Bekanntermaßen war Österreich-Ungarn ein Vielvölkerstaat und in den Gebieten, die Ungarn verloren hat, waren die Ungarn eben in der Minderheit, Österreich hat es da kaum besser getroffen, obwohl sie, bspw. in Südtirol, z.T. sogar die Bevölkerungsmehrheit stellten. So ist es eben häufig nach verlorenen Kriegen, Deutschland kann da ja auch ein Lied von singen.

Der zunehmende Nationalismus in Ungarn wird von vielen nachbarn mit Besorgnis gesehen, obwohl wohl nicht damit zu rechnen ist, daß Ungarn seine Minderheiten "heim ins Reich" holen wird. Auch die Slowakei war zu Beginn ihrer Unabhängigkeit unter Mečiar ziemlich nationalistisch, wie fast alle ehemals kommunistischen Staaten im östlichen Europa. Mit eine Ursache dafür ist sicherlich die mangelnde Souveränität unter dem Einfluß der Sowjets, bzw. innerhalb der jugoslawischen Föderation. In dieser Zeit war Nationalbewußtsein eher so eine Art Folkloreveranstaltung und nun schlägt das Pendel eben ins andere Extrem aus. Es bleibt zu hoffen, daß sich die Lage langsam wieder normalisiert und daß alle eine gesunde Einstellung zu sich selbst und zu den Nachbarn finden.

Was das Staatsangehörigkeitsrecht angeht, so ist es auch in anderen Ländern nicht ungewöhnlich, daß man seine Staatsangehörigkeit verliert, wenn man eine neue annimmt, grundsätzlich ist das auch in Deutschland nicht anders. Doppelte Staatsangehörigkeit ist schwer und nur bei Vorlage trifftiger Gründe möglich.