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Griechischer Nationalismus

Erstellt von Tetova, 15.03.2009, 14:20 Uhr · 202 Antworten · 6.856 Aufrufe

  1. #91
    Avatar von Chechen

    Registriert seit
    15.03.2009
    Beiträge
    1.507
    Zitat Zitat von Tetova Beitrag anzeigen

    Aspekte des griechischen
    Nationalismus

    Makedonien bildet die größte nördliche Region Griechenlands
    und umfasst ungefähr das Gebiet des antiken
    Makedonien von Philipp und Alexander dem
    Großen. Seine heutige Bevölkerung beträgt ca 1,5
    Millionen Einwohner, von denen die Hälfte in Thessaloniki
    lebt. Die griechische Region Makedonien ist
    ethnisch gesehen sehr homogen, und ist nicht zu verwechseln
    mit der Republik Makedonien (Bevölkerung
    zwei Millionen, davon 65 Prozent Slawisch
    [Makedonisch], 25 Prozent Albanisch sprechend,
    Hauptstadt Skopje). In den letzten zehn Jahren, seit
    der Unabhängigkeit der Republik Makedonien, entstand
    ein Konflikt zwischen ihr und Griechenland
    wegen der Benennung der ersten. Da gewisse nationalistische
    Kreise in der Republik Makedonien territoriale
    Ansprüche an Griechenland angemeldet hatten,
    reagierten nationalistische Kreise in der griechischen
    Regierung mit der prinzipiellen Ablehnung der Verwendung
    des Namens „Makedonien“ durch die Republik
    Makedonien. Das hat sich aber international
    nicht durchgesetzt, und die Namensfrage ist noch
    nicht geregelt, obwohl inzwischen, dank der gegenwärtigen
    Regierung von K. Simitis und G. Papandreou,
    beide Länder auf pragmatischer Ebene gute
    nachbarschaftliche Beziehungen pflegen.
    Das Buch stellt eine hervorragend durchgeführte
    empirische Studie über den Einfluss der Fremdenfeindlichkeit
    auf die wirtschaftliche Entwicklung
    und Modernisierung der griechischen Region Makedonien
    dar. Für die Autoren weist gerade die heutige
    Makedonien und der
    Balkan. Fremdenfeindlichkeit
    und Entwicklung, Kollektivwerk
    Athen, 1998, 639 S. (in
    griechischer Sprache).
    KAS-AI 12/00, S. 87-95
    88
    politische und ökonomische Konjunktur auf die notwendige
    Neubestimmung der wirtschaftlichen Rolle
    Makedoniens im Balkan-Kontext hin. Sie gehen aber
    von der Feststellung aus, dass ihre günstige geopolitische
    Lage bisher viel weniger Vorteile für die
    Region mit sich gebracht hat als hätte erwartet werden
    können. Seit 1991 nämlich bewirkte die zaghaft
    angelaufene Kooperation Griechenlands mit den
    nördlichen Nachbarländern die Wiederbelebung von
    Gefühlen des Misstrauens, von neuen Spannungsherden
    und von Xenophobie, was negative Folgen für
    die wirtschaftliche Entwicklung der Region hatte.
    Die skizzierte Ausgangsfrage der Studie ist wirtschaftlich
    und politisch relevant, insofern die Entwicklung
    Makedoniens nur unter Berücksichtigung
    des historischen und geographischen Rahmens der
    Balkanregion zu realisieren ist.
    Die Verfasser beschreiben eine Reihe von Faktoren,
    wie das Geflecht der (wiederauferstandenen)
    Balkannationalismen, die Osmose der (alteingesessenen
    und neuangesiedelten) Bevölkerungsteile Makedoniens,
    den Bevölkerungsaustausch nach den Balkankriegen
    1912/1913 und nach dem griechischtürkischen
    Krieg 1920 bis 1922, die sogenannte Makedonienfrage
    (die alte: die Aufteilung der alten osmanischen
    Provinz „Makedonien“ unter Serbien, Bulgarien
    und Griechenland im Jahre 1913, und die
    neue: die Selbständigkeit der ehemaligen jugoslawischen
    Teilrepublik Makedonien als Republik Makedonien
