Selbstmord im Gefängnis des Jugoslawien-Tribunals


Der in Den Haag zu 13 Jahren Haft verurteilte ehemalige Anführer der Krajina-Serben hat im Gefängnis Selbstmord begangen.
Seine Leiche sei am Vorabend in seiner Zelle in Scheveningen gefunden worden, teilte das Den Haager Kriegsverbrechertribunal am Montag mit. Über die Art seines Todes wenige Tage nach seinem 50. Geburtstag wurde nichts mitgeteilt. 1998 hatte bereits der serbische Kroate Slavko Dokmanovic im Gewahrsam des Tribunals Selbstmord begangen.

Zu Mord und Vertreibung bekannt
Babic war wegen Verbrechen gegen nicht-serbische Zivilisten im östlichen Kroatien verurteilt worden. Der kroatische Serbe war zwischen 1991 und 1995 Präsident und später Minister der kurzlebigen Republik der serbischen Krajina. Vor dem Tribunal in Den Haag schloss Babic 2003 eine Vereinbarung mit der Anklage, wonach er im Austausch für ein Teilgeständnis eine Strafmilderung erhielt. Er bekannte sich zu Morden und Vertreibungen und sagte zu, als Zeuge in Prozessen gegen andere aufzutreten.

Zuletzt hat Babic vor dem Tribunal im Prozess gegen einen anderen hochrangigen Funktionär der „Republik", Milan Martic, ausgesagt. Der Prozess wurde am Montag ausgesetzt. Ende 2003 war er Zeuge im noch immer laufenden Prozess gegen den früheren jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic.


Von Beruf Zahnarzt


Der in Kroatien geborene Babic war Zahnarzt. 1989 wurde er Direktor im Medizinischen Zentrum von Knin, der Hauptstadt des nach Unabhängigkeit von Kroatien strebenden Serben-Gebiets auf kroatischem Boden. Nach der Rückeroberung des Gebiets durch kroatische Truppen flüchtete Babic nach Serbien.