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Gott stehe den Jugoslawen bei

Erstellt von Cobra, 10.06.2011, 10:39 Uhr · 52 Antworten · 4.095 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Cobra

    Registriert seit
    08.06.2009
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    64.180

    Gott stehe den Jugoslawen bei

    Ein Bericht aus dem Spiegel von 1980!
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    Nach Tito -- alle Macht den Generalen

    Die acht Mitglieder des Staatspräsidiums, das kollektiv die Nachfolge Titos antreten soll, sind alte Herren mit Wohnsitz außerhalb Belgrads; da sie im Ernstfall nicht rasch zur Stelle wären, fällt die Entscheidungsgewalt dann wohl an den Generalsekretär dieses Präsidiums, den General (seit Neujahr a. D.) Dolnicar.


    Der bestimmt, an wen er im Notstandsfall das Oberkommando abtritt, nämlich an den ihm direkt unterstellten Verteidigungsminister, den Armeegeneral Nikola Ljubicic, 63.


    Dieser Mann hat jetzt bereits die stärkste Macht im Staate hinter sich. Aufgrund des Gesetzes über die allgemeine Volksverteidigung kann er das Kriegsrecht ausrufen lassen. Allein Ljubicic bestimmt heute schon, was andernorts mindestens der Regierung zusteht: welcher Staat Jugoslawien als Transitstrecke für Waffentransporte benutzen darf.


    Bei regelmäßigen Ministerstürzen, die jede Machtzusammenballung neben Tito verhindern sollten, wurde nur er ausgespart -- seit zwölf Jahren; von einer Pensionierung (in der Armee mit 60 Jahren) blieb er verschont. Ljubicic untersteht nicht dem Premier; nur ihn und Tito empfing Sowjetchef Breschnew in Alleinaudienz.
    Ljubicics Generale haben längst zahlreiche Schlüsselpositionen in Partei und Staat besetzt. Ein General ist Exekutivsekretär des Parteipräsidiums, zwei sitzen in der Partei-Kontrollkommission, einer ist Chefredakteur des Parteiorgans "Komunist".


    Ein General ist Justizminister, ein anderer Innenminister, ein dritter Generalstaatsanwalt. Präsidiums-Generalsekretär Dolnicar steht im Kabinettsrang. Ein Vizepräsident des Parlaments ist General, einer leitet den einflußreichen Verband der Ex-Partisanen, einer die Zivilluftfahrt, einer den "Rat für zivile Verteidigung", der jeden jugoslawischen Bürger, auch Gastarbeiter im Ausland, zum Heimatschutz verpflichten kann.
    Tito selbst, Marschall seit 1943, betrieb den Vormarsch der Offiziere an die Spitze der Sozialistischen Bundesrepublik Jugoslawien. In ihnen sah er offenbar den einzigen Ordnungsfaktor, der ein Auseinanderfallen des Vielvölkerstaates nach dem Tode seines Gründers verhindern könnte: Jeder zweite höhere Offizier, so eine Umfrage, sieht im Selbständigkeitsstreben der Nationalitäten eine größere Gefahr als jene, die von außen droht.


    Die Armee ist auch als einzige Organisation gegen den Spaltpilz südslawischen Stammesdenkens immun: Die meisten Offiziere sind Serben, die Schlüsselstellungen halten Montenegriner besetzt. Generale aus Kroatien wurden 1971/72 hinausgesäubert, kein einziger kroatischer Militär sitzt mehr im "Nationalen Verteidigungsrat", der im Ernstfall (mit einer Generals-Mehrheit) als Regierung amtiert.
    Die Montenegriner sind noch russenfreundlicher als die traditionell nach Moskau orientierten Serben. Als Tito 1948 mit Stalin brach, stellte sich der montenegrinische Generalstabschef Jovanovic sofort auf die Seite des Kreml; er wurde auf der Flucht erschossen. 3000 Offiziere mußten damals gesäubert werden.
    Für viele Serben und Montenegriner sitzt der Feind auch heute noch nicht in Moskau, sondern im kroatischen Zagreb. Heißt der Ernstfall Bürgerkrieg, wird sich, muß sich die Armee mit Gewißheit gegen das katholische, weithin antikommunistische, nach Westen orientierte Kroatien wenden.

