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Europas Wegweiser zum West/Ost Frieden von Ernst- Otto Czempiel

Erstellt von Mastakilla, 13.05.2009, 23:38 Uhr · 11 Antworten · 830 Aufrufe

  1. #1

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    Europas Wegweiser zum West/Ost Frieden von Ernst- Otto Czempiel

    Europas Wegweiser zum Frieden von Ernst- Otto Czempiel
    Der zu besprechende Text „Europas Wegweiser zum Frieden- Über Immanuel Kant und die Aktualität seiner strategischen Konzepte“ von Ernst- Otto Czempiel ist 1995 zu Ostern (Fest des Friedens) in dem Feuilleton der Frankfurter Rundschau erschienen.
    In dem Text stellt E.O. Czempiel die These auf, dass die Lektüre des kantschen Essays “Zum ewigen Frieden“ (1795) vom praktischen Nutzen für die Politik sei. In dem er die beiden Hauptthesen des kantschen Textes, die er als “höchst aktuelle strategische Anweisung“ bezeichnet, auf die damalige europäische Situation anwendet.
    Wie sah diese aus?
    Nachdem 1990 der Ostblock zusammengebrochen ist bzw. die DDR und die Sowjetunion sich aufgelöst haben, gab es neue Gedanken, dass der Kapitalismus sich durchgesetzt hätte.
    Außerdem herrschte zu damaliger Zeit der Jugoslawien Krieg, der 1992 in Kroatien begann und 1995 die Europapolitik dominierte.
    Weitere Widersprüche, wie die Frage zur Erweiterung der NATO, Amerikas Einstellung (die sich im Laufe der Zeit änderte) dazu und das Verlangen des Westens trotzdem weiterhin Geschäfte mit Russland zu führen, führten zu weiteren Konzeptionslosigkeiten in der Politik. Frieden? Ja, aber der Weg bis dort hin war 1995 noch unbekannt (und heute?)...
    Der Autor war der Meinung, dass damals in Europa keine “richtige“ Friedenspolitik in Europa herrsche. Dass es aber wichtig sei, es jetzt richtig zu machen, denn wenn nicht jetzt richtig gehandelt werde, dann gäbe es keine Strategie den Krieg in Zukunft zu vermeiden. Und wenn man kein Konzept hätte, das aktiv gegen Krieg arbeitet, würde man automatisch eine der sechs Kriegsursachen aktivieren.


    Viele europäische und weltliche Politiker, die sich damals darüber den Kopf zerbrachen, wie man Frieden gewährleisten könnte, hätten im Grunde das bereits vor über 200 Jahren von Kant verfasste Essay “Zum ewigen Frieden“ lesen sollen. Denn der Zusammenbruch von Osteuropa folgte nach kantschen Skript: Die Staaten sind von innen heraus implodiert (also nicht weil die BDR in die DDR einmarschiert ist, sondern, weil sie es selber wollte).
    Die erste und wichtigste These Kants zur Sicherung des Friedens ist die Demokratisierung der Staaten (auf heute übertragen bedeutet das, dass Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Versammlungsfreiheit usw. zu den Grundrechten eines jeden Staates gehören muss).
    Wenn also direkte Demokratie in einem Staat herrscht, d.h. wenn Bürger mitbestimmen dürfen, käme es zu keinem Krieg, da es ja die Bürger sind, die die Lasten des Krieges zu tragen hätten.
    Laut Kant würde kein Bürger aus eigenen Interessen für Krieg stimmen, da sie es ja wären, die etwas verlieren würden (deswegen müsse auch Wohlstand in der Gesellschaft herrschen, damit es etwas zu verlieren gibt).
    Wir schließen daraus, dass Kant damals schon erkannte, dass Geld (heute: auch Kapitalismus genannt), ausschlaggebend dafür ist, ob es sich für einen Staat lohnt Krieg zu führen oder nicht.
    Laut Alexis de Tocqueville, französischer Publizist, Politiker und Historiker (60 Jahre nach Kants Schrift), ist der Schwachpunkt der heutigen Demokratien, dass der Wille privilegierter Interessengruppen (Konzerne... auch gemeint damit ist, die 2- Klassenteilung, wie zum Beispiel Leute, die reich sind und sich dadurch eine “bessere“ Bildung erkaufen können und damit auch wieder Zugang zur Politik haben) sich zwischen den Bürgerwillen und dessen Ausführung schieben kann.
    Je mehr davon ausgeschlossen werden, desto schlechter ist es:


