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Haben die Serben das Recht auf eine eigene "Republik" innerhalb BiHs ?

Erstellt von Fitnesstrainer NRW, 15.11.2011, 22:08 Uhr · 318 Antworten · 18.903 Aufrufe

  1. #301
    Avatar von Kampfposter

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    Zitat Zitat von Carl Marks Beitrag anzeigen
    Du kannst nicht auf das Thema eingehen und wirst persönlich ausfallend. Die Ablenkung ist ein typisches Propagandamittel dessen du dich bedienst.

    Entweder du lieferst Argumente oder bleibst in der Ecke der Lächerlichkeit, nämlich das Maul aufzureißen und dabei nichts zu sagen!

    Was ist hier wirr und hysterisch? Ich habe ordentlich gegliedert, habe die Passagen die mir wichtig waren zitiert und direkt darauf geantwortet.

    Verhalte dich wie ein Erwachsener in einer Diskussion, dh stecke auch mal Kritik weg, anstatt wie ein Dorfasi ausfallend zu werden und bleibe sachlich.

    Ich warte auf die Argumente!
    Junge, für Argumente braucht man ein Gegenüber den man ernst nehmen kann, der gewillt ist zu diskutieren, auf so wirres und hysterisches Geschwätz geh ich erst garnicht ein - das ist Kindergarten.

    Na klar und Bosnien ist aus Jugoslawien ausgetreten, nicht weil Izetbegovic sich als "neuer König" eines muslimisch geprägten Bosniens sehen wollte, er in typischer Balkanmafiosimanier gehandelt hat, sondern weil die Serben angeblich in serbien die Verfassung gebrochen haben?

  2. #302

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    Zitat Zitat von Kampfposter Beitrag anzeigen
    Wie soll das Funktionieren, auf welcher Grundlage?
    Zunächst einmal auf Grundlage der Ignoranz des Westens und den Support der Russen, denen hier weniger an Serben sondern vielmehr an Aufrechterhaltung eines "Klot-am-Bein-für-die-EU" gelegen ist. Eine Grundlage im Rahmen des Daytoner Abkommens existiert nicht, aber wenn juckt das wirklich, wenn es schon jetzt kaum jemanden juckt das da unten niggs läuft? Ich könnte mir durchaus vorstellen das es im Westen den ein oder anderen Staat gibt der sich mit einem Zerfall anfreunden könnte, dazu zähle ich Deutschland und Frankreich die sich gegen die Position der Briten und Amerikaner durchsetzen konnten oder zumindest deren Vorstellungen blocken.

    Nachdem man Ashdown demontiert hat, überließ man BiH faktisch sich selbst und der irrigen Annahme die Politiker dazu zu bringen eine Lösung untereinander zu finden. Für die Serben ist dies der Moment viele Reformen und sinnvolle Zentralisierungen wieder in Frage zu stellen, die Bosniaken gehen in die Offensive und fordern das genaue Gegenteil.

    Mal angenommen die RS zieht sich aus allen gemeinsamen Institutionen zurück und verweigert die Umsetzung von Beschlüssen des Parlaments, des Präsidiums ?

    Was soll dann genau passieren ?

  3. #303
    Avatar von Kampfposter

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    Zitat Zitat von LordVader Beitrag anzeigen
    Zunächst einmal auf Grundlage der Ignoranz des Westens und den Support der Russen, denen hier weniger an Serben sondern vielmehr an Aufrechterhaltung eines "Klot-am-Bein-für-die-EU" gelegen ist. Eine Grundlage im Rahmen des Daytoner Abkommens existiert nicht, aber wenn juckt das wirklich, wenn es schon jetzt kaum jemanden juckt das da unten niggs läuft? Ich könnte mir durchaus vorstellen das es im Westen den ein oder anderen Staat gibt der sich mit einem Zerfall anfreunden könnte, dazu zähle ich Deutschland und Frankreich die sich gegen die Position der Briten und Amerikaner durchsetzen konnten oder zumindest deren Vorstellungen blocken.