    seit 1991), die Arbeitsemigration von Teilen
    der makedonischen Bevölkerung nach Westdeutschland
    in den Jahren 1955 bis 1980, die Arbeitsimmigration
    von ca. einer halben Million Albanern und
    Angehörigen anderer Nationalitäten nach Griechenland
    seit 1991, schließlich die äußerst schmerzliche
    Zeit der Okkupation Makedoniens durch Nazideutschland
    und Bulgarien (1941-1944) sowie den
    Bürgerkrieg (1946-1949).
    Heute wird die Bedeutung Makedoniens als eines
    Knotens von verschiedenen Kommunikationsnetzen
    und supranationalen Kapital- und Arbeitsströmen
    erkannt. Die Dynamik von miteinander kooperierenden
    Nachbarregionen stellt aber für die Autoren
    den griechischen Staat vor eine Herausforderung, der
    er bisher nicht gewachsen war. Er war gänzlich unvorbereitet,
    neue Strukturen der Ressourcenverwal89
    tung effektiv zu gestalten. Dementsprechend wird
    von den Verfassern ein neuer Entwicklungstyp gefordert,
    der Makedonien eine neue, supranationale
    Rolle in der Kooperation mit den Nachbarländern
    zuweist. Und dies weist ethnozentrische Interpretationsmuster
    ab und verlangt eine Kultur der Toleranz.
    Andererseits muss auch das Verhältnis der ökonomischen
    zu den politischen und kulturellen
    Prozessen im Rahmen der europäischen Union und
    der Globalisierung der Weltwirtschaft neu durchdacht
    werden.
    Die Hauptziele dieser Untersuchung, die reichlich mit
    empirischem Material versehen ist, waren
    a) die Erforschung von fremdenfeindlichen Haltungen/
    Handlungen, das Erfassen der „Andersheit“
    in den kollektiven Vorstellungen über die
    anderen Balkanvölker sowie
    b) die Erforschung der wirtschaftlichen Entwicklung
    Makedoniens in Zusammenhang mit derjenigen
    der anderen Balkanländer und der Nachweis
    von Konflikten.
    Die Ergebnisse der Untersuchung sind interessant und
    widersprüchlich. Die Andersheit von Fremden in
    Makedonien ist für die Mehrheit der Bevölkerung
    sowie für die Informanten, die als Experten befragt
    wurden, kein gravierendes Problem. Aber es gibt
    einen bedeutenden, kleineren Bevölkerungsanteil, der
    anders eingestellt ist, und von einer intensiven Fremdenfeindlichkeit
    und von Vorurteilen geprägt ist.
    Dazu gehören statistisch mehrheitlich Personen
    höheren Alters, mit geringer Bildung, wirtschaftlich
    nicht aktiv, mit regelmäßigem Kirchenbesuch, politisch
    konservativ, bäuerlicher Herkunft.
    Es stellt sich also heraus, dass für eine sinnvolle
    Regionalentwicklung die Toleranz gegenüber den
    Fremden eine wesentliche und notwendige Bedingung
    bildet. So ist die Mehrheit der in der genannten Stichprobe
    Befragten für eine aktive Privatinitiative in den
    Nachbarländern. Die Erinnerung an die stürmische
    Vergangenheit des zwanzigsten Jahrhunderts bewirkte
    jedoch die wirtschaftlich-strukturellen Schwierigkeiten
    der Gegenwart und Zukunftsängste, so dass Stereotypen
    über die Fremden wirksam wurden: So
    werden die Immigranten aus den osteuropäischen
    Ländern für die zunehmende Arbeitslosigkeit und
    Kriminalität, das Sinken der Löhne und die Ver90
    schlechterung der Wirtschaftslage auf bestimmten
    Gebieten verantwortlich gemacht. Aber die gleichen
    Leute sind gegenüber der sozialen (bildungsmäßigen)
    Integration der Immigranten positiv eingestellt, und
    sie erkennen gleichzeitig die positiven Wirkungen
    der Anwesenheit der Fremden in den entsprechenden
    Wirtschaftszweigen an, die von den Einheimischen
    inzwischen weniger bevorzugt werden. Ein
