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WIE GEGEN DIE ALBANER GEHETZT WURDE....

Erstellt von skenderbegi, 22.05.2007, 10:02 Uhr · 33 Antworten · 2.212 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von skenderbegi

    Registriert seit
    27.09.2006
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    Idee WIE GEGEN DIE ALBANER GEHETZT WURDE....

    "Albaner raus aus Kosovo"
    Serbische Nationalitätenkampagne gegen Albaner bedroht den Vielvölkerstaat Jugoslawien / Von Roland Hofwiler

    Permanente serbische Demonstrationen gegen die albanische Minderheit, ein serbischer Parteiführer, der den Konflikt anheizt, und eine hilflose Bundesregierung in Belgrad bringen die mühsam hergestellte Balance zwischen den unterschiedlichen ethnischen Gruppen im Vielvölkerstaat Jugoslawien in ernsthafte Gefahr. Die Albaner in der autonomen Provinz Kosovo sehen mit wachsender Angst in die Zukunft, aber auch andere Minderheiten fürchten die nationalistischen Ansprüche der Serben.

    Manche Jugoslawen fühlen sich in finstere Zeiten versetzt, wenn sie zur Zeit die serbische Parteipresse aufschlagen. "Sicherlich herrschen in unserem Land riesige soziale Gegensätze", schrieb da kürzlich das Massenblatt 'Vecernje Novosti' aus Belgrad, und sicherlich gehe es der albanischen Minderheit in der autonomen serbischen Provinz Kosovo nicht gerade gut, aber andererseits wimmele es unter den Albanern im Kosovo nur so von "Konterrevolutionären", die es darauf anlegten, die serbische Minderheit aus ihrem Gebiet zu verjagen. Die Albaner, so tönt es landauf, landab, wollten der serbischen Bevölkerung Angst einjagen, vergewaltigten serbische Frauen und gefährdeten den Bestand der jugoslawischen Nation.

    Rund 80.000 Menschen sind erst am Sonntag wieder auf die Straße gegangen, um gegen die angebliche Unterdrückung ihrer Landsleute in Kosovo zu demonstrieren. Nach Angaben der jugoslawischen Pressegantur 'Tanjug' versammelten sich allein 50.000 Personen in Niksic einer Stadt in der südjugoslawischen Republik Montenegro. Und nur 30 km entfernt, forderten 30.000 Demonstranten Sofortmaßnahmen zur Lösung der Krise in Kosovo.

    Diese "Meetings", wie die serbischen Massenaufmärsche genannt werden, halten den Vielvölkerstaat nun schon seit zwei Monaten in Atem, und die Parolen werden immer militanter. "Albaner raus aus Jugoslawien" und "Gebt uns Waffen - Verteidigen wir die altserbische Heimat", skandierten kürzlich in der mehrheitlich von Ungarn bewohnten Stadt Apatin in der autonomen Provinz Wojwodina die serbischen Demonstranten. "Kosovo und die Wojwodina sind serbisch" hieß eine andere Parole, die zugleich aufdeckt, worum es den serbischen Nationalisten wirklich geht.

    Hinter dieser beispiellosen serbisch-nationalen Kampagne steht der serbische Parteichef Slobodan Milosevic, den seine Kritiker gern mit dem rumänischen Dikatator Ceausescu vergleichen. Milosevic, der erst im Herbst vorigen Jahres die alte, auf Ausgleich zwischen den Völkern bedachte serbische Parteiführung entmachtet hatte und seither die Schlüsselpositionen in Staat und Partei mit seinen Anhängern besetzt, hat sich als ein Demagoge erwiesen, dem es gelingt, die serbische Bevölkerung zu mobilisieren. Sein Ziel ist eine Verfassungsänderung, die der Republik Serbien größere Rechte in der mehrheitlich von Albanern bewohnten autonomen Provinz gewährt und auch Schluß macht mit Sonderrechten der auch von Ungarn bewohnten autonomen Provinz Wojwodina. Die serbische Großmacht soll wieder entstehen und die mühsam erkämpften Rechte für die nationalen Minderheiten eingeschränkt werden. Offenbar trifft Milosevic die Stimmung der Bevölkerung, weil sich die Serben als größtes Volk des Vielvölkerstaats benachteiligt oder in ihrer Führungsrolle eingeschränkt fühlen.

