BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Erweiterte Suche
Kontakt
BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Benutzerliste

Willkommen bei BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen.
Ergebnis 1 bis 8 von 8

Die „Gotteskrieger“ sind nur noch lästig

Erstellt von Emir, 24.02.2009, 20:58 Uhr · 7 Antworten · 1.035 Aufrufe

  1. #1
    Emir

    Die „Gotteskrieger“ sind nur noch lästig

    Im Bosnien-Krieg eilten sie ihren muslimischen Glaubensbrüdern zur Seite. Jetzt haben die früheren Mudschahedin-Kämpfer ihre Schuldigkeit getan und sollen in ihre Heimatländer abgeschoben werden - auch auf Druck der USA.



    „Ein Muslim muss dem anderen helfen, wenn er in Not ist“ - Aiwan Awad im bosnischen Zenica. (Bild: Roser)



    „Ein Muslim muss dem anderen helfen, wenn er in Not ist“ - Aiwan Awad im bosnischen Zenica. (Bild: Roser)



    ZENICA - Die Augen von Aiwan Awad funkeln. „Nur weil jemand einen Vollbart hat und als gläubiger Muslim zu leben versucht, gilt er im Westen als potenzieller Terrorist,“ klagt der gebürtige Syrer vor der neuen Moschee in der bosnischen Stahlstadt Zenica. Seit 26 Jahren lebe er im früheren Jugoslawien, seit 16 Jahren in Bosnien-Herzegowina. „Ich habe nie gegen das Gesetz verstoßen“, versichert der 44 Jahre alte Kriegs-Veteran. Wegen angeblich falscher Angaben bei der Erlangung der bosnischen Staatsbürgerschaft 1995 drohe ihm nun die „illegale“ Ausweisung, empört sich der vierfache Familienvater. Schon seit Jahren machten nicht nur die USA, sondern auch Serben und Kroaten in Bosnien-Herzegowina Druck, die früheren Mudschahedin-Kämpfer auszuweisen. Awad: „Mit dem Gesetz hat das überhaupt nichts zu tun. Das ist eine rein politische Frage.“ Um Hilfe hatte zu Beginn des Bosnienkriegs von 1992 bis 1995 der bosnische Staatspräsident Alija Izetbegovic die arabischen Staaten gebeten. Den Truppen der muslimischen Bosniaken habe es damals an Waffen und Geld gemangelt, „Leute für den Kampf hatten sie eigentlich genug,“ berichtet in Zenica der Journalist und Buch-Autor Ensad Hecimovic. An Kämpfern sei Izetbegovic nicht interessiert gewesen, doch habe er sich dieser Morgengabe „nicht verweigern können“. Oft mit falschen Papieren ausgerüstet machten sich nicht nur freiwillige Kämpfer, sondern auch Missionare und Agenten als vermeintliche Helfer humanitärer Organisationen nach Bosnien auf. Meist hätten sie eher eigene Ziele als die Interessen des Gastlandes im Auge gehabt: „Die Kämpfer waren auch ein Mittel der Geberstaaten, hier Einfluss zu gewinnen.“
    Diejenigen, die nicht gesandt wurden, kamen von selbst. Aiman Awad war Medizin-Student im kroatischen Rijeka, als der Bosnienkrieg ausbrach. Zunächst habe er bosnische Flüchtlinge betreut, sich aber bald selbst „zum Kampf“ aufgemacht: „Ich kam nicht, weil ich Geld oder einen Pass wollte. Ein Muslim muss dem anderen helfen, wenn er in Not ist.“ Kämpfen sollte der freiwillige Krieger indes nie: Wegen seiner Sprachkenntnisse arbeitete Awad im Kommando-Stab der Mudschahedin als Übersetzer.
    Kämpfen mit den Glaubensbrüdern
    Hunderte von Muslims aus aller Welt - Schätzungen variieren zwischen 500 und 1000 - eilten den in ihren Augen bedrängten Glaubensbrüdern zur Hilfe. Ausländer stellten ein Drittel der 1800 Mann starken „El Mudschahedin“, einem regulären Teil der bosnischen Truppen. Die Elite-Einheit sei für schwierige Operationen eingesetzt worden, so Hecimovic. Nicht nur wegen ihrer fanatischen Kampfbereitschaft, sondern auch wegen der oft grausamen Behandlung von Gefangenen verbreitete sie bei Gegnern Angst und Schrecken: „Häufig waren sie an Kriegsverbrechen gegen die Serben beteiligt.“
    Es sei eine „Riesendummheit“ gewesen, die ausländischen Kämpfer ins Land zu holen, sagt in Sarajevo der Philosophie-Professor Gaju Sekolic: „Fatale Auswirkungen“ hätten die Mudschahedin nicht nur auf das Zusammenleben mit den Minderheiten in dem multiethnischen Land, sondern auch auf die muslimische Gemeinschaft Bosniens selbst gehabt.
    Tatsächlich sollten sich die ausländischen Kämpfer als Vorhut für die „Re-Islamisierung“ von Teilen des traditionell eher liberalen Islams in Bosnien entpuppen. Wegen ihres „missionarischen Eifers“, das Land auf den „rechten islamischen Weg“ zu führen, seien sie selbst zu Kriegszeiten oft auf Ablehnung gestoßen, sagt Ensad Hecimovic.
    Als der Bosnien-Krieg 1995 endete, sah das Friedens-Abkommen von Dayton den Abzug der ausländischen Kämpfer vor. 90 Prozent der Mudschahedin seien denn auch unmittelbar nach Kriegsende heim gekehrt, sagt Veteran Aiman. Manche hatten indes mit bosnischen Frauen eine Familie gegründet - oder schreckten aus Angst vor Strafverfolgung vor einer Heimkehr zurück. Unmittelbar nach dem Krieg habe er mit einigen Ex-Mudschahedin versucht, eine Kooperative zur Produktion von reinem „Halal“-Fleisch zu betreiben. Nach fünf Jahren sei sie Bankrott gegangen: „Die Mentalität und der Islam sind hier anders. Die Nachfrage war einfach zu gering.“ Seine Familie bringt der Präsident der muslimischen Hilfs-Organisation Ensarije nun als Nebenerwerbs-Imker und einer kleinen Veteranen-Rente über die Runde. Auch wegen der schlechten Wirtschaftslage in Bosnien ist die Zahl der früheren Mudschahedin laut seiner Schätzung auf rund zwei Dutzend geschrumpft: „Viele zogen weg, weil es hier keine Jobs gibt.“

