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Umfrageergebnis anzeigen: Abdic?

Teilnehmer
75. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • Held

    17 22,67%
  • Verräter

    39 52,00%
  • weder/noch

    19 25,33%
Seite 28 von 33 ErsteErste ... 18242526272829303132 ... LetzteLetzte
Ergebnis 271 bis 280 von 324

Fikret Abdic - Held oder Verräter?

Erstellt von Bambi, 08.08.2011, 00:31 Uhr · 323 Antworten · 28.166 Aufrufe

  1. #271
    Avatar von Kampfposter

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    Zitat Zitat von Ratko Beitrag anzeigen
    Schachmatt bist höchstens du in deiner Propagandabirne wo jede Behauptung gleich zur unumstösslichen Wahrheit wird die man wiederlegen muss.

    Lese dir den Verfassungssatz noch 20 mal durch und vergleiche ihn mit der Nachfolgeversion, du wirst merken das es das gleiche ist.

    "Merken" wirst du es natürlich nur wenn du gewillt bist, wenn nicht bleibt dir natürlich auch weiter der Weg sich dumm zu stellen, das fällt dir ja nicht besonders schwer.


  2. #272

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    Nun. An der Frage ob die Serben in Kroatien ein konstitutives Volk waren ist nicht zu rütteln, da halte ich das Festbeissen an Formulierungen für nicht zielführend. Im Grunde genommen ist davon auszugehen, dass die Verfasser selber nicht davon ausgingen, dass es in Jugoslawien zu einer Sezession kommt. Diese Zusätze waren also eher als lavierendes Zugeständnis an die 74-er Verfassung gedacht, in der Annahme das es dazu nicht kommen wird.

    Interessanter dürfte die Frage sein, wie "Konstitutiv" zu bewerten ist -auch hinsichtlich des Völkerrechts und der freien Selbstbestimmung-. Es ist recht gewagt zu behaupten, dass den Albanern keine Sezession zustand, nur weil sie nicht als konstitutiv deklariert wurden. So weit dem Völkerrecht zu entnehmen ist, gibt es dort keinen Zusatz der besagt das nur konstitutive Völker das Recht auf eine Unabhängigkeit haben bzw. konstitutive Völker über nichtkonstitutiven stehen.

    Offensichtlich hat die Badinter-Kommission dies auch entsprechend bewertet. Dort wurden nämlich AVNOJ-Republiken als Träger der Souveränität & Selbstbestimmung anerkannt, ohne den "konstitutiven" Hinweis weiter zu beachten. Das ist natürlich nachvollziehbar, denn wie sollte sich die Selbstbestimmung auch anders ausdrücken als in Grenzen, ganz speziell bei einem Flickenteppich wie Bosnien? Der Zerfall Russlands und Jugoslawiens sollten das Völkerrecht auf eine ganz neue Problematik stellen. Denn bislang waren die Massstäbe ja kein Problem, wenn eine kompakte Ethnie in einem Siedlungsgebiet ihre Unabhängigkeit proklamiert. Nun ist aber die Situation, dass in einem dicht besiedelten Gebiet meherere Ethnien leben die unterschiedliche Auffassungen haben.

    Folgt man der serbischen Logik, dürfte also jedes Dorf seine Unabhängigkeit proklamieren, wenn man das Selbstbestimmungsrecht buchstabengetreu auslegt. Interessanter Weise rudert man in der Frage der Albaner aber zurück und versteckt sich hinter dem "Konstitutiv"....jaja.....wie es gerade passt..

    Milosevic erkannte, dass sich die eigene Position nicht durchsetzen wird und die AVNOJ-Grenzen Grundlage für eine Anerkennung bilden werden. Mit der Gewaltanwendung wollte er Tatsachen schaffen um danach auf genau der gleichen Grundlage, nämlich von "uti possidetis juris" seine Bedingungen diktieren. Genau letzteres war dann wohl auch der Grund für die Kriege die geführt wurden. Milosevic musste in den von ihm beanspruchten Gebieten dafür sorgen, dass ein ethnisch zusammenhängendes Gebilde geschaffen wird, in dem es möglichst gar keine Nichtserben gibt die mit gleicher Berechtigung irgendwann so agieren könnten, wie es die Serben aktuell tun. ?

