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Freispruch für Milutinovic

Erstellt von Melek, 26.02.2009, 22:48 Uhr · 2 Antworten · 633 Aufrufe

  1. #1

    Registriert seit
    24.02.2009
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    Freispruch für Milutinovic

    Mit hohen Gefängnisstrafen hat das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag fünf Serben belegt, die maßgeblich an der systematischen Vertreibung von Kosovo-Albanern während des Krieges im Jahr 1999 beteiligt waren: Ex-Vize-Premier Nikola Sainovic (60) war Sonderbeauftragter für das Kosovo und koordinierte die Truppeneinsätze. Er bekam 22 Jahre Gefängnis genauso wie General Nebojsa Pavkovic (67), der die Armee im Kosovo befehligte. Sein Generalstabschef Dragoljub Ojdanic (61) bekam 15 Jahre und auch Vladimir Lazarevic (59), Stabschef des in Pristina stationierten Armeekorps. Der Polizei-General Sreten Lukic (53), der die Truppen des Innenministeriums führte, muss für 22 Jahre hinter Gitter.

    Dagegen wurde Milan Milutinovic (66), zur Zeit des Kosovo-Krieges serbischer Präsident, freigesprochen. Milutinovic hatte im Kosovo-Krieg für sein Land die Friedensverhandlungen im französischen Rambouillet geleitet. Das Gericht zeigte sich überzeugt, der Präsident habe "de jure und de facto" nicht die Macht gehabt, die Vertreibungen zu verhindern. Die Anklage hatte für alle sechs Haftstrafen zwischen 20 Jahren und lebenslänglich gefordert - die Verteidigung Freispruch. Die Verurteilten können in Berufung gehen.
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    Nach Beginn der Nato-Luftangriffe auf Ziele in Serbien und im Kosovo im März 1999 waren innerhalb weniger Wochen 715 000 Kosovo-Albaner über die Grenzen nach Mazedonien, Albanien und Montenegro geflohen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Menschen vor einer organisierten "Terror- und Gewaltkampagne" von Armee, Polizei und Freischärlern geflohen seien. An den Grenzen mussten sie ihr Hab und Gut und ihre Pässe zurücklassen. So sollte eine Rückkehr verhindert werden. Bei den Vertreibungen hatten serbische Truppen in manchen Fällen gemordet, misshandelt und vergewaltigt. Die Verteidigung argumentierte dagegen, die Albaner seien in Wirklichkeit von der albanischen "Kosovo-Befreiungsarmee" evakuiert worden oder aber vor den Nato-Luftangriffen geflohen.

    Anklage erhoben hatte die Verfolgungsbehörde beim Tribunal ursprünglich gegen drei weitere Spitzenpolitiker. Der frühere Präsident Serbiens und Jugoslawiens, Slobodan Milosevic, war in der Haager U-Haft gestorben. Ex-Innenminister Vlajko Stojiljkovic hatte sich kurz vor seiner Auslieferung nach Den Haag auf den Stufen des Parlaments erschossen. Der Vize-Innenminister Vlastimir Djordjevic schließlich wurde erst später gefasst, so dass sein Prozess abgetrennt wurde.

  2. #2
    Avatar von Furyc

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    18.580
    Zitat Zitat von Remus Beitrag anzeigen
    Mit hohen Gefängnisstrafen hat das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag fünf Serben belegt, die maßgeblich an der systematischen Vertreibung von Kosovo-Albanern während des Krieges im Jahr 1999 beteiligt waren: Ex-Vize-Premier Nikola Sainovic (60) war Sonderbeauftragter für das Kosovo und koordinierte die Truppeneinsätze. Er bekam 22 Jahre Gefängnis genauso wie General Nebojsa Pavkovic (67), der die Armee im Kosovo befehligte. Sein Generalstabschef Dragoljub Ojdanic (61) bekam 15 Jahre und auch Vladimir Lazarevic (59), Stabschef des in Pristina stationierten Armeekorps. Der Polizei-General Sreten Lukic (53), der die Truppen des Innenministeriums führte, muss für 22 Jahre hinter Gitter.

