Dienstag 22 März, 2005 08:10 CET

Brüssel (Reuters) - Die Europäische Kommission hat am Montag sehr gute Reformfortschritte der Balkanstaaten Bosnien und Serbien gelobt und ihnen Bereitschaft zu einer engeren Bindung an die Union signalisiert.

Beitrittsgespräche mit Kroatien hatte die EU vorige Woche wegen mangelnder Kooperation mit dem UN-Kriegsverbrechertribunal verschoben.

EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn lobte vor allem die gewachsene Bereitschaft beider Länder zur Zusammenarbeit mit dem Gericht der Vereinten Nationen (UN) in Den Haag. Zugleich signalisierte er, dass seine Berichte über die Fortschritte in Richtung EU-Mitgliedschaft positiv ausfallen würden. Seinen Bericht über Serbien hoffe er am 12. April vorlegen zu können, eine Empfehlung für Bosnien im Mai. "Es ist vollständig realistisch", sagte er zur Aufnahme von Verhandlungen über ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommens mit Bosnien gegen Ende des Jahres.

Optimistisch äußerte er sich auch zu einer engeren Bindung Serbiens an die EU. "Ich bis zuversichtlich, dass ich eine recht positive Bewertung vorlegen kann", sagte er. Es habe sehr gute Fortschritte sowohl bei der Umsetzung der Rechts- und Verwaltungsreformen gegeben als auch in der kritischen Frage der Zusammenarbeit mit dem Tribunal in Den Haag. Die Chefanklägerin des Gerichts, Carla del Ponte, wirft Serbien dagegen vor, nicht genug zu tun, um Angeklagte, einschließlich der beiden meistgesuchten Ratko Mladic und Radovan Karadzic, auszuliefern. Dem ehemaligen General und dem früheren bosnischen Serbenführer wirft das Gericht schwere Verbrechen während des Krieges in Jugoslawien vor.

Die EU hatte vorige Woche den Beginn von Beitrittsverhandlungen mit Kroatien verschoben. Sie reagierte damit auf die Einschätzung des UN-Kriegsverbrechertribunals, das Land kooperiere nicht ausreichend mit dem Gericht. Das Tribunal verlangt die Auslieferung des Ex-Generals Gotovina, dem es Verbrechen während des Jugoslawienkriegs vorwirft.




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