    Teil der befragten Experten meinte allerdings, dass
    der Legalisierung der Ausländer eine Grenze gezogen
    werden sollte, da ihre Anwesenheit zu Problemen
    und diese wiederum zu Fremdenfeindlichkeit
    führen könnten.
    Ein wichtiger Teil der Studie befasst sich mit der
    Lage einer slawisch sprechenden Minderheit an der
    Grenze zu der Republik Makedonien. Ihre Größe
    wird auf ca. 50 000 Personen geschätzt. Ihre Identitätsbildung
    war durch Konflikte gekennzeichnet.
    Da ein großer Teil der heutigen Bevölkerung Makedoniens
    Vertriebene von der Schwarzmeerküste,
    d.h. Pontos-Griechen, sind, kam es zum Konflikt
    zwischen den alteingesessenen slawisch sprechenden
    und der neuangesiedelten griechisch sprechenden
    Bevölkerung. Der Konflikt betraf zunächst das knappe
    Land. Aber der griechische Staat versuchte andererseits
    zu vermitteln und bemühte sich, mit zentralistischen
    Maßnahmen eine nationale Integration auf
    Kosten der lokalen Besonderheiten durchzusetzen.
    Da das Hauptintegrationsmittel die griechische Sprache
    und Kultur sein sollten, so profitierten davon
    primär die ehemaligen Vertriebenen zuungunsten der
    Alteingesessenen, welche ihre Sprache bis vor kurzem
    nicht öffentlich sprechen durften.
    Seit 1974, dank der wirtschaftlichen Entwicklung
    (und seit 1996, dank der Regierung von K. Simitis)
    trat langsam eine Entspannung in diesem Konflikt
    ein, insbesondere bei der jüngeren Generation. Aber
    die Angst vor dem fernen, zentralistischen Staat ist
    bei dem einen Teil noch da, der sich noch an die
    schmerzlichen Erfahrungen der Bürgerkriegszeit
    erinnert. Es wurde jedoch auch erkannt, dass die
    wirtschaftliche Entwicklung eine wesentliche Rolle bei
    der Überwindung der alten Konflikte spielt; währenddessen
    aber kamen jetzt neue Konflikte „moderner“
    Art infolge der Globalisierung auf. Immer mehr
    junge Leute verlassen die agrarische Region aus Angst
    91
    vor Arbeitslosigkeit und Eintönigkeit, während alte
    Traditionen verfallen. Sie streiten nicht mehr untereinander,
    da sie jetzt das gemeinsame Schicksal teilen.
    Die Autoren sind schließlich der Meinung, dass
    der Aufbau des Bildungssystems, insbesondere das
    Wissen über die Menschenrechte, bei der Integration
    der Bevölkerung eine wichtige Rolle zu spielen hat.
    Andererseits wird der Respekt und die Pflege der
    kleinen Sprachen und Dialekte wesentlich zur Entspannung
    der Verhältnisse und zur Entfaltung der
    Toleranz beitragen.
    Auf Zypern herrschte ideologisch seit der Unabhängigkeit
    in den Jahren 1960 bis 1974, das Schlagwort
    Enosis (Vereinigung, Anschluss an Griechenland).
    Der griechische Nationalismus führte deswegen
    während dieser Zeit zu Konflikten zwischen der
    griechischen und der türkischen Bevölkerungsgruppe
    (Heute umfasst die griechisch-zypriotische Gruppe
    ca. 600 000 Personen, die türkisch-zypriotische Gruppe
    ca. 150 000). Im Jahre 1974 fand die türkische Militärintervention
    auf Zypern statt. Den Anlass dazu gab
    der Putsch gegen den legitimen Präsidenten der Insel,
    Makarios, seitens der damaligen griechischen Militärjunta
    und der rechtsradikalen zypriotischen Nationalisten.
    Diese traumatischen Ereignisse hinterließen
    bis heute für beide Bevölkerungsteile Schmerzen,
    Hass, Tote, Vermisste, Vertriebene. Die politischen
    Führer beider ethnischen Gruppen sind seit den fünfziger
    Jahren dieselben geblieben. So befriedigt die
    Verewigung der ungelösten Zypernfrage viele Interessen
