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Europa als Ziel: Albanien vor den Wahlen

Erstellt von Albanesi, 16.06.2005, 19:15 Uhr · 7 Antworten · 565 Aufrufe

  1. #1

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    Europa als Ziel: Albanien vor den Wahlen

    http://www.dw-world.de/dw/article/0,...618418,00.html

    Europa als Ziel: Albanien vor den Wahlen


    Am 3. Juli wird in Albanien ein neues Parlament gewählt. 15 Jahre nach dem demokratischen Wandel strebt die Regierung eine EU-Integration an, doch ein Großteil der Bevölkerung kämpft gegen Armut und Arbeitslosigkeit.



    „Wir werden den Erzfeind des albanischen Volkes bekämpfen, und das ist die Armut". Mit solchen Parolen versucht Oppositionsführer Sali Berisha, acht Jahre nach seiner unrühmlichen Abwahl nach bürgerkriegsähnlichen Unruhen wieder an die Macht zu kommen. Und er steckt den Finger in die Wunde der regierenden Sozialisten: Denn trotz einer aufblühenden Hauptstadt liegt in Albanien auch 15 Jahre nach Beginn des demokratischen Aufbruchs noch vieles im Argen. Etwa ein Viertel der Bevölkerung lebt immer noch unter der Armutsgrenze in dem drei Millionen-Seelen-Land. Die Arbeitslosenquote liegt hoch und die Produktion danieder.



    Das Volk fühlt sich vergessen



    Tirana, die Stadt der Kontraste, wird heute auch „Hauptstadt der bunten Fassaden" genannt. Hier prallen zwei Welten aufeinander: Vergangenheit und Gegenwart, Reichtum und Armut. Gerade in dem schicken Viertel der Boutiquen und Banken trifft man auch die Bettelarmen. Geprägt wird das Bild von Straßenhändlern.



    Auf einem Hocker an der Ecke des neuen Luxus-Hotels Sheraton sitzend, versucht ein alter Mann, seine Telefonkarten zu verkaufen. Vor der stechenden Sonne schützt er sich im Schatten einer Mauerecke und liest Zeitung. Auf die Frage, was es denn Neues in der heutigen Presse gebe, hat er die Antwort parat: „Die üblichen Lügen, es geht nur um die Macht und die Monopole“. Seine Aussagen untermauert er mit temperamentvollen Gesten: „Schauen Sie, es gibt doch nur diesen Sessel, auf den können wir uns nicht zu zweit setzen, weil er sonst zerbricht. Unsere Politiker kämpfen nur für sich und für die Macht. Seit 15 Jahren haben sie das Volk vergessen, niemand kümmert sich darum, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Wir haben kein Vertrauen mehr in unseren Politiker."



    „Bakschisch-Mentalität“ allgegenwärtig



    Der 70-jährige Mann hat über 20 Jahre in der Landwirtschaft Knochenarbeit geleistet. Das steht ihm ins Gesicht geschrieben. Jetzt muss er sich mit ca. 60 Euro Rente im Monat über Wasser halten. Obwohl die jetzige Regierung besser für Recht und Ordnung im Lande sorgt und er sich heute frei fühle, sei man doch keinesfalls sicher, sagt er: „Ich kann mich an niemanden wenden, wenn mir Unrecht getan wird. Obwohl heute dafür die Gerichte zuständig sind. Ich frage mich: Welche Gerichte? Man muss zahlen. Ich habe doch keinen Groschen in der Tasche."



    Was er sagt, ist nicht nur eine Behauptung: Unter der Hand geben das auch Richter und Justizbeamte zu, aber ins Mikrofon traut es sich doch keiner zu sagen. Auch in den Krankenhäusern ist es ein offenes Geheimnis: Wer gut behandelt werden will, muss den unterbezahlten Ärzten Trinkgeld geben. Bakschisch sei sogar in den Schulen von schlecht bezahlten Lehrern oft erwünscht, sagt Florenc, ein Abiturient aus Tirana. Der sportlich aussehende und kräftig gebaute junge Mann lebt seit einigen Jahren in der Metropole. Dort hat seine Familie sich in der Hoffnung angesiedelt, der bitteren Armut Nordalbaniens zu entfliehen: „Ich sehe für mich keine Perspektive in Albanien, weder in der Schule noch im Sport. Ich spiele ausgezeichnet Fußball, aber um vorwärts zu kommen, muss man hier entweder Beziehungen oder Geld haben. Ich habe weder das eine noch das andere und erlebe unverschämte Ungerechtigkeiten auch in der Schule. Für gute Noten muss man den Lehrern etwas „anbieten“. Ich möchte auswandern, egal wie und wohin."



