen den unerlässlichen Hintergrund zu den dramatischen Tagesnachrichten liefern will. Obwohl eine «Kurze Geschichte Kosovos» geplant war, hat Malcolm seine Studien breit angelegt und eine Vielzahl von Quellen und Darstellungen in den verschiedensten Sprachen wie Albanisch, Türkisch, Griechisch, Bulgarisch, Ungarisch und Serbokroatisch berücksichtigt.

    Jede Beschäftigung mit der Geschichte dieses Gebiets verlangt eine Auseinandersetzung mit der serbischen Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts, die von extrem nationalistischen Anschauungen geprägt ist und Kosovo zum Herzland und zum «Jerusalem» der Serben proklamiert hat. Der Historiker sieht sich hier nicht nur einer bestimmten Interpretation der Quellen gegenüber, sondern einem noch lebendigen nationalen Mythos von der gottgewollten Sonderrolle der Serben, der die Niederlage auf dem Amselfeld (Kosovo Polje) im Jahre 1389 mit der Befreiung von der Türkenherrschaft im 19. Jahrhundert und der heutigen Konfrontation verknüpft, in der sich dieses Volk einer ganzen Welt von Feinden gegenübersieht. Gestützt auf die Quellen lässt der britische Autor die nachträglichen Rekonstruktionen in der Geschichte der Serben und den Einfluss des Volksepos deutlich werden. Das kurzlebige serbische Grossreich, das an die Tradition von Byzanz anzuknüpfen suchte, erfährt jedoch mit seinen Klostergründungen und kulturellen Errungenschaften eine durchaus angemessene Würdigung. Im Detail seziert er die zahlreichen zeitgenössischen und späteren Versionen über Heldentum und Verrat in der Schlacht auf dem Amselfeld, in der beide Heerführer, der türkische Sultan Murat und der serbische Prinz Lazar umkamen. Historische Gewissheit über den Verlauf der Schlacht, die in mündlicher Überlieferung über die Jahrhunderte der Fremdherrschaft hin das serbische Bewusstsein prägte, vermag er dabei nicht herzustellen. Trocken hält er fest, dass für den angeblichen «Pakt mit Gott», in dem Lazar den himmlischen Ruhm statt diesseitiger Ehren wählte und der den Ursprung des populären Worts von den Serben als dem «himmlischen» Volk (nebeski narod) bildet, kein brauchbarer Beleg zu finden ist.

    Keine haltbaren Besitzansprüche
    Dem westeuropäischen Historiker bleibt nicht erspart, eine Art Schiedsrichter zwischen den Bemühungen serbischer und albanischer Geschichtsschreiber zu spielen, die aus den Quellen Mehrheiten für das eine oder andere Volk zu bestimmten Zeiten nachzuweisen suchen. Der hervorstechende Befund aus dem Studium von Namenlisten ist der eines engen Zusammenlebens und gegenseitiger Beeinflussung über lange Zeiträume zwischen den teils muslimischen, teils katholischen Hirten-Clans im nordalbanischen Hochland und der gemischten, mehrheitlich orthodoxen Agrarbevölkerung Kosovos. Malcolm relativiert die Bedeutung der serbischen Auswanderung und Wiederansiedlung im ungarischen Teil der Habsburger Monarchie und hält die sogenannte Grosse Serbische Migration unter Führung des Patriarchen (1690) auf eine angebliche Einladung des Kaisers hin für eine romantisierende Fiktion. Vor allem aber befindet er, dass sich aus den vorhandenen geschichtlichen Daten so oder so keine haltbaren Begründungen für heutige Besitzansprüche ableiten lassen.


    Wiege des albanischen Nationalstaats
    Die Geschichte Kosovos lässt sich nicht separat von den Anfängen des albanischen Nationalstaats abhandeln. Die lokalen Stammesführer in Nordalbanien und in Kosovo gehörten bis weit ins 19. Jahrhundert hinein zu den Stützen des von Bulgaren, Serben und Griechen bedrängten Osmanischen Reichs, dem sie kampftüchtige Bergbewohner als Soldaten lieferten. Sie waren in den eigenen Verhältnissen von der Zentralmacht meist unbehelligt geblieben und fanden daher auch wenig Gefallen an den sich folgenden Modernisierungsbestrebungen der Sultane und später der jungtürkischen Reformer. Im Gebiet Kosovos entstand mit der Liga von Prizren eine Bewegung, die ihre Loyalität zum Osmanischen Reich betonte, sich aber gegen neuzeitliche Forderungen aus Istanbul im Steuer- und Rekrutierungswesen wandte. Malcolm ist der Meinung, dass die Geschichte des Balkans anders hätte verlaufen können, wenn den Autonomieforderungen der Albaner mehr Raum gegeben worden wäre. So aber kam es, dass eine breite albanische Rebellion im Jahre 1912 Serbien, Montenegro, Bulgarien und Griechenland den Anlass gab, der geschwächten türkischen Herrschaft auf dem Balkan ein Ende zu bereiten. Der albanische Anspruch auf einen eigenen Staat aller Albaner geriet dabei unter die Räder. Kosovo und die albanischen Siedlungsgebiete im heutigen Mazedonien wurden von Serbien beansprucht, und hätten die europäischen Mächte nicht eingegriffen, hätten die Serben sich auch einen Zugang zur Adria durch Nordalbanien angeeignet.