    Milosevic blieben 2 Möglichkeiten: Auf der einen Seite ein ganzes Serbien zu behalten und sich für die Rechte der Serben in den Nachfolgestaaten einzusetzen, wozu er den notwendigen Hebel durchaus hatte. Oder aber Kriege zu initiieren und dies mit dem Verweis auf Verfassungen zu legitimieren, die er selbst ohnehin nur dann beachtet hat wenn es im passte.

  3. #273
    Avatar von Kampfposter

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    Zitat Zitat von LordVader Beitrag anzeigen
    Nun. An der Frage ob die Serben in Kroatien ein konstitutives Volk waren ist nicht zu rütteln, da halte ich das Festbeissen an Formulierungen für nicht zielführend. Im Grunde genommen ist davon auszugehen, dass die Verfasser selber nicht davon ausgingen, dass es in Jugoslawien zu einer Sezession kommt. Diese Zusätze waren also eher als lavierendes Zugeständnis an die 74-er Verfassung gedacht, in der Annahme das es dazu nicht kommen wird.
    Interessant, also nach deinem Gefühl her waren sie es, eindeutige Formulierungen in der Verfassung sind nicht so wichtig wie deine persönliche Annahme (die sich worauf genau beruft, oft gehört also muss es stimmen?).

  4. #274

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    Zitat Zitat von Kampfposter Beitrag anzeigen
    Interessant, also nach deinem Gefühl her waren sie es, eindeutige Formulierungen in der Verfassung sind nicht so wichtig wie deine persönliche Annahme (die sich worauf genau beruft, oft gehört also muss es stimmen?).
    Du verstehst anscheinend nicht worauf ich hinaus will. Meiner Meinung nach werden beide Völker in den Verfassungen der SR Hrvatska als "konstitutiv" bezeichnet. Ich frage mich, inwiefern dieser Begriff "konstitutiv" oder "staatstragend" wirklich relevant -in der Betrachtung der SFRJ- ist. In manchen Publikationen von Völkerrechtlern wird es in der Frage der SFRJ sogar in Anführungszeichen gesetzt. Wenn man sich die Entscheidung der Badinter Kommission ansieht, bei der dieser Sachverhalt praktisch völlig ausgeblendet wird, dann sollte man sich das mal genauer anschauen. Es ist also egal wer in Kroatien als konstitutiv anerkannt wurde oder nicht. Relevant war hier für die Anerkennung folgendes:

    - Jugoslawien befand sich im Zerfallsprozess. Die Republiken in den AVNOJ-Grenzen sind Produkt der Zerfallsprozesses und gehen als Staaten daraus hervor, die ihre Nachfolge bzw. ihr Innenverhältnis untereinander klären müssen.
    - Der Rechtsgegenstand "SR Kroatien" sollte seine Bevölkerung entscheiden lassen, ob er Kroatien als Unabhängigen Staat ansehen will, oder aber dieser mit Serbien einen neuen Staatenbund bildet. Gleiches auch für BiH.
    - Einhaltung der Minderheitenrechte nach dem Standards der damaligen EG (heute EU). Kroatien musste hierfür seine Verfassung noch einmal abändern.

    Das war der Grund für die Kriege Milosevics. Seine Hoffnung das der jugoslawische Zerfall einhergeht mit der Änderung von AVNOJ-Grenzen hat sich nicht erfüllt. Also blieb ihm letzlich nur die Initiierung der Kriege.

    Selbst in BiH hat das Veto-Recht praktisch nicht das serbische Volk, sondern die Republika Srpska als Rechtsgegenstand. Deshalb spricht man ja auch von der "Entitäten-Blockade" oder "Entitetsko glasanje". Was würde passieren, wenn in der RS eine Situation eintritt, in der Kroaten und Bosniaken die Mehrheit stellen würden. In diesem Falle könnte die RS Entscheidungen auf Bundesebene nicht ohne weiteres blockieren. Innnerhalb der RS bliebe den Serben "nur" das Veto in der Völkerkammer, was aber dann letzlich vom Verfassungsgericht der RS wieder einkassiert werden würde, da diese Zusammensetzung vornehmlich von Kroaten & Serben dominiert werden würde.