    auf allen Seiten. Die internationale Gemeinschaft
    der UNO sieht Gespräche zwischen den zwei
    ethnischen Gruppen vor, mit dem Ziel der Bildung
    einer bizonalen Föderation. Der Eintritt der Republik
    Zypern in die EU (von der der nördliche Teil
    unter türkischer Besatzung abgespalten ist) soll eine
    Lösung des Konflikts erleichtern.
    Nach 1974 und bis ca. 1985 wurde die griechischzypriotische
    nationalistische Ideologie marginalisiert,
    währenddessen sich eine zypernzentrierte Ideologie
    entwickelte, die die Bewahrung der politischen
    Selbständigkeit der gesamten Inselrepublik zum Ziel
    hatte. Seit 1985 aber kehrte die griechisch-zentrierte
    Ideologie wieder auf die Bühne zurück. Ihre Forderung
    ist heute nicht mehr die Vereinigung mit Griechenland,
    sondern die Bestätigung der ethnischen
    Kaisar B. Mavratsas,
    Aspekte des griechischen
    Nationalismus in Zypern.
    Ideologische Auseinandersetzungen
    und die soziale
    Konstruktion der griechischzypriotischen
    Identität,
    1974-1996. Athen 1998, 221
    S. (in griechischer Sprache).
    92
    griechischen Identität im Rahmen eines unabhängigen
    Staates, der aber besonders enge politische und
    kulturelle Beziehungen mit Griechenland haben sollte.
    So bezweckt die nationalistische Ideologie heute ein
    Zypern, das in einem «einheitlichen», militärischen,
    politischen und kulturellen Raum mit Griechenland
    „organisch“ verbunden ist.
    Dieser griechisch-zypriotische Nationalismus provozierte
    Reaktionen zu einer Zeit, in der im künstlich
    gegründeten türkisch-zypriotischen Rumpfstaat im
    von der türkischen Armee besetzten Nordteil der
    Insel türkisch-zypriotische nationalistische Positionen
    unter der Leitung des türkischen Generalstabs
    stark gefördert werden. Der ideologische Konflikt
    zwischen den griechischen Nationalisten und den
    zypriotisch-zentrierten „Patrioten“ aber ist nicht neu.
    Er wurde stärker seit 1974 und er bildet das Feld, in
    dem die soziale Konstruktion der griechisch-zypriotischen
    Identität stattfindet. Das Hauptdilemma der
    griechischen Zyprioten ist: Sind sie Griechen oder
    Zyprioten? Sind sie zuerst Zyprioten und dann Griechen,
    oder umgekehrt? Und, sind sie beides gleichzeitig?
    Je nachdem, wie die Antwort auf dieses
    Dilemma lautet, hat es Konsequenzen für das Alltagsleben,
    für die Beziehungen zwischen den zwei
    ethnischen Gruppen, für das Verhältnis der Insel zu
    Griechenland und der Türkei, für die Ziele des Erziehungssystems,
    für das Verhältnis zum griechischzypriotischen
    Dialekt, usw. Die giechisch-zypriotischen
    Patrioten unterstützen die Politik der Annäherung
    an die türkischen Zyprioten und sie betrachten
    dies als die Hauptbedingung für eine Lösung
    des Zypernproblems. Andererseits sind die türkischen
    Zyprioten gespalten, genauso wie die griechischen
    Zyprioten. Verständigungswillige türkische Zyprioten
    werden aber oft mit Terror bedroht und mundtot
    gemacht. Die griechischen Nationalisten schließlich
    verwerfen die Möglichkeit einer interethnischen Annäherung,
    indem sie behaupten, dass dies die türkische
    Besatzung seit 1974 als vollendete Tatsache legitimieren
    würde. Für die griechisch-zypriotischen
    Patrioten hat die Bildung einer gemeinsamen zypriotischen
    politischen Identität Vorrang, während für
    die griechischen Nationalisten die Aufrechterhaltung
    einer griechischen nationalen und kulturellen Identität
    Priorität genießt.
    93
    Das Buch konzentriert sich auf die politischen und
