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es gab doch anständige serben!

Erstellt von MIC SOKOLI, 09.08.2005, 12:42 Uhr · 10 Antworten · 679 Aufrufe

  1. #1

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    es gab doch anständige serben!

    Aktuell

    8. August 2005
    Mitteilung der Redaktion
    Fundgrube Geschichte- „Serbien und Albanien“
    Im Januar 1914 erschien in Belgrad das Buch „Serbien und Albanien“. Der Autor des Buches, Dimitrije Tucovic, war damals der entscheidende Führer der serbischen Sozialisten. Tucovic beschrieb in dem Buch exakt die Grausamkeiten des serbischen Chauvinismus gegen das albanische Volk während der Balkankriege 1912-1913. Seine Konsequenz war, dass es dem serbischem Volk zum Nachteil gereiche weiter mit wildem Nationalismus schwanger zu gehen. Er stand auf dem Standpunkt: Ein Volk das andere Völker unterdrückt kann selbst nicht frei sein. Diese Lehre von Tucovic konnte sich leider in Serbien nicht durchsetzen. Die Redaktion von Kosova Aktuell bietet seinen Lesern und Leserinnen den kompletten Text des Buches „ Serbien und Albanien“, fertiggestellt im Sommer 1913 unter der Rubrik „Geschichte“ an. Der Text ist hochaktuell, obwohl bestimmte historische Ausführungen des Autors von der neueren Geschichtsforschung weiterentwickelt wurden.

    Kastriot Zeka

    http://www.kosova-aktuell.de/aktuell/aktuell.php

  2. #2

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    Serbien und Albanien
    Ein kritischer Beitrag zur Unterdrückungspolitik der serbischen Bourgeoisie
    von Dimitrije Tucovic, Belgrad 1914

    Vorwort

    Wir werden uns hier etwas genauer mit der albanischen Frage befassen, mehr noch aus praktischen Bedürfnissen heraus als aus theoretischen Interessen. Die Albanien-politik unserer Regierung endete mit einer Niederlage, die große Opfer forderte. Noch größere Opfer wird die Zukunft fordern. Die Unterdrückungspolitik der ser-bischen Regierung gegenüber dem albanischen Volk schuf an der Westgrenze Serbiens Bedingungen, die in baldiger Zukunft weder Frieden noch einen normalen Zustand erlauben werden. Gleichzeitig wurde Albanien damit in die Arme zweier Großmächte gestoßen, die am westlichen Balkan die größten Interessen haben, und jede Stärkung des Einflusses, egal welches kapitalistischen Staates auf der Balkan-halbinsel, bedeutet eine echte Gefahr für Serbien und die normale Entwicklung aller Balkanvölker.



    Aber um dem praktischen Ziel zu entsprechen, müssen wir uns mit den Umständen in Albanien befassen. Das scheint um so notwendiger, als erstens unsere Presse in einem vernichtenden Wettkampf versuchte, eine schlecht informierte und schlecht ausgeführte Politik zu unterstützen und somit monate-, ja jahrelang über das alba-nische Volk tendenziöse Meinungen verbreitete, und zweitens durch solche Mei-nungen auch die Regierung ihre Unterjochungspolitik in Albanien zu rechtfertigen versuchte.



    Mehr Information über die Interessenskonflikte in dieser Gegend des Balkan sollte einer richtigeren Auffassung der Umstände in Albanien und einer besseren Be-ziehung zwischen dem serbischen und dem albanischen Volk dienen. Besonders das Proletariat bedarf einer besseren Information, dessen wichtigste Aufgabe es ist, entschieden gegen die Unterdrückungspolitik der Bourgeoisie aufzutreten und somit in einer aktuellen, praktischen Frage zu zeigen, wie gut und heilsam die Arbeit der Sozialdemokratie am Balkan in Bezug auf die Freundschaft, das Bündnis und die wahre Gemeinschaft aller Balkanvölker ist.



    Wenn dieses Büchlein der historischen Aufgabe der Sozialdemokratischen Parteien am Balkan als Zugabe diente, wären unsere bescheidenen Erwartungen bereits erfüllt.



    D. T.



    1. Januar 1914, Belgrad








    I. Aus dem Leben der Albaner



    1. Ursprung und Verbreitung







    Die Heimat der Albaner ist vorwiegend eine riesige Gebirgskette, die die frucht-baren Täler des alten Serbien und Makedoniens von der Adria trennt. Sie führt entlang der Meeresküste von Skadar (Shkodra) im Norden bis zu griechischen Siedlungen im Süden; dieser relativ lange Streifen entlang des Meeres ist nicht nur eng, sondern auch sumpfig, und es gibt Malaria. Die besten Lebensbedingungen bieten die teilweise erweiterten fruchtbaren Täler des Drin, Mati, Semani, Shkum-bini und Devolli. Aber die Gegend der Gebirgsketten mit kleineren Flusshäfen und Ebenen ist auch heute noch die echte Heimat der albanischen Stämme, die Be-ziehungen und Lebensgewohnheiten aus alter Vorzeit hartnäckig bewahren.



    Über die Gebirgsketten gingen einst sehr wichtige Straßen der zivilisierten Welt, unter anderem im Süden die Via Egnatia: Durres, Elbasan, Struga, Ohrid, Bitola und weiter bis nach Saloniki und Konstantinopel, im Norden die Via di Zenta, die Zentastraße, die von Shkodra durch das Drintal nach Prizren und weiter in das Balkaninnere führte. Spuren von einst wichtiger wirtschaftlicher und kultureller Aktivität, die durch diese Straßen und ihre Abzweigungen erfolgte, sind uns bis heute in Form von größtenteils verfallenen Befestigungen und monumentalen Brücken erhalten geblieben. Es gibt davon sehr viele in Albanien. Allerdings sind die Straßen einsam geworden. Auf kleinen verschütteten Wegen, die teilweise kaum passierbar sind, kann man gerade noch Spuren erkennen. Abseits davon, links und rechts, herrscht ein solch primitives Leben, so als ob die einstigen kulturellen Einflüsse nur auf den Bergkämmen des Karst, den die Straßen sehr mühsam durchzogen, stattgefunden hätten. Hat uns nicht vor einigen Jahren ein Reisender in Nordalbanien in seinen Notizen erzählt, wie durch Pistolenschüsse "der Sehir kundtat, dass zum ersten Mal ein Europäer seinen Fuß auf den Gipfel des Kunorini setzte, und dass zum ersten Mal ein Europäer die Duranseen sah". Das klingt, als würden wir die freudige Stimme eines Forschers in Zentralafrika vernehmen!



    Die Geschichte dieser Gegenden ist untrennbar mit der Geschichte der Adria verbunden. Solange die Adria, wie wir später sehen werden, ein großer Kanal war, durch den der ganze riesige Verkehr zwischen West und Ost führte, war auch die Adriaküste in wirtschaftlicher Hinsicht blühend. Die Spuren dieses regen wirtschaftlichen Handelslebens sind in den albanischen Siedlungen an der Meeres-küste sichtbar, wie auch in einzelnen alten Schriften. Als der Handelsverkehr vom Mittelmeer zum Atlantik wechselte, wir werden uns im dritten Kapitel näher damit befassen, wurde der gesamte Balkan davon betroffen, also auch Albanien. Mit der Zeit verlieren die Häfen der Adria ihre alte Bedeutung für den Welthandel mit Konstantinopel und dem Orient, somit führen auch die transversalen Wege durch Albanien, der Binnenverkehr auf der Halbinsel verlagert sich in Folge von vielen politischen und wirtschaftlichen Veränderungen immer mehr Richtung Saloniki im Süden und Mitteleuropa im Norden. In Richtung Saloniki wendet sich nun auch der Handel aller Städte am Drin, von Korca bis Pec, in denen noch die alten Genera-tionen von Händlern und Handwerkern leben, die damals ausschließlich mit Durres, Kruja und Shkodra handelten.



    So wurde die natürliche Abgeschiedenheit der albanischen Heimat noch durch fast absolute kulturelle Isolation verstärkt. Die Türkei, ansonsten zu statisch für die Sicherung des Verkehrs, freute sich nun darüber, dass sie sich diese Stämme vom Hals geschafft hatte, überließ sie sich selbst, dem Raub und der gegenseitigen Ausrottung.



    Die Stämme vermehrten sich trotz des Wütens der Blutrache; im Gebirge und in den Schluchten reichte das durch die alten Arbeitsweisen erzeugte Brot nicht aus. Die Albaner suchten einen Ausweg aus dieser Situation, und so wie es schon immer bei Völkerwanderungen war, zogen sie dorthin, wo es bessere Lebensbedingungen gab, in die fruchtbaren Täler des alten Serbien und Makedoniens. Dorthin führte sie aber auch die neue Handelsrichtung, denn die Städte diesseits des Drin sind heutzutage, versorgt mit Ware aus Skopje, Bitola und Saloniki, wichtige Markt-plätze, auch für albanische Stämme, die tief im Inneren Albaniens wohnen.



    Über das Vordringen der Albaner nach Osten wurde bei uns viel geschrieben, denn es betraf die serbischen Siedlungen in den nordwestlichen Gegenden des osma-nischen Reiches. Das ist auch das Hauptmittel, dessen sich die chauvinistische Presse bedient, um beim serbischen Volk Hass gegen die "wilden" Albaner zu schüren. Diese versteckt wie eine gemeine Schlange die Greuel, die die serbische Armee den Albanern angetan hat. Wie viele Tränen sind schon geflossen, weil der historische Kosovo von den Albanern überschwemmt wurde! Sie gingen sogar weiter, umgürteten die alten serbischen Grenzen, man fand sie in den neu befreiten Bezirken, und sie wurden auch leider wieder aus ihnen verjagt, so dass sie den albanischen Gürtel an der Grenze verstärken konnten. Sie gelangten auch nach Makedonien, durchsetzten das Tetovotal und kamen bis zum Vardar. Vom Nordwesten her umgürteten sie Skopje.