    Keine Perspektiven



    Am 3. Juli darf der 18-jährige zum ersten Mal an die Urnen gehen, aber er weiß nicht, wem sein Votum gelten wird: „Wem soll ich mein Votum geben?! Die beiden großen Parteien, Sozialisten und Demokraten, unterscheiden sich kaum von einander. Außerdem denkt jeder Politiker, der an der Macht ist, nur ans eigene Geld und seine Interessen. Keiner kümmert sich um das Wohl des Volkes."



    Nicht weit vom Stadtzentrum entfernt harrt ein Man um die 50 den ganzen Tag an einer Bushaltstelle in der Hoffnung seine frischen Sardinen zu verkaufen. Obwohl er noch fit ist und etwas Vernünftigeres machen könnte, ist er arbeitslos: „Früher habe ich in dem Stahlwerk "Çeliku i Partisë" (Stahl der Partei) gearbeitet. Der Betrieb ist in dem Werk heutzutage lahm gelegt. Ich kriege keine Rente, weil ich das Rentenalter nicht erreicht habe."



    Deswegen sieht er sich gezwungen etwas privat zu unternehmen, um seine 4-köpfige Familie zu ernähren. Verkaufen auf der Straße ist ein unerlaubtes Geschäft - trotzdem wird sein Votum nur der Partei gelten, die die Gesetze respektiert. Ob er selber aber auf das Gesetz achte: „Sie haben mich erwischt. Aber was soll es, so ist es bei uns Albanern: Man kommt nicht voran ohne ab und zu mal zu tricksen. Schließlich haben wir uns jahrelang der Diktatur angepasst!"



    Vilma Filaj-Ballvora, Tirana
    DW-RADIO/Albanisch, 16.6.2005, Fokus Ost-Südost

  2. #2
    Avatar von lupo-de-mare

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    Re: Europa als Ziel: Albanien vor den Wahlen

    Zitat Zitat von Albanesi
    „Wir werden den Erzfeind des albanischen Volkes bekämpfen, und das ist die Armut". Mit solchen Parolen versucht Oppositionsführer Sali Berisha, acht Jahre nach seiner unrühmlichen Abwahl nach bürgerkriegsähnlichen Unruhen wieder an die Macht zu kommen............... Auf die Frage, was es denn Neues in der heutigen Presse gebe, hat er die Antwort parat: „Die üblichen Lügen, es geht nur um die Macht und die Monopole“. ........... Ich frage mich: Welche Gerichte? Man muss zahlen. Ich habe doch keinen Groschen in der Tasche."



    Was er sagt, ist nicht nur eine Behauptung: Unter der Hand geben das auch Richter und Justizbeamte zu, aber ins Mikrofon traut es sich doch keiner zu sagen. Auch in den Krankenhäusern ist es ein offenes Geheimnis: Wer gut behandelt werden will, muss den unterbezahlten Ärzten Trinkgeld geben. Bakschisch sei sogar in den Schulen von schlecht bezahlten Lehrern oft erwünscht, sagt Florenc, ein Abiturient aus Tirana. D............. Für gute Noten muss man den Lehrern etwas „anbieten“. Ich möchte auswandern, egal wie und wohin."



    Keine Perspektiven





    Vilma Filaj-Ballvora, Tirana
    DW-RADIO/Albanisch, 16.6.2005, Fokus Ost-Südost
    Die korrupten Politiker, sind der Feind des Volkes und dieser Artikel ist sehr gut. Und Salah soll nicht soviel "sch..." darher reden.

  3. #3
    Avatar von Montenegros-Finest

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    albanien und europa, da kann ich nur lachen. Ihr müsst erstmal Zivilisiert werden, damit Ihr mal überhaupt an das europäische tor klopfen könnt.

  4. #4

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    Na ja wie auch dem hoffe auf einen Sieg von Berisha.

  5. #5

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    Re: Europa als Ziel: Albanien vor den Wahlen

    Zitat Zitat von lupo-de-mare
    Die korrupten Politiker, sind der Feind des Volkes und dieser Artikel ist sehr gut. Und Salah soll nicht soviel "sch..." darher reden.
    Wirtschafts- und Justizreformen (Korruption!) bringen mit ausländischen Investoren einhergehenden wirtschaftlichen Wohlstand !