    Heißt der Ernstfall Intervention, kann die "Jugoslawische Volksarmee" allein mit ihren 259 000 Mann die Landesverteidigung nicht übernehmen: Konventionell ausgerüstet, ohne Verbündete, stützt sie sich auf eine Luftwaffe aus alten amerikanischen Thunderjet-Maschinen und überholten sowjetischen MiG-21, eine Kriegsmarine aus leichten Küsteneinheiten, darunter Schiffe, die als Wracks des Zweiten Weltkriegs erst geborgen werden mußten, ehe man sie reaktivierte, und ein Heer, dem es an modernen Panzerabwehrraketen mangelt.
    Die Panzer stammen, wie die meisten schweren Waffen, aus der Sowjet-Union.
    Die Armee könnte zwar hinhaltenden Widerstand leisten, müßte sich dann aber, um sich selbst zu retten, ins Landesinnere absetzen.
    So kann sie der Bevölkerung nur Zeit verschaffen, sich selbst zu einer Partisanenarmee zu formieren. Zur Territorialverteidigung stehen laut Plan zehn Millionen Menschen, die halbe Bevölkerung, bereit -- in Wahrheit aber sind nur rund eine Million abrufbar.
    Aber Belgrader Abgeordnete strichen der Armee gerade eben erst 300 Millionen Mark aus dem ohnehin schwachbrüstigen Verteidigungsetat.
    Unten sieht es noch schlimmer aus: Da jeder dritte jugoslawischen Betrieb nur Verluste produziert, sind die Gemeindekassen vor allem in den schwer zugänglichen, unterentwickelten Regionen leer; da sie keine eigenen Verteidigungsbudgets aufstellen können, fehlt es gelegentlich sogar an einfachen Schießständen -- die man mit mehr Begeisterung für die Sache freilich auch ohne Geld errichten könnte.


    Bis Ende 1981 soll jede jugoslawische Schule mit einem "Militärkabinett" im Wert von 10 000 Mark ausgerüstet werden, wo man den Kleinkrieg wenigstens im Film sehen kann. Aber selbst die erforderlichen 15 Millionen Mark sind schwer zu beschaffen, denn die Schulen werden von den Gemeinden finanziert.


    In Zagreb verpflichtete man die Bevölkerung, sich selbst die nötigsten Ausrüstungsgegenstände für den Kriegsfall zu kaufen. Aber von 30 Prozent Inflation gedrückt, kauften sich die Bürger nicht einmal Gasmasken. So haben von Titos Partisanenheer nur wenige Kämpfer überhaupt je an einer Übung teilgenommen. In Belgrad fahndete immerhin eine mobilisierte Schulklasse im Schulhof nach eingedrungenen "Schwaben", deutschen Soldaten: Die Blockfreiheit gebietet, kein russisches Feindbild zu schaffen.
    Die unwegsamen Landesteile, in denen sich im Zweiten Weltkrieg Titos Partisanen entfalten konnten, sind heute von wehrtüchtigen Männern entblößt; die arbeiten als Gäste im Westen und verspüren immer weniger Lust, in die Heimat zurückzukehren -- nicht einmal im Frieden.
    Hingegen sind die dichtbevölkerten, industrialisierten Landesteile leicht einnehmbar: Belgrad, Jugoslawiens Industriemetropole, ist nur durch riesige Maisfelder von Ungarn getrennt -eine staubige, aber ideale Rollbahn. Die ursprünglich geplante Evakuierung in die Berge mußte schon bei der Planung fallengelassen werden: Flüchtlingstrecks würden der Armee die Zugangswege verstopfen.


