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Ex-GC-Coach siegt, wo Politiker versagen

Erstellt von Zurich, 28.05.2009, 12:43 Uhr · 5 Antworten · 486 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Zurich

    Registriert seit
    05.02.2007
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    Daumen hoch Ex-GC-Coach siegt, wo Politiker versagen

    Ex-GC-Coach siegt, wo Politiker versagen



    Bosnien ist ethnisch gespalten und wird von zerstrittenen Politikern mehr schlecht als recht regiert. Nun tritt ein Mann mit Schweizer Vergangenheit auf den Plan.

    Es kommt selten vor, dass westliche Politiker auf dem Balkan Klartext mit lokalen Potentaten sprechen. Oft hört man nur Floskeln und leere Versprechen über die EU-Integration. Vor diesem Hintergrund hat US-Vizepräsident Joe Biden mit seiner kürzlich gehaltenen Rede vor dem bosnischen Parlament für Aufsehen gesorgt. Biden, der sich in den 90er-Jahren gegen den Krieg in Bosnien engagierte, kritisierte scharf die nationalistischen Töne der Politiker aller Ethnien im zerstrittenen Land. «Herrgott, wann werdet ihr müde von dieser Rhetorik? Das muss aufhören!», rief der US-Politiker in den Saal.
    Es droht zwar kein Krieg in Bosnien, aber das Land kommt kaum vom Fleck. Die EU-Integration stockt, die Wirtschaftskrise verschärft sich, und die Visumspflicht für den Schengen-Raum bleibt bestehen, weil die Politiker ihre Aufgaben nicht erledigen.

    Es gibt aber ein wenig Hoffnung. Auf dem Fussballplatz. Ausgerechnet der umstrittene Fussballtrainer Miroslav «Ciro» Blazevic - der Kroate war einst Coach der Grasshoppers - hat es in den vergangenen Wochen geschafft, nicht nur auf der Zuschauertribüne Jubel auszulösen. Mit zwei Siegen gegen Belgien in der Qualifikation für die Weltmeisterschaft hat sich die bosnische Fussball-Nationalmannschaft, die seit knapp einem Jahr von Blazevic trainiert wird, in die Herzen der Bosnier gekickt. Der Höhenflug begann Ende März, als die Mannschaft im belgischen Genk überraschend mit 4:2 siegte. Kurz danach gewann die multiethnische Nationalelf im zentralbosnischen Zenica erneut gegen die Belgier. Seither bejubeln Tausende Fans die Ballzauberer vom Balkan. Nach diesen Siegen zogen die Fans lautstark singend und hupend durch die Städte, in den Strassen wehte die bisher ungeliebte bosnische Flagge, welche dem Land von westlichen Protektoren aufgezwungen wurde.



    Blazevic holt Politiker mit ins Boot

    Die Medien spekulieren bereits, die Siege auf dem grünen Rasen könnten dazu beitragen, dass Muslime, Serben und Kroaten die ethnischen Grenzen überwinden und ein gemeinsames Nationalgefühl entwickeln. Erstmals seit Kriegsende vor dreizehn Jahren werden die Erfolge der bosnischen Kicker auch im serbisch kontrollierten Teil Bosniens mit Interesse verfolgt, wie eine Radioumfrage ergab. Zu dieser Aufmerksamkeit beigetragen hat auch Blazevic mit seinem ungezügelten Temperament und seinen Schimpftiraden, die für allgemeine Erheiterung sorgen.

    Im Dezember reiste Blazevic nach Banja Luka, um den bosnisch-serbischen Ministerpräsidenten Milorad Dodik zu überreden, bei Fussballspielen Bosnien-Herzegowina zu unterstützen. Dabei schenkte er dem Politiker, der häufig die Einheit Bosniens infrage stellt, das Trikot der Nationalmannschaft mit der Nummer 11. Nun wartet Blazevic darauf, dass Dodik beim nächsten Spiel gegen die Türkei Anfang September auf der Ehrentribüne Platz nimmt. «Das wäre ein Schritt zur Versöhnung», sagt der Trainer. Und er verspricht, dass die ethnisch gemischte Nationalmannschaft bald auch im serbischen Landesteil spielen werde. An Fussballstars mangelt es dem Land nicht. Die Hoffnungen ruhen vor allem auf Angreifer Edin Dzeko vom VfL Wolfsburg, der im Spiel gegen Belgien in Zenica für das Nationalteam beide Tore erzielte.

    Nach den jüngsten Erfolgen geniesst Blazevic in Bosnien-Herzegowina fast den Status eines Staatsmannes, und er ist bei allen Ethnien beliebt. Im zentralbosnischen Travnik, wo Blazevic vor 74 Jahren geboren wurde, besuchen Fussballfans die Gräber seiner Eltern und bedanken sich, dass der «allmächtige Gott ihn im Herbst seines Lebens nach Bosnien entsandt hat». Blazevic träumt bereits von der Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Südafrika im nächsten Jahr.



    Bewunderer von Tudjman

    Dass er sich für ein multiethnisches Bosnien einsetzt, dürfte viele Beobachter irritieren. Blazevic, der 1998 die kroatische Nationalmannschaft bei der WM in Frankreich ins Halbfinale geführt hatte, war ein Verehrer des autokratischen Präsidenten Franjo Tudjman und bewunderte mutmassliche Kriegsverbrecher. Während des Krieges in Bosnien sagte Blazevic, seine Frau sei Gott sei Dank keine Muslimin. Später wurde er Trainer des Iran. Als man ihm im vergangenen Sommer anbot, Trainer der bosnischen Nationalelf zu werden, zögerte er. Seine Frau hatte ihn gewarnt, er könnte wegen seiner umstrittenen Äusserungen einem Anschlag zum Opfer fallen - so wie einst der österreichisch-ungarische Thronfolger Franz Ferdinand 1914.




    (Tages-Anzeiger)

    Erstellt: 28.05.2009, 10:26 Uhr

    Ex-GC-Coach siegt, wo Politiker versagen - News Wirtschaft: Unternehmen - bazonline.ch

  2. #2

    Registriert seit
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    8.286
    Ciro je ludjak

    Ciro

  3. #3
    Oro
    Avatar von Oro

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    1.969
    Gut so

  4. #4
    Avatar von Koma

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    ciro pederu

  5. #5
    Baader
    Zitat Zitat von Zurich Beitrag anzeigen
    Seine Frau hatte ihn gewarnt, er könnte wegen seiner umstrittenen Äusserungen einem Anschlag zum Opfer fallen - so wie einst der österreichisch-ungarische Thronfolger Franz Ferdinand 1914.


    Was für ein Bullshit.

  6. #6

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    20.935
    Aber das beste ist doch das hier:
    Ex-GC-Coach siegt, wo Politiker versagen

    Bwahahahah

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