    Die nationalistische Welle in Serbien hat nun sogar die Intellektuellen erfaßt. Der 57jährige Dissident und Drehbuchautor Miodrag Milic, distanziert sich zwar wie manche andere Intellektuelle von Milosevic. Der Marxist hält den herrschenden Kommunisten, die ihn mehrmals ins Gefängnis steckten, weiterhin vor, die Ideale der Revolution verraten zu haben. Doch weigert er sich auch, dem Lügengewebe um die angeblichen Aktionen der Kosovoalbaner entgegenzutreten. Und er glaubt, die Meetings seien Ausdruck eines "demokratischen" Volksempfindens.


    Doch langsam formiert sich auch der Widerstand in anderen Teilen Jugoslawiens. Radio Novi Sad, die ungarischsprachige Sendeanstalt für die 450.000 Ungarn der autonomen Provinz Wojwodina, nahm scharf Stellung gegen die großserbischen Machtansprüche: "Wir werden nicht zulassen, daß unsere Provinz ein zweites Kosovo wird, wir fühlen uns als Minderheit in Jugoslawien bedroht." Milosevic, so auch ungarisch sprechende Pareiführer, sei persönlich verantwortlich für die nationalistischen Massenaufmärsche. 'Magar So', das Sprachrohr der ungarischen Jugoslawen, warnte, in Serbien herrsche eine "Massenhysterie" und meldete in der letzten Woche fassungslos, daß vor der Wohnung des Obersten Bundesrichters von Wojwodina, Marko Buljovicic, eine Schmierei auftauchte, die alle Ungarn erschrecken müßte: "Autonomistenführer nimm dich in acht, das ist nur der Anfang".

    Daß die serbischen Massendemonstrationen das Ende des Staates Jugoslawiens bedeuten könnten, davor warnt jetzt auch das kroatische Wochenblatt 'Dansa'. Die slowenische Wochenzeitung 'Mladina' spricht jetzt sogar von einer "Maoisierung Serbiens". Und selbst konservative Kreise erklären, in Serbien bastelten die Genossen an einer "Atombombe".

    Doch trotz dieser Proteste scheint die Machtverteilung in Jugoslawien auf eine Pattsituation hinzuweisen, die Milosevic genug Spielraum gewährt, mit seiner Politik fortzufahren. Als Indiz dafür kann der Rücktritt des Vorsitzenden des einflußreichen Partisanenverbandes, Matic, am 13.September gelten, der die Provinz Wojwodina vertritt und zuvor scharf gegen Milosevic Stellung bezogen hatte. Er begründete seinen Schritt mit "unbegründeten Angriffen gegen seine Person". Der lange Arm Milosevics, darin sind sich viele Nichtserben einig, habe ausgereicht, den "verdienten Kämpfer" aus dem Amt zu hebeln.

    Selbst Regierungschef Branco Mikolic kann sich eine Konfrontation mit dem starken Mann aus Serbien nicht mehr leisten. Nachdem sich Staatspräsident Stipe Suvar vorige Woche noch über die Großmannssucht Milosevics, der sich gern mit Tito auf eine Stufe hebt, lustig gemacht hatte, verfügte der Regierungschef am letzten Samstag "alle in der Verfassung erlaubten Mittel anzuwenden", um die Ruhe in Kosovo wiederherzustellen. "Dazu gehört auch die Entsendung weiterer paramilitärischer Polizeieinheiten", erklärte der jugoslawische Premier.

    Und die sollen nun nach den Wünschen von Milosevic nicht mehr kaserniert sein, sondern gruppenweise in die albanischen Dörfer verlegt werden. Die albanische Bevölkerungsmehrheit bekommt es mit der Angst zu tun und bleibt doch sprachlos: Die Provinz Kosovo ist von der Außenwelt abgeschnitten. Übergriffe und Gewaltakte werden nicht mehr lange auf sich warten lassen.