    Vom Krieger zum Krämer
    Die Geschichte der gestrandeten Gotteskrieger ergebe keineswegs ein „Schwarz-Weiß-Bild“ und man könne die Mudschahedin auch nicht alle über einen Kamm scheren, so Hecimovic. Die meisten hätten nach dem Krieg versucht, Firmen zu gründen und sich eine zivile Existenz aufzubauen. Kleinere Gruppen hätten jedoch weiter „kriminelle und terroristische“ Anschläge verübt: „Sie konnten sich nicht mit dem Frieden abfinden - und führten ihren eigenen Krieg fort.“
    Das stattliche Strafregister seines in Abschiebehaft sitzenden Mandanten müht sich Star-Anwalt Dusan Tomic in der Lobby eines Nobelhotels in Sarajevo erst gar nicht herunter zu spielen. Ja, der in Bahrain geborene Ali Ahmed Ali Hamad sei bereits mit 17 Jahren von El Kaida angeworben worden; ja, er habe nach dem Bosnien-Krieg für einen Bombenanschlag 1997 in Mostar eine zwölfjährige Gefängnisstrafe abgesessen. „Aber“, so Tomic, „er hat sich geändert, seine Schuld eingestanden, seine Taten bereut, seine Strafe verbüßt - und will mit El Kaida nichts mehr zu tun haben.“
    Wegen guter Führung wurde Ali Hamad Ende Dezember 2008 fünf Monate frühzeitig aus seiner Haft entlassen - und umgehend in das Abschiebe-Lager am Flughafen Sarajevo überstellt. Um der Abschiebung zu entgehen, hat Ali Hamad kürzlich selbst der serbischen Justiz seine Dienste offeriert: Bei der Gewährung von Asyl wolle er Informationen zu den von den Mudschahedin begangenen Kriegsverbrechen preisgeben.
    Eine Auslieferung nach Bahrain würde für seinen Klienten das sichere Todesurteil bedeuten, sagt Anwalt Tomic: „Er ist der einzige El-Kaida-Offizier, der mit seiner Vergangenheit gebrochen - und selbst vor dem UN-Kriegsverbrecher-Tribunal ausgesagt hat.“ In allen Ländern des früheren Jugoslawien würden aus der Haft entlassene Kriegsverbrecher „wie Helden empfangen“, ärgert sich der bosnische Serbe: „Nun gibt es endlich einen Menschen, der seine Taten nicht beschönigt, sich verändert hat - und er wird bestraft.“
    Für widersinnig hält er es auch, die aus Guantanamo zurück gekehrten Bosnier algerischer Abstammung in ihr Geburtsland abschieben zu wollen. Sie seien bosnische Staatsbürger, hätten Kinder und Familien - und seien weder von der bosnischen Justiz noch in den USA verurteilt worden: „Mit dieser Art von Behandlung wird erst der Boden für eine neue Generation von Terroristen geschaffen.“
    Die letzten zehn Jahre sei es in Bosnien-Herzegowina zu keinen terroristischen Anschlägen mehr gekommen, die mit den Mudschahedin in Verbindung gebracht werden könnten, sagt Hecimovic: „Dafür sind sie inzwischen auch schlichtweg zu alt.“ Bei der Frage, in wie weit El Kaida in Bosnien verwurzelt sei, zuckt er mit den Schultern. Es gebe islamische Gruppen, die jede Verlautbarung von Bin Laden ins Bosnische übersetzten: „Aber das sind keine früheren Mudschahedin, sondern bosnische Islamisten.“
    Sarajevo will die lästig gewordenen oder als Sicherheitsrisiko geltenden Veteranen endlich los werden. Und auf Sympathie können die einst als Waffenbrüder empfangenen Gotteskrieger in ihrem Gastland kaum mehr rechnen. Die Anschläge von New York, Madrid und London verurteile er genauso wie andere Muslims, beteuert beim Abschied Aiman Awad: „Man kann doch nicht von einem Attentäter auf alle Muslime schließen.“ Freiwillig werde er nicht gehen, sagt er und streicht sich energisch über seinen Bart. Der Krieg sei längst vorbei, er wolle nur in Frieden leben: „Die haben kein Recht, uns rauszuwerfen. Notfalls gehe ich bis nach Straßburg. Auch wenn meine Menschenrechte hier nicht zählen, dann zumindest die meiner Kinder.“
    Die „Gotteskrieger“ sind nur noch lästig - Kölner Stadt-Anzeiger