    ideologischen Prozesse während der Periode von
    1974 bis 1996. Der Autor betont in seiner sehr differenzierten
    Analyse u.a., dass die ideologischen Ursprünge
    und die sozialhistorische Entwicklung des
    griechisch-zypriotischen Nationalismus einen Zweig
    des griechischen Irredentismus darstellt, welcher seit
    der Gründung des griechischen Nationalstaats (1821)
    bis zur Vertreibung der Griechen durch die Türken
    aus Kleinasien (Smyrna/Izmir) im Jahre 1922 in
    Griechenland dominierte.
    Heute, seit der Regierungsübernahme in Griechenland
    durch K.Simitis im Jahre 1996 und der Übernahme
    des Außenministeriums durch G. Papandreou
    im Jahre 1999, die im Unterschied zu früher
    eine rationale europazentrierte Politik für die
    Lösung der Zypernfrage, vermittels der Annäherung
    an die Türkei, verfolgen, hat sich der Konflikt zwischen
    den griechischen Nationalisten und den
    zypriotischen Patrioten verschärft. Sowohl der
    Autor des Buchs selbst und die zypriotischen Patrioten
    als auch die heutige griechische Regierung wurden
    wiederholt zur Zielscheibe der politischen und
    ideologischen Angriffe von Nationalisten in Griechenland
    und Zypern. Bei diesen Angriffen spielt die
    Hierarchie der griechischen und der zypriotischen
    orthodoxen Kirche eine dominierende Rolle- aus
    einem antiwestlichen, antieuropäischen, antiökumenischen
    und antitürkischen Geist heraus.
    Die Verfasserin eines weiteren hier zu besprechenden
    Werks ist Spezialistin für internationale Beziehungen.
    Sie untersucht in ihrem Buch den Begriff der
    Vermittlung bei der Lösung von internationalen
    Konflikten unter Berücksichtigung einer sehr ausführlichen
    internationalen Bibliographie zu diesem
    Thema. Ihren Ausgangspunkt bildet die Analyse der
    neuen internationalen Situation seit 1989 im Vergleich
    mit der Periode davor. Sie fragt nach Kausalbeziehungen
    zwischen der Struktur des neuen Systems
    internationaler Beziehungen und dem Ausgang
    der Friedensinitiativen der UNO und verschiedener
    Regionalorganisationen. Die Vermittlungstätigkeit
    selbst ist heute komplizierter geworden und hängt von
    sehr vielen Faktoren ab. Die Ausgangshypothese der
    Verfasserin, in Form einer Vermutung formuliert, lautet:
    Die Rolle der UNO und der Regionalorganisa-
    Irene Chila, Die Rolle
    von Vermittlungen bei der
    Krisenregulierung. Die UNO
    in der Ära der einzigen
    Supermacht, Athen 1999, 289
    S. (in griechischer Sprache).
    tionen wird eingeschränkt durch die nationalen Prioritäten
    und das Hegemonialverhalten der ständigen
    Mitglieder des Sicherheitsrats der UNO, so dass ihre
    Vermittlungstätigkeit wie ein Instrument zur Durchsetzung
    der jeweiligen Nationalinteressen funktioniert.
    Eine wesentliche Rolle spielt bei der Verfasserin
    die Feststellung, dass die neue internationale Wirklichkeit
    durch Instabilität und Unübersichtlichkeit
    gekennzeichnet ist dies ist u.a. die Wirkung des islamischen
    Fundamentalismus, der ökologischen Risiken,
    der Verbreitung des Drogenhandels, des Terrorismus,
    der Massenwanderungen, der Zunahme der
    Kluft zwischen reichen und armen Ländern, des
    Wiedererwachens der Nationalismen sowie der Verletzungen
    der Menschenrechte. Dazu kommen noch
    die unkontrollierbaren (Bürger-)Kriegssituationen,
    bei denen eine legitime politische Macht abwesend
    ist und eindeutige Staatsgrenzen fehlen.
    Im zweiten Teil ihrer Arbeit untersucht Chilas
