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Griechenland, schwarzer Peter der EU

Erstellt von Tetova, 12.03.2009, 10:22 Uhr · 4 Antworten · 461 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Tetova

    Registriert seit
    27.01.2006
    Beiträge
    637

    Griechenland, schwarzer Peter der EU

    Athen muss handeln

    In der EU hat der konservative Premier Kostas Karamanlis zurzeit keinen leichten Stand. Weil Griechenland 2009 bereits im dritten Jahr in Folge bei den Defizitvorgaben des Stabilitätspakts die Latte reißen wird, kommt das Land jetzt unter die Kuratel eines EU-Defizitverfahrens - bereits zum zweiten Mal seit dem Beitritt zur Währungsunion 2001.

    Der griechische Zentralbankgouverneur George Provopoulos warnt bereits: Wenn die Athener Regierung der Versuchung erliegen sollte, ihre Finanzpolitik zu lockern, drohe dem Land der Staatsbankrott. Das ist nicht der einzige Alarm. Auch EU-Wirtschaftskommissar Joaquín Almunia warnte jetzt: Griechenland habe keinen Spielraum für finanzpolitische Zugeständnisse. Und die Analysten der Schweizer Bank Credit Suisse diagnostizierten diese Woche, kein anderes Euro-Land habe so tiefgreifende strukturelle Probleme wie Griechenland.
    Ein Indikator dafür ist das horrende Leistungsbilanzdefizit, das rund 13 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt ausmacht. Es spiegelt die schlechte internationale Wettbewerbsfähigkeit der griechischen Wirtschaft. Die seit fünf Jahren amtierende konservative Regierung ist aber nicht nur viele ihrer Reformversprechen schuldig geblieben. Sie macht sich auch immer noch ein geschöntes Bild der Lage: während die griechische Zentralbank für 2009 mit einem Wirtschaftswachstum von allenfalls 0,5 Prozent rechnet und die meisten unabhängigen Analysten sogar von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung ausgehen, setzt Finanzminister Giannis Papathanassiou in seinem jüngst überarbeiteten Budget immer noch ein Plus von 1,1 Prozent an.
    Schon jetzt ist absehbar, dass der Haushalt im Laufe des Jahres aus den Fugen geraten wird. Die ersten Anzeichen sind bereits da: Mindestens fünf öffentliche Rentenkassen stehen kurz vor der Zahlungsunfähigkeit. Der Finanzminister muss schnellstens mehrere Milliarden zuschießen, wenn die Pensionen überwiesen werden sollen.
    Steht Griechenland also tatsächlich vor dem Staatsbankrott? So weit werden es die stärkeren Euro-Mitglieder wohl nicht kommen lassen. Denn das könnte einen Dominoeffekt auslösen, der auch andere notleidende Länder wie Portugal, Spanien und Italien mitreißt. Die wahrscheinliche Folge wären schwere soziale Unruhen, die aus diesen Ländern auf weitere Staaten übergreifen könnten. Die schweren Ausschreitungen, von denen zahlreiche griechische Städte im Dezember erschüttert wurden, sind ein deutliches Warnsignal.
    Die leistungsfähigeren Mitglieder der Währungsunion werden deshalb zähneknirschend den Griechen beistehen, sei es mit bilateralen Krediten im Rahmen einer Umschuldung, sei es doch noch mit einer gemeinsam aufgelegten Euro-Anleihe, gegen die sich allerdings bisher vor allem Peer Steinbrück aus guten Gründen sperrt.
    Für Deutschland ist dieses Dilemma besonders ärgerlich. Es hat nicht nur in den vergangenen Jahren seine Staatsfinanzen unter großen Opfern in Ordnung gebracht. Die deutschen Steuerzahler haben auch seit Jahr-zehnten über die Brüsseler Fördertöpfe Zahlungen in zweistelliger Milliardenhöhe an schwächere EU-Länder geleistet. Nun soll Deutschland erneut zur Kasse gebeten werden.
    Der Fall Griechenland ist besonders krass. Nicht nur sind hier viele EU-Gelder in dunklen Kanälen versickert. In Athen scheint sich auch nie die Erkenntnis durchgesetzt zu haben, dass die Mitgliedschaft in der Währungsunion neben Vorteilen wie niedrigen Zinsen und stabilen außenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch Verpflichtungen beinhaltet wie das Bemühen um Preisstabilität und Schuldenabbau. Kein anderer Staat hat die Vorgaben des EU-Stabilitätspakts so nachhaltig ignoriert wie Griechenland.
    Deshalb müssen die jetzt diskutierten Hilfen an strikte Bedingungen geknüpft werden. Die Athener Regierung muss ihre seit Jahren gebetsmühlenartig wiederholten Sparversprechen endlich einlösen, die wuchernde Staatsbürokratie stutzen und die defizitären Staatsbetriebe sanieren. Sie muss das verkrustete Arbeitsrecht reformieren, die Steuergesetze vereinfachen, Steuerhinterziehung und Korruption wirksam bekämpfen, um Investitionen zu erleichtern. Und sie muss die marode Sozialversicherung von Grund auf umbauen.
    Hier tickt die gefährlichste Zeitbombe: Wird bei den Rentenkassen weiter gewirtschaftet wie bisher, könnte die Staatsverschuldung in den nächsten 40 Jahren auf 540 Prozent des Bruttoinlandsprodukts explodieren. Bisher scheute Ministerpräsident Karamanlis die notwendigen Reformen, um politischen und sozialen Konflikten aus dem Weg zu gehen. Aber nur wenn der Athener Premier diese Aufgaben jetzt endlich entschlossen anpackt, kann Griechenland das erschütterte Vertrauen der Finanzmärkte zurückgewinnen.

  2. #2
    Avatar von Furyc

    Registriert seit
    12.03.2008
    Beiträge
    18.580
    Nun, ich frage mich gerade ernsthaft, mit welchem Hintergedanken du diesen Thread eröffnest.

    Ich gehe mal zu deinen Gunsten davon aus, du willst uns nur darüber informieren, dass Griechenland finanzwirtschaftlich gesehen im unteren Drittel der EU mitmischt.

    Wenn dem so ist: danke für die Information.

  3. #3
    Avatar von Tetova

    Registriert seit
    27.01.2006
    Beiträge
    637
    Zitat Zitat von NaleP Beitrag anzeigen
    Nun, ich frage mich gerade ernsthaft, mit welchem Hintergedanken du diesen Thread eröffnest.

    Ich gehe mal zu deinen Gunsten davon aus, du willst uns nur darüber informieren, dass Griechenland finanzwirtschaftlich gesehen im unteren Drittel der EU mitmischt.

    Wenn dem so ist: danke für die Information.
    Genau so ist das, Hintergedanken kenn ich nicht!

    Bitte für die Info, immer wieder gerne!

  4. #4

    Registriert seit
    19.09.2008
    Beiträge
    16.600
    Schwarzer Peter?












    Schwarzer Peter bei Ausgrabungen des Waldelefanten von Kaloneri (West-Mazedonien) in Griechenland. Foto: Kaloneri-Team



    welcher von denen ist der jetzt?


  5. #5
    Avatar von Lorik

    Registriert seit
    27.02.2008
    Beiträge
    11.847
    Der schwarze peter der EU:..

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