    Wir können hier nicht auf die Frage eingehen, inwieweit die dünnere Besiedlung durch das serbische Element in diesen Gegenden das unmittelbare Resultat des albanischen Ansturms bzw. inwieweit sie Folge der allgemein festgestellten Wanderung des serbischen Volkes von Süden nach Norden ist. Die Besiedlung der Sumadija [heutiges Zentralserbien] erfolgte ohne Zweifel erst nach dem Abzug aus den südwestlichen Gegenden. Historisch gesicherte Tatsache ist, dass sich die serbische Bevölkerung aus jenen Gegenden massenweise mit den österreichischen Truppen zurückzog, immer wenn diese im 17. und 18. Jh. gezwungen waren, ihr Vordringen in den Süden aufzugeben und sich zurückzuziehen. Wie gelangten schließlich die Serben in die alte Vojvodina, wer brachte sie dorthin, und aus welchen Gründen? Wenn man auf all diese Fragen und auf viele andere auch näher eingehen würde, dann wäre die Blutrache, die vom heutigen kapitalistischen Serbien gepredigt und geführt wird, ebenso wenig gerechtfertig, wie die, vor der Balkanicus und Dr. Vladan dermaßen graut. Wenn es schließlich stimmen sollte, dass das serbische Element ganz einfach vom albanischen zurückgedrängt wurde, wäre das denn das erste Mal in der Geschichte, dass der Ansturm einiger besser organisierten Stämme, die eventuell auch auf andere Art im Vorteil sind, ein Volk von seinem angestammten Gebiet verdrängt? Haben nicht auch die slawischen Völker die autochthone Bevölkerung dieser Länder mit Mitteln verdrängt, die in der Geschichte nicht gerade als fein bezeichnet werden? Und haben nicht schluss-endlich die Türken sie und andere Völker unterdrückt, und trotzdem spricht das offizielle Serbien heutzutage von ihren größten Lieblingen in den neuen Regionen?



    Die Albaner breiteten sich nach Osten hin auf Kosten der Slawen aus, das ist Tatsache. Allerdings berechtigt das Hinterfragen der Gründe dieses Vordringens noch weniger die Rachehaltung des Staates ihnen gegenüber. Die Frage lautet vor allem, wie nahmen die Albaner die Gegenden ein: durch Verdrängung oder Ver-schmelzung? Auf welchem Gebiet waren sie stärker? Natürlich hatten sie für die Verschmelzung, für das Assimilieren des fremden Elementes, keine Prämissen, denn sie standen kulturell unter ihren Nachbarn, selbst in Bezug auf die Montenegriner. Prof. Cvijic fand auf dem Kosovo ganze 140 albanisierte Familien! Die Albaner ließen sich also an jenen Orten nieder, die andere freiwillig oder mit Gewalt verlassen hatten, die die frühere Bevölkerung aufgegeben hatte, oder von denen sie abgedrängt worden war. Das Verlassen ist zum großen Teil zweifelsohne auf die unerträgliche Nachbarschaft zu den primitiven, räuberischen, wilden albanischen Stämmen oder auch auf den groben Druck von ihrer Seite her zurück-zuführen. Man war sich seines Eigentums und seines Lebens nicht mehr sicher, wurde an der täglichen freien Arbeit gehindert und konnte nicht mehr über die Erzeugnisse seiner Arbeit verfügen, also mussten die Bewohner ihre heimischen Herde verlassen.



    Andererseits sind die häufigen Migrationen eine Variante des Lebens in der Türkei, und das nicht nur in den Grenzgebieten zu den Albanern. Der Grund für so geläufige und häufige Umzüge ist die Produktionsweise der Begs. So wie die Viehzucht Grundlage für die große Mobilität und die Nomadenbräuche der Albaner war, so war auch das Feudalsystem Hauptursache für die Wanderungen.



    Man war nicht durch Eigentum an den Boden gebunden, die stärkste Verbindung, die man in der Gesellschaft kennt. Deshalb führt uns das Hinterfragen dieses Problems zu der Überzeugung, dass der Druck der "wilden" Albaner in jeder Hinsicht ein nicht ausreichender Grund für die Interpretation des albanischen sukzessiven Beherrschens und des Vordringens nach Osten ist, sondern dass dieser Prozess, auf dem Wirtschaftssystem beruht, das bis zum heutigen Tage eine reale Lebensgrundlage in der Türkei ist.



    Mögen auch andere Gründe dem nachgeholfen haben, wie z.B. das Gefühl von Unsicherheit und rohe Gewalt, so lagen sie dennoch im Herrschaftssystem der Türkei, in der allgemeinen Anarchie der Verwaltung und der Schutzlosigkeit der Rajahs (des armen - rechtlosen - Volkes). Das türkische Regime sah bei groben Gewalttaten der Albaner gegenüber den Christen weg, mähte sie jedoch un-barmherzig nieder, wenn sie durch ihr Verhalten die Regierungsinteressen des Regimes verletzten. Die Albaner sind nicht der einzige Stamm, mit dem das türkische Regime so umging, wie es ihm gerade genehm war. Ebenso erging es den Kurden, den Nachbarn der Armenier.



    Durch das Vordringen des albanischen Elementes nach Osten vermischte es sich nicht nur mit den serbischen Besiedlungen, sondern es dominierte zur Gänze in einigen Gegenden, wie z.B. Metohija und Pec, wo bis vor ein paar Jahrhunderten das politische und religiöse Zentrum des serbischen Volkes unter den Türken war. Die schönsten mittelalterlichen serbischen Kulturdenkmäler befinden sich heute fast ausschließlich inmitten des albanischen Volkes. Diese Mischung von lebenden Menschen und alten Denkmälern, die bei der Grenzziehung Albaniens zu Serbien damals der Londoner Konferenz Kopfzerbrechen bereitete, entstand durch Zusammenschmelzen zweier kultureller und völkischer Ausbreitungsrichtungen: die erste, ältere, verursachte während der Handelsbeziehungen des mittelalterlichen serbischen Staates zur Adria das Vorstoßen des serbischen Volkes Richtung Küste, die leblosen Denkmäler dieses Vordringens sind im ganzen nördlichen Albanien zu finden; die zweite, neuere, entwickelte sich aus dem Zurückziehen des serbischen Volkes Richtung Nordosten, tiefer ins Landesinnere und näher der nördlichen Grenze. Hand in Hand mit diesem Rückzug rückte das albanische Element vor.



    In der ersten Periode gewann die politische und kulturelle Überlegenheit der Serben, in der zweiten Periode war die kulturelle Rückständigkeit und Isolation der Albaner, die die Stammesordnung vollständig erhalten hatte, überlegen. Die Türkei unternahm nichts, um die Albaner aus ihrer Isolation herauzuführen, um sie durch kulturelle Maßnahmen in ein gemeinsames Miteinander einzugliedern, sondern schuf eigentlich durch ihr Herrschaftssystem die Bedingungen zur Konservierung des albanischen Primitivismus und bremste in jeder Hinsicht jegliche Entwicklung. Das gehört jetzt, wo es kein türkisches Regime mehr gibt, um so mehr betont, als die Herrschenden der Balkanländer in ihrer Funktion als Erben der türkischen Herrschaft schon den nichtwissenschaftlichen Weg eingeschlagen haben: Dass sich durch Veränderungen der Institutionen und der Lebensbedingungen auch die Menschen ändern, wäre der gewohnte Weg; die barbarische Parole, derer sich nicht einmal die Türkei in solchem Maße bedient hatte, lautet, dass Hainbuchen und Galgen bessere Lehrer sind als neue Institutionen.







    2. Stammesordnung und Blutrache



    Das Vordringen der Albaner nach Osten ist von großer historischer Bedeutung. Es bestimmte das Schicksal des serbischen Volkes in der gesamten Region an der Südgrenze des ehemaligen Serbien. Es schuf den bekannten albanischen Gürtel, der höchstwahrscheinlich einer der Gründe ist, warum unser Volksaufstand von 1804 nicht weiter in südlicher Richtung verlief, auf jeden Fall verhinderte er die Einflussnahme der späteren Entwicklungen im freien Serbien auf die unterdrückten slawischen Massen in der Türkei.



    Dieses albanische Vordringen nach Osten lässt uns an der Stabilität der Stammesordnung ihrer Gesellschaft zweifeln. Es ist nämlich ein Beweis dafür, dass die Stammesordnung bei den Albanern ausgedient und dass sie ihre Mitglieder nicht mehr in der Hand hat, denn sie ist nicht mehr in der Lage, ihre Lebens-bedürfnisse zu stillen.



    Im nördlichen Albanien spielt sich das soziale Leben der Albaner noch immer in den Stammesgrenzen ab. Die Zahl der Stämme beträgt - dem Franziskanermönch Mihacevic nach - 27. Tatsache ist, dass sich durch Bevölkerungsmigration in diesen Bergen die Stämme territorial zerstreut haben, aber die Blutsverwandt-schaft ist auch danach noch zu erkennen. Krasnic' gibt es z.B. in der Gegend um Prizren, im Kosovo, in Ostrozub, in der Nähe von Cakovica, Pec und Beran, in Malesije. Obwohl sich die Krasnic' in all diesen Gegenden an ihre Stammesnamen und Verwandtschaft halten, obwohl sich all die Verstreuten zu einem Stamm bekennen, auf albanisch kusherini, ist es ganz natürlich, dass das Entfernen dieser Leute von der ursprünglichen Stammesbasis ihr Zugehörigkeitsgefühl schwächt, Stammestraditionen und alte Lebensgewohnheiten löscht. Falls die Zuwanderer nun in Gebiete kommen, wo andere kulturelle Einflüsse stark sind oder Landesgesetze gelten, wie es im Vardartal der Fall ist, treten sehr rasch an Stelle von Stammes-gewohnheiten, Blutrache etc. das allgemeine Gesetz und die neue Lebensweise. Wenn ein Fremder durch diese Regionen reist, wird er aufgrund der Arbeitsweisen, des Bodenbaus und der Haushaltsführung nur schwer zwischen den albanischen Zuwanderern und den slawischen Eingeborenen unterscheiden können.