    Nachdem man Ashdown demontiert hat, überließ man BiH faktisch sich selbst und der irrigen Annahme die Politiker dazu zu bringen eine Lösung untereinander zu finden. Für die Serben ist dies der Moment viele Reformen und sinnvolle Zentralisierungen wieder in Frage zu stellen, die Bosniaken gehen in die Offensive und fordern das genaue Gegenteil.

    Mal angenommen die RS zieht sich aus allen gemeinsamen Institutionen zurück und verweigert die Umsetzung von Beschlüssen des Parlaments, des Präsidiums ?

    Was soll dann genau passieren ?
    Für so ein Szenario müssten die Serben aber sehr homogen arbeiten, zu 100% und das ist nicht möglich.
    Der Hohe Repräsentant könnte mit Amtsentlassungen drohen und diese auch vollstrecken, wer will schon seinen guten Posten verlieren für lediglich einen weiteren Blockadeversuch?
    Sehe das als nicht möglich an, zumindest nicht als was, was man nicht schnell wieder ins Lot bringt.

  4. #304

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    Zitat Zitat von Kampfposter Beitrag anzeigen
    Für so ein Szenario müssten die Serben aber sehr homogen arbeiten, zu 100% und das ist nicht möglich.
    Nun. Auf Bundesniveau koalieren SNSD und SDS, obgleich sie sich in der RS nicht riechen können. Die Alternativen, z.B. PDP, profilieren sich doch in erster Linie an Kritik der SNSD wenn es um Abgabe an Kompetenzen an die Zentralregierung geht (Wie jüngst). Inhaltlich ist man da auf einer Linie, keine Partei der RS wird sich im Hinblick auf eine Zentralregierung kooperativ zeigen. Im Gegenteil: In der RS könnte höchstens eine noch "rechtere" Partei an die Macht kommen.

    Zitat Zitat von Kampfposter Beitrag anzeigen
    Der Hohe Repräsentant könnte mit Amtsentlassungen drohen und diese auch vollstrecken, wer will schon seinen guten Posten verlieren für lediglich einen weiteren Blockadeversuch?
    Sehe das als nicht möglich an, zumindest nicht als was, was man nicht schnell wieder ins Lot bringt.
    Gutes Stichwort...."Drohen". Was bedeutet das denn schon? Und was die guten Posten angeht: Dodik ist finanziell doch schon so gut abgesichert, dem könnte doch selbst das egal sein.

  5. #305
    Avatar von Carl Marks

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    Original von LordVader
    Auf Bundesebene betrachtet, sind die von Milosevic initiierten Vorgänge klar
    als Verfassungsputsch zu bezeichnen. Durch initiierte Massenproteste in Vojvodina, dem Kosovo und Montenegro zwang man die Regionalparlamente zum Rücktritt und installierte so hörige Cliquen.

    Serbien nahm sich hier übrigens das beste aus beiden Welten. Die Verfassung wurde offiziell "nur" zurückgesetzt auf einen Stand vor 1974. Grundsätzlich heißt das: Kosovo und Vojvodina sind keine autonomen Regionen mehr und haben auch keinen Anspruch auf Sitz und Stimmrecht in Bundespräsidium. Die aber hat Milosevic behalten....denn da passte ja die Verfassung von 74 im Sinne der Serben.
    Die Massenproteste waren bestimmt nicht von Milosevic inszeniert, ihre Grundlage waren die stagnierednen wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse innerhalb Jugoslawiens. Immerhin ließ die Führung in Belgrad auch Polizisten gegen die Demonstranten vorgehen, es gab aber keine nennenswerten Auschreitungen, in etwa vergleichbar mit denen Anfang der 80er im Kosovo. Milosevic hat die Demonstrationen aber für seine Zwecke genutzt, das ist unbestritten, ob das so im Sinne der Demonstranten war...!?

    Mit dem Verfassungsbruch meinst du die "Antibürokratische Revolution", diese war jedoch eine Verfassungsreform und Neustrukturierung Serbiens. Es gab keinerlei grundlegenden Verstösse gegen die Verfassung.