    ausführlich die Rolle der einzigen Hegemonialmacht
    der Gegenwart, der USA, und ihre Vermittlungsfunktion.
    Chilas Hypothese/Vermutung lautet: Die
    verschiedenen Nationen sind nur dann bereit, ihre
    Interessen auf der Basis von universellen Kollektivbedingungen
    zu definieren, wenn letztere eine globale
    Weltordnung stützen, die für die Förderung ihrer
    Nationalinteressen günstig ist. Auf dieser Weise
    reduzieren sich die internationalen Institutionen auf
    die Rolle der Legitimierung jener Nationalinteressen.
    Im dritten Teil der Arbeit schließlich verwendet
    sie zwecks Überprüfung ihrer Hypothesen konkrete
    Fallanalysen: Die Bosnienkrise in Jugoslawien (1991-
    1995), die erste Irak-Krise (Golfkrieg 1991), die
    zweite Irak-Krise (1998). Die Autorin kommt dabei
    zu folgenden Ergebnissen:
    Die Frage, ob die UNO nach 1989 effektiver als
    zuvor in Krisensituationen interveniert habe, ist nicht
    positiv zu beantworten, da die kollektiven, universalen
    Normen und Werte nur im Fall der kontingenten
    Interessenübereinstimmung zwischen den Nationalstaaten
    befolgt wurden. Dabei sieht sie folgende
    Gefahren: Solange die UNO sich nicht verbindlich
    auf universalen Grundsätzen festlegt, verfällt sie jedes
    Mal ad hoc gefundenen Rechtfertigungsmustern.
    Außerdem bedeutet die mangelnde Bereitschaft zur
    Respektierung der universalen Werte und Normen
    94
    95
    die Identifizierung vieler Staaten mit den Zielen der
    stärksten Länder.
    Im Jugoslawien-Konflikt (1991-1995) hatte die
    mangelnde Effektivität der UNO-Vermittlung ihren
    Ursprung in den Differenzen unter den ständigen
    Mitgliedern des Sicherheitsrats (Russland und China
    gegen die USA, Großbritannien und Frankreich).
    Andererseits beachtete die internationale Staatengemeinschaft
    nicht gebührend die Bedeutung der Sicherheitsforderungen
    der ethnischen Gruppen. Die Förderung
    liberal-humanitärer Ansprüche mittels einer
    friedlichen Konfliktlösung führte im Gegenteil zu
    gewalttätigen Konflikten, die die Zentrifugalkräfte
    begünstigten. Der Erfahrungsmangel der EU sowie
    ihre Unfähigkeit, eine gemeinsame Politik zu formulieren,
    führten die Vermittlungsbemühungen der EU
    zum Scheitern. Andererseits rechtfertigte die Ohnmacht
    der UNO-Intervention, wirksame Maßnahmen
    durchzusetzen, nur die NATO-Intervention.
    Zum Golfkrieg (1991) stellt die Autorin fest, dass
    die UNO-Intervention eine Folge des Bedürfnisses
    der westlichen Staaten war, die Kosten einer einseitigen
    Intervention zu senken. Auf dieser Weise wurde
    die UNO marginalisiert. Demgegenüber wurde bei
    der zweiten Irak-Krise eine friedliche Lösung vorgezogen;
    der Grund dafür war die mangelnde Bereitschaft
    der europäischen und der arabischen Länder,
    sich mit den USA zu identifizieren.
    Am Schluss ihrer Analyse betont die Verfasserin,
    die Frage, die sich stellt, laute nicht, ob die UNO
    eine selbständige Vermittlungstätigkeit entfalten wird
    oder nicht, sondern ob es die Wahrscheinlichkeit
    einer effektiven UNO-Vermittlung für die Erhaltung
    des Friedens in der Welt gibt. Dafür wäre eine wesentliche
    Voraussetzung die ständige Einsatzbereitschaft
    einer selbständigen UNO-Streitmacht. Wenn letztere
    nicht möglich sein wird, dann wird jedes positive
    Ergebnis nur die Folge einer kontingenten Politikkonstellation
    ohne dauerhafte Bedeutung sein.
    schlimm schlimm, dieser griechische nationalismus. es gab mal eine doku darüber, dass in europa die griechische jugend am radikalsten wäre.