    Czempiel wusste, wie man Frieden sichern könnte: Nämlich in dem die NATO-Länder, Russland, Osteuropa etc. durch Politikhilfe unterstützen, anstatt 400 Mrd. US- Dollar für die Verteidigung ausgeben. Somit würde man die richtigen Konsequenzen aus Kants Essay ziehen.
    Denn: Nur Demokratien untereinander seien friedlich, jedoch seien sie gegenüber Nicht- demokratischen Staaten genauso kriegerisch, wie die Nicht- demokratischen Staaten selbst.
    Daher verlangt Kants zweite These einen Friedensbund, den er dreifach begründet: norminativ, strategisch und politologisch. Der Friede muss, um gewährleistet zu werden, vertraglich gesichert sein.
    Diese zweite These enthält gleichzeitig eine politische Strategie, da sich ein demokratischer Virus auf die Nachbarländer ausbreitet. Diese Ausbreitung darf nicht unterbunden werden.
    Diese von Kant aufgestellte These hat sich während des Ost- West- Konflikts bewährt, in dem die Demokratie den sozialistischen Staaten ihre Leistungsdefizite aufzeigte. Daraufhin breitete sich die Demokratie von selbst in den früheren sozialistischen Staaten aus.
    Wie Kant aber richtig erkannte, ist die Ausbreitung der Demokratie an einen einen Friedensbund geknüpft.
    Denn somit würde man die zweitgrößte Gewaltursache beseitigen, nämlich die des Wettrüstens (stehendes Heer).
    Diese Bedingung war zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht gegeben, da die NATO sich nach Osten hin vergrößerte, Russland aber nicht in den Friedensbund mit aufnahm. Das führte dazu, dass Russland sich (berechtigter) Weise bedroht fühlte (fühlt).
    Aufgrund dessen und des Wettrüstens, entstanden in der Vergangenheit schon oft Kriege, die keine andere Ursachen hatten, als Angst und Unsicherheit..


    Kants große Leistung liegt darin, diese beiden Thesen/Friedensursachen so miteinander zu verbinden, dass Gewaltneigung sowie von innen als auch von außen beseitigt werden.
    Er lieferte die Grundlage für die Errichtung heutiger Friedensorganisationen.


    Natürlich sind wir heute im Nachhinein klüger und wissen zwar, dass Kants Gedanken in der Theorie funktionieren und zu “ewigen“ Frieden führen würde, doch dachte er sehr optimistisch, als er annahm Demokratie und Frieden würde sich von alleine ausbreiten. Jeder Staat muss aktiv diese Entwicklung unterstützen, da die Bereitschaft von osteuropäischen Ländern und GUS schon bereits besteht.
    Um auf die Ausgangsfrage Czempiels zurück zu kommen, wie man Frieden auf der Grundlage von Kants Schriften sichern kann, kommt er selbst zu dem Schluss das es nur zwei Möglichkeiten gebe. Entweder die NATO werde so erweitert, dass Russland miteinbezogen wird, oder sie müsse Platz machen für die OSZE, die dann als gesamteuropäische Organisation, die Wirkung erbringt, welche Kant ihr zugedacht hat. Wenn die OSZE die führende gesamteuropäische Friedensorganistion werde, müsse die Nato in ihrer Macht geschwächt werden und dürfe nur als Absicherung dienen.

  2. #2
    Avatar von Hercegovac

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    15.011
    Also um die Zeit pack ich den Text nicht...^^

    Du bist ein Freak, sowas noch zu posten haha

  3. #3

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    20.935
    Zitat Zitat von HercegSrbadzija Beitrag anzeigen
    Also um die Zeit pack ich den Text nicht...^^

    Du bist ein Freak, sowas noch zu posten haha
    Entscheidend ist auch nur das rot markierte

  4. #4
    Grasdackel
    Zitat Zitat von Mastakilla Beitrag anzeigen
    Entscheidend ist auch nur das rot markierte

    Und das ist ein Riesenschwachsinn.

  5. #5

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    20.935
    Zitat Zitat von Grdelin Beitrag anzeigen
    Und das ist ein Riesenschwachsinn.
    Es ist eine (und wahrscheinlich auch logischste)Lösung für den Konflikt

  6. #6
    Grasdackel
    Zitat Zitat von Mastakilla Beitrag anzeigen
    Es ist eine (und wahrscheinlich auch logischste)Lösung für den Konflikt

    Entweder die NATO werde so erweitert, dass Russland miteinbezogen wird, oder sie müsse Platz machen für die OSZE, die dann als gesamteuropäische Organisation, die Wirkung erbringt, welche Kant ihr zugedacht hat.

    Damit würde man den Bock zum Gärtner machen.


    Wenn die OSZE die führende gesamteuropäische Friedensorganistion werde, müsse die Nato in ihrer Macht geschwächt werden und dürfe nur als Absicherung dienen.
    Die OSZE ist dazu nicht in der Lage, und solange die USA NATO-Mitglied ist, ist das unmöglich.

  7. #7
    Avatar von specialForces

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    1.759
    Wir schließen daraus, dass Kant damals schon erkannte, dass Geld (heute: auch Kapitalismus genannt), ausschlaggebend dafür ist, ob es sich für einen Staat lohnt Krieg zu führen oder nicht.
    Geld ist das größte Übel der Menschheit.

  8. #8

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    Zitat Zitat von Grdelin Beitrag anzeigen
    Damit würde man den Bock zum Gärtner machen.




    Die OSZE ist dazu nicht in der Lage, und solange die USA NATO-Mitglied ist, ist das unmöglich.
    Ich hätte vorgeschlagen, dass die UNO diese Aufgabe übernimmt.

  9. #9
    Avatar von Epirote

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    2.528
    Keine schlechte Idee. Wird aber meiner Meinung nach nie funktionieren.
    Da müssten die Staaten ihre eigenen Interessen zur Seite legen und zusammen arbeiten.

  10. #10
    Avatar von Chechen

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    Zitat Zitat von Mastakilla Beitrag anzeigen
    Ich hätte vorgeschlagen, dass die UNO diese Aufgabe übernimmt.
    du beliebst zu scherzen.

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