    Bei Stämmen, die auf ihrem angestammten Gebiet verblieben sind, sei es nun gänzlich oder zumindest vorwiegend, stellt die Stammesordnung einen lebendigen gesellschaftlichen Machtfaktor dar. Bei bestimmten Stämmen findet man auch noch heute Stammeshäupter, die mit Hilfe einiger älterer und angesehener Mitglieder die allgemeinen Angelegenheiten des Stammes erledigen. Die Stammesordnung in Bezug auf Gesetzgebung und -ausführung gibt es immer noch, sei es in Form der plecnije (eines Altenrats), einer Gruppe von 12 Leuten, die von Fall zu Fall gewählt werden, um in wichtigen Streitfällen zu entscheiden; sei es in Form eines Schieds-gerichtes guter Menschen oder auserwählter Richter. Für die Wahl dieser Stammesfunktionäre, wie auch für andere Stammesangelegenheiten, tritt eine Ratsversammlung zusammen, deren Entscheidungen absolut bindend sind. Als Hauptcharakteristikum des Stammeslebens bei den Albanern gilt noch immer die Blutrache, deren zivilisierte Form, nach Meinung eines Engländers, unsere Todes-strafe ist:



    "Der einzelne verließ sich für seine Sicherheit auf den Schutz der Gens und konnte es; wer ihn verletzte, verletzte die ganze Gens. Hieraus, aus den Bluts-banden der Gens, entsprang die Verpflichtung zur Blutrache, die von den Irokesen unbedingt anerkannt wurde. Erschlug ein Gentilfremder einen Gentilgenossen, so war die ganze Gens des Getöteten zur Blutrache verpflichtet. Zuerst versuchte man Vermittlung; die Gens des Töters hielt Rat und machte dem Rat des Getöteten Beilegungsanträge, meist Ausdrücke des Bedauerns und bedeutende Geschenke anbietend. Wurden diese angenommen, war die Sache erledigt. Im anderen Fall ernannte die verletzte Gens einen oder mehrere Rächer, die den Töter zu verfolgen und zu erschlagen verpflichtet waren."



    Wie man auch über die jetzige Autorität dieser Stammesinstitutionen gegenüber den Stammesmitgliedern und über die jetzige Praxisnähe der Stammestraditionen denken mag, sicher ist, dass die Stämme noch heute als bestimmte selbstständige politische Körperschaften einander gegenübertreten. Viele natürliche und gesell-schaftliche Gegebenheiten, der Landschaftscharakter, die Besiedlung, Boden-mangel, Wanderungen etc. bewirkten, dass sich diese Gemeinschaften von Bluts-verwandtschaft auf verschiedenste Art und Weise mit den regionalen Gemein-schaften verbanden, die durch wichtige lokale Interessen gebunden waren, mit Gemeinschaften von Menschen verschiedener Stämme, die in einem Gebiet lebten. Aber über die Bande und Interessen hinaus gilt noch immer: Was außerhalb des Stammes liegt, ist Fremdes. In diesem Rahmen finden die Albaner den besten Schutz, denn noch immer setzt sich der ganze Stamm für jeden Einzelnen ein.



    Auch wenn ein Stamm im nördlichen Albanien den anderen gegenüber als eigener "Staat" auftritt, der seine Grenzen wie Heiligtümer wahren will, und wenn auch die Blutrache noch immer präsent ist, muß man eingestehen, dass die wirtschaftliche Grundlage für das Stammesleben bei den Albanern schon längst dahinschwindet.



    Der Boden ist vor allem nicht mehr gemeinsames Eigentum. Das Land wurde verteilt, aber dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Gemeineigentum sind nur noch die Wälder, und das nicht immer, Weideland, Wasser etc.; das restliche bestellbare Land ist Genossenschaftsbesitz (eine Art von Großfamilienbesitz), das in Nordalbanien gut entwickelt ist. Marko Miljanov erzählte uns über eine solche Genossenschaft, über die "erweiterte Familie" des Jaka Matin aus Miridita, die "mehr als 100 Hausgenossen hat, unter ihnen ungefähr 60 bewaffnete Soldaten". Fünf, zehn, fünfzehn und zwanzig Erwachsene in einem Haushalt sind bei den Albanern keine Seltenheit.



    Trotz der Größe der Genossenschaften verlor die Stammesordnung aufgrund der Landverteilung die Grundlage innerer Einheit und Harmonie. Einige Familien waren in der Lage, auf Kosten der anderen, ein besseres und größeres Stück des Gens-Landes zu ergattern. Und weil sich, das ist für den Zerfall der Stammesordnung besonders wichtig, die Geldwirtschaft mehr oder weniger überall durchgesetzt hatte, konnten die stärkeren und reicheren Genossenschaften ihren Reichtum durch Zukauf, Raub, Ausbeutung, Handel und alle anderen Mittel, die der Geld- und Warenwirtschaft alle Türen öffnen, vergrößern.



    Auf die Art und Weise, wie durch den Übergang des Bodens von Stammesbesitz in Genossenschaftsbesitz und die Entwicklung der Geldwirtschaft die echte Grundlage der inneren Stammeseinheit entzogen wurde, so bürdeten Bodenmangel und Be-engtheit im nordalbanischen Karst den Stämmen ständigen Kampf um Land und Stammesterritorien auf. In ihrer Blütezeit setzte die Stammesorganisation unter-entwickelte Produktion und dünne Besiedlung in weiten Gebieten voraus. Solange dem Stamm genügend freies Land zur Verfügung steht, das dann infolge von Vermehrung der Mitglieder besetzt und bebaut wird, sind Streit und Kampf um Boden überflüssig, wird der Stamm wegen Bodenmangels nicht in ständige Kämpfe mit den benachbarten Stämmen verwickelt und ist der private Genossenschafts-besitz für den Zusammenhalt der Stammesorganisation nicht so ein Gefahrenpunkt. Auch in dieser Hinsicht verlor die Stammesordnung der Albaner ihre reale Basis.



    Wie ist das zu erklären? Die Stammesordnung verlor ihre Basis, und trotzdem gibt es sie noch. Wie ist das möglich?



    Solche Erscheinungen sind in der Geschichte der menschlichen Gesellschaft nichts Ungewöhnliches. Die soziale Organisation, Formen des Gemeinschaftslebens gehen Hand in Hand mit wirtschaftlichen Veränderungen; sie sind Wirkung, auf keinen Fall Ursache. Wie und wie schnell sich der Anpassungsprozess der Gesellschafts-formen den Arbeits- und Produktionsformen anpasst, hängt von vielen anderen Geschichtsfaktoren ab.



    In dieser Hinsicht ist für die albanischen Stämme vor allem charakteristisch:



    Erstens: Ihre jetzige Heimat ist das karstige, gebirgige und unfruchtbare Gebiet Nordalbaniens; zweitens ist dieses Gebiet wegen seiner natürlichen Abgeschiedenheit und der ungünstigen Verkehrslage das wahrscheinlich am meisten isolierte Fleckchen Erde in Europa. Ja, auf diesem Fleckchen Erde bewährten und vermehrten sich die Stämme, beengten sich gegenseitig, spürten die starke Beengtheit um so mehr, als der beste Boden in den Stammesgrenzen von Einzelnen - herausragenden Häuptern, einigen Begs und reichen Familien - an sich gerissen wurde. Indessen war die Umgebung dieser karstigen Heimat sowohl in Richtung Meer als auch vom Süden her und von den fruchtbaren Feldern Makedoniens und Altserbiens im Osten von großen Tschiftliks absorbiert, deren Grenzen die mächtigen Begs und Obrigkeiten durch ihre Autorität sicherten. In den Stammesgrenzen hatte der Einzelne also nicht mehr jene Existenzsicherung wie einst, und jeder Versuche ihrerseits, durch Vergrößerung des Stammeslandes ihr Überleben zu sichern, brachte sie in harten Konflikt mit benachbarten Stämmen und der staatlichen Obrigkeit. Das einzige Ergebnis eines jeden derartigen Versuches war eine größere Zahl an Fehden und Feindschaften.



    Infolge der Beengtheit, die der eines Vogelkäfigs nahe kommt, entstand eine neue Lebensform in und zwischen den Stämmen: vor allem absolutes Misstrauen jedem gegenüber. Alle Reisenden in Albanien berichten darüber, mit welcher Feind-seligkeit die Bergbewohner die Integrität ihres Territoriums bewachen und mit wieviel Misstrauen sie jedem Fremden begegnen, weil sie fürchten, dass man vielleicht mit der Absicht kam, ihnen etwas von ihren Bergen wegzunehmen! Es tobte ein Kampf um Grenzen und Weideland. Mit allen Nachbarn war man bis aufs Blut verfeindet. Weil man von allen Seiten her eingeengt war, war Raub das einzige Heil der Bergbewohner. Raub wurde zu ihrer wichtigsten Einnahmsquelle, Hinterhalte, Erpressungen von Reisenden und Händlern, Viehraub, gefolgt von Morden und Morden für Morde, gut organisierte Raubzüge an die Küste oder in die fruchtbaren, östlichen Gegenden wurden zur ständigen Beschäftigung. All das erinnert uns an die Lage der griechischen Stämme zur Zeit des Untergangs der Stammesordnung, zu der Engels meint: "...der alte Krieg von Stamm zu Stamm bereits ausartend in systematische Räuberei zu Land und zur See, um Vieh, Sklaven, Schätze zu erobern, in regelrechte Erwerbsquelle; kurz, Reichtum gepriesen und geachtet als höchstes Gut und die alten Gentilordnungen gemiss-braucht, um den gewaltsamen Raub von Reichtümern zu rechtfertigen."