    Nicht nur bedingte Abwehrbereitschaft und allslawische Bruderliebe hindern die Armee womöglich am Widerstand gegen Interventen aus Rußland, sondern auch kommunistische Genossenschaft. Fast 99 Prozent der jugoslawischen Offiziere, so sagte im Dezember ihr Parteigruppenleiter Generaloberst Cuic, sind Parteimitglieder, davon 1300 seit Partisanenzeiten und 6000 seit 1948.


    Wichtigstes Lehrfach aller Militäranstalten ist neben Mathematik Russisch. Fast alle Generale wurden an sowjetischen Kriegsakademien ausgebildet, ihre Waffen stammen zum größten Teil aus der UdSSR.


    In früheren Weltkrisen, etwa im Nahen Osten, in Angola und in Äthiopien, kooperierten die jugoslawischen Militärs mit der Sowjet-Union. Als sich US-Botschafter Laurence Silberman 1976 über Zwischenlandungen sowjetischer Militärflugzeuge auf Jugo-Territorium beschwerte, erwiderte man ihm, Zivil- und Militärflugzeuge ließen sich nicht unterscheiden. Silberman: "Gott stehe den Jugoslawen bei, wenn dies so wäre."
    So könnte, etwa im Falle eines Bürgerkriegs zwischen Serben und Kroaten, der Ruf nach Bruderhilfe gerade von jenen kommen, in deren Händen das Schicksal Jugoslawiens liegt. Tito selbst erteilte 1956, als er von Sowjetchef Chruschtschow vor der Intervention in Ungarn konsultiert wurde, einen verhängnisvollen, nie widerrufenen Rat: "Erhebt die Reaktion ihr Haupt, ist eine sowjetische Intervention das geringere Übel."


    Die kroatischen Kommunisten scheiterten 1974 mit ihrem Antrag, jeden Ruf nach Bruderhilfe durch Verfassung -- wie in Rumänien -- zu verbieten.
    Titos Traum, alle südslawischen Völker unter seiner Führung zu vereinigen, stieß stets auf russisches Mißtrauen. Moskau begann seine alten jugoslawischen Anhänger zu reaktivieren. Jugoslawische Offiziere, zum Studium nach Moskau abkommandiert, gründeten mit geflüchteten Deserteuren einen Anti-Tito-Verband in der Sowjethauptstadt, in mehreren osteuropäischen Städten wurden unter wechselnden Namen Kommunistische Parteien Jugoslawiens im Exil gegründet, in Jugoslawien selbst Stützpunkte aufgebaut und Flugschriften eingeschleust.
    Derweil veranstalteten Jahr um Jahr die Sowjettruppen in Ungarn, an Jugoslawiens Nordgrenze, Manöver, oftmals unter dem Namen "Süden", russisch: "Jug". Ausgangslage: Überwindung breiter Ströme, unzugänglichen Berglands, unübersichtlicher Meeresküste.

  2. #2
    Avatar von Cobra

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  3. #3
    Mulinho
    Sorry mal off-topic: Hast du den ganzen Text abgeschrieben oder irgendwie umgewandelt?

  4. #4
    Avatar von skenderbegi

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    Zitat Zitat von Cobra Beitrag anzeigen
    Ein Bericht aus dem Spiegel von 1980!
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    Nach Tito -- alle Macht den Generalen

    Die acht Mitglieder des Staatspräsidiums, das kollektiv die Nachfolge Titos antreten soll, sind alte Herren mit Wohnsitz außerhalb Belgrads; da sie im Ernstfall nicht rasch zur Stelle wären, fällt die Entscheidungsgewalt dann wohl an den Generalsekretär dieses Präsidiums, den General (seit Neujahr a. D.) Dolnicar.


    Der bestimmt, an wen er im Notstandsfall das Oberkommando abtritt, nämlich an den ihm direkt unterstellten Verteidigungsminister, den Armeegeneral Nikola Ljubicic, 63.


