Berlin - Die Pläne der Europäischen Union, in absehbarer Zeit die Oberaufsicht im Kosovo von der UN-Mission Unmik zu übernehmen, konkretisieren sich offenbar. Einem Bericht der Agentur APA zufolge haben der EU-Außenbeauftragte Javier Solana und Erweiterungskommissar Olli Rehn ein Papier ausgearbeitet. Demnach soll nach Klärung der Statusfrage die Union "die internationale Führungsrolle beim Voranbringen der Reformen" in die Hand nehmen. Eine solche Politik würde vor allem den Forderungen der US-Regierung entsprechen, welche Brüssel in einer stärkeren Verantwortung auf dem Balkan sehen möchte. Dem Bericht zufolge soll die EU neben dem zivilen Apparat auch die bisher unter Unmik-Aufsicht stehende Polizei übernehmen. Die Kfor-Führung hingegen scheint nicht Teil der Pläne zu sein.

Für den Herbst werden erste Gespräche über den künftigen Status des UN-Protektorats erwartet, die in eine neue Resolution des Sicherheitsrats münden sollen - voraussichtlich im Sommer 2006. Möglicherweise würde in dieser eine tragende Rolle der EU festgeschrieben. Unmik-Chef Søren Jessen-Petersen hatte vor kurzem im Gespräch mit der WELT betont, daß ein stärkeres Engagement Brüssels für das Kosovo entscheidend sei, da die Perspektive einer EU-Annäherung Hauptmotivation zur Implementierung der geforderten Standards sei. steb

http://www.welt.de/data/2005/06/29/7...o&searchHILI=1