    Wie erhält sich die Stammesordnung heute aufrecht? Seit Privateigentum und Warenwirtschaft überwiegen, sind Stammesmitglieder gezwungen, auf ihr Wohl-ergehen im Rahmen ihrer privaten Haushalte zu schauen, das gemeinsame Stammesinteresse ist eingeengt, die innere Stammeseinheit zerstört. Von diesem Augenblick an treten die Stämme als Ganzes nur gegenüber den anderen Stämmen und Nachbarn auf, mit denen sie in ständigen Feindschaften und Auseinander-setzungen leben. Die Stammesordnung erhält sich nicht mehr aufgrund von Stammeseinheit aufrecht, sondern aufgrund von immerwährender Gefahr von außen und ununterbrochenen Spannungsverhältnissen und Kämpfen mit allen Seiten - Kämpfen, bei denen es wirklich um Leben oder Tod geht.



    Aber hinter dieser Stammesgemeinschaft und der gegenwärtigen Blutrache ver-stecken sich ganz andere Lebensbedingungen. Wenn auch die Gemeinschaft zur Blütezeit des Stammeslebens allen Mitgliedern eine gesicherte und gleiche Existenz bot, so genießt nun jedes Gemeinschaftsmitglied, je nachdem, wie viel Eigentum es besitzt, in diesem Maße auch Sicherheiten und Annehmlichkeiten des Lebens. Obgleich der Kampf mit anderen Stämmen früher gleichermaßen im Interesse aller Mitglieder war, geschieht er heute vorwiegend im Interesse jener, deren Überleben im Stamm gesichert ist, die Herden zum Weiden und Boden zum Bebauen haben. Obgleich der Kampf früher zum Zwecke des Schutzes und der Immunität des Stammesterritoriums geführt wurde, erfolgt er heutzutage wegen Bodenmangels. Obschon die Blutrache einst Mittel zum Schutze des gemeinsamen Stammes-interesses war, ist sie heute Folge ununterbrochener Reibereien untereinander, die sich aus der Beengtheit und den schlechten Lebensbedingungen hervortun, Folge des fehlenden gemeinsamen Stammesinteresses, Folge zweier großer Übel: der Anarchie und Armut. Ein Volkslied sagt: "Travu iju, pa se s nama biju." Übertragen heisst das in etwa: "Heute Freund, morgen Feind." Daher handelt es sich bei der Blutrache in vielem nicht mehr um eine öffentliche Stammesangelegenheit, sondern um die gefährlichste anarchische Form vom Kampf jeder gegen jeden. Es gibt Menschen, die, weil sie Blut schulden, ihr ganzes Leben in einem Turm verbringen, übertrieben geschmückt mit Schießscharten, und es gibt auch Familien, in denen es absolut keine erwachsenen Männer gibt.



    Und die Türkei bewachte die armselige Situation dieser Bergbewohner! Um die fruchtbaren Gegenden an der Küste und im Osten vor deren Raubzügen zu schützen, stellte sie an den Ausgängen der Schluchten Soldaten auf, verhinderte jedes Passieren und verschloss ihnen die Wege zu den Basaren. Das Gesamtbild ist nun somit folgendes: Jeder Einzelne ist wegen der Blutrache in seinem Turm, jeder Stamm wegen Feindschaft mit benachbarten Stämmen gefangen, und ganz Nordalbanien ist ein weites Gefängnis, an dessen Toren türkische Wachen stehen.







    3. Wirtschaftsverhältnisse



    Die Albaner sind ein reines Bauernvolk, mit Viehzucht als weit überwiegendem Beschäftigungszweig. Lebensmittel bekommen sie durch Ackerbau, und vor allem durch Viehzucht.



    Sowohl in Hinsicht auf Produktivität als auch in Hinsicht auf Perfektion von Arbeitsgerät und -weise gibt es große Unterschiede zwischen den unterworfenen nordalbanischen Stämmen und den fruchtbareren Gegenden, die die Albaner kolonisiert haben, auf der einen Seite und andererseits jenen im Süden, an der Küste und im unteren Einzugsgebiete der Flüsse Drin, Semani, Devolli, Shkumbini und Mati. Diese Grenze deckt sich vorwiegend mit der Grenze des Tschiftlik-Systems. Tschiftliks drücken all diese Regionen, die ausreichend natürliche Be-dingungen für eine rentable Landwirtschaft besitzen, nieder. Sie erstrecken sich bis zu den Ausgängen der nordalbanischen Schluchten, über diese Grenzen hinweg sind sie äußerst selten, und dort wo es sie gibt, sind sie für gewöhnlich Eigentum von Stammesherrschern, reichen Leuten oder der katholischen Kirche und den Metropoliten.



    Unter dem Zwang von Stammestradition und der unerträglichen Last von Stammes-krieg und Blutrache hielt man sich in der Landwirtschaft an alte, gewohnte Formen und Weisen, die auf der Stufe höchster Primitivität stehen. Unterwegs in Albanien, sah ich oft noch den Holzpflug, der nur an der Oberfläche pflügt, man kann ganze Landstriche durchqueren, ohne eine andere Saat als Mais zu sehen. Von der Bedeutung des Fruchtwechsels weiß man hierzulande anscheinend nichts. Wenn man sie fragt, warum sie keine anderen Feldfrüchte als Mais säen, und ob sie gedeihen würden, antwortet man uns, sie hätten es halt so gelernt!



    Der größte Reichtum der Leute war einst das Vieh. Das Vieh ist aber von schlechter Rasse. Ziegen sind anscheinend das meistverbreitete Haustier dieser Bergbewohner. Das kleine, haarige, gelbe, wilde Rind, das wir in den albanischen Bergen in ganzen Horden sahen, sieht aus wie der erste Nachfahre des aus-gestorbenen Auerochsen, des Urahnen unseres Hausrindes! Wegen der Bodenverteilung, des Sich-Durchsetzens von Geldwirtschaft und allgemeiner Unsicherheit schwindet die Zahl des Viehs von Tag zu Tag. Das Vieh wurde zum wichtigsten Handelsobjekt. Damit erscheint der Albaner am Marktplatz. Durch den Verkauf von Vieh kommt er zu Geld, das er für den Kauf von Früchten, für Interessenszahlungen und Blutgeld benötigt. Da der nordalbanische Karst nicht einmal eine ausreichende Menge an Feldfrüchten für die Ernährung bietet, ist Geld fürs Überleben unbedingt erforderlich, und die Bergbewohner wehrten sich mit Vieh und Raubzügen gegen den Hungertod.



    Neben der öffentlichen Unsicherheit und der allgemeinen Verarmung versetzte das Sperren der Zugänge zur Küste und zu ebeneren, wärmeren Gebieten der Viehzucht den entscheidenden Schlag. Indem es den ganzen guten Boden niederdrückte, überließ das System der Begs es den Bergbewohnern, sich von Stamm zu Stamm im Kampf um jede Schlucht, jeden Berg, jeden Karst niederzumetzeln, selbst wenn er nicht mehr als hundert Groschen wert sein sollte. Es versperrte ihnen auch die Wege der Transhumanz. Da das Vieh in diesen Regionen - reich an Weiden, aber arm an Wiesen - im Winter von den Bergen hinunter zu den Küsten und wärmeren Gebieten getrieben wird, wie es auch die Walachen im Pindos in Griechenland und Makedonien tun, zerstörte der politische und wirtschaftliche Freiheitsentzug dieser Stämme in ihren Karsten und Bergen die Viehwirtschaft als Hauptquelle materiellen Lebens.



    Der große tägliche Geldbedarf einerseits und das Versiegen der Geldquellen andererseits bewirkten, dass sich ein beispiellos schreckliches Ausbeutersystem entwickelte. Den Notizen vieler Reisender zufolge beträgt die Ausbeutung zwischen 40 und 60 Prozent. Die Städte wurden zu Zentren des Geldhandels; sie belasteten und unterwarfen die Umgebung mit Schulden, sodass die armseligen Teufel ständig die Früchte ihrer Arbeit in die Städte tragen, von dort aber mit leeren Händen zurückkehren.



    Was für eine Armut in diesen "Nestern der Freiheit" herrschte, beschrieb ihr bester Kenner, Marko Miljanov, sehr virtuos. Über das Leben der Kuci, eines monte-negrinischen Stammes, der eng verwandt ist mit den albanischen und auf der absolut gleichen Kulturstufe steht, schreibt Marko Miljanov:



    "All ihren Besitz und ihre Häuser in Nahia und Zeta rissen die Türken an sich. Sie schlossen ihre Basare. Alle führten Krieg mit den Kuci, Moslems und Christen. So verschonten auch die Kuci niemanden. Sie töteten, plünderten, raubten und brandschatzten, so wie es auch ihnen von allen Seiten geschah. Es blieb ihnen kein Spielraum mehr."



    "So zählten sie im Winter, wenn die größte Hungersnot herrschte, wenn es kein Grünfutter gab, die Krautköpfe in den Gebäuden, um zu berechnen, ob sie damit über den Winter kommen. Falls jemand mit Kraut allein nicht auskam, sammelte er Wurzeln verschiedenster Gräser und Kräuter (Safran, Schneeglöckchen) oder Ahornrinde. Aus Ahornrinde machten sie am häufigsten Brot. Buchenrinde war nicht geeignet, aber sie kratzten den Pflanzensaft heraus und tranken ihn."