  5. #275

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    Als Nachtrag: Weitläufig wird -insbesondere von unseren serbischen Freunden- der Eindruck vermittelt, dass sich die Teilrepubliken illegal aus einem Staat verabschiedet haben, der sich bester Funktionalität erfreute. Mitnichten ist dies der Fall. Praktisch basierte dieses Land auf 3 wesentlichen Säulen: Einmal dem Bund der Kommunisten, dem gemeinsamen Staatspräsidium und der Jugoslawischen Volksarmee. Der BDK war 1991 tot, als die Slowenen sich aus ihm vorher verabschiedeten. Das Staatspräsidium wurde durch die Rücknahme der Autonomiestatusse faktisch untergraben, weit bevor Kroatien und Slowenien die Sezession formell auf den Weg brachten. Die jugoslawische Volksarmee war zwar funktional, befand sich aber seit 1989 in einem Transformationsprozess hin zu einer Armee, die letzlich nur noch serbische Interessen vertreten sollte. Wer daran glaubt, dass die Gründung des Knin-Korps mit territorialen Verantwortlichkeiten ungefähr mit den Aussengrenzen der späteren RSK ein Zufall war, darf auch an den Weihnachtsmann glauben.

    Stellen wir also fest: 1991 hatten die Bundesinstitutionen keine Hoheit mehr in den Republiken. Gesetze und Erlasse des Belgrader Parlaments hatten in manchen Republiken keine Gültigkeit. Es ist absolut richtig und legitim, dass die Badinter-Kommission die Feststellung traf, das sich Jugoslawien in einem Zerfallsprozess befindet.

    Als Resultat daraus erkannte die Badinter-Kommission, dass der Zerfall Jugoslawiens neue Staaten hervorbrachte: Nämlich die Teilrepubliken im Rahmen ihrer AVNOJ-Grenzen und die in ihrer Verfassung z.T. schon als Staaten definiert waren (Siehe Amandman LX von 1990 (Vor der ersten Wahl in BiH, also vor Izetbegovic): "Republika Bosna i Hercegovina je demokratska suverena država....."). In den Gutachten der badinter Kommission war nun geregelt, dass diese Staaten ihr Verhältnis untereinander, unter Respektierung der AVNOJ-Grenzen zu klären haben. Vornehmlich bedeutet das: Wollen diese Staaten ihre Unabhängigkeit von anderen Republiken, oder zusammen mit Serbien und anderen Staaten einen neuen Staat gründen ?

    Ein Referendum wäre in jedem Fall von Nöten gewesen, egal ob Unabhängigkeit oder die Gründung eines neuen Staates -hier mit Slobodan Milosevic-. Die Resultate unterstellen wir einfach mal:

    Wollen Sie ein unabhängiges Bosnien ? = 2/3 der Einwohner dafür, 1/3 dagegen.

    Hier schreien die Serben gerne immer wieder auf, weil sie ja als Volk überstimmt wurden. Demokratische Grundsätze gelten da natürlich nicht, weil Überstimmung von Volk geht ja mal gar nicht. Konstitutiv, geht nicht.....und und und....

    Wollen Sie ein Bosnien zusammen im Staatenbund mit Serbien ? = 2/3 dagegen, 1/3 dafür

    Hier bekommt der serbische Legalismus plötzlich einen Aussetzer. Denn 2/3 der Bevölkerung einen unter diesen Umständen legitimen Wunsch zu verweigern geht unter allen Umständen klar. Wie ist es denn hier um den Wunsch von 2 von 3 der konst. Völker in BiH bestellt ? Besser noch: Man ist darauf gerüstet, im wahrsten Sinne des Wortes. Dann kann man nämlich militärisch losschlagen, in dem man allerhand Horrorszenarien an die Wand malt die -wie sich später herausstellt- nichts weiter waren als entlarvende Unterstellung. Wer also davon ausgeht, dass die anderen einen ethnisch wegputzen, der hat solche Szenarien schon längst zum eigenen Vorteil kalkuliert. Diese lauten: Entweder ihr bösen 66% macht es so wir wir 33% es wollen, oder ihr seit selber Schuld das es Krieg gibt und in der Folge selber dafür verantwortlich das im Rahmen "unserer" Verteidigungsmassnahmen es zu Vertreibung, Vergewaltigung und Mord kommt, wie man es nach 45 in Europa nicht mehr gesehen hat.

    Wie erwähnt: Die Unabhängigkeitserklärungen der Republiken sind zunächst eimal nicht das Papier wert auf dem sie stehen. Viel wichtiger ist: Wer erkennt diese Sezessionen denn auch an ? Als sich abzeichnete das -auf Grundlage der Badinter Kommission- die Erklärungen auch im Rahmen von Anerkennung angenommen werden und dies zudem auch auf Basis der Republiksgrenzen erfolgt, blieb Milosevic -der den nationalistischen Zug schon seit 1987 ins Rollen brachte- nur die Option einen Krieg zu initiieren.

    Damit ist klar, dass serbische Politiker nicht nur die Hauptverantwortung für Kriegsverbrechen tragen, sondern auch im wesentlichen für den Beginn der Kriege verantwortlich sind, weil sie dieses Mittel zur Durchsetzung ihrer Interessen gewählt haben, ohne das eine echte physische Gefahr für die Serben bestand.

  6. #276

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    Zitat Zitat von LordVader Beitrag anzeigen
    Als Nachtrag: Weitläufig wird -insbesondere von unseren serbischen Freunden- der Eindruck vermittelt, dass sich die Teilrepubliken illegal aus einem Staat verabschiedet haben, der sich bester Funktionalität erfreute. Mitnichten ist dies der Fall. Praktisch basierte dieses Land auf 3 wesentlichen Säulen: Einmal dem Bund der Kommunisten, dem gemeinsamen Staatspräsidium und der Jugoslawischen Volksarmee. Der BDK war 1991 tot, als die Slowenen sich aus ihm vorher verabschiedeten. Das Staatspräsidium wurde durch die Rücknahme der Autonomiestatusse faktisch untergraben, weit bevor Kroatien und Slowenien die Sezession formell auf den Weg brachten. Die jugoslawische Volksarmee war zwar funktional, befand sich aber seit 1989 in einem Transformationsprozess hin zu einer Armee, die letzlich nur noch serbische Interessen vertreten sollte. Wer daran glaubt, dass die Gründung des Knin-Korps mit territorialen Verantwortlichkeiten ungefähr mit den Aussengrenzen der späteren RSK ein Zufall war, darf auch an den Weihnachtsmann glauben.

    Stellen wir also fest: 1991 hatten die Bundesinstitutionen keine Hoheit mehr in den Republiken. Gesetze und Erlasse des Belgrader Parlaments hatten in manchen Republiken keine Gültigkeit. Es ist absolut richtig und legitim, dass die Badinter-Kommission die Feststellung traf, das sich Jugoslawien in einem Zerfallsprozess befindet.

    Als Resultat daraus erkannte die Badinter-Kommission, dass der Zerfall Jugoslawiens neue Staaten hervorbrachte: Nämlich die Teilrepubliken im Rahmen ihrer AVNOJ-Grenzen und die in ihrer Verfassung z.T. schon als Staaten definiert waren (Siehe Amandman LX von 1990 (Vor der ersten Wahl in BiH, also vor Izetbegovic): "Republika Bosna i Hercegovina je demokratska suverena država....."). In den Gutachten der badinter Kommission war nun geregelt, dass diese Staaten ihr Verhältnis untereinander, unter Respektierung der AVNOJ-Grenzen zu klären haben. Vornehmlich bedeutet das: Wollen diese Staaten ihre Unabhängigkeit von anderen Republiken, oder zusammen mit Serbien und anderen Staaten einen neuen Staat gründen ?

    Ein Referendum wäre in jedem Fall von Nöten gewesen, egal ob Unabhängigkeit oder die Gründung eines neuen Staates -hier mit Slobodan Milosevic-. Die Resultate unterstellen wir einfach mal:

    Wollen Sie ein unabhängiges Bosnien ? = 2/3 der Einwohner dafür, 1/3 dagegen.

    Hier schreien die Serben gerne immer wieder auf, weil sie ja als Volk überstimmt wurden. Demokratische Grundsätze gelten da natürlich nicht, weil Überstimmung von Volk geht ja mal gar nicht. Konstitutiv, geht nicht.....und und und....

    Wollen Sie ein Bosnien zusammen im Staatenbund mit Serbien ? = 2/3 dagegen, 1/3 dafür

    Hier bekommt der serbische Legalismus plötzlich einen Aussetzer. Denn 2/3 der Bevölkerung einen unter diesen Umständen legitimen Wunsch zu verweigern geht unter allen Umständen klar. Wie ist es denn hier um den Wunsch von 2 von 3 der konst. Völker in BiH bestellt ? Besser noch: Man ist darauf gerüstet, im wahrsten Sinne des Wortes. Dann kann man nämlich militärisch losschlagen, in dem man allerhand Horrorszenarien an die Wand malt die -wie sich später herausstellt- nichts weiter waren als entlarvende Unterstellung. Wer also davon ausgeht, dass die anderen einen ethnisch wegputzen, der hat solche Szenarien schon längst zum eigenen Vorteil kalkuliert. Diese lauten: Entweder ihr bösen 66% macht es so wir wir 33% es wollen, oder ihr seit selber Schuld das es Krieg gibt und in der Folge selber dafür verantwortlich das im Rahmen "unserer" Verteidigungsmassnahmen es zu Vertreibung, Vergewaltigung und Mord kommt, wie man es nach 45 in Europa nicht mehr gesehen hat.

    Wie erwähnt: Die Unabhängigkeitserklärungen der Republiken sind zunächst eimal nicht das Papier wert auf dem sie stehen. Viel wichtiger ist: Wer erkennt diese Sezessionen denn auch an ? Als sich abzeichnete das -auf Grundlage der Badinter Kommission- die Erklärungen auch im Rahmen von Anerkennung angenommen werden und dies zudem auch auf Basis der Republiksgrenzen erfolgt, blieb Milosevic -der den nationalistischen Zug schon seit 1987 ins Rollen brachte- nur die Option einen Krieg zu initiieren.

    Damit ist klar, dass serbische Politiker nicht nur die Hauptverantwortung für Kriegsverbrechen tragen, sondern auch im wesentlichen für den Beginn der Kriege verantwortlich sind, weil sie dieses Mittel zur Durchsetzung ihrer Interessen gewählt haben, ohne das eine echte physische Gefahr für die Serben bestand.

    es war nur eine seite für den krieg gut gerüstet,und wurde von deren politiker zum krieg aufgestachelt,das sieht man jetzt auch durch den karadzic-prozess,der vieles wieder ans licht bringt.
    was wäre passiert hät es den krieg nicht gegeben und BIH wäre ein normaler staat,wären die serben heute zwangsbeschnitten??

  7. #277
    Avatar von Vjecna Vatra

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    Das was mich interessiert ist: Was lief da bei der Präsidentenwahl damals, wieso wurde er nicht Präsident sondern Alija, war es freiwillig, welche Gründe hatte er?

    Alles Vergangenheit, aber trotzdem interessant.

  8. #278

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    Zitat Zitat von Vjecna Vatra Beitrag anzeigen
    Das was mich interessiert ist: Was lief da bei der Präsidentenwahl damals, wieso wurde er nicht Präsident sondern Alija, war es freiwillig, welche Gründe hatte er?