    Gewaltsame Serbisierung
    Die serbischen Eroberer trafen in Kosovo auf eine mehrheitlich muslimisch-albanische Bevölkerung und eine orthodox-serbische Minderheit, die sich in ihrer archaischen Lebensweise stark von den Bewohnern Zentralserbiens unterschied. Angefeuert durch eine nationalistische Welle, begingen die serbischen Soldaten und insbesondere die irregulären Tschetnik-Formationen zahlreiche Massaker an Muslimen und gefangenen Türken, über die unter anderen der russische Kriegskorrespondent Lew Bronschtein, später Trotzki genannt, berichtete. Um die Zusammensetzung der Bevölkerung zu verändern, hatten die Serben schon im 1878 erworbenen Morava-Tal die muslimische Bevölkerung mit systematischen Gewalttaten zur Auswanderung gedrängt. Doch verhinderte der Erste Weltkrieg mit der 1915 erfolgten Besetzung durch Österreich-Ungarn die Fortsetzung dieser kolonialistischen Politik. Im neuen jugoslawischen Königreich wurde systematische Siedlungspolitik mit Abschiebung von «Türken» und Unterstützung serbischer Kolonisten betrieben, die aber wegen des weit höheren Zuwachses der Albaner die ethnische Zusammensetzung nicht wesentlich zu verändern vermochte. Gegen Kolonisierung und kulturelle Unterdrückung durch Verweigerung albanischsprachiger Schulen erhob sich in den ersten Jahren nach dem Weltkrieg die «Kacak»-Widerstandsbewegung, die anfänglich von Albanien her unterstützt wurde, sich aber später mit dem Politiker und künftigen König Zogu überwarf, der mit Jugoslawien paktierte. Die Beschreibung der Militäraktionen gegen die Aufständischen in Kosovo in Form der systematischen Beschiessung von Dörfern und der Vertreibung ihrer Bewohner erinnert an die Zeitungsmeldungen der jüngsten Vergangenheit.

    Autonomie und neue Repression
    Im Zweiten Weltkrieg befand sich der grösste Teil von Kosovo mit Albanien zusammen unter italienischer Besetzung. Bei Kriegsende wurden die Grenzen von 1918 wiederhergestellt, doch blieb zunächst offen, ob Albanien mit Jugoslawien in einer grösseren Balkan-Föderation vereinigt werden sollte. Malcolm vermag hier etwas Licht auf die Föderationspläne Titos zu werfen, denen der albanische Kommunistenführer anscheinend zustimmte. Meinungsverschiedenheiten über die Umsetzung führten dann unter anderen Ursachen zum Bruch mit Stalin, der die fast völlige Unterbrechung aller Verbindungen zu Albanien bis zur Wende von 1989 zur Folge hatte. Kosovo erlebte eine harsche Repression im Zeichen des Klassenkampfs und der Unterdrückung aller nationalen Regungen. Erst nach dem Sturz des serbischen Sicherheitschefs Rankovic im Jahre 1966 erhielt die schon zuvor auf dem Papier bestehende Autonomie von Kosovo-Metohija, wie die Provinz damals hiess, schrittweise mehr Gehalt, und 1974 wurde dem nominell zu Serbien gehörenden Gebiet in Titos Bundesstaat faktisch der Status einer Republik eingeräumt.

    In Pristina regierten fortan die kosovo-albanischen Kommunisten, zum Leidwesen serbisch- nationalistischer Kreise, die ihre Beschwerden aber nicht laut äussern durften. Nach dem Tod Titos entstand aus studentischen Protesten gegen schlechte Lebensbedingungen eine Agitation zugunsten einer eigenen Republik Kosovo. Sie wurde von den autonomen Behörden unterdrückt, bald aber äusserte sich Unzufriedenheit in Serbien über den angeblich benachteiligten Status der eigenen Republik. Auf ihren Wogen schwang sich Slobodan Milosevic 1989 zum serbischen Parteiführer auf, warf den Tito-Kommunismus über Bord und steuerte fortan einen serbisch- nationalistischen Kurs. Durch Verfassungsänderungen von oben wurde die Autonomie Kosovos jedes realen Gehalts entkleidet und zu einer blossen Formalität gemacht. Damit begann erneut eine Politik der Serbisierung, wie sie in der Zwischenkriegszeit von nationalistischen Ideologen postuliert worden war. Die Albaner reagierten darauf zunächst mit gewaltlosem Widerstand und setzten dem serbischen Machtanspruch eigene illegale Strukturen im Schul- und Gesundheitswesen entgegen. Enttäuschung über das Ausbleiben westlicher Unterstützung führte schliesslich zur bewaffneten Rebellion.