    Es ist vollkommen verständlich, dass die hungrigen Kuci den Rest der Welt nicht in Ruhe seine Güter genießen ließen. Die Kuci hingen buchstäblich vom Raub ab, deshalb hassten sie auch den Frieden und den Normalzustand, denn dann versiegte ihre Lebensquelle. Miljanov schreibt darüber:



    "Von Hungersnot betroffen, wünschten sich die Kuci geradezu den Kampf; falls es keinen Streit gab, suchten sie sich einen Provokateur, um einen Grund zum Plündern zu haben... Je mehr sie den anderen Übles taten, desto mehr fiel es wieder auf sie zurück; sie wurden von ihren Feinden bedrängt, in ihren Bergen eingeengt, so dass sie nirgends hin konnten. Also verbrachten sie den Sommer in Zijevo und Labedinac, wo die Menschen ihre Nöte vergaßen, sahen aber zu, wie ihr Vieh Hunger und Durst litt."



    Der Armut dieser Stämme entspricht die entsetzliche Unterentwicklung ihrer kulturellen Bedürfnisse, der allgemein niedrige Lebensstandard. Während Marko Miljanov bei den Albanern lebte, war er nicht so sehr über die Armut, in der dieses Volk lebte, überrascht, mehr darüber, mit welcher Leichtigkeit sie sie ertrugen. Weil der stolze Herzog, vielleicht der letzte Vertreter der mittelalterlichen Ritter, nicht durchschaute, dass sich die Armut nicht nur aufgrund der Unterentwicklung ihrer Bedürfnisse an Seele und Haltung dieser Menschen erkennen ließ, nannte er diese Art von Haltung "südlicher Pauperismus". Wenn du einen armen Hirten triffst, "eine Mischung aus Menschenkind und Teufel", erzählt Miljanov, wunderst du dich, "wie sehr er sich selbst gefällt, so sehr, dass er weder mit dem Kaiser tauschen möchte, noch ihm den Weg freimachen würden, wenn er ihn träfe."



    Der Staat, der von diesen seinen Sklaven Blutsteuer verlangte, konnte ja keine andere Antwort erwarten als die, die er ständig bekam. Die Frauen sagten zu ihren Männern: "Sterbt, unterwerft euch nicht, oder gebt uns Frauen die Gewehre!" Und als die Jungtürken versuchten, mit anderen Mitteln die Bergbewohner zu beugen, damit diese ihren steuerlichen und militärischen Pflichten nachkamen, wurde in der Umgebung von Djakovica zur Zeit der albanischen Bewegung 1908 folgendes Volkslied gesungen:



    Seid gnädig, die Not ist groß,


    sucht das albanische Leid zu lindern!


    Der Reichste besitzt nur ein geringfügig’ Land,


    vier Schafe, vier Ziege hält der Reiche.


    Der Fels gibt nicht genug Nahrung ab,


    ein Huhn sieben Häuser versorgen muß.


    Im Schneesturm trägt pausenlos


    der Unbekleidete sein Bürdenlos;


    Das Gewehr bei sich, sonst nur Salz und Brot,


    stets aber lauert der Tod!



    Im restlichen Albanien sind die Wirtschaftsbedingungen ganz anders. In diesen Gegenden genießen die Albaner keine Waldfreiheit, und sie tragen auch keine Gewehre wie die Bergbewohner Nordalbaniens, aber sie leiden auch nicht ständige Hungersnot. Als Leibeigene auf Gütern der Begs haben sie eine dauerhafte Arbeit, und im Kontakt zu den slawischen Nachbarn lernten sie die Fremdarbeit. Eine große Zahl an Albanern erledigt die schweren Arbeiten, meist Trage- und Säge-arbeiten, in den Städten aller Balkanstaaten, aus einigen Gegenden, wie z. B. Prizren, wandern sie massenweise nach Amerika aus. All das führte dazu, dass man zwischen den Albanern und ihren slawischen und anderen Nachbarn keine Unter-schiede feststellen kann, weder in Hinsicht auf Ackerbaumethoden, noch in Hinsicht auf das kulturelle Leben.



    In wirtschaftlicher Hinsicht unterscheiden sich diese Regionen, im Gegensatz zu Nordalbanien, vor allem durch das Beg-System. Diese Erbsünde der Türken, so scheint mir, traf gerade Albanien am härtesten. Auf dem Wege durch Nordalbanien sieht man auf der einen Seite Häuser im Fels, gleichsam wie Schwalbennester, und Menschen, die im Karst und in steilen Höhen leben, wo selbst Bergziegen abstürzen, und auf der anderen Seite, in den fruchtbaren Tälern des Semani, Devolli und Shkumbini, ganze Ebenen, umgeben von Dornen, die schwerer zu passieren sind, ähnlich feindlichen Schützenlinien, in denen Wildschweine und Raubtiere leben. Die Besiedlung ist sehr dünn. Die weit verstreuten Dörfer setzen sich aus zehn bis fünfzehn Häusern der Leibeigenen zusammen, die den ersten Gegensatz zu den stolzen Felshäusern der souveränen Gebiete bilden.



    Als ich mir im Dorf Ciragi, zwischen Devolli und Shkumbini, die Lebens-bedingungen der Menschen ansah, fand ich mich in wahrhaften Fledermausnestern wieder: Die Mauern waren Dornen, das Gebirge oberhalb, keine Fenster; untertags mußte ich eine Kerze anzünden, um zu sehen, wo ich war; von Möbeln oder Ord-nung keine Spur. Im Gegensatz zu diesen Löchern sind die Häuser der Leibeigenen in Makedonien, in denen sich sonst die ganze Schwere und Unerträglichkeit des Begsystems widerspiegeln, richtige Paläste. Das Aussehen der Menschen entspricht vollkommen dem Aussehen der Behausungen. Ihrer physischen Missgestalt und dem stumpfen, blöden Gesichtsausdruck nach, sind sie absolute Gegensätze zu den nördlichen Bergbewohnern, mit stolzer Haltung und scharfen Gesichtskonturen. In ganz Makedonien bekam ich kein solch schreckliches Bild darüber, bis zu welchem Grad das Beg-System seine Sklaven zugrunde richten kann.



    Allem Anschein nach sind diese Gebiete wahre Eldorados der Ausbeutung durch die Begs. Mehrere Feudalherren besitzen über ein Dutzend Dörfer, der größte Feudalherr der Welt, Abdul Hamid, besaß gerade in dieser Gegend mehr als hunderte eigene Dörfer. Die Grenzen ihrer Feudalbesitze erweitern sie nach Belieben, denn sie stoßen auf keinerlei Widerstand, Arbeitskräfte haben sie auch reichlich, weil die Bergbewohner infolge von Blutrache und Hungersnot aus den Bergen fliehen. Alles, was ohne irgendeine Verbesserung bebaut werden kann, lassen sie bebauen, und in den Ebenen weiden unter Dornen ihre Herden, obwohl man sie mit ein wenig Mühe in regelrechte Kornkammern verwandeln könnte - ein echtes Bild der Zerstörung, hervorgerufen durch den Feudalismus der Begs.







    4. Charakterzüge und geistiges Leben



    Die Albaner sind zweifellos das einzige Volk Europas, das in einer Stammes-ordnung lebt - Familie ist die erste Form menschlichen Zusammenlebens überhaupt, Stämme die zweite. Wer die Dinge historisch betrachtet, dem reicht diese Tatsache allein, und er weiß zweifellos, dass er es hier mit einem Volk zu tun hat, welches von allen Balkanvölkern auf der niedrigsten Entwicklungsstufe steht, welches sich von den Kulturvölkern dadurch unterscheidet, dass es - in der Entwicklung und den großen gesellschaftlichen Umbrüchen nach - Jahrhunderte hintennach ist.



    Aber Primitivität und Unterentwicklung sind keine Maßstäbe für die Fähigkeit des kulturellen Lebens und der Entwicklung im allgemeinen, wie man es gerne in der politischen Literatur der imperialistischen Bourgeoisie annimmt. Denn, wenn auch einige Völker, gesegnet von günstigen historischen Bedingungen, die sich schneller entwickelten als andere, an der Spitze der zivilisierten Welt stehen, während andere im primitiven Zustand verblieben, gibt das alles den Befürwortern der kapitali-stischen Unterdrückungspolitik noch lange nicht das Recht, die rückständigen, schwachen, widerstandslosen Völker für eine schwächere, unfähigere, inferiore Rasse zu halten, ihnen jede kulturelle Fähigkeit abzusprechen und sie zu ständig Unmündigen zu erklären, die ihrer "kulturellen" Vormundschaft bedürften. Diese Ausformungen einer reaktionären Verteidigung der Unterdrückungspolitik lassen die Tatsache vergessen, dass alle Kulturvölker die Form der Stammes- und einer primitiven Gesellschaftsordnung durchlaufen haben. Allerdings sollten gerade die Vertreter der Bourgeoisie der Balkanvölker nicht außer Acht lassen, dass bei ihnen selbst die sicheren Spuren jüngster Stammesordnung noch zu erkennen sind. Dass die montenegrinischen Stämme nicht fortschrittlicher sind als die albanischen, erkannte und schilderte der beste Kenner beider, Marko Miljanov. Und gleichzeitig riet er den Serben: "Ihr sollt wissen, dass es nicht so arg ist mit dem Albaner, wie euch scheint, denn er und ihr seid euch nur allzu nah."