  2. #92
    Avatar von De_La_GreCo

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    Zitat Zitat von El Mero Mero Beitrag anzeigen
    schlimm schlimm, dieser griechische nationalismus. es gab mal eine doku darüber, dass in europa die griechische jugend am radikalsten wäre.
    willkommen zurück el patros

  3. #93
    Avatar von Chechen

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    Zitat Zitat von De_La_GreCo Beitrag anzeigen
    willkommen zurück el patros
    danke soldato, und wer bist du ?

  4. #94
    Avatar von De_La_GreCo

    Registriert seit
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    Zitat Zitat von El Mero Mero Beitrag anzeigen
    danke soldato, und wer bist du ?

    jetzt tu ma nicht so das du net weisst wer ich bin aga

  5. #95
    Avatar von Chechen

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    Zitat Zitat von De_La_GreCo Beitrag anzeigen
    jetzt tu ma nicht so das du net weisst wer ich bin aga
    kp, ich bin das erste mal hier, und bin über das "politikforum" hier gelandet.

  6. #96
    Avatar von Krosovar

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    9.103
    Zitat Zitat von Malakas Beitrag anzeigen
    Es wird kein Ilirida geben du Hund,denn wir Griechen haben da noch ein wörtchen mitzureden was meinst du wie viele Griechische Firmen tag für tag dort ihr Geld reinstecken,auch für die Zukunft sind sie ein sehr wichtiger Partner.Aber los ruhig traut euch muckt einmal auf in Mazedonien mal gucken was passiert.

    Griechenland hatt nichts gegen die Menschen die in Mazedonien leben nur etwas gegen ihre Politik.
    Haben wir doch schon, wir haben gesehen was passiert ist hehe :icon_smile:

    Und da habe Ich nicht mitbekommen das sich die Griechen eingemischt haben :icon_smile:
    Doch keine Orthodoxe Bruderschaft ?

  7. #97
    pqrs
    Hey, meine Nord-Zypern Signaturen kommt wohl so langsam in Mode.

  8. #98
    Avatar von De_La_GreCo

    Registriert seit
    17.08.2008
    Beiträge
    23.744
    Zitat Zitat von Ilan Beitrag anzeigen
    Hey, meine Nord-Zypern Signaturen kommt wohl so langsam in Mode.
    biste auch für ein freies nord kosovo??

  9. #99
    Avatar von illyrian_eagle

    Registriert seit
    05.10.2005
    Beiträge
    6.793
    Zitat Zitat von Balkanmensch Beitrag anzeigen

    wirklich, aus Dummes muß nicht geantwortet werden, oder?
    Benehmen wir uns etwa wie die Albaner?

    Bla bla bla

  10. #100

    Registriert seit
    28.09.2008
    Beiträge
    23.630
    Zitat Zitat von Ilan Beitrag anzeigen
    Hey, meine Nord-Zypern Signaturen kommt wohl so langsam in Mode.

    sicher, .......

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