    Quelle:TAZ 22.09.1988

    Ja da ist was für alle unter 18 jährigen und für die die nicht so im bilde sind wie es den anfang nahm das es zum bruch des vielvölkerstaats kam......

    was auffällt damals wie heute fühlen sich die serbischen bürger als opfer???

    oder warum wurden die meetings in montenegro und wojvodina organisiert wenn es um kosova ging???

    ist doch ganz klar um das serbische volk aufzustacheln und vorzubereiten was danach kam...????

  2. #2
    Avatar von skenderbegi

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    Idee

    dann passt dies gut dazu......

    wie menschen manipuliert wurden....
    "Wer es ausspricht, muss es nicht mehr tun" Über Rachegefühle zu reden beugt künftigen Konflikten vor, glaubt Bosiljka Schedlich, die Gründerin des Vereins südost Europa Kultur. Sie erlebte schon in den 80er-Jahren, wie Propaganda die jugoslawische Community in Berlin zerstörte

    taz: Frau Schedlich, Sie sind seit 1968 in Berlin. Wann haben Sie im Verhältnis der Migranten aus Jugoslawien untereinander gespürt, dass sich die Lage in Ihrem Heimatland zuspitzt?

    Bosiljka Schedlich: Es ging schon in den 80ern los. Ich erinnere mich an eine Serbin, die aus dem Urlaub zu Hause zurückgekommen ist.
    Sie sagte:
    Die Albaner vergewaltigen serbische Frauen im Kosovo. Sie gehörte wie ich zu einer Gruppe von Arbeitsmigrantinnen, die bis dahin ganz harmonisch funktionierte.

    Dabei haben serbische Soziologen bewiesen,
    dass Kosovaren im jugoslawischen Vergleich am wenigsten vergewaltigen und die Serbinnen somit auch die wenigsten Opfer darstellen.


    Heute weiß ich,
    dass man mit einer geschickten Propaganda jede Gesellschaft in einen Kriegszustand schaukeln kann.



    Ist es auch bei den Jugoslawen in Berlin nicht nur bei Worten geblieben?

    Leider. Ich habe miterlebt, wie Menschen sich vor einem Gericht scheiden ließen, nur weil sie aus verschiedenen Gruppen kamen. Die Eltern hätten am liebsten auch ihre Kinder mit einer Säge geteilt. Ich habe miterlebt, wie Migranten, die es in der Fremde ohnehin schwer genug hatten, sich am Arbeitsplatz gestritten und auch geschlagen haben. Es ging bei manchen so weit, dass sie fristlos gekündigt wurden. Und das in einer Situation, wo klar war: Sie kriegen nie wieder einen Arbeitsplatz.
    (...)
    http://www.taz.de/dx/2007/05/12/a0266.1/text.ges,1.

  3. #3

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    Manche Jugoslawen fühlen sich in finstere Zeiten versetzt, wenn sie zur Zeit die serbische Parteipresse aufschlagen. "Sicherlich herrschen in unserem Land riesige soziale Gegensätze", schrieb da kürzlich das Massenblatt 'Vecernje Novosti' aus Belgrad, und sicherlich gehe es der albanischen Minderheit in der autonomen serbischen Provinz Kosovo nicht gerade gut, aber andererseits wimmele es unter den Albanern im Kosovo nur so von "Konterrevolutionären", die es darauf anlegten, die serbische Minderheit aus ihrem Gebiet zu verjagen. Die Albaner, so tönt es landauf, landab, wollten der serbischen Bevölkerung Angst einjagen, vergewaltigten serbische Frauen und gefährdeten den Bestand der jugoslawischen Nation.
    Genau so war es. Seit 1974 waren Serben und andere Minderheiten dem pausenlosen albanischen Seperatismus ausgeliefert. Ab 1980 nahm dieser wehement zu. Damals berichteten sogar westliche Medien über den Pausenlosen albanischen Terror an Serben.

    David Binder von der New York Times schrieb 1987 das in dieser Zeit 1974-1989 200.000 Serben vor dem albanischen Terror geflüchtet sind.
    Alleine 1981-82 sind 57.000 Serben vertrieben worden.

  4. #4

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    Zitat Zitat von Crna-Ruka Beitrag anzeigen
    David Binder von der New York Times schrieb 1987 das in dieser Zeit 1974-1989 200.000 Serben vor dem albanischen Terror geflüchtet sind.
    Alleine 1981-82 sind 57.000 Serben vertrieben worden.
    wow, der typ konnte in die zukunft sehen oder was?