    Trotzdem schrieben Balkanicus und Dr. Vladan jeweils ein ganzes Buch mit der Absicht, das arme albanische Volk zu vernichten und ihr Unvermögen auf kultureller und nationaler Ebene zu beweisen. Das Erscheinen solcher Bücher verdient mehr Aufmerksamkeit als die Werke selbst. In den kapitalistischen Ländern ist diese Literatur genauso alt wie die kapitalistische Unterdrückungs-politik. Als die Interessen der kapitalistischen Klassen den europäischen Staaten befahlen, eine Politik der kolonialen Unterdrückung zu starten, wurde der Buch-markt von Werken wie den Schriften eines Balkanicus oder Dr. Vladan über-schwemmt. In Österreich-Ungarn erschien diese Literatur vermehrt nach der Okkupation Bosnien-Herzegowinas, und sie wurde von der gleichen Argumentation begleitet, die heute Balkanicus und Dr. Vladan bei uns einführen. Diese Argumentation ist in Wahrheit ein dem Entwicklungsgesetz anmaßender Spott, an dessen Macht die Wissenschaft der Bourgeoisie bedingungslos glaubte und auf dem sie ihren Kampf mit dem Adel und der Kirche begründete. Aber ist nicht die Politik der kolonialen Unterdrückung der kapitalistischen Bourgeoisie eine rücksichtslose Zerstörung der nationalen Ideale von Unabhängigkeit, Befreiung und Vereinigung? Das Erscheinen solcher Schriften stellt eine ganze Ära in unserer Literatur dar, ähnlich wie die Angriffe der serbischen Armee auf Albanien eine Ära in der Politik Serbiens darstellen.



    Die Bourgeoisie lüftet dem serbischen Volk den Schleier, einem unterdrückten Volk, das einzig an die Macht nationalen Fortschrittes glaubt. Die Standpunkte des Balkanicus und Dr. Vladans entsprechen der überwundenen und längst ab-geworfenen Kastenordnung, in der der Adel und die Geistlichkeit einst ihre Privilegien verteidigten, indem sie nachzuweisen versuchten, dass sie dazu bestimmt seien, das Schicksal des Volkes zu lenken, weil ja der geistige Fortschritt von ihnen ausginge. Im Kampf gegen Privilegien wusste die Bourgeoisie in früheren Zeiten zu antworten: Adel und Geistlichkeit seien geistig weiter entwickelt, nicht aufgrund ihrer natürlichen Begabung oder Gottessegnung, sondern aufgrund der besseren Bedingungen für geistige Arbeit, und diese Bedingungen sollte man auch dem übrigen Volk ermöglichen, damit es sich geistig weiterentwickle. Heute spricht sie, die Bourgeoisie, dem Proletariat die gleichen politischen Rechte ab, und das aufgrund der gleichen, längst aufgegebenen "Theorien", die seinerzeit der Adel ihr gegenüber anwandte, wogegen sie sich heftig wehrte.



    Wenn die Bourgeoisie sich ihren Brüdern gegenüber - Menschen mit der gleichen nationalen Zugehörigkeit, aus den Arbeiterklassen und proletarischen Volksmassen - so verhält, was kann man dann von ihren Vertretern erwarten, wenn sie über die Albaner reden? Mit der Absicht zu beweisen, dass dieses Volk als Rasse keinen Sinn für ein kulturelles und selbständiges Leben hat, stellt sie all das, was aus der Primitivität dieses Volkes hervorgeht, nicht als Ausdruck einer historischen Entwicklungsstufe dar, auf der es sich befindet, und auf der sich alle anderen Völker auch einmal befunden haben, sondern als Ausdruck seiner rassischen Unfähigkeit zum kulturellen Fortschritt überhaupt.



    Selbst eine oberflächliche, geschichtliche Betrachtung der Menschheitsentwicklung zeigt, dass die Blutrache eine Form von öffentlicher Strafe ist, dass sie als solche bei allen Völkern auf der Stufe der Stammesordnung vorherrschte, ja selbst lange Zeit danach, und trotzdem wurde sie als Beweis einer angeborenen Blutrünstigkeit der Albaner gegen sie verwendet. Wenn Dr. Vladan genau das gegen sie hervorhebt, indem er von "Menschen mit Schwänzen" spricht, hätte da nicht jeder Albaner das Recht, ihn daran zu erinnern, dass bis vor kurzem die Dalmatinerin das blutige Gewand ihres Mannes dem Sohne zeigte, und ihn anflehte, den Vater zu rächen?



    Mit derselben Absicht durchblättert auch Balkanicus sämtliche Konversations-lexika, um ein möglichst hässliches Urteil über den Charakter der Albaner zu fällen. Verschiedenste Autoren und Reisende beschreiben den Albaner einmal als Menschen, der für sein Wort den Kopf hinhält, ein anderes Mal als Mörder, der andere mit dem Gewehr tötet, das sich diese nur anschauen wollten. Aus dem Leben der Shaljani, eines unberührten Bergstammes, berichtet Miljanov über zwei charakteristische Fälle. Einen Shaljani, der auf dem Weg zu seiner Hinrichtung war, hielt der Wesir an, als gerade ein zähnefletschender Zigeuner hinter ihm den Krummsäbel zog, und fragte ihn: "Sag' Held, warst du schon einmal in solch einer Notlage?" Der Albaner antwortete: "Zweimal waren Freunde in meinem Haus, als ich kein Brot hatte, um sie zu bewirten, also übernachteten sie ohne Abendessen. Das war für mich schlimmer als heute, denn das heute wird vergehen, das von damals nie." Bei einer anderen Gelegenheit verlangte der Wesir von Shkodra von seinem Diener, einem Shaljani, er solle ihm seine Landsleute verraten. Und weil dieser nichts sagte, ließ der Wesir ihn foltern, seine Mutter herbeibringen, damit diese vielleicht Mitleid mit dem Sohn hätte und ihm nahelegen würde, dem Wesir zu gehorchen. Die Mutter aber rief: "Kind! Kind! Bewahre Verstand und Ehre! Trauere nicht um dein Blut, das der Wesir vergießen wird."



    Andererseits beschreibt der bekannte österreichische Konsul Prohaska die Albaner aufgrund von persönlichen Erlebnissen in Ljumi als das perfideste Volk.



    Balkanicus fiel es nicht schwer, sich für eine dieser widersprüchlichen Meinungen zu entscheiden, hatte er sich doch schon im vorhinein bereits entschieden. Bei der Wahl zwischen Miljanov und Prohaska wählte er Prohaska. Er begriff nicht, dass die widersprüchlichen Meinungen über den Charakter der Albaner ein Beweis für eine Übergangsphase ihres gesellschaftlichen Lebens waren: Die Stämme ver-lieren allmählich ihren Machteinfluss; neue Beziehungen gilt es zu formieren. Die marxistische Auffassung der Dinge ist Balkanicus nicht unbekannt; damit wollte er uns einmal ein paar Lektionen erteilen. Allerdings eignet sich diese Anschauung nicht für die Verteidigung der reaktionären Politik seitens der Bourgeoisie, besonders in diesem Falle würde sie das Geheimnis des relativen historischen Wertes der Charakterzüge dieser Stämme und der Abhängigkeit der Züge von der gesellschaftlichen Entwicklungsstufe lüften.



    Indem sie sich nur im engen Stammeskreis bewegten, eigneten sich die Albaner ihre charakteristischen Eigenschaften an, die bei ihnen am meisten auffallen: Ehrenwort, Blutsbrüderschaft, Gastfreundlichkeit, Stolz, Ehrsucht. Ähnliches fand Morgan auch bei den amerikanischen Indianerstämmen, er betonte, dass bei ihnen "jeder das unbeugsame Gefühl von Unabhängigkeit und persönlicher Würde in der Haltung eingestehe". Wie bei den Indianern so sind auch bei den Albanern die Charaktereigenschaften Kind der einfachen Verhältnisse im Stammesleben. Von allen Forschern wissen wir, dass die Menschen zufrieden leben, obwohl sie ein Minimum an materieller und geistiger Kultur besitzen. Da die Maßstäbe des Lebens ebenso bescheiden sind wie ihre ganze Umwelt, wird jeder Hirte als Held, als Stolz und Ruhm des Stammes besungen und in den Überlieferungen des Volkes auf die höchste Ruhmes- und Ehrenstufe gestellt. Je weniger entwickelt die Gesellschaft ist, desto klarer ist jede Persönlichkeit zu erkennen. Sie steht über der Gesamtheit, jede Bewegung wird genau kontrolliert, jede Tat gesehen, und man merkt sich, ob die Gäste gut bewirtet, der Freund gerächt, oder ob man singend von den Türken hingerichtet wurde. Die Überlieferungen heben sie für all ihre guten Taten zum Himmel empor, und falls sie einmal nicht die Erwartungen erfüllen, werden sie streng und unerbittlich bestraft. Mit dieser Disziplin bewahrt man die Gemein-schaft.



    Aber da sie aus den Stammesgemeinwesen heraus entstanden, verlieren sich die Charakterzüge auch mit ihnen. Durch das Vordringen der Geldwirtschaft, den Fortschritt der Warenwirtschaft und den Bodenraub verliert der Stamm den alten Machteinfluss auf Handeln und Denken jedes Einzelnen, und anstelle der ordinären moralischen Tugenden treten neue moralische Begriffe. Friedrich Engels schrieb:



    "Die Macht dieser naturwüchsigen Gemeinwesen musste gebrochen werden — sie wurde gebrochen. Aber sie wurde gebrochen durch Einflüsse, die uns von vornherein als eine Degradation erscheinen, als ein Sündenfall von der einfachen sittlichen Höhe der alten Gentilgesellschaft. Es sind die niedrigsten Interessen - gemeine Habgier, brutale Genusssucht, schmutziger Geiz, eigensüchtiger Raub am Gemeinbesitz-, die die neue, zivilisierte, die Klassengesellschaft einweihen; es sind die schmählichsten Mittel - Diebstahl, Vergewaltigung, Hinterlist, Verrat, die die alte klassenlose Gentilgesellschaft unterhöhlen und zu Fall bringen."



