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Haben die Serben das Recht auf eine eigene "Republik" innerhalb BiHs ?

Erstellt von Fitnesstrainer NRW, 15.11.2011, 22:08 Uhr · 318 Antworten · 18.894 Aufrufe

  1. #311
    Avatar von Carl Marks

    Registriert seit
    04.05.2011
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    1.004
    Krise und Auseinanderfallen Jugoslawiens
    In den 80er Jahren wachsen die Anzeichen einer großen Wirtschaftskrise, insbesondere wegen der enormen Auslandsverschuldung. Jugoslawien ist das höchstverschuldetste Land Europas, gemessen am Bruttosozialprodukt. 1983/84 finden erste Umschuldungsverhandlungen mit dem Internationalen Währungsfonds statt. Dieser bürdet Jugoslawien die gängige "Kur" auf: Lohnsenkungen, Preisfreigaben (d.h. Preiserhöhungen insbesondere bei Gütern des täglichen Bedarfs), Entlassungen (genannt ökonomische Gesundung der Betriebe). Von 1981 bis 1985 sinken die Durchschnittslöhne um 40 % (6).
    Kroatien und Slowenien starten Versuche über die Ausgabenpolitik noch weitergehender als bislang bestimmen zu können. Je weniger die Ausgaben zentral geplant werden, desto weniger bleibt für die südöstlichen Republiken. Die Streitereien um diese Frage nehmen an Heftigkeit zu.
    Zu diesem Zeitpunkt ist die Verfügungsgewalt über Devisen bereits so weit regionalisiert, daß die Hauptdeviseneinnahmequellen des Bundes der Tourismus und die Überweisungen der ArbeitsemigrantInnen sind, die in Devisen auf die Banken kommen, jedoch in Dinar ausgezahlt werden. Die Schulden Jugoslawiens werden anteilig auf die Republiken verrechnet, so daß alle Republiken Schulden zu zahlen haben, von deren Aufnahme zum überwiegenden Teil nur die nordöstlichen Republiken profitierten. Die ärmeren Republiken sind überhaupt nicht in der Lage ihren Schuldenanteil zu zahlen. 1988 beträgt die Gesamtschuldenlast Jugoslawiens 21 Mrd. $ (7).
    Auf die massive Wirtschaftskrise reagieren die Republiken unterschiedlich. Kroatien und Slowenien betreiben die Abtrennung von Jugoslawien und eine Hinwendung zur EG, Serbien setzt auf serbische Dominanz innerhalb Jugoslawiens oder gar auf den Aufbau eines großserbischen Reiches. Der längst gebrochene Gründungskonsens Jugoslawiens wird offen aufgegeben. Jede Republik sucht ihren Vorteil gegen andere Republiken durchzusetzen. Die Auflösung Jugoslawiens ist die zwangsläufige Folge einer solchen Politik.
    Eine Vorreiterrolle kommt dabei größeren Kreisen der Intellektuellen zu. Mitte der 80er Jahre fordern Vertreter der serbischen Akademie die Vereinigung aller Serbinnen in einem Staat. Damit wird die territoriale Integrität aller Republiken mit Ausnahme Sioweniens direkt infrage gestellt, genauso wie die Rechte der Minderheiten innerhalb Serbiens (8).
    1988 fordert der damalige Präsident Mikulic stärkere Zentralgewalt' der heutige Ministerpräsident Milosevic die Aufhebung der Autonomie für die Vojvodina und den Kosovo (9). 1990 wird diese Autonomie per serbischem Gesetzt auf ein Minimum reduziert (10). Serbien droht in Konflikten zwischen den Republiken "seine" jeweiligen Minderheiten in anderen Republiken als Kampfpotential zur Unterminierung dieser Republiken einzusetzen (11).
    im Nordwesten ist Slowenien der Vorreiter in Sachen Abtrennung von Jugoslawien, Kroatien zieht nach und unterstützt diese Politik öffentlich sowie in den Staats- und Parteigremien. Spätestens 1987 beginnen slowenische Intellektuelle den ideologischen Angriff. Sie sprechen davon, daß "Slowenien immer größer werdende Lasten zugunsten der unterentwickelten Teile des Landes" tragen müsse. "Diejenigen Slowenen, die ... in Jugoslawien keine Perspektive mehr sehen, sprechen von ... 'Europa', von der EG" (12).
    Anfang 1990 stellen Slowenien und Kroatien ihre Zahlungen für den Ausgleichsfonds ein (13) und beginnen öffentlich mit dem Gedanken eines Aufnahmeantrages in die EG zu spielen (14). Damit ist der Bruch faktisch vollzogen, es werden die Ereignisse eingeleitet, die seit zwei Jahren die Medien durchziehen.
    Seit Ende der 80er Jahre kommt es allerorten zu nationalistischen Demonstrationen, Emotionen werden aufgeputscht. Es ist nicht mehr möglich, neue Grundlagen für ein gemeinsames Jugoslawien zu entwickeln. Die kompromißbereiten Töne werden überall beiseite gedrängt.
    Jugoslawien ist in erster Linie zerbrochen, weil es nicht gelang, alle Landesteile gleichmäßig zu entwickeln. Die relative industrielle Stärke des Nordwestens ist auf gemeinsame Anstrengungen aller Republiken zurückzuführen. Wenn 1991 der slowenische Finanzminister Sesok erklärte, die slowenische "Wirtschaft werde durch den Bund heruntergezogen" (5), dann drückte er damit genau die Haltung aus, die Kroatien und Slowenien dazu brachte, den Staatenbund zu verlassen - unter Mißachtung aller Verpflichtungen, die ihnen erwuchsen, weil die anderen Republiken zu Gunsten ihres Aufbaus auf stärkere Eigenentwicklung verzichteten.
    Slowenien, mit 9 % der EinwohnerInnen Jugoslawiens, trägt 22 % des Sozialprodukts, 35 % des Exports (16) und 25 % des Haushalts Jugoslawiens (17). Vergessen wird dabei leicht, daß Slowenien dieses Potential nur hat, weil gemeinsame jugoslawische Anstrengungen "ihre" Industrie aufbauten. Es bildet sich eine Ideologie. wonach die SlowenInnen besser arbeiten und innovativer wirtschaften könnten und schon immer andere mit durchfüttern mußten. Es wird verschwiegen, daß sie auch ihren Nutzen zogen: das durchschnittliche Einkommen der SlowenInnen ist das Höchste in Jugoslawien, mehr als doppelt so hoch wie im Kosovo.
    In dieser Situation versprachen sich Slowenien und Kroatien eine wirtschaftliche Stärkung durch Anschluß an die EG (das dies ein fataler Irrtum ist, ist hier nicht Thema). Hinzu kam die großserbische Karte, die die Führung in Belgrad spielte. Auch sie trug dazu bei, daß es nicht gelang, ja nicht einmal ernsthaft versucht wurde, einen neuen Grundkonsens des Zusammenlebens der jugoslwischen Völker zu finden. Das zerbrechen Jugoslawiens ist dann nur noch die logische Konsequenz.
    Zu den inneren Ursachen des Zerfalls Jugoslawiens

    Massenstreiks und Nationalismus

    Im Februar 1987 wurde ein Gesetz verabschiedet, das Lohnkürzungen und die Zurückzahlung zuviel gezahlter Löhne vorsah. Daraufhin kam es zu einer Welle wilder Streiks v.a. in Zagreb und Belgrad und zu Straßenschlachten mit der Polizei. Die Bundesregierung drohte mit dem Einsatz der Armee. Im Juli 1987 fuhren 5 000 streikende ArbeiterInnen einer Schuhfabrik bei Vukovar (eine etwa 50:50 serbisch-kroatisch »gemischte« Stadt und Belegschaft) nach Belgrad und stürmten und besetzten das Bundesparlament. [4] Insgesamt gab es im Sommer 1987 etwa 4 000 Streiks.
    Mazedonien, Montenegro und Kosovo erklärten sich 1987 offiziell für zahlungsunfähig. 1988 nahmen die Streiks noch zu und griffen auf den öffentlichen Dienst (Schulen, Krankenhäuser, Müllabfuhr) über. Unter Parolen wie »Nieder mit dem faschistischen Regime!« und »Es lebe die Arbeiterklasse!« besetzten 30 000 ArbeiterInnen im Oktober 1988 die Stahlwerke in Titograd/Montenegro. Im Dezember 1989 streikten 650 000 ArbeiterInnen in Serbien, Mazedonien und Montenegro. Die Reallöhne stiegen 1989 jugoslawienweit um etwa 25 Prozent; das serbische Durchschnittseinkommen stieg auf das Niveau des slowenischen.
    Die Politiker aller Landesteile traten verstärkt nationalistisch auf. Die Jahre 1987-89 waren nicht nur die Zeit der größten Streiks und ArbeiterInnendemos, sondern auch die Zeit der größten nationalistischen Mobilisierungen. Den Anfang machte die durch eine angebliche »antibürokratische Revolution« an die Macht gekommene neue Parteiführung Serbiens. Der neue Parteichef Milosevic war ein in den USA ausgebildeter Bank-Manager, der als Vorsitzender der sogenannten Milosevic-Kommission just in dieser Zeit marktorientierte Reformen forderte und die Jugoslawen aufrief, ihre »unbegründete, irrationale und primitive Angst vor der Ausbeutung« durch ausländisches Kapital aufzugeben. Er trat in diesen Jahren bei einer Reihe von (als »Sich-Ereignen des Volkes« bekanntgewordenen) serbisch-nationalistischen Massendemos auf, bei der größten im November 1988 in Belgrad waren eine Million Teilnehmer. Thema der Kundgebungen war die Unterdrückung von Serben in den autonomen Provinzen und den anderen Republiken, die in eine Linie mit dem Bürgerkrieg 1941-44 und letztlich dem jahrhundertelangen Leidensweg des serbischen Volks gestellt wurde. Angesichts zunehmender nationalistischer und separatistischer Tendenzen in den anderen Teilen Jugoslawiens wurde gefordert, daß »alle Serben in einem Staat« leben müßten: entweder durch eine Re-Zentralisierung Jugoslawiens oder durch eine Revision der innerjugoslawischen Grenzen. Auch in den anderen Republiken wurde versucht, den Klassenkonflikt als nationalen umzudeuten, nur daß dort neue nationalistische Oppositionsparteien die Führung übernahmen, während in Serbien die Regierungspartei selbst in die Offensive ging.
    Die Bundesregierung Markovic versuchte 1989/90 noch ein letztes Mal, gegen die Klassenkämpfe und die 2 000-prozentige Inflation ein IWF-Programm durchzusetzen mit Haushalts- und Lohnkürzungen, Preiserhöhungen, der Abwertung des Dinar, der Schließung von Banken und vor allem der Möglichkeit, unrentable Betriebe in die Zahlungsunfähigkeit zu treiben und dann umgehend zu schließen. Tatsächlich gelang es in den ersten 9 Monaten 1990, knapp 900 Betriebe mit über 500 000 ArbeiterInnen dichtzumachen.
    Gleichzeitig aber zerfiel der jugoslawische Staat: 1990 fanden erstmals »freie« Mehrparteienwahlen statt. Die neuen Regierungen der nördlichen Republiken Slowenien und Kroatien kamen zu der Einschätzung, daß sie auf eigene Faust die Wirtschaftsreformen leichter würden durchziehen können, und drohten mit Sezession. Der Bund der Kommunisten Jugoslawiens löste sich auf. Die serbische Regierung trat angesichts neuer Streiks die populistische Flucht nach vorn an und bezeichnete das Markovic-Programm (das auf der Linie der Empfehlungen der Milosevic-Kommission lag!) als »anti-serbisch«. Mit dieser Begründung nahm sie einen illegalen Kredit von 1,7 Mrd. US-Dollar bei der Bundeskasse auf und zahlte ausstehende Löhne, was der bisherigen Staatspartei den Wahlsieg sicherte - obwohl die Realllöhne durch drastische Preissteigerungen fielen. Im März 1991 trat die Bundesregierung zurück, ohne daß eine neue gebildet wurde.
    Gleichzeitig wurde in Belgrad eine Demo mit 70 000 Leuten gegen »undemokratische« Mediengesetze brutal niedergeknüppelt.
    Die Regierung ließ Panzer auffahren. Am nächsten Tag ging eine Studentendemo in eine blutige Straßenschlacht über, denn »eine große Zahl von Nicht-Studenten hatte sofort die Gelegenheit aufgegriffen, die Schweine anzugreifen«.
    Auf dem Platz der Republik in Belgrad gab es eine einwöchige Mahnwache, »die zu einer regelrechten Volkstribüne wurde, wo pausenlos Studenten, Akademiker, Rechtsanwälte, berühmte Schauspieler und anscheinend auch ein paar vereinzelte Arbeiter Reden hielten. Die Forderungen, die hier vorgebracht wurden, waren rein politisch«. [5] Nach der Erfüllung dieser Forderungen wurden die Demos beendet. In den Betrieben war aber keine Ruhe. Im April 91 streikten 700 000 Metall- und TextilarbeiterInnen in Serbien und hatten materiell durchaus Erfolg: Das Preisniveau ging 1991 im Vergleich zu den drastischen Preissteigerungen 1990 wieder zurück, für einige Waren sogar unter den Stand von 1989. [6]
    Auch das jugoslawische Regime hatte Gründe für den Krieg / Wildcat-Zirkular Nr. 50/51

    Sorry Lordvader, ich hab einen riesigen Text verfasst, der leider durch meine Dummheit und zu wenig Backups verlorengegangen ist, ich habe leider heute nicht mehr die Lust alles nochmal zu schreiben O.o

    Nur nochmal so viel dazu...
    Die Proteste waren in den 80ern in Jugoslawien Alltag und waren im wirtschaftlichen Zerfall Jugoslawiens begründet. Die Reallöhne fielen innerhalb weniger Jahre um bis zu 40%, das war der Grund für Proteste.

    Auf dieser Protestwelle kam 1987 Milosevic als Generalsekretär ins Spiel. Erst 1989 wurde er Präsident. Wie soll er also Jahre zuvor Proteste mit Millionen und aller Ethnien geleitet und inszeniert haben?

    In vielen anderen Punkten stimme ich dir zu und gebe dir recht ^^

  2. #312
    Gast829627
    was für doktorarbeiten hier teilweise aufgefahren werden als wenn ihr das zu entscheiden hättet.........der einzige der was zu entscheiden hat bin ja wohl ich...wenn ich spreche wurde gesprochen und das wird gesetz.....


    ps.free RS

  3. #313
    Avatar von Carl Marks

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    1.004
    Intellektuell überfordert Legija?

  4. #314
    Gast829627
    Zitat Zitat von Carl Marks Beitrag anzeigen
    Intellektuell überfordert Legija?


    brauch ich net ich hab intelligenz......

  5. #315
    Avatar von bosanac1505

    Registriert seit
    08.04.2011
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    Zitat Zitat von Legija Beitrag anzeigen
    brauch ich net ich hab intelligenz......
    Du hast nichts, noch nicht mal ein Haufen Scheiße im Kopf... Einfach nichts!!

  6. #316
    Avatar von Muratoğlu

    Registriert seit
    30.09.2010
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    4.724
    Legija hat viele Schwänze in den Arsch gekriegt.

  7. #317
    Gast829627
    Zitat Zitat von bosanac1505 Beitrag anzeigen
    Du hast nichts, noch nicht mal ein Haufen Scheiße im Kopf... Einfach nichts!!


    weiter so ,dein wahres gesicht kommt hinter der gutmenschlichen fratze zum vorschein......toleranz wird bei mullah abdulah und deinem eselreitenden lover schobasamotrikite klein geschrieben.....



  8. #318
    Avatar von bosanac1505

    Registriert seit
    08.04.2011
    Beiträge
    432
    Zitat Zitat von Legija Beitrag anzeigen
    weiter so ,dein wahres gesicht kommt hinter der gutmenschlichen fratze zum vorschein......toleranz wird bei mullah abdulah und deinem eselreitenden lover schobasamotrikite klein geschrieben.....


    Wo sind deine Antworten mein Lieber?
    Mullah? Komm schon leg los ich höre....

  9. #319

    Registriert seit
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    Beiträge
    924
    Zitat Zitat von Carl Marks Beitrag anzeigen
    Zu den inneren Ursachen des Zerfalls Jugoslawiens

    Auch das jugoslawische Regime hatte Gründe für den Krieg / Wildcat-Zirkular Nr. 50/51

    Sorry Lordvader, ich hab einen riesigen Text verfasst, der leider durch meine Dummheit und zu wenig Backups verlorengegangen ist, ich habe leider heute nicht mehr die Lust alles nochmal zu schreiben O.o

    Nur nochmal so viel dazu...
    Die Proteste waren in den 80ern in Jugoslawien Alltag und waren im wirtschaftlichen Zerfall Jugoslawiens begründet. Die Reallöhne fielen innerhalb weniger Jahre um bis zu 40%, das war der Grund für Proteste.

    Auf dieser Protestwelle kam 1987 Milosevic als Generalsekretär ins Spiel. Erst 1989 wurde er Präsident. Wie soll er also Jahre zuvor Proteste mit Millionen und aller Ethnien geleitet und inszeniert haben?

    In vielen anderen Punkten stimme ich dir zu und gebe dir recht ^^





    NIE WIEDER SOZIALISMUS




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