Gespräche über Vermisste zwischen Belgrad und Pristina abgesagt
Kosovo-Regierung: Kein günstiger Augenblick
Belgrad - Die in der serbischen Hauptstadt für diesen Donnerstag geplanten Gespräche von Vertretern Belgrads und Pristinas über die Vermisstenfragen sind abgesagt worden. Die Kosovo-Regierung hat am Mittwochabend mitgeteilt, dass es "kein günstiger Augenblick" für diese Gespräche sei, nachdem der bisherige Regierungschef Ramush Haradinaj auf Grund der Anklage wegen Kriegsverbrechen nach Den Haag abgereist sei.


Das erste Treffen von Expertengruppen Belgrads und Pristinas seit März 2003 wurde vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) vorbereitet. Seit dem Kosovo-Krieg werden in der Provinz knapp 3.200 Personen, darunter 2.460 Albaner, 529 Serben und 203 Angehörige anderer Volksgruppen, vermisst.

Das Thema der Vermissten wurde bei einem ersten Treffen von Vertretern Belgrads und Pristinas Anfang März letzten Jahres zum ersten Mal angeschnitten. Damals wurden auch weitere Treffen vereinbart. Dazu war es nach dem Ausbruch der ethnisch motivierten Gewalt im Kosovo am 17. März nicht mehr gekommen.

Das IKRK bekundete unterdessen die Absicht, so schnell wie möglich einen neuen Termin für das Treffen festzulegen. (APA)


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