    Bis zu dem Grad, zu dem die alte gesellschaftliche Ordnung von der neuen verdrängt wurde, erfolgte auch der "Sündenfall" und verschwanden auch die einfachen Tugenden der Stammesmoral. Da diese Entwicklung in allen Regionen Albaniens verschiedene Stufen erreichte, sind auch die Meinungen von Reisenden und Kennern über den Charakter der Albaner sehr unterschiedlich. Dieser Unterschied ist also eine Folge der Veränderungen, die die Moral durch den Zerfall der Stammesordnung erfährt. Demnach können alle im Recht sein, sowohl die einen, die die eine Seite sahen, als auch die anderen, die etwas anderes wahr-nahmen. Vielleicht haben ja beide recht, Marko Miljanov und Prohaska. Allerdings sind jene, die aufgrund dieser Beobachtungen die Albaner als besonders sympathische Rasse zeichnen, genauso wenig im Recht wie jene, die aufgrund derselben Beobachtungen den Albanern das Recht absprechen, in die Gemeinschaft der kulturellen Welt aufgenommen zu werden.



    Sowohl die moralischen Begriffe und persönlichen Tugenden als auch das ganze geistige Leben der Albaner sind von der Stammesordnung und den engen Bezirks-grenzen geprägt. Balkanicus schenkte der Volkspoesie viel Aufmerksamkeit. Alle Volkspoesien sind innerhalb der Grenzen der Erfahrung des Volkes eingebettet. Natürlich ist auch die Erfahrung der Albaner, wie bei allen anderen Stämmen, durch den engen Horizont des Stammeslebens beschränkt. In der Volkspoesie erkennt man die Gefühle, Wünsche und Sehnsüchte der Menschen, deren geistiges Leben sich nicht abheben kann von der Umgebung, in der sie sich befinden. Um das zu bekräftigen, stehen uns leider keine Sammlungen albanischer Volkslieder zur Ver-fügung. Aber wir haben eine Liedersammlung der Kuci, die uns sogar noch mehr bestätigt, nämlich dass die montenegrinische Poesie nicht viel anders ist als die der Kuci. So versammelten sich also einst einige Kuci in einem Wirtshaus, tranken Bier, wie es sich für Helden nun einmal gehört, und besprachen ihre nächste große Tat! Und einer sagte:



    "Du weißt, Ivan, es ist noch nicht so lange her,


    dass sie den Kom Klimenti zu erobern versuchten;


    sie erschlugen Grba Radonic,


    pfändeten unsere weißen Schafe,


    und wir haben sie noch nicht gerächt..."



    Ivan entschloss sich zur Rache, traf zwei Cousins, zwei aus der Familie Memedcevic, und teilte ihnen mit:



    "Grüß euch Gott, junge Vettern,


    habt ihr die Schafe und Hirten von Klimenac ausspioniert,


    damit wir endlich losschlagen können?"



    Die Cousins erwiderten:



    "Die weißen Schafe haben wir ausspioniert,


    sie wären keine Gefahr,


    aber es ist nicht einfach, nach Cijevo zu gehen,


    geschweige denn, die Schafe zu vertreiben."



    Man soll nicht glauben, das sei nur der Inhalt eines Liedes; nein, im ganzen Zyklus wird am liebsten von den Geschehnissen beim Diebstahl von Schafen gesungen! Das zeigt nun wieder, dass diese Stämme Jahrhunderte lang im gegenseitigen Kampf um jeden Gipfel, jede Schlucht, jeden Hammel standen. Wird Balkanicus aufgrund dessen jetzt den montenegrinischen Stämmen die Fähigkeit absprechen, in einem eigenständigen Staat zu leben? Im Gegensatz dazu weist unsere Volkspoesie nichts Gemeinsames mit diesen geistigen Produkten der ewigen Hirten auf, weil sie Produkt eines Volkes ist, das weder von der Ausschließlichkeit des Stammes eingeengt noch vom räuberischen Kampf ums Überleben erfüllt war, und weil sie aus einer breiten historischen Grundlage entstand, aus einer Erinnerung an das einstige, mächtige Staatsleben.



    Jedes Geistesprodukt der Albaner musste gegen die engen Stammes- und lokalen Grenzen antreten. Über die Grenzen hinaus war es schwer zu gelangen, denn zwischen den einzelnen Stämmen und Bezirken gab es keine kulturelle Wechsel-seitigkeit. Aber auch Balkanicus führt die Sache ad absurdum, wenn er behauptet, die Albaner hätten keine Ahnung von ihrer schillerndsten historischen Persönlich-keit, Skender-Beg, sie hätten ihn vollkommen vergessen, und es gäbe kein Lied über ihn. Ich forschte nicht allzu intensiv nach diesen Liedern, trotzdem erfuhr ich nach nur ein paar Tagen meines Aufenthaltes in Elbasan von einem typischen Lied über Skender-Beg, das folgendermaßen beginnt:



    "Woher kommst du, tapferer Hauptmann?


    Von den Kämpfen, von den Balkangebirgen.


    Kennst du ihn, du tapferer Hauptmann,


    den ruhmreichen albanischen König Skender-Beg?


    Ihn kenne ich ganz gut, mit ihm führte ich Krieg.


    Er ist ein guter Held, für Albanien er sein Leben ließ;


    Feinde pflegte er zu töten, umzubringen,


    erst als er tot, waren sie ihrer Leben sicher."



    Der Eifer des Balkanicus bei seiner Geringschätzung des albanischen Volkes als Rasse geht soweit, dass er die historische Rolle des Skender-Beg dessen Ab-stammung von der Serbin Vojislava zuschreibt! Wie weit die kuriosen Wider-sprüche der längst veralteten Theorie gehen, zeigt das nächste Beispiel: Einer der besten, anerkannten Vertreter der serbischen Geschichtswissenschaft, Jovan Tomic, schreibt in seinem Buch über die Albaner, ein Teil des albanischen Stamm der Klimenti sei nach Rudnik gezogen, einige sehr angesehene Persönlichkeiten unseres Volksaufstandes von 1804 würden von ihnen abstammen. Wir wissen nicht, an wen Herr Tomic dabei denkt, viele Forschungen scheinen aber zu bestätigen, dass der Anführer des Aufstandes, der Begründer der Dynastie der Karadjordjevic, Kara-Djordje Petrovic, albanischer Abstammung war!











    II. Die Autonomie Albaniens



    1. Die Entstehung der Autonomiebewegung



    Die türkische Vorherrschaft auf der Balkanhalbinsel war das Resultat eines militärischen Sieges, später wurde sie vor allem durch das Feudalsystem aufrecht-erhalten. Aus diesem Umstand hatte die staatliche Struktur des osmanischen Reiches vorwiegend militärisch-feudalen Charakter. Trotz aller Reformbewe-gungen und -versuche behielt die Türkei diesen Charakter bis zum heutigen Tage. Sie erinnert immer an ihren Ursprung in militärischen Eroberungsfeldzügen, ihre feudale Struktur zeigt sie sowohl in Verwaltungssystem und -verteilung als auch in der Heeresorganisation, dem Steuer- und Schulsystem, den Befugnissen der Kirche und fast allen anderen öffentlichen Institutionen und Funktionen.



    Als äußeres, sichtbares Zeichen dieser Ordnung sehen wir Ende des 18. und Anfang des 19. Jh. in der Türkei eine ganze Reihe von autonomen Gebieten und Privi-legien, die, von einer höheren historischen Warte betrachtet, nichts anderes waren als Folgen der feudalen staatlichen Ordnung. Ebenso, wie sich die Leibeigenen im feudalen Wirtschaftssystem einer an den anderen reihen, einer an den anderen grenzt, aber jeder für sich und dem Wirtschaftsorganimus gegenüber eine eigene Einheit darstellt, eine Art Staat im Staat, so ist auch der Staat in der feudalen Staatsordnung keine Ganzheit des Organismus, sondern ein bloßes Aggregat einzelner Gebiete. An den türkischen Staat waren die Gebiete allein durch mecha-nische Verbindungen militärisch-administrativer Art gebunden, die sich in einem Pascha an der Spitze eines Gebietes oder einer Garnison, einem städtischen Gen-darmen, Spahi oder Richter verkörperten. Subtrahiert man eine dieser Funktionen - nehmen wir an, sie konnte aus irgendeinem Grund nicht eingeführt werden -, wird das Territorium eine Art von autonomem Gebiet, das sein eigenes selbständiges Innenleben hat und sich nur aufgrund der Steuersummen und bestimmter militärischer Verpflichtungen daran erinnert, dass es eigentlich zur Türkei gehört.



    Ende des 18. Jahrhunderts gibt es viele solche autonome Gebiete auf der Balkan-halbinsel. Den autonomen Privilegien nach ist die Gebirgsgegend von Montenegro, über Nord- und Mittelalbanien, Pindos, Olymp bis hin zum Heiligen Berg am wichtigsten. In diesem ärmlichen und schwer zugänglichen Gebirgs-streifen, der die Adria von den fruchtbaren Tälern Altserbiens und Makedoniens trennt, genossen viele Ort und Stämme Jahrhunderte lang weitgehende Autonomie-rechte. Selbst zur Zeit ihrer höchsten Macht gelang es der Türkei nicht, sie ihrer unmittelbaren Verwaltung zu unterstellen, sie begnügte sich lediglich mit der bloßen Anerkennung ihrer Macht und der Verpflichtungen, sei es in Form von Steuern oder Soldaten oder beidem.



    Die autonomen Privilegien der albanischen und montenegrinischen Stämme in den Bergen Nordalbaniens beschränkten die Beziehung zwischen den Stämmen und dem Staat fast ausschließlich auf militärische Unterstützung. Nicht nur, dass die Stämme ihre völlige Selbständigkeit durch Stammesgesetz und Gewohnheitsrecht bewahren konnten, genossen sie auch das Recht, dass anstelle der türkischen Behörden die Stammesoberhäupter die Stämme regierten und keinem etwas zahlen mussten. Die Bestrebungen dieser Stämme, sich selbst zu regieren und niemandem etwas zu zahlen, sollten jedermann verständlich sein. Dass diese Bestrebungen aber nicht ohne Gegenleistung waren, hängt sicher mit der schrecklichen Ungleichheit unter den Opfern zusammen, die durch die Haltung dieser Stämme gehorsam sein mussten, und dem Nutzen, den man daraus erwarten konnte.