  6. #6
    Avatar von lupo-de-mare

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    Zitat Zitat von Montenegros-Finest
    albanien und europa, da kann ich nur lachen. Ihr müsst erstmal Zivilisiert werden, damit Ihr mal überhaupt an das europäische tor klopfen könnt.
    In Montenegro ist mehr Mafia und Politik Verbrecher als in Albanien!

    ich bin dort erst Anfang April durchgefahren und was ich sah (auch ein Gespräch mit einem UN Engländer) ist Grauenhaft!

  7. #7

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    Rom/Podgorica (nachrichten.at) - Geht es nach den italienischen Ermittlern, dann muss der montenegrinische Regierungschef Milo Djukanovic in Italien vor Gericht. Die Anklage: Verwicklung in Zigarettenschmuggel gigantischen Ausmaßes.

    Das Oberste Kassationsgericht in Rom kam jetzt zu dem Beschluss, dass der Premier keine internationale Immunität besitzt. Denn Montenegro sei als Teil eines Verbunds mit Serbien kein souveräner Staat. Damit ist nun der Weg für die Ankläger frei.

    Und die warten schon lange darauf: Italiens Behörden ermitteln seit mehr als einem Jahrzehnt gegen Djukanovic. Sie sind überzeugt, dass seit 1996 über Montenegro monatlich rund tausend Tonnen Zigaretten nach Italien und in andere EU-Länder geschmuggelt wurden. Dadurch ist dem EU-Budget ein Schaden von mehreren Milliarden Euro entstanden.

    Djukanovic gibt den Zigarettenschmuggel auch offen zu: Nur so habe seine Republik während der gegen Jugoslawien verhängten Sanktionen überleben können. "Die Geschäfte standen aber im Einklang mit unseren Gesetzen", fühlt er sich unschuldig.

    Der montenegrinische Zigarettenhandel war übrigens kein Geheimnis: Die ganze Welt wusste Bescheid und deckte stillschweigend den Regierungschef. Schließlich spielte Djukanovic damals auch eine politisch wichtige Rolle: Er war ein entschiedener Gegner des damaligen jugoslawischen Staatspräsidenten Milosevic.

    Seit Milosevic aber vor dem UNO-Tribunal steht, ist Schluss mit der Toleranz. Zumal Djukanovic seine Zigarettengeschäfte zuletzt auch maßlos übertrieben hat: Nicht der montenegrinische Haushalt, sondern Djukanovics Privatkonten sollen vom illegalen Zigarettentransit profitiert haben. Auch sollen zahlreiche Mitwisser eines unnatürlichen Todes gestorben sein.

    Tatsache ist jedenfalls, dass sich Montenegro neben Bosnien und dem Kosovo zu einer der wichtigsten Drehscheiben für den Schmuggel in die EU entwickelt hat. Auch für Drogen, Zwangsprostituierte und illegale Einwanderer ist Montenegro Durchgangsstation.

    20 Milliarden Euro Verlust

    Die EU schlägt schon lange Alarm: Bei jährlich mindestens 5000 in die EU geschmuggelten Containern voller Zigaretten geht es um gigantische Summen. Da beim Schmuggel von Zigaretten in die EU Mehrwertsteuer, Verbrauchssteuer und Zoll gespart werden, gehen die Schätzungen von bis zu 20 Milliarden Euro pro Jahr an Verlust aus. Seit der EU-Osterweiterung hat der Zigarettenschmuggel weiter zugenommen. In Österreich wurden im letzten Jahr 100 Millionen Stück Schmuggelzigaretten beschlagnahmt.

  8. #8
    Avatar von lupo-de-mare

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    Zitat Zitat von Albanesi
    Das Oberste Kassationsgericht in Rom kam jetzt zu dem Beschluss, dass der Premier keine internationale Immunität besitzt. Denn Montenegro sei als Teil eines Verbunds mit Serbien kein souveräner Staat. Damit ist nun der Weg für die Ankläger frei.
    t.[/b]
    Und genau wegen seinen kriminellen Geschäften wollen Dukanovic und Co. einen eigenen Staat, weil sie dann Immunität besitzen und gesuchte Freunde erhalten halt dann neue Namen und Pässe.

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