    Im Endeffekt war die Situation schon einmalig, dass genau nur Serbien noch 2 große Provinzen hatte, die eigentlich wie Bundesländer behandelt wurden. Dies wurde ja geschaffen nicht um serbien mehr Gewicht zu verleihen, sondern um ein Machtpatt herzustellen, zwischen der zentralen Struktur in Belgrad und den föderalen Strukturen des Restes von Jugoslawien, oder auch der slawisch orthodoxe Teil gegen eben den Rest.

    Dieses Machtpatt ist gekippt, da gebe ich dir recht. Es war auch eine fehlerhafte Reform, die den Eskalationsprozess weiter angeheizt hat, aber es war kein Verfassungsbruch!
    Man hat das alles auf eine rechtliche Grundlage gestellt!

    Original von Original von LordVader
    Weitere Verfassungsbrüche waren die Verhinderung zur Wahl der turnungsgemässen Vertreters der Kroaten im jugosl. Staatspräsidium, was manche Historiker faktisch als Putsch bezeichnen. Damit einhergehend der JNA-Überfalls auf Slowenien der verfassungsseitig nicht authorisiert war. Am Schluss folgte dann noch der Versuch Milosevics das Staatspräsidium aufzuhebeln in dem er die Sezession zumindest auf Präsidialebene faktisch anerkennt und daraus ableitet das so ein Gremium nicht mehr erforderlich ist: Es blieben nämlich BiH & Mazedonien mit 2 Stimmen auf der einen, Serbien und Montenegro mit praktisch 4 Stimmen auf der anderen Seite.
    Uneingeschränkte Zustimmung, aber da ist das Kind schon gänzlich in den Brunnen gefallen. Die Zeichen standen schon unabwendbar auf Sezession und Milosevic hatte sich zu der Zeit positioniert. Insgesamt ist ein Prozess in Gang gekommen der nicht mehr aufzuhalten war, bzw nicht von den Politikern die damals die Strippen in der Hand hatten.

    Mit den Verfassungsbrüchen habe ich aber explizit die Zeit vor der Sezessionspirale gemeint, als die gute alte Sowjetunion noch den Kalten Krieg anheizte und Deutschland noch geteilt war.

    Ich verstehe auch den Wunsch von BiH nach Sezession und Unabhängigkeit, jedoch war allen damaligen Politikern klar, das es in einem Blutbad enden würde. Auch Izetbegovic hat damit direkt Schuld am Tod vieler unschuldiger Zivilisten in BiH genau wie auch Milosevic, sich nämlich in eine Eskalation einzulassen ist genauso fatal wie sie zu starten.

    Das Problem in BiH war sicher kein Leichtes, man hätte es aber bestimmt friedlich lösen können, besonders da "das neue alte Jugoslawien" eine internationale Legitimation gesucht hat und man sich nicht jeden Schnitzer erlauben konnte. Schuld tragen von dem zeitpunkt an auch die USA und die Europäer, die zwqar einerseits Konfliktparteien ausrüsteten, aber den schutz von Zivilisten vermieden.

    Dumm gelaufen das Ganze, nur wir können es nicht Ungeschen machen. Es wäre toll, wenn BiH als integratives Staatsmodell funktionieren sollte, aber danach sieht es im moment nicht aus und die internatiionale Gemeinschaft (USA und EU) haben einen entscheidenden Anteil draran. Man hat noch alte Kader in den Führungspositionen, anstatt die Option genutzt zu haben sowohl bei serben als auch der Föderation mit den Altlasten aufzuräumen. Was nutzt ein Mladic im Knast, wenn ein Dodik blockiert?

    Eine Möglichkeit wäre wirklich die friedliche Sezession oder das Modell eines losen Föderationenbundes, vielleicht mit ein paar Nachbarländern mit dabei, als Jugoslawien light. Der jetzige Zustand ist auf jeden Fall nicht haltbar., es sicher sich nur Krimnelle auf allen Seiten ihre Pfründe und verweigern eine Änderung des sataus quo.

