Zagreb - Kroatien:
Gewalt der Ustascha trifft friedliche Demonstranten

11.5.99 - HAGALIL ONLINE - Am Sonntagabend versammelten sich mehrere Hundert Demonstranten, um traditionell den Opfern des Faschismus zu gedenken. In Zagreb wurde nach der Unhabhängigkeit der Platz, der an die Opfer des Faschismus erinnert hatte, zum "Platz der Helden Kroatiens“ unbenannt. Dagegen richtet sich seit Jahren der Protest von Vereinigungen, die zur Demonstration aufriefen, unter ihnen auch das Komitee der Opfer des Faschismus und andere Menschenrechtsgruppen.

Etwa 200 mit Steinen und Tränengas ausgerüstete Anhänger der Ustascha, die zwischen 1941-44 ein von den deutschen Besatzern unterstütztes Schreckensregime unterhielten, griffen die Versammlung an.

Nach telefonischen Angaben, die HAGALIL Online aus Zagreb erhielt, gab es zahlreiche Verletzte. Die staatsnahen Medien in Zagreb, sind bemüht die Auseinandersetzungen als Meinungsverschiedenheiten darzustellen und deren Bedeutung herunterzuspielen.

Das fehlende Eingreifen der Polizei wurde vom Leiter des Wiesenthal Centers in Jerusalem, Efraim Zuroff scharf kritisiert. "Die Zurückhaltung und Toleranz gegenüber Leuten, die die Ustascha glorifizieren und von einer faschistischen Zukunft träumen, haben Gewaltausbrüche wie am Sonntag zur Folge“, so Zuroff. Das fehlende Einschreiten der Polizei und Staatsanwaltschaft gegen Flaggenaufmärsche, das Absingen von NS-Liedern sowie die Verwendung weiterer Nazi-Symbole wird von Zuroff ebenfalls für die jetzige Eskalation verantwortlich gemacht.

Im Gefolge des Kosovokonfliktes erfreut sich das Regime Franjo Tudjmans steigender Akzeptanz seitens westlicher Staaten, vor allem der USA. Sogar Waffen werden seit drei Wochen von den Vereinigten Staaten geliefert. Die Politik Kroatiens ist jedoch immer wieder von Demokratiedefiziten gezeichnet. Gilt hier "Der Feind meines Feindes ist mein Freund“? (Franjo und Slobodan haben übrigens in Kroatisch und Serbisch dieselbe Bedeutung).

SLW - HAGALIL ONLINE


es ist zwar etwas älter aber es sollte auf jeden fall beachtet werden da die selben kräfte heute noch anhänger haben in kroatien :!: