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"Wir haben keine Lust mehr, Probleme Belgrads mitzutrag

Erstellt von Krajisnik, 27.04.2005, 18:11 Uhr · 33 Antworten · 1.592 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Krajisnik

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    "Wir haben keine Lust mehr, Probleme Belgrads mitzutrag

    Montenegros Führung will sich von Serbien abspalten - gegen den Widerstand Belgrads und auch der EU. Im Interview mit SPIEGEL ONLINE äußert sich Ministerpräsident Milo Djukanoviç über die Vorteile der Unabhängigkeit und den Vorwurf, ein Zigarettenschmuggler zu sein.


    AP
    Montenegros Premier Djukanoviç, 43: Unter keinen Umständen Unabhängigkeit dran geben
    SPIEGEL ONLINE: Herr Ministerpräsident, Sie wollen Montenegro - eine Minirepublik von etwa 680.000 Einwohnern - ohne Rücksicht auf internationale Bedenken in die Unabhängigkeit führen. Ist das Größenwahn?

    Djukanoviç: Unser strategisches Ziel ist die Mitgliedschaft in EU und Nato. Dafür müssen wir gewisse Standards erfüllen. Die erreichen wir schneller als unabhängiger Staat als in einer nicht funktionierenden Union mit Serbien und als Geisel der serbischen Politik. Wir müssen ständig die Folgen für etwas tragen, das wir nicht verursacht haben. Auf dem Nato-Treffen in Istanbul wurden wir nicht in die Partnerschaft für Frieden aufgenommen - weil Serbien nicht mit dem Kriegstribunal in Den Haag zusammenarbeitet und gegen die Nato klagt. Montenegro als selbständiger Staat wäre als Mitglied akzeptiert worden.

    SPIEGEL ONLINE: 1992 hat Montenegro schon einmal in einem Referendum über seine Unabhängigkeit abgestimmt: 90 Prozent bevorzugten damals die Union mit Jugoslawien. Und was Kriegsverbrechen betrifft, so wurde das kroatische Dubrovnik 1991 nicht von Belgrad, sondern von Montenegro aus bombardiert.

    Djukanoviç: Damals haben der Serbenführers Slobodan Milosevic und die jugoslawische Armee die Emotionen geschürt. Das Opfer war Montenegro, dem ständig Gefahr von Milosevics blutigem Szenario drohte. Der Angriff auf Dubrovnik hingegen gereicht uns wahrlich nicht zur Ehre. Ich habe deshalb mehrfach mein Bedauern gegenüber Kroatien ausgedrückt. Es wäre allerdings gut, wenn auch andere Politiker der Region sich ihrer Verantwortung stellen würden.

    SPIEGEL ONLINE: Unter welchen Bedingungen wären Sie bereit, die Unabhängigkeit Montenegros dran zu geben?

    Djukanoviç: Unter keinen Umständen, dazu habe ich kein Recht. Ich habe Belgrad und die internationale Gemeinschaft bereits darüber informiert, dass Montenegro spätestens Anfang Februar 2006 in einem neuen Referendum über die Fortführung der Union abstimmen wird, wie es der Vertrag mit Serbien erlaubt.

    SPIEGEL ONLINE: Mit der Ankündigung haben Sie die EU ziemlich verärgert.

    Djukanoviç: Es ist kein Geheimnis, dass Brüssel die Union in ihrer derzeitigen Gestalt bevorzugt, auch wenn sie mittlerweile einsieht, dass sie nicht funktioniert. Wir wollten schon im Jahr 2000 unabhängig werden, aber Belgrad war dagegen und die EU befürchtete, so werde der Balkan destabilisiert. Deshalb haben wir uns auf einen Kompromiss eingelassen, zumal man uns auch sagte, dass wir so schneller in die EU kämen. Tatsächlich sind wir diesem Ziel keinen einzigen Schritt näher gekommen. Wir halten einen traurigen Schlussplatz auf der Liste der Beitrittskandidaten.

    SPIEGEL ONLINE: Trägt daran nicht Montenegro die Hauptschuld?



    Djukanoviç: Machen wir uns doch nichts vor. Serbien hat 18-mal so viele Einwohner wie Montenegro. Wir haben doch gar keine Chance auf Gleichberechtigung. Wir haben auch keine Lust mehr, die Probleme Belgrads mitzutragen, deren Lösung unabsehbar ist. Milosevic wollte aus uns eine rückständige Provinz machen. Die jetzige Regierung kämpft gegen wachsenden Nationalismus und andere Probleme, wegen derer schon Premier Djindjic 2003 sein Leben verloren hat. Sein Nachfolger kommt aus der Defensive nicht heraus.

    SPIEGEL ONLINE: Wäre ein Zwergstaat wie Montenegro wirtschaftlich nicht auf unabsehbare Zeit ein Almosen-Empfänger des Westens?