    Dieser Mann hat jetzt bereits die stärkste Macht im Staate hinter sich. Aufgrund des Gesetzes über die allgemeine Volksverteidigung kann er das Kriegsrecht ausrufen lassen. Allein Ljubicic bestimmt heute schon, was andernorts mindestens der Regierung zusteht: welcher Staat Jugoslawien als Transitstrecke für Waffentransporte benutzen darf.


    Bei regelmäßigen Ministerstürzen, die jede Machtzusammenballung neben Tito verhindern sollten, wurde nur er ausgespart -- seit zwölf Jahren; von einer Pensionierung (in der Armee mit 60 Jahren) blieb er verschont. Ljubicic untersteht nicht dem Premier; nur ihn und Tito empfing Sowjetchef Breschnew in Alleinaudienz.
    Ljubicics Generale haben längst zahlreiche Schlüsselpositionen in Partei und Staat besetzt. Ein General ist Exekutivsekretär des Parteipräsidiums, zwei sitzen in der Partei-Kontrollkommission, einer ist Chefredakteur des Parteiorgans "Komunist".


    Ein General ist Justizminister, ein anderer Innenminister, ein dritter Generalstaatsanwalt. Präsidiums-Generalsekretär Dolnicar steht im Kabinettsrang. Ein Vizepräsident des Parlaments ist General, einer leitet den einflußreichen Verband der Ex-Partisanen, einer die Zivilluftfahrt, einer den "Rat für zivile Verteidigung", der jeden jugoslawischen Bürger, auch Gastarbeiter im Ausland, zum Heimatschutz verpflichten kann.
    Tito selbst, Marschall seit 1943, betrieb den Vormarsch der Offiziere an die Spitze der Sozialistischen Bundesrepublik Jugoslawien. In ihnen sah er offenbar den einzigen Ordnungsfaktor, der ein Auseinanderfallen des Vielvölkerstaates nach dem Tode seines Gründers verhindern könnte: Jeder zweite höhere Offizier, so eine Umfrage, sieht im Selbständigkeitsstreben der Nationalitäten eine größere Gefahr als jene, die von außen droht.


    Die Armee ist auch als einzige Organisation gegen den Spaltpilz südslawischen Stammesdenkens immun: Die meisten Offiziere sind Serben, die Schlüsselstellungen halten Montenegriner besetzt. Generale aus Kroatien wurden 1971/72 hinausgesäubert, kein einziger kroatischer Militär sitzt mehr im "Nationalen Verteidigungsrat", der im Ernstfall (mit einer Generals-Mehrheit) als Regierung amtiert.
    Die Montenegriner sind noch russenfreundlicher als die traditionell nach Moskau orientierten Serben. Als Tito 1948 mit Stalin brach, stellte sich der montenegrinische Generalstabschef Jovanovic sofort auf die Seite des Kreml; er wurde auf der Flucht erschossen. 3000 Offiziere mußten damals gesäubert werden.
    Für viele Serben und Montenegriner sitzt der Feind auch heute noch nicht in Moskau, sondern im kroatischen Zagreb. Heißt der Ernstfall Bürgerkrieg, wird sich, muß sich die Armee mit Gewißheit gegen das katholische, weithin antikommunistische, nach Westen orientierte Kroatien wenden.

