Verletzungen von Kriegsordnung und Verbrechen gegen die Menschlichkeit werden ihm angelastet

General Pavkovic war 1999 Befehlshaber der damaligen dritten jugoslawischen Armee, die in Südserbien und dem Kosovo operierte.

Belgrad/Den Haag - Der frühere jugoslawische Generalstabchef Nebojsa Pavkovic (59), der sich am vergangenen Montag dem UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag gestellt hatte, erklärte sich am Donnerstag in allen fünf Anklagepunkten für unschuldig. Die im Oktober 2003 gegen Pavkovic und weitere drei serbische Generäle erhobene Anklage des Tribunals bezieht sich auf Verletzungen der Kriegsordnung und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Kosovo im Frühjahr 1999.

Vier Generäle angeklagt

General Pavkovic war 1999 Befehlshaber der damaligen dritten jugoslawischen Armee, die in Südserbien und dem Kosovo operierte. Er und die Generäle Vladimir Lazarevic, Sreten Lukic und Vlastimir Djordjevic hatten sich laut Anklage gemeinsamen an verbrecherischen Vorhaben beteiligt, die auf massive Vertreibungen von Kosovo-Albanern abzielte, um eine dauerhafte Kontrolle der Serben in der Provinz sicherzustellen. Im Frühjahr 1999 wurden rund 800.000 Albaner aus dem Kosovo vertrieben, ihre Häuser zerstört, Personaldokumente systematisch beschlagnahmt.

Die mitangeklagten Generäle, Lazarevic und Lukic, die sich in den vergangenen zwei Monaten dem Tribunal gestellt hatten, hatten ebenfalls auf unschuldig plädiert. Der vierte angeklagte General Djordjevic ist noch auf freiem Fuß und wird in Russland vermutet.

Die Anklage beabsichtigt einen Antrag auf Zusammenlegung des Prozesses gegen die vier Generäle mit jenem, der gegen einen weiteren Ex-Generalstabchef - Dragoljub Ojdanic - und den früheren serbischen Präsidenten Milan Milutinovic sowie den ex-jugoslawischen Vizeministerpräsidenten Nikola Sainovic geführt werden soll. Die drei letztgenannten wurden bereits im Mai 1999 wegen Kriegsverbrechen im Kosovo angeklagt.

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