    Kolonialistische Inbesitznahme
    Am Schluss kommt Malcolm zu dem schonungslosen Fazit, dass der serbische Staat die Eroberung Kosovos im Balkankrieg als einen Akt der Befreiung proklamierte, dass es sich in Wirklichkeit aber um eine kolonialistische Inbesitznahme gegen den Willen der eindeutigen Bevölkerungsmehrheit gehandelt habe. Nur wenn das serbische Volk zur Anerkennung dieser fundamentalen Tatsache gebracht werden könne, sei eine Lösung des Konflikts denkbar. Dass Malcolm die Berechtigung des geschichtlich motivierten Anspruchs Serbiens auf Kosovo rundweg bestreitet, ist in Belgrad naturgemäss mit grossem Unmut registriert worden. Zum Sprachrohr dieses Unmuts hat sich der jugoslawisch-amerikanische Soziologe Aleksa Djilas gemacht, der 1993 nach längerer Lehrtätigkeit in den Vereinigten Staaten nach Belgrad zurückgekehrt ist. Zuhanden eines westlichen Publikums warf er Malcolm in der Zeitschrift «Foreign Affairs» antiserbische Voreingenommenheit vor und beschuldigte ihn, die serbischen Quellen vernachlässigt zu haben, blieb jedoch konkrete Belege schuldig.

    Wenn es auch in der Gewichtung einzelner Argumente unterschiedliche Auffassungen geben mag, ist die Diagnose Malcolms doch zweifellos richtig, dass es zu einer dauerhaften Lösung des Konflikts in erster Linie eines verbreiteten Gesinnungswandels unter den Serben bedarf, die mit einer demokratischen Emanzipation der serbischen Politik aus dem Griff der Macht des Präsidenten Slobodan Milosevic einhergehen müsste. Erst dann dürfte wohl auch jene politisch neutrale Geschichte Kosovos geschrieben werden, die auf anwaltschaftlichen Eifer völlig verzichten kann.

    * Noel Malcolm: Kosovo. A Short History. New York University Press, New York 1998, 492 Seiten."

    -------------

    Ich würde dir auch einmal empfehlen, seriöse wissenschaftliche Bücher zu lesen, anstatt diese Propagandaquellen, davon wirst du dumm ^^

  5. #5

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  6. #6

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    Das Problem ist nur, dass die ganze Welt weiss, wer der Aggressor dieses Krieges war...

    Die meisten albanischen Verbrechen folgten als Racheaktion, nachdem serbisches Militär und Paramilitär die Kosovaren vertrieb und erdmordete...

    Serbische Massaker in Kosova- Wider das Vergessen Geschrieben von Max Brym Dienstag, 11. September 2007 Serbische Militäreinheiten und faschistoide Paramillitärs töteten in den Jahren 1998 und 1999 rund 14.000 Albaner und Albanerinnen in Kosova. Zu 90% wurden waffenlose Zivilisten, alte Menschen, Frauen und Kinder getötet. Tausende der Ermordeten wurden in getarnten Massengräbern verschart. Viele davon befinden sich in Serbien. Wir wenden uns gegen jegliches Vergessen und gegen jeglichen Geschichtsrevisionismus. Die Menschen in Kosova müssen das Recht auf Selbstbestimmung erhalten. Kein alter oder neuer Kolonialherr hat das Recht, dieses Recht den Menschen in Kosova zu verweigern. Anbei eine Kurzdokumentation über den faschistischen Terror welcher in Kosova stattfand. Achtung die Bilder sind nichts für schwache Nerven.

    Die Ortschaften wo serbisches Massaker durchgeführt wurde:



    Das Drenica Massaker, Frauen, Kinder und alte Menschen kamen auch ums Leben



    Nun, ein paar Bilder dieser Massaker, für die Serben sind diese Leichen auch alles zu UçK-Kämpfer



    Bilder dieser Massaker: (Achtung, nichts für schwache Nerven!)

    Kosova-Aktuell - Serbische Massaker in Kosova- Wider das Vergessen

    Das serbische Militär und Paramilitär ist wirklich sehr tapfer, gegen Frauen und Kinder vorzugehen, braucht schon sehr viel Mut...

  7. #7

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    öffnet mal

    http://www.srbijazemljaheroja.com/zrtvekos.html


    Könnte auch bilder reinstellen ist mir aber zu geschmacklos ausserdem könnten ja minderjährige auf der seite sein dadurch würde ich gegen das gesetz verstoßen müsstest du als mod wissen.




  8. #8

  9. #9

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    248
    und wieder sind die serbischen quellen unseriös und albanischen absolut glaubwürdig!

    komm junge einbuddeln ist angesagt!

    mein beileid für die verstorbenen menschen auf deinen fotos wer auch immer sie sind bzw was sie sind!(ist auf den fotos nicht ersichtlich ob serbe, albaner, grieche, ägypter oder sonst was!

  10. #10

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    es gibt sicherlich serbische quellen, die auch unabhängig und neutral nachrichten bringen,

    aber srbija heroj nasa zemla...


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