    Es gelang den albanischen Stämmen, das Verhältnis zum türkischen Staat in dieser Form bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts, ja selbst noch in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts, aufrechtzuerhalten. Selbst heutzutage erinnert man sich in Albanien noch an diese Zeit der Unabhängigkeit Albaniens, eine Zeit, als jeder Stamm frei unter der Herrschaft seines Stammesoberhauptes lebte, als man keine Kopfsteuer zahlte und die einzige Verpflichtung dem Staat gegenüber die militärische war, und selbst das nur in begrenzter Zahl und unter der Flagge des jeweiligen Stammes.



    Die Betrachtung der früheren Beziehungen der albanischen Stämme mit der Türkei sind für uns in Hinblick auf die Erklärung der späteren Autonomiebewegungen enorm wichtig. Da keine Bewegung in der Geschichte außerhalb der eigenen Geschichte entstand, lehnten sich auch die albanischen Bewegungen und Autonomiebestrebungen an die Geschichte der autonomen Verhältnisse an, liehen sich ihre Forderungen, erachteten sie als Ideal. Zumindest schwebte es während aller Autonomiebewegungen den nordalbanischen Stämmen und Volksmassen so vor.



    Und als die Türkei eine Möglichkeit suchte, den weiteren Zerfall des Reiches zu stoppen, indem sie eine totale Zentralisation in der Staatsverwaltung unternahm, ließ sie auch die albanischen Stämme nicht mehr unter den gleichen privilegierten Bedingungen in ihren Bergen leben. Anstelle ihrer Oberhäupter begann sie eigene Leute, anstelle der Stammesgerichte ihre eigenen Richter aufzustellen und forderte von ihnen Steuern und Soldaten ein. Der Konflikt war vorprogrammiert. Die Bergbewohner kämpften auf Leben und Tod um ihre Stammesautonomie.



    Die Autonomiebewegung organisierte sich in Form der Albanischen Liga, die 1878 gegründet wurde. Zum Zeitpunkt, als der Abgesandte der Türkei auf dem Berliner Kongress, Mehmed Ali-Pascha, die Begünstigungen und außergewöhnlichen Rechte der albanischen Stämme beklagte, hielten in Prizren Vertreter aus ganz Albanien eine Vollversammlung ab, wählten einen Zentralausschuss und verlangten bei der öffentlichen Versammlung am 5. Juni u.a.:



    "4) die Liga hat sich mit aller Macht dafür einzusetzen, den Albanern ihre Selbständigkeit zurückzugeben, die man ihnen vor mehr als hundert Jahren nahm, d. h., es sollen keine Staatsbeamten aus Konstantinopel mehr auf Befehl des Sultans hin beordert werden, sie sollen von den Albanern selbst gewählt werden und 5) der Sultan solle keine Rekruten und Steuern mehr einfordern."



    Man sieht, dass sich die Forderungen der Albanischen Liga mit den autonomen Stammesprivilegien aus früher Zeit decken.



    Es fällt nicht schwer zu erkennen, dass der Kampf gegen die Steuerabgaben vor allem im Interesse der mächtigen Gemeinschaften, der Begs, der Stammeshäupter und der Dynastien war. Ferner war auch die Stammesautonomie für jene Elemente von besonderer Bedeutung, deren Existenz im Stamm gesichert war. Allerdings genossen diese Elemente die vollständige Unterstützung der Stammesfraktion, der verarmten und ausgehungerten Masse, die der Hauptfaktor in allen albanischen Bewegungen war. Die Masse verlangte Stammesautonomie, erstens, weil sie unter dem Einfluss patriarchalischer Unterwürfigkeit von Seiten des einflussreichen Stammeselementes stand, zweitens, weil sie im fremden Einfluss und in der Auflösung ihrer Stammesordnung die Ursache für ihre Armut und Einschränkungen im Leben sahen, die sich mit dem Vordringen der Geldwirtschaft bei ihnen breitmachten.



    Aber schon beim ersten Treffen der Albanischen Liga in Prizren 1878 kam es zwischen den Vertretern aus dem Norden und dem Süden zu unterschiedlichen Auffassungen über die Autonomie Albaniens. Während die Vertreter der primitiven nordalbanischen Stämme mit der Rückgabe der Stammesprivilegien zufrieden gewesen wären, verlangten die Vertreter aus dem Süden die vollkommene Selbständigkeit Albaniens und erkannten die Macht des Sultan nicht an. Diese Meinungsverschiedenheit steht bei allen späteren Treffen im Vordergrund, wobei, und das werden wir nachher sehen, die sozial weiter entwickelten Gebiete Mittel- und Südalbaniens Garant dafür waren, dass die Autonomiebewegung Albaniens nicht unter den reaktionären Bestrebungen der primitiven Nordstämme begraben wurde.



    Der Sieg der Bestrebungen des fortschrittlicheren Südens kam unerwartet schnell. Nach zwei Jahren wurden 1880 bei dreitägigen Verhandlungen der Vertreter aller Albaner, sowohl Moslems als auch Katholiken, in Shkodra folgende Forderungen vereinbart:



    "Wir bitten den gnädigen Sultan: 1. uns innere Autonomie, die alle albanischen Länder umfassen würde, zu gewähren; 2. die Hohe Pforte den von uns gewählten Fürsten, dessen Rechte erblich sind, in seinem Amt zu bestätigen; 3. die Summe an Kopfsteuer zu bestimmen, die wir dann jährlich dem Herrscher abzugeben gewillt sind; 4. die Zahl an Soldaten festzulegen, die wir dem Sultan im Fall eines Krieges mit ausländischen Staaten gerne zur Verfügung stellen; 5. im Austausch dafür erwarten wir den Rückzug der türkischen Truppen aus den Städten und Befestigungen in unserer Heimat; 6. dass unsere Beziehungen zur Pforte durch einen albanischen Vertreter in Konstantinopel geregelt werden; 7. alle osmanischen Staatsbeamten, die national nicht zu uns gehörig sind, durch albanische ersetzt werden, die der Fürst bestimmt."



    Nach dem Kongress machte man sich gleich an die Arbeit, und innerhalb eines Monats verließen türkische Behörden und Armeegarnisonen ganz Nordalbanien, mit den Hauptorten Shkodra, Prizren, Djakovica, Pec und Pristina. Albanien erlebte eine allgemeine revolutionäre Wende.



    Die Forderungen des Shkodra-Abkommens sind auch aufgrund der vollkommenen Entsprechung jener Forderungen charakteristisch, die ein Jahrhundert vorher im Laufe des historischen Bestehens der unabhängigen Fürstentümer Moldau und der Walachei, Serbiens und anderer Balkankleinstaaten erhoben wurden. Mehr noch, sie sind radikaler als die Forderungen der serbischen Volksaufstände für Autonomie 1793 und 1804, und in allen wichtigen Punkten decken sie sich mit den serbischen Forderungen, die in Kragujevac am 1. Januar des kritischen Jahres 1813 von der Versammlung beschlossen wurden.



    Wenn wir dies den serbischen Schriftstellern und Politikern vor Augen führen, die über die Albaner gerne Illusionen verbreiten, die notwendig

  3. #3
    lass mich raten....


    du hast die ersma so richtig geil einen runtergeholt, als du diese dokumente gefunden hast _? :?:

  4. #4

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    für die oben genannte zeit war dieser mann ein guter "mensch", der die unterdrückung der albaner von seitens der türken, serben und griechen kritisiert.
    die wahre geschichte der herkunft der albaner kennt er nicht, wichtig ist das er die unterdrückung verurteilt und erwähnt.

  5. #5
    wichtig wäre auch mal, dass ein albaner die unterdrückung vergewaltigung und morde im kosovo von seiten der siptaren mal kritisiert


    aber ich kann mir ja denken, was deine meinung dazu ist

  6. #6

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    Zitat Zitat von YUGO55
    wichtig wäre auch mal, dass ein albaner die unterdrückung vergewaltigung und morde im kosovo von seiten der siptaren mal kritisiert


    aber ich kann mir ja denken, was deine meinung dazu ist
    alle mörder sind gleich, alle kriminellen täter müssen verurteilt werden,
    doch waren es bei den kosovaren einzeltäter, die ihre angehörigen rächen wollten! :wink:
    die serben haben aus spaß albaner ermordet! :wink:
    und dies war und ist von dem serbischen staat gewollt und organisiert worden!

  7. #7
    Zitat Zitat von drenicaku

    alle mörder sind gleich, alle kriminellen täter müssen verurteilt werden,
    doch waren es bei den kosovaren einzeltäter, die ihre angehörigen rächen wollten! :wink:
    die serben haben aus spaß albaner ermordet! :wink:
    und dies war und ist von dem serbischen staat gewollt und organisiert worden!






















































































































































































































































































































  8. #8
    Feuerengel
    Es gibt leider sehr wenige Leutz also Serben
    die klar im Kopf sind.

    Ich kenne drei Familien si wohnen gleich vor
    meiner Haustür auf der anderen Straßenseite.

  9. #9
    Zitat Zitat von Jastreb
    Es gibt leider sehr wenige Leutz also Albaner
    die klar im Kopf sind.

    Ich kenne eine Familie sie wohnen gleich vor
    meiner Haustür auf der anderen Straßenseite.

  10. #10
    oj jastrebe pa zasto se mi svadjamo sa ovim pickin sinima... ?

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