    Anstatt das die USA Bosnien hilft, das Land auf dem Weg einer besserung zu bringen wollen die erst mal alle Kämpfer verweisen. Doch macht es überhaupt noch einen unterschied sie abzuschieben? Das Volk bzw. die Bosnjaken werden durch die ganzen Problem ebenso radikal.....

    jebem ti drzavu!

  2. #2
    Avatar von meko

    Registriert seit
    15.05.2007
    Beiträge
    10.778
    emir bitte füg das doch in dem "bosnien will mudzahedin kämper loswerden" thread ein,..

    hier verliert man schon die übersicht,..

    zu jedem thema 50 threads!

  3. #3
    Avatar von CoolinBan

    Registriert seit
    16.05.2006
    Beiträge
    3.526
    emire raff dich mal^^

  4. #4
    Emir
    Zitat Zitat von meko Beitrag anzeigen
    emir bitte füg das doch in dem "bosnien will mudzahedin kämper loswerden" thread ein,..

    hier verliert man schon die übersicht,..

    zu jedem thema 50 threads!
    hast Recht, habs voll vergessen kann das mal nen Admin rein posten und das hier in den papierkorb schieben?

  5. #5
    Emir
    Zitat Zitat von CoolinBan Beitrag anzeigen
    emire raff dich mal^^
    CoolinBan leck mich mal!

  6. #6
    Avatar von CoolinBan

    Registriert seit
    16.05.2006
    Beiträge
    3.526
    Zitat Zitat von Emir88 Beitrag anzeigen
    CoolinBan leck mich mal!

    läuft da eigentlich grad ne wette wer die meißten threads weltweit eröffnen kann?^^

  7. #7
    Benjiee
    die mudzahedin als bosnische staatsbürger erliegen gleichem recht wie alle anderen bosnier. im falle, dass sie keine staatsbürger sind, habesie recht auf staatbürgerschaft. und können sollten nich abgeschoben werden. bei begangen straftaten sind sie zu richten im lande der bosnier^^. und wenn die gefängnisseüberfüllt sind, dann ja dann...

  8. #8

    Registriert seit
    04.09.2008
    Beiträge
    2.111
    Sag icj ja schon lange, dass diese "mudjahedin krieger" ein problem für bosnien darstellen. Wobei die eher im nacken der bosniaken sitzen. Ohne die würde der westen vielleicht eher partei für die bosniaken ergreifen.

Ähnliche Themen

  1. An die Atheisten und Agnostiker, die noch papierreligiös sind
    Von Bambi im Forum Religion und Soziales
    Antworten: 15
    Letzter Beitrag: 27.09.2011, 18:41
  2. Antworten: 171
    Letzter Beitrag: 21.09.2006, 18:53
  3. Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 22.09.2005, 19:38
  4. Jetzt sind die Albaner doch noch Türken.........
    Von Albanesi2 im Forum Politik
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 15.09.2005, 11:49