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14. September 2009, 12:41

Uneinigkeit zwischen lokalen Staatsanwaltschaften - Weiterhin mindestens 8.000 Vermisste

Sarajevo - Ein Kompetenzenstreit zwischen den Staatsanwaltschaften Bosnien-Herzegowinas auf lokaler Ebene blockiert derzeit die Ausgrabungen aus Massengräbern an 45 Stellen. Nach Angaben der Leiterin der Internationalen Kommission für Vermisste Personen (ICMP) in Sarajevo, Katrhyne Bomberger, für die Tageszeitung "Nezavisne novine" hat das bosnische Institut für Vermisste Personen ein Verzeichnis von 45 Stellen angefertigt, an denen Exhumierungen vorgenommen werden sollen.



Die lokalen Staatsanwaltschaften haben sich nach ihren Worten aber bisher noch nicht geeinigt, welche für die konkrete Ausgrabungen zuständig ist.
"Es ist höchste Zeit zu entscheiden, was in wessen Kompetenz liegt, da die Staatsanwaltschaften ein untrennbarer Teil des gesamten Verfahrens sind", warnte Bomberger für die in Banja Luka erscheinende Tageszeitung. Die Angaben der ICMP-Leiterin wurden dem Blatt gegenüber auch vom Leiter des Institutes für Vermisste Personen, Milan Bogdanic, bestätigt.



In Bosnien wird 14 Jahre nach dem Krieg (1992-1995) weiterhin nach 8.000 Vermissten gesucht. Im dreijährigen Krieg sind nach Angaben bosnischer Organisationen rund 100.000 Personen ums Leben gekommen. (APA)
derStandard.at