  5. #5
    Avatar von KraljEvo

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    Zitat Zitat von sonnyliston22 Beitrag anzeigen
    wow, der typ konnte in die zukunft sehen oder was?
    veilleicht 1997?

    Schreibfehler könne doch mal vorkommen?

    ps: Typ schreibt man gross

  6. #6
    Lucky Luke
    Na ja die Behauptung von 200.000 vertriebenem Serben von 1974 bis 1989 wird durch die Volkszählungen (alle 10 Jahre) widerlegt.

    Laut der Volkszählung
    von 1971 im Kosovo:
    228,264 Serben
    von 1991 im Kosovo:
    194,190 Serben

    (unten auf der Seite)
    http://www.balkan-archive.org.yu/kos...cts/index.html

    Übrigens eine proserbische Seite.

  7. #7
    Avatar von lupo-de-mare

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    Zitat Zitat von skenderbegi Beitrag anzeigen
    "Albaner raus aus Kosovo"
    Serbische Nationalitätenkampagne gegen Albaner bedroht den Vielvölkerstaat Jugoslawien / Von Roland Hofwiler

    ?
    #

    Punkt A) Haupt Teil hat keine Quelle
    Punkt B) über 10 Jahre alt

    Resultat: gehört ins Forum Geschichte, weil sowieso niemand bestreitet, das damals die Albaner benachteiligt wurden, aber teilweise auch selbst Schuld haben.

    Heute geht es Ihnen bekanntlich viel schlechter, seitdem die UCK Banditen die Bevölkerung erpressen und terrorisieren.

    Unter UCK Terror Herrschaft

    A) über 50% haben keine Arbeit und die meiste Arbeit gibt es bei der UN und NATO
    B) Müll Abfuhr kann die UCK nicht organisieren
    C) 90% haben keine sauberes Wasser, dank der UCK Banditen Herrschaft
    D) selbst in Pristina haben nur 30% der HÄuser eine Abwasser Entsorgung, weil die UCK Verbrecher wild herum bauen, ohne Plan und Verstand
    E) ein desolates SChul- und Bildungs System mit einem Witz was sich halt so Universität nennt.

    usw..

    Resultat: Die meisten Kosovaren wollen auswandern und bezahlen hohe Bestechungs Gelder für Visa Garantien.

  8. #8

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    14.07.2004
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    11.391
    für die deutschen gibt es jetzt sogar serien, wer auswandern will....
    australien, kanada etc......

    dafür brauchen die auch visa...

    wer will nicht aus armen ländern auswandern?
    warum wollen die deutschen auswandern?

  9. #9

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    16.107
    Niemand verläßt gerne seine Heimat , aber die Armut und die Hoffnung auf ein besseres Leben zwingt sie dazu.

  10. #10

    Registriert seit
    21.11.2006
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    3.795
    Zitat Zitat von drenicaku Beitrag anzeigen
    für die deutschen gibt es jetzt sogar serien, wer auswandern will....
    australien, kanada etc......

    dafür brauchen die auch visa...

    wer will nicht aus armen ländern auswandern?
    warum wollen die deutschen auswandern?
    Das sind zwei ziemlich verschiedene Vorgänge. Nur weil Fernsehserien sich mit dem Thema "beschäftigen" ist die deutsche Auwanderung heutzutage zahlenmäßig nicht bedeutsam. Sie ist natürlich bedauerlich, weil meistenteils gutausgebildete Deutsche aus der Mittelschicht auswandern, aber sie wird keinen nennenswerten Bevölkerungsrückgang verursachen. Die Unterschicht wandert nicht aus. Das ist im Kosovo anders. Dort ist die Auswanderung zahlenmäßig bedeutsam und ist nicht auf die Mittelschicht beschränkt. Der heutigen albanischen Auwanderung entspricht eher die deutsche Auswanderung im 19. Jahrhundert in die USA, wo heute ca. 60 Millionen Deutschstämmige leben. Damals sind wirklich viele Leute in wirtschaftlicher Not aus Deutschland ausgewandert.

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