    Heißt der Ernstfall Intervention, kann die "Jugoslawische Volksarmee" allein mit ihren 259 000 Mann die Landesverteidigung nicht übernehmen: Konventionell ausgerüstet, ohne Verbündete, stützt sie sich auf eine Luftwaffe aus alten amerikanischen Thunderjet-Maschinen und überholten sowjetischen MiG-21, eine Kriegsmarine aus leichten Küsteneinheiten, darunter Schiffe, die als Wracks des Zweiten Weltkriegs erst geborgen werden mußten, ehe man sie reaktivierte, und ein Heer, dem es an modernen Panzerabwehrraketen mangelt.
    Die Panzer stammen, wie die meisten schweren Waffen, aus der Sowjet-Union.
    Die Armee könnte zwar hinhaltenden Widerstand leisten, müßte sich dann aber, um sich selbst zu retten, ins Landesinnere absetzen.
    So kann sie der Bevölkerung nur Zeit verschaffen, sich selbst zu einer Partisanenarmee zu formieren. Zur Territorialverteidigung stehen laut Plan zehn Millionen Menschen, die halbe Bevölkerung, bereit -- in Wahrheit aber sind nur rund eine Million abrufbar.
    Aber Belgrader Abgeordnete strichen der Armee gerade eben erst 300 Millionen Mark aus dem ohnehin schwachbrüstigen Verteidigungsetat.
    Unten sieht es noch schlimmer aus: Da jeder dritte jugoslawischen Betrieb nur Verluste produziert, sind die Gemeindekassen vor allem in den schwer zugänglichen, unterentwickelten Regionen leer; da sie keine eigenen Verteidigungsbudgets aufstellen können, fehlt es gelegentlich sogar an einfachen Schießständen -- die man mit mehr Begeisterung für die Sache freilich auch ohne Geld errichten könnte.


    Bis Ende 1981 soll jede jugoslawische Schule mit einem "Militärkabinett" im Wert von 10 000 Mark ausgerüstet werden, wo man den Kleinkrieg wenigstens im Film sehen kann. Aber selbst die erforderlichen 15 Millionen Mark sind schwer zu beschaffen, denn die Schulen werden von den Gemeinden finanziert.


    In Zagreb verpflichtete man die Bevölkerung, sich selbst die nötigsten Ausrüstungsgegenstände für den Kriegsfall zu kaufen. Aber von 30 Prozent Inflation gedrückt, kauften sich die Bürger nicht einmal Gasmasken. So haben von Titos Partisanenheer nur wenige Kämpfer überhaupt je an einer Übung teilgenommen. In Belgrad fahndete immerhin eine mobilisierte Schulklasse im Schulhof nach eingedrungenen "Schwaben", deutschen Soldaten: Die Blockfreiheit gebietet, kein russisches Feindbild zu schaffen.
    Die unwegsamen Landesteile, in denen sich im Zweiten Weltkrieg Titos Partisanen entfalten konnten, sind heute von wehrtüchtigen Männern entblößt; die arbeiten als Gäste im Westen und verspüren immer weniger Lust, in die Heimat zurückzukehren -- nicht einmal im Frieden.
    Hingegen sind die dichtbevölkerten, industrialisierten Landesteile leicht einnehmbar: Belgrad, Jugoslawiens Industriemetropole, ist nur durch riesige Maisfelder von Ungarn getrennt -eine staubige, aber ideale Rollbahn. Die ursprünglich geplante Evakuierung in die Berge mußte schon bei der Planung fallengelassen werden: Flüchtlingstrecks würden der Armee die Zugangswege verstopfen.


    Nicht nur bedingte Abwehrbereitschaft und allslawische Bruderliebe hindern die Armee womöglich am Widerstand gegen Interventen aus Rußland, sondern auch kommunistische Genossenschaft. Fast 99 Prozent der jugoslawischen Offiziere, so sagte im Dezember ihr Parteigruppenleiter Generaloberst Cuic, sind Parteimitglieder, davon 1300 seit Partisanenzeiten und 6000 seit 1948.


    Wichtigstes Lehrfach aller Militäranstalten ist neben Mathematik Russisch. Fast alle Generale wurden an sowjetischen Kriegsakademien ausgebildet, ihre Waffen stammen zum größten Teil aus der UdSSR.