    Alles Vergangenheit, aber trotzdem interessant.
    Abdic erhielt die meisten Stimmen, überliess aber Izetbegovic trotzdem das Amt. Dieser Vorgang wurde dann später auch von der HDZ und der SDS anerkannt, die formell Izetbegovic zum Vorsitzenden des damaligen BH Präsidiums wählten. Warum Abdic das Amt Izetbegovic überliess ist unklar, er selbst hat sich dazu nie eindeutig geäussert. Seine Tochter sprach von Morddrohungen, was aber von unabhängiger Quelle nie bestätigt wurde. Zum damaligen Zeitpunkt waren Izetbegovic und Abdic noch nicht verfeindet, das kam erst später.

    So wie ich Abdic einschätze war ihm mehr daran gelegen in Kladusa ein kleines Reich aufzubauen, anstatt Verantwortung für ganz BiH zu übernehmen. Im Gegensatz zu Izetbegovic war er nicht mit der Hyptohek der Islamischen Deklaration belastet, galt nicht als konservativer Moslem. Im Grunde genommen gute Bedingungen um den nationalistischen Zug zu bremsen. Nur: Abdics Leben war Kladusa, Agrokommerc, dort waren seine Leute um deren Anerkennung er sich nicht bemühen musste. Der Job für BiH war schwieriger.

    In Bihac gibt es nicht wenige die der Meinung sind, dass er weniger auf Druck von Izetbegovic sondern vielmehr aufgrund eines vorteilhaften Angebotes der Serben zurückgetreten ist, die ihm angebl. frühzeitig signalisiert haben der Kladusa Region einen Sonderstatus zu geben, wenn sie die Füsse still hält. Letzlich kam es ja auch so mit der Proklamation der APZB, welche am Ende (erfolglos) von den Serben mitverteidigt werden musste.

  9. #279

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    Zitat Zitat von LordVader Beitrag anzeigen
    Als Nachtrag: Weitläufig wird -insbesondere von unseren serbischen Freunden- der Eindruck vermittelt, dass sich die Teilrepubliken illegal aus einem Staat verabschiedet haben, der sich bester Funktionalität erfreute. Mitnichten ist dies der Fall. Praktisch basierte dieses Land auf 3 wesentlichen Säulen: Einmal dem Bund der Kommunisten, dem gemeinsamen Staatspräsidium und der Jugoslawischen Volksarmee. Der BDK war 1991 tot, als die Slowenen sich aus ihm vorher verabschiedeten. Das Staatspräsidium wurde durch die Rücknahme der Autonomiestatusse faktisch untergraben, weit bevor Kroatien und Slowenien die Sezession formell auf den Weg brachten. Die jugoslawische Volksarmee war zwar funktional, befand sich aber seit 1989 in einem Transformationsprozess hin zu einer Armee, die letzlich nur noch serbische Interessen vertreten sollte. Wer daran glaubt, dass die Gründung des Knin-Korps mit territorialen Verantwortlichkeiten ungefähr mit den Aussengrenzen der späteren RSK ein Zufall war, darf auch an den Weihnachtsmann glauben.

    Stellen wir also fest: 1991 hatten die Bundesinstitutionen keine Hoheit mehr in den Republiken. Gesetze und Erlasse des Belgrader Parlaments hatten in manchen Republiken keine Gültigkeit. Es ist absolut richtig und legitim, dass die Badinter-Kommission die Feststellung traf, das sich Jugoslawien in einem Zerfallsprozess befindet.

    Als Resultat daraus erkannte die Badinter-Kommission, dass der Zerfall Jugoslawiens neue Staaten hervorbrachte: Nämlich die Teilrepubliken im Rahmen ihrer AVNOJ-Grenzen und die in ihrer Verfassung z.T. schon als Staaten definiert waren (Siehe Amandman LX von 1990 (Vor der ersten Wahl in BiH, also vor Izetbegovic): "Republika Bosna i Hercegovina je demokratska suverena država....."). In den Gutachten der badinter Kommission war nun geregelt, dass diese Staaten ihr Verhältnis untereinander, unter Respektierung der AVNOJ-Grenzen zu klären haben. Vornehmlich bedeutet das: Wollen diese Staaten ihre Unabhängigkeit von anderen Republiken, oder zusammen mit Serbien und anderen Staaten einen neuen Staat gründen ?