    Djukanoviç: Im Gegenteil. Ein renommiertes Institut in London stufte unsere Kreditwürdigkeit Ende 2004 sogar höher ein als die der Türkei und Serbiens. Wir haben keinerlei Probleme, im Anfangsstadium unserer infrastrukturellen Erneuerung internationale Kredite zu erhalten. Unsere Tourismuseinnahmen stiegen im vergangenen Jahr um 18,5 Prozent, wir haben enorme Reserven in der Verarbeitungsindustrie, etwa bei der Herstellung gesunder Nahrung. Unsere Bürger werden alsbald denselben Lebensstandard erzielen wie die unserer Nachbarstaaten.

    SPIEGEL ONLINE: In Italien laufen seit langem zwei Ermittlungsverfahren gegen Sie wegen Zigarettenschmuggels. Sie genießen laut Gerichtsbeschluss keine Immunität.

    Djukanoviç: Für die Beschuldigungen gibt es nicht einmal ein Promille Rechtsgrundlage. Möglicherweise soll ich auf diese Weise als Vorkämpfer der Unabhängigkeit Montenegros kompromittiert werden. Alle Entscheidungen hinsichtlich des Transits von Zigaretten wurden nicht von einer einzelnen Person, sondern von der Regierung gefällt. Die Unabhängigkeit Montenegros wird man dadurch nicht aufhalten können. Weder in Italien noch sonst wo kann über meine Immunität entschieden werden.

    SPIEGEL ONLINE: Es handelte sich also um staatlich sanktionierten Zigarettenschmuggel?

    Djukanoviç: Montenegro hat auf seinem Territorium den Transit von Zigaretten ermöglicht, der unseren Gesetzen zufolge legal war. Das machen andere Durchgangsländer auch. Ich wundere mich nur, warum die italienischen Ermittler jahrelang das Angebot ablehnten, unsere Dokumente einzusehen. Danach hätten sie ihre Akten sofort geschlossen. Ich weise zudem darauf hin, dass auch das EU-Amt für Betrugsbekämpfung zweimal den Transit von Zigaretten in Montenegro kontrollierte und danach jeweils bestätigte, dass er gemäß den Gesetzen Montenegros und des damaligen Jugoslawien abgewickelt wurde.

    Das Interview führte Renate Flottau

    http://www.spiegel.de/politik/auslan...353474,00.html

  2. #2

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    Wie ich diesen Djukanoviuc Liebe.

    Einfach alles als Lüge abstempeln was negativ auf ihn oder montenegro fällz und der rest ist Serbien schuld.
    Dieser MAnn ist ein eizges Arschloch!

  3. #3
    Avatar von lupo-de-mare

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    Zitat Zitat von Serbian_Prophet
    Wie ich diesen Djukanoviuc Liebe.

    Einfach alles als Lüge abstempeln was negativ auf ihn oder montenegro fällz und der rest ist Serbien schuld.
    Dieser MAnn ist ein eizges Arschloch!
    Der Ganove braucht halt auch seine eigene Mafia Republik, wo er seine kriminellen Geschäfte abwickeln kann. Djukanovic ist eine Schande für jede Kultur.

  4. #4
    Vuk

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    Es ist eh nur dieser Djukanovic mit seiner Mafia die eine abtrennung von serbien wollen, die montenegriner haben ja erst vor kurzem mit 90% für den verbleib in einem staat mit serbien gestimmt. Der Djukanovic trottel versucht da etwas mit zwang zu erreichen.

  5. #5

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    Djukanovic ist der Hauptkriegsschuldige. Hätte er bei der abstimmung zur Trennung von SFRJ nicht mit JA gestimmt, wären Slo und Cro ausser von D-Land von niemanden annerkannt worden.

  6. #6
    jugo-jebe-dugo
    Zitat Zitat von Vuk
    Es ist eh nur dieser Djukanovic mit seiner Mafia die eine abtrennung von serbien wollen, die montenegriner haben ja erst vor kurzem mit 90% für den verbleib in einem staat mit serbien gestimmt. Der Djukanovic trottel versucht da etwas mit zwang zu erreichen.
    Das war vor fast 14 Jahren wo 90% dagehen stimmten.Heute sieht das anders aus.Ich schätze 55% werden für die Unabhängigkeit stimmen.
    Alleine 25% machen schon die Ausländer aus(13% Bosniaken,8% Albaner,4% Kroaten/Roma).

    33% bekennen sich als Serben und ca 42% sehen sich als richtige Montenegriner.Ich frage mich nur,wenn die Mehrheit gegen die Unabhängigkeit ist wie du meinst Vuk,wie konnte Djukanovic dann 2x hintereinander die Wahlen gewinnen?

    Ich glaube Montenegro wird Unabhängig und Serbien hat ein Problem weniger das es füttern mus.