    In früheren Weltkrisen, etwa im Nahen Osten, in Angola und in Äthiopien, kooperierten die jugoslawischen Militärs mit der Sowjet-Union. Als sich US-Botschafter Laurence Silberman 1976 über Zwischenlandungen sowjetischer Militärflugzeuge auf Jugo-Territorium beschwerte, erwiderte man ihm, Zivil- und Militärflugzeuge ließen sich nicht unterscheiden. Silberman: "Gott stehe den Jugoslawen bei, wenn dies so wäre."
    So könnte, etwa im Falle eines Bürgerkriegs zwischen Serben und Kroaten, der Ruf nach Bruderhilfe gerade von jenen kommen, in deren Händen das Schicksal Jugoslawiens liegt. Tito selbst erteilte 1956, als er von Sowjetchef Chruschtschow vor der Intervention in Ungarn konsultiert wurde, einen verhängnisvollen, nie widerrufenen Rat: "Erhebt die Reaktion ihr Haupt, ist eine sowjetische Intervention das geringere Übel."


    Die kroatischen Kommunisten scheiterten 1974 mit ihrem Antrag, jeden Ruf nach Bruderhilfe durch Verfassung -- wie in Rumänien -- zu verbieten.
    Titos Traum, alle südslawischen Völker unter seiner Führung zu vereinigen, stieß stets auf russisches Mißtrauen. Moskau begann seine alten jugoslawischen Anhänger zu reaktivieren. Jugoslawische Offiziere, zum Studium nach Moskau abkommandiert, gründeten mit geflüchteten Deserteuren einen Anti-Tito-Verband in der Sowjethauptstadt, in mehreren osteuropäischen Städten wurden unter wechselnden Namen Kommunistische Parteien Jugoslawiens im Exil gegründet, in Jugoslawien selbst Stützpunkte aufgebaut und Flugschriften eingeschleust.
    Derweil veranstalteten Jahr um Jahr die Sowjettruppen in Ungarn, an Jugoslawiens Nordgrenze, Manöver, oftmals unter dem Namen "Süden", russisch: "Jug". Ausgangslage: Überwindung breiter Ströme, unzugänglichen Berglands, unübersichtlicher Meeresküste.
    der bericht zeigt vorallem was viele möchtegern jugos immer bestreiten das serben in der jugoslawischen armee das sagen hatten.......

  5. #5
    Avatar von Josip Frank

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    8.989
    Ist eigentlich ein Wunder, dass Kroatien und Bosnien nicht überrannt wurden


  6. #6
    Avatar von Cobra

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    Zitat Zitat von skenderbegi Beitrag anzeigen
    der bericht zeigt vorallem was viele möchtegern jugos immer bestreiten das serben in der jugoslawischen armee das sagen hatten.......
    Generale aus Kroatien wurden 1971/72 hinausgesäubert, kein einziger kroatischer Militär sitzt mehr im "Nationalen Verteidigungsrat", der im Ernstfall (mit einer Generals-Mehrheit) als Regierung amtiert.
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  7. #7
    ökörtilos
    Zitat Zitat von Cobra Beitrag anzeigen
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    Generale aus Kroatien wurden 1971/72 hinausgesäubert, kein einziger kroatischer Militär sitzt mehr im "Nationalen Verteidigungsrat", der im Ernstfall (mit einer Generals-Mehrheit) als Regierung amtiert.



    Bestimmt weil die Kroaten eingebildet waren.

  8. #8

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    28.10.2010
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    15.315
    Heutzutage lernen serbische Schüler immer noch russisch in den Schulen, oder? Kann mir vllt. einer sagen, ob es ein Pflichtfach ist und wie lange idR man das lernt?

  9. #9
    Avatar von cekic u glavu

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    222
    Zitat Zitat von hrhrhrvat Beitrag anzeigen
    Heutzutage lernen serbische Schüler immer noch russisch in den Schulen, oder? Kann mir vllt. einer sagen, ob es ein Pflichtfach ist und wie lange idR man das lernt?
    Eine Fremdsprache ist ein Pflichtfach. Es gibt Schulen wo Englisch oder Französisch unterrichtet werden und Schulen wo man Russisch lernt.

  10. #10

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    möge Jugo ima in unseren Herzen un gedanken sein

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