    Ein Referendum wäre in jedem Fall von Nöten gewesen, egal ob Unabhängigkeit oder die Gründung eines neuen Staates -hier mit Slobodan Milosevic-. Die Resultate unterstellen wir einfach mal:

    Wollen Sie ein unabhängiges Bosnien ? = 2/3 der Einwohner dafür, 1/3 dagegen.

    Hier schreien die Serben gerne immer wieder auf, weil sie ja als Volk überstimmt wurden. Demokratische Grundsätze gelten da natürlich nicht, weil Überstimmung von Volk geht ja mal gar nicht. Konstitutiv, geht nicht.....und und und....

    Wollen Sie ein Bosnien zusammen im Staatenbund mit Serbien ? = 2/3 dagegen, 1/3 dafür

    Hier bekommt der serbische Legalismus plötzlich einen Aussetzer. Denn 2/3 der Bevölkerung einen unter diesen Umständen legitimen Wunsch zu verweigern geht unter allen Umständen klar. Wie ist es denn hier um den Wunsch von 2 von 3 der konst. Völker in BiH bestellt ? Besser noch: Man ist darauf gerüstet, im wahrsten Sinne des Wortes. Dann kann man nämlich militärisch losschlagen, in dem man allerhand Horrorszenarien an die Wand malt die -wie sich später herausstellt- nichts weiter waren als entlarvende Unterstellung. Wer also davon ausgeht, dass die anderen einen ethnisch wegputzen, der hat solche Szenarien schon längst zum eigenen Vorteil kalkuliert. Diese lauten: Entweder ihr bösen 66% macht es so wir wir 33% es wollen, oder ihr seit selber Schuld das es Krieg gibt und in der Folge selber dafür verantwortlich das im Rahmen "unserer" Verteidigungsmassnahmen es zu Vertreibung, Vergewaltigung und Mord kommt, wie man es nach 45 in Europa nicht mehr gesehen hat.

    Wie erwähnt: Die Unabhängigkeitserklärungen der Republiken sind zunächst eimal nicht das Papier wert auf dem sie stehen. Viel wichtiger ist: Wer erkennt diese Sezessionen denn auch an ? Als sich abzeichnete das -auf Grundlage der Badinter Kommission- die Erklärungen auch im Rahmen von Anerkennung angenommen werden und dies zudem auch auf Basis der Republiksgrenzen erfolgt, blieb Milosevic -der den nationalistischen Zug schon seit 1987 ins Rollen brachte- nur die Option einen Krieg zu initiieren.

    Damit ist klar, dass serbische Politiker nicht nur die Hauptverantwortung für Kriegsverbrechen tragen, sondern auch im wesentlichen für den Beginn der Kriege verantwortlich sind, weil sie dieses Mittel zur Durchsetzung ihrer Interessen gewählt haben, ohne das eine echte physische Gefahr für die Serben bestand.


    Seltenso einen Schwachsinn gelesen.
    Der Argumentation zu folge steht einer Unabhängigkeit der RS nichts im Wege.

    (...)(Siehe Amandman LX von 1990 (Vor der ersten Wahl in BiH, also vor Izetbegovic): "Republika Bosna i Hercegovina je demokratska suverena država.....").(...)
    Wenn es da so stand wozu noch die Unabhängigkeitserklärung? :

    Den Krieg wollten die Kroaten und Bosniaken weil sie wussten das sie friedlich niemals ihre Maximalforderungen durchsetzen konnten.

    Wenn man Serben heute fragt ob sie im Nachinein lieber den Krieg wollen würden oder lieber ein Zusammenleben in Jugoslawien. Entscheidet sich 90% für ein Zusammenleben in Jugoslawien.

    Bei bosniaken und kroaten verhält es sich genau andersherum. Lieber Krieg als Jugoslawien.
    Hört endlich auf euch selber zu belügen.

  10. #280
    Avatar von Allissa

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    Zitat Zitat von Ratko Beitrag anzeigen







    Den Krieg wollten die Kroaten und Bosniaken weil sie wussten das sie friedlich niemals ihre Maximalforderungen durchsetzen konnten.


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