  7. #7
    Vuk

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    1.007
    Das war vor fast 14 Jahren wo 90% dagehen stimmten.Heute sieht das anders aus.
    Ich schätze 55% werden für die Unabhängigkeit stimmen.
    wieso schätzt du das?

    Alleine 25% machen schon die Ausländer aus(13% Bosniaken,8% Albaner,4% Kroaten/Roma).
    Also noch immer 75% nicht-ausländer.

    33% bekennen sich als Serben und ca 42% sehen sich als richtige Montenegriner.Ich frage mich nur,wenn die Mehrheit gegen die Unabhängigkeit ist wie du meinst Vuk,wie konnte Djukanovic dann 2x hintereinander die Wahlen gewinnen?
    Ich glaube Montenegro wird Unabhängig und Serbien hat ein Problem weniger das es füttern mus.
    Haben sie den Djukanovic wegen der Unabhängikeit bestrebungen oder trotz unabhängigkeitsbestrebungen gewählt? Von Montenegros Küste kann man auch einiges profitieren, das Serbien Montenegro nur durchfüttert würde ich auch nicht sagen. Aber wir werden ja sehen, sollen sie von mir aus eine abstimmung machen. Dann soll es sich ein für allemal entscheiden, damit nicht immer drum herum geschissen wird.

  8. #8
    Avatar von yellena

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    942
    Zitat Zitat von Vuk
    Es ist eh nur dieser Djukanovic mit seiner Mafia die eine abtrennung von serbien wollen, die montenegriner haben ja erst vor kurzem mit 90% für den verbleib in einem staat mit serbien gestimmt. Der Djukanovic trottel versucht da etwas mit zwang zu erreichen.
    Nur mal so als kleine Anekdote.
    Mein Bruder leistete 1994/95 seinen Wehrdienst in Montenegro ab. Ich erinnere mich noch gut eine Situation, wir waren damals mit meinem Opa unten und dieser trug immer eine SAJKACA. Er wurde immer schief angeschaut, einmal schrie einer mal rüber "Skidaj to nisi u Srbiji". Soviel zu der Tatsache wir wären ein gemeinsames Volk, und man beachte dies spielte sich (schon) 1994/95 ab!

  9. #9
    jugo-jebe-dugo
    Zitat Zitat von Vuk
    Das war vor fast 14 Jahren wo 90% dagehen stimmten.Heute sieht das anders aus.
    Ich schätze 55% werden für die Unabhängigkeit stimmen.
    wieso schätzt du das?

    Alleine 25% machen schon die Ausländer aus(13% Bosniaken,8% Albaner,4% Kroaten/Roma).
    Also noch immer 75% nicht-ausländer.

    33% bekennen sich als Serben und ca 42% sehen sich als richtige Montenegriner.Ich frage mich nur,wenn die Mehrheit gegen die Unabhängigkeit ist wie du meinst Vuk,wie konnte Djukanovic dann 2x hintereinander die Wahlen gewinnen?
    Ich glaube Montenegro wird Unabhängig und Serbien hat ein Problem weniger das es füttern mus.
    Haben sie den Djukanovic wegen der Unabhängikeit bestrebungen oder trotz unabhängigkeitsbestrebungen gewählt? Von Montenegros Küste kann man auch einiges profitieren, das Serbien Montenegro nur durchfüttert würde ich auch nicht sagen. Aber wir werden ja sehen, sollen sie von mir aus eine abstimmung machen. Dann soll es sich ein für allemal entscheiden, damit nicht immer drum herum geschissen wird.
    Aber von diesen 75% Innländer sind bekennen sich nur 33% als Serben.Der rest fühlt sich als Montenegriner und ob von denen die Mehrheit gegen die Unabhängigkeit ist das bezweifel ich.
    Serbien füttert Montenegro nur durch und die Privat Leute an der Küste stecken das fette Geld der Turisten in die eigene Tasche.Komm erzähl mir doch nix,Montenegro am besten weg und wir endlich unsere Republik Serbien.

    REPUBLIK SRBIJA:


    Hymne: Boze Pravde

    Fahne:

  10. #10
    Vuk

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    1.007
    Zitat Zitat von Car Dusan
    Aber von diesen 75% Innländer sind bekennen sich nur 33% als Serben.Der rest fühlt sich als Montenegriner und ob von denen die Mehrheit gegen die Unabhängigkeit ist das bezweifel ich.
    Nur weil sie sich als Montenegriner fühlen müssen sie nicht zwangsweise gegen einen gemeinsamen staat in serbien sein. Ps: Woher beziehst du deine Angaben darüber?

    Zitat Zitat von Car Dusan
    Serbien füttert Montenegro nur durch und die Privat Leute an der Küste stecken das fette Geld der Turisten in die eigene Tasche.Komm erzähl mir doch nix,Montenegro am besten weg und wir endlich unsere Republik Serbien.
    Und morgen am besten der Kosovo und die Vojvodina und der Sandzak weg oder?

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