    Dagegen wurde Milan Milutinovic (66), zur Zeit des Kosovo-Krieges serbischer Präsident, freigesprochen. Milutinovic hatte im Kosovo-Krieg für sein Land die Friedensverhandlungen im französischen Rambouillet geleitet. Das Gericht zeigte sich überzeugt, der Präsident habe "de jure und de facto" nicht die Macht gehabt, die Vertreibungen zu verhindern. Die Anklage hatte für alle sechs Haftstrafen zwischen 20 Jahren und lebenslänglich gefordert - die Verteidigung Freispruch. Die Verurteilten können in Berufung gehen.
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    Nach Beginn der Nato-Luftangriffe auf Ziele in Serbien und im Kosovo im März 1999 waren innerhalb weniger Wochen 715 000 Kosovo-Albaner über die Grenzen nach Mazedonien, Albanien und Montenegro geflohen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Menschen vor einer organisierten "Terror- und Gewaltkampagne" von Armee, Polizei und Freischärlern geflohen seien. An den Grenzen mussten sie ihr Hab und Gut und ihre Pässe zurücklassen. So sollte eine Rückkehr verhindert werden. Bei den Vertreibungen hatten serbische Truppen in manchen Fällen gemordet, misshandelt und vergewaltigt. Die Verteidigung argumentierte dagegen, die Albaner seien in Wirklichkeit von der albanischen "Kosovo-Befreiungsarmee" evakuiert worden oder aber vor den Nato-Luftangriffen geflohen.

    Anklage erhoben hatte die Verfolgungsbehörde beim Tribunal ursprünglich gegen drei weitere Spitzenpolitiker. Der frühere Präsident Serbiens und Jugoslawiens, Slobodan Milosevic, war in der Haager U-Haft gestorben. Ex-Innenminister Vlajko Stojiljkovic hatte sich kurz vor seiner Auslieferung nach Den Haag auf den Stufen des Parlaments erschossen. Der Vize-Innenminister Vlastimir Djordjevic schließlich wurde erst später gefasst, so dass sein Prozess abgetrennt wurde.

    Schätzelein, dieses Thema wurde heute schon in insgesamt drei (!!!) Threads behandelt. Bitte benutz doch die Suchfunktion bevor du Threads eröffnest

    Thread kann also geschlossen werden

  3. #3

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    6.421
    Kriegsverbrecher-Tribunal
    Milan Milutinovic wieder in Belgrad


    Nach seinem Freispruch vor dem UN-Tribunal ist der ehemalige serbische Staatspräsident Milan Milutinovic wieder nach Belgrad zurückgekehrt. Der Prozess gegen Milutinovic und fünf weitere Mitangeklagte hatte im Jahr 2006 begonnen.

    Der frühere serbische Staatspräsident Milan Milutinovic ist nach seinem Freispruch vor dem Haager Kriegsverbrechertribunal wieder nach Belgrad zurückgekehrt. „Ich bin sehr froh, zurück in Serbien und in meinem Belgrad zu sein“, sagte Milutinovic vor Journalisten auf dem Flughafen. Er dankte „allen, die an meine Unschuld geglaubt haben“.

    Das UN-Tribunal sprach den Expräsidenten am Donnerstag vom Vorwurf der Kriegsverbrechen im Kosovo frei. In dem Fall ging es um Verfolgungen der mehrheitlich aus Albanien stammenden Bevölkerung im Kosovo in den Jahren 1998 und 1999. Vor Beginn der militärischen Intervention der NATO flohen nahezu 800.000 Menschen aus dem Kosovo.

    Der Mammutprozess gegen Milutinovic und fünf Mitangeklagte begann im Juli 2006. Neben dem Expräsidenten mussten sich der frühere Ministerpräsident Nikola Sainovic, General Nebojsa Pavkovic und Exminister Sreten Lukic verantworten. Sie müssen für jeweils 22 Jahre ins Gefängnis. Der frühere Heeresstabschef Dragoljub Ojdanic und General Vladimir Lazarevic erhielten Haftstrafen von 15 Jahren.

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