    Original von Kampfposter
    Was aber nicht passieren wird ist eine Referendum, wenn es Sinn machen würde hätten es die Serben schon durchgezogen.
    Die beiden anderen Parteien müssen das auch noch absegnen und das wird NIE passieren.
    Ihr, die RS Abspaltungsbefürworter seid in BiH gefangen für immer - das ist ein Fakt und unumgänglich.
    Falsch! Es gab kein referendum, weil die RS ohne Serbien nicht überlebensfähig wäre und man zurzeit kein ok aus Belgrad hat. Serbien strebt zu sehr nach der EU-Aufnahme, als das man sich ein politischen Klotz Bosnien am Bein wünscht. Insoweit gibt es Tendenzen zur Sezession, sie werden aber nicht ausgelebt, weil es nichts bringen würde.

    Sollte die RS jetzt unabhängig werden, so wäre sie ziemlich isoliert und wirtschaftlich schnell am Boden, Dodik hätte keine Geldquelle mehr und müsste wahrscheinlich Ziegen über die Berge treiben.

    Eine Sezession geht nur mit dem weitergedachten Schritt des Anschlusses An Serbien, der ist im moment aber nicht gewünscht, das kann sich aber schnell ändern.

    Original von Kampfposter
    Junge, für Argumente braucht man ein Gegenüber den man ernst nehmen kann, der gewillt ist zu diskutieren, auf so wirres und hysterisches Geschwätz geh ich erst garnicht ein - das ist Kindergarten.
    Wenn man dich ernst nehmen soll, dann respektier erstmal das Gegenüber, so wie es LordVader macht, wir sind unetrschiedlicher Meinung, wahren uns aber noch Respekt ohne Beschimpfungen oder Fundamentalpositionen.

    Das Wort Diskussion beeinhaltet, das man miteinander kommuniziert und Meinungen austauscht, dabei lernt man imer selber mit und man hat nie die Weisheit alleine gepachtet.

    Also sei du mal erwachsen schalte eine Gang zurück und versuch auch mal Dinge zu akzeptieren und eigene Fehler einzugestehen, das ist kein zeichen von schwäche, sondern von Stärke. Ich habe wirklich nichts persönlich gegen dich, doch trittst du mit einer anmassenden Seriosität an und bis dabei gelichzeit sehr persönlich und verbal ausfallend.

    Auf ein gutes Stelldichein im Balkanforum für dich ^^

  6. #306
    PašAga
    Hier sieht man die Doppelmoral vieler Serben, auf der einen Seite die RS beschützen und beim Sandzak Thread rumheulen und immer die gleichen dummen Fragen stellen die ihnen schon 100 mal beantwortet wurden, und sie darauf nie reagiert haben weil sie keiner Eier mehr hatten, sie warten lieber eine Weile und posten die gleiche Scheisse mehrmals.

  7. #307

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    Zitat Zitat von PašAga Beitrag anzeigen
    Hier sieht man die Doppelmoral vieler Serben, auf der einen Seite die RS beschützen und beim Sandzak Thread rumheulen und immer die gleichen dummen Fragen stellen die ihnen schon 100 mal beantwortet wurden, und sie darauf nie reagiert haben weil sie keiner Eier mehr hatten, sie warten lieber eine Weile und posten die gleiche Scheisse mehrmals.
    Welches Balkanvolk ist in dieser Sache anders? Keins^^ Immer dasselbe: "RS ist nicht Sandzak, das ist was ganz anderes", "Kosovo ist nicht RS, das ist auch was ganz anderes", "Wir dürfen und ihr nicht" Und dann wundert man sich über unsere Lage, die ganzen Kriege, das Leid, die Armut, den Hass -.-

  8. #308
    Avatar von Kampfposter

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    Zitat Zitat von LordVader Beitrag anzeigen
    Nun. Auf Bundesniveau koalieren SNSD und SDS, obgleich sie sich in der RS nicht riechen können. Die Alternativen, z.B. PDP, profilieren sich doch in erster Linie an Kritik der SNSD wenn es um Abgabe an Kompetenzen an die Zentralregierung geht (Wie jüngst). Inhaltlich ist man da auf einer Linie, keine Partei der RS wird sich im Hinblick auf eine Zentralregierung kooperativ zeigen. Im Gegenteil: In der RS könnte höchstens eine noch "rechtere" Partei an die Macht kommen.
    Man darf aber eines nicht vergessen, nicht kooperativ zeigen und blockieren um mürbe zu machen oder einfach nur weil das die Wähler erwarten ist das eine, wie viel ernsthafte Spalltungsabsicht dahinter steckt, auch hinter dem privaten Jovan, ist wieder eine ganz andere Geschichte.

    Wir reden ja von einer entgültigen Spaltung und nicht nur von ihrem kleinen Reich im Staate.
    Ich glaube nicht das der Wille so emens hoch ist, zumindest so lange die RS als solche nicht in Gefahr ist.

    Sollte diese aber ernsthaft in Frage gestellt werden könnte ich mir auch dein Szenario vorstellen aber da würde wieder der hohe Repräsentant mit neuen Ämtern locken können.

    Gutes Stichwort...."Drohen". Was bedeutet das denn schon? Und was die guten Posten angeht: Dodik ist finanziell doch schon so gut abgesichert, dem könnte doch selbst das egal sein.
    Es gibt noch genug hungrige die nicht ausgesorgt haben.
    Die Frage ist nur wie viel der Weltgemeinschaft dieser faule friede auf dauer Wert ist.
    So wenig kostet BiH nicht, möchte gar nicht wissen wie viele Ämter gesponsert werden die gar keinen nutzen haben.

  9. #309
    Avatar von Josip Frank

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    Zitat Zitat von Carl Marks Beitrag anzeigen
    Die Massenproteste waren bestimmt nicht von Milosevic inszeniert, ihre Grundlage waren die stagnierednen wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse innerhalb Jugoslawiens.




    Immerhin ließ die Führung in Belgrad auch Polizisten gegen die Demonstranten vorgehen, es gab aber keine nennenswerten Auschreitungen, in etwa vergleichbar mit denen Anfang der 80er im Kosovo. Milosevic hat die Demonstrationen aber für seine Zwecke genutzt, das ist unbestritten, ob das so im Sinne der Demonstranten war...!?
    Kostres zufolge hat der Zerfall des ehemaligen Jugoslawien auch mit der "Joghurt-Revolution" von 1988 begonnen. Damals protestierten mehrere zehntausend Menschen gegen die Führung der Provinz und bewarfen das Gebäude des Vojvodina-Parlaments mit Steinen und Joghurt – daher die Bezeichnung "Joghurt-Revolution". Die Vojvodina-Regierung trat daraufhin zurück. In der Folge verlor die Provinz den Autonomiestatus

    Kosovo-Debatte weckt Hoffnungen in der Vojvodina | Fokus Osteuropa | Deutsche Welle | 15.03.2007

    und wieder Slobo...


    Mit dem Verfassungsbruch meinst du die "Antibürokratische Revolution", diese war jedoch eine Verfassungsreform und Neustrukturierung Serbiens. Es gab keinerlei grundlegenden Verstösse gegen die Verfassung.
    Verfassungsreform

    Zitat Zitat von Carl Marks Beitrag anzeigen





    Wenn man dich ernst nehmen soll, dann respektier erstmal das Gegenüber, so wie es LordVader macht, wir sind unetrschiedlicher Meinung, wahren uns aber noch Respekt ohne Beschimpfungen oder Fundamentalpositionen.
    .......soll er deinen Schwachsinn respektieren, weil du es so willst oder weil du Faktenresistent bist ???

    in diesem Sinne....deine serbische Seite ist stolz auf dich....



  10. #310

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    Zitat Zitat von Carl Marks Beitrag anzeigen
    Die Massenproteste waren bestimmt nicht von Milosevic inszeniert, ihre Grundlage waren die stagnierednen wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse innerhalb Jugoslawiens. Immerhin ließ die Führung in Belgrad auch Polizisten gegen die Demonstranten vorgehen, es gab aber keine nennenswerten Auschreitungen, in etwa vergleichbar mit denen Anfang der 80er im Kosovo. Milosevic hat die Demonstrationen aber für seine Zwecke genutzt, das ist unbestritten, ob das so im Sinne der Demonstranten war...!?
    Unbestritten fand sich Jugoslawien kurz nach Titos Tod in einer zunehmenden Wirtschaftskrise. Gleichwohl stand Jugoslawien aber auch für einen Aufbruch hin zu mehr medialer Offenheit, Pluralismus und systemischer Kritik. Gut zu sehen an der Kinematographie: Filme wie "Otac na sluzbenom putu" wäre 10-15 Jahre vorher nicht denkbar gewesen.

    In diesem Umfeld stand Jugoslawien aber dann am Scheideweg, bis Milosevic für Serbien die nationalistische Option zog und er hier auf ein interessantes Konglomerat setzte. Einerseits alte Kommunistenkader die mit Entsetzen in Richtung Glasnost schauten. Parallel dazu die JNA-Kader die einen Machtverlust in einem tatsächlich demokratisch legitimierten System fürchten mussten und letzlich die Nationalisten, die sich hier eine vorteilhafte Lösung für einen alten Gedanken erhofften. Der Vereinigung aller serbischen Länder und Serben in einem Land: Serbien. Es ist kein Zufall das z.B. Dobrica Cosic dem Milosevic als erster gratulierte, als dieser die Macht im BdKS übernommen hat.

    Was nun folgte war die Gleichschaltung von Medien ganz im Sinne der neuen nationalistischen Ausrichtung. Als die auf Kurs waren, begann die sog. "Antibirokratska Revolucija", von manchen auch als "Joghurt Revolucija" bezeichnet. Vornehmlich ging es um Entbürokratisierung und einen effizienteren Staatsapparat. Tatsächlich aber war es eher die Nummer: "Oj Srbijo iz tri dela, ponovo ces biti cela".

    Kurzum: Diese Massenproteste waren initiiert. Belegschaften verließen ihre Arbeitsplätze, Busse waren organisiert. Keiner hat heute auch nur den geringsten Zweifel, dass diese Proteste von Milosevic initiiert waren und das wirklich geschickt. Ihm ging es um Macht, das Volk wurde aber mit Parolen vor die Karre gespannt.

    Insofern liegst Du falsch wenn Du behauptest, dass diese Proteste nicht auf Milosevic zurückzuführen sind.

    Mit dem Verfassungsbruch meinst du die "Antibürokratische Revolution", diese war jedoch eine Verfassungsreform und Neustrukturierung Serbiens. Es gab keinerlei grundlegenden Verstösse gegen die Verfassung.
    Formell mag das richtig sein. Aber wer eine neue Verfassung mit einer Drucksituation hervorruft handelt nicht legal. Wenn ich Dir also eine Knarre an den Kopf halte und Du mir eine Abtretung unterschreibst und diese später formell umgesetzt wird, bedeutet die Betrachtung des rein formellen Teils und die Feststellung das an diesem Prozess nichts auszusetzen ist, keine Legalität des ganzen Vorgangs.

    Im Endeffekt war die Situation schon einmalig, dass genau nur Serbien noch 2 große Provinzen hatte, die eigentlich wie Bundesländer behandelt wurden. Dies wurde ja geschaffen nicht um serbien mehr Gewicht zu verleihen, sondern um ein Machtpatt herzustellen, zwischen der zentralen Struktur in Belgrad und den föderalen Strukturen des Restes von Jugoslawien, oder auch der slawisch orthodoxe Teil gegen eben den Rest.
    Nun. Das Konzept war: Ein starkes Jugoslawien mit einem schwachen Serbien. Realistisch betrachtet lieferte es anderen Republiken eine ausreichende Autonomie vor den latent vorhandenen Hegemonial- und Zentralisierungsbestrebungen Belgrads, während Serben zwischen dem Dinara Gebirge und bis an die rumänische Grenze in einem Staat lebten.

    Das war ein Prinzip der für die Stabilität Jugoslawiens sorgte. Daran zu rütteln konnte nur schief gehen....und?.....Was ist letzten Endes passiert ? Aus Deiner Sicht mögen Milosevics Handlungen formell legal gewesen sein, aber gleichzeitig waren sie der Spatenstich für das Ende Jugoslawiens und der Akzeptanz der Staatengemeinschaft den Zerfall hinzunehmen, weil sie es letzlich -berechtigt- als Belgrader Machthunger werteten.
    Dieses Machtpatt ist gekippt, da gebe ich dir recht. Es war auch eine fehlerhafte Reform, die den Eskalationsprozess weiter angeheizt hat, aber es war kein Verfassungsbruch! Man hat das alles auf eine rechtliche Grundlage gestellt!
    Ach das ist doch Unfug. Was heisst hier "fehlerhafte Reform". Das klingt ja geradezu so als ob alles etwas schief gelaufen ist und mit einem Pflaster alles wieder Heile gemacht wurde. Dem ist nicht so. Milosevic brachte den Druck auf die Strasse, die Regierungen fielen, er inthronisierte Leute und die beschlossen faktisch die Selbstdemontage. Da ist formell alles richtig gelaufen.

    Uneingeschränkte Zustimmung, aber da ist das Kind schon gänzlich in den Brunnen gefallen. Die Zeichen standen schon unabwendbar auf Sezession und Milosevic hatte sich zu der Zeit positioniert. Insgesamt ist ein Prozess in Gang gekommen der nicht mehr aufzuhalten war, bzw nicht von den Politikern die damals die Strippen in der Hand hatten.
    Milosevic machte mit seinem Verhalten die Gegenbewegung -die ja nicht vom Himmel fiel- erst möglich. Latente Abspaltungsvorhaben in Slowenien und Kroatien fanden nun eine breitere Masse an Unterstützung, weil man Angst vor Velika Srbija hatte. Nur zur Erinnerung: Milosevic übernahm die Macht 87 und es fing nationalistisches Geseiere an. In Kroatien kam Tudjman erst ca. 3 Jahre später an die Macht.

    Erst Milosevics handeln, sein Taktieren und Lavieren machten ein Auseinanderfallen Jugoslawiens auch für den Westen attraktiv. Es ist ein Märchen das sich der Westen verschworen hat. Im Gegenteil: Insbesondere Frankreich, GB und die USA hielten sich bei den Sezessionswünschen der Kroaten und Slowenen zurück, fast bis zuletzt. Milosevics Handlungen liessen diesen Staaten aber keine andere Wahl als die Annahme, dass durch die Anerkennung der Staaten Fakten geschaffen werden die Serbien nicht umstossen kann. Das war deren Fehler.

    Ich verstehe auch den Wunsch von BiH nach Sezession und Unabhängigkeit, jedoch war allen damaligen Politikern klar, das es in einem Blutbad enden würde. Auch Izetbegovic hat damit direkt Schuld am Tod vieler unschuldiger Zivilisten in BiH genau wie auch Milosevic, sich nämlich in eine Eskalation einzulassen ist genauso fatal wie sie zu starten.
    Das halte ich für sehr gewagt. Eine Alternative wäre gewesen sich dem serbischen Druck -eben durch Waffen- zu beugen und das zu tun was die Serben wollten. Darauf wäre es faktisch hinausgelaufen, schaut man sich die serbischen Territorialforderungen in BiH an. Wendest Du die gleiche Logik auch beim NATO-Angriff auf Serbien an? Dem zufolge haette Serbien doch Rambouillet annehmen müssen, machten das aber nicht. Deine Massstäbe angelegt heisst das doch wohl: Die Serben sind für alle Opfer der NATO-Angriffe genau so verantwortlich wie die NATO....oder ?

    Das Problem in BiH war sicher kein Leichtes, man hätte es aber bestimmt friedlich lösen können, besonders da "das neue alte Jugoslawien" eine internationale Legitimation gesucht hat und man sich nicht jeden Schnitzer erlauben konnte. Schuld tragen von dem zeitpunkt an auch die USA und die Europäer, die zwqar einerseits Konfliktparteien ausrüsteten, aber den schutz von Zivilisten vermieden.
    Das ist falsch. Die Serben verlangten weit vor der Sezession BiH´s eine Aufteilung nach ethnischen Kriterien, Änderung der Gemeindegrenzen. Wir sprechen hier von der inneren Verfassung, darüber wird weit weniger gesprochen als über die spätere Sezession. Die einzige Aufrüstung erfolgte hier zunächst durch die JNA...nämlich die Aufrüstung der Serben. Das sich nun andere nicht mit dem Kugelschreiber wehren dürfte doch klar sein.

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