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Hätte Izetbegovic den Bosnienkrieg verhindern können ?

Erstellt von Fitnesstrainer NRW, 06.04.2011, 18:14 Uhr · 485 Antworten · 19.116 Aufrufe

  1. #171
    kenozoik
    Zitat Zitat von DZEKO Beitrag anzeigen
    Was ich interessant finde ist das hier das Ereigniss "Bosanski Brod" nichtmal mit Namen genannt wird, wen es doch solch eine Bedeutung für den Kriegsausbruch gab. Aber das Serben aus Bosnien gegen Kroatien agierten wird verschwiegen. Izetbegovic konnte auch nicht mehr tun als auf Amerika zu Vertrauen, wer hätte gedacht das die Serben so austicken und alles abschlachten.

    Voralllem beachte mal die Quellen am Ende.



    Man lässt es mit Absicht weg das es ab Januar angefangen hat das die Serben Kontrolle übernahmen und es für Nicht-Serben immer schwieriger wurde.
    bra-vo, genau das meinte ich, sieht man die bewegungen der jna an, dann wird einem klar, was da vor sich ging...

    alija schuld zu geben ist wie den polen sagen selber schuld, dass ihr 1939 überfallen wurdet

  2. #172
    Avatar von Muratoğlu

    Registriert seit
    30.09.2010
    Beiträge
    4.724
    Zitat Zitat von batakanda Beitrag anzeigen
    bra-vo, genau das meinte ich, sieht man die bewegungen der jna an, dann wird einem klar, was da vor sich ging...

    alija schuld zu geben ist wie den polen sagen selber schuld, dass ihr 1939 überfallen wurdet
    Wieso schreibt ihr überhaupt noch zu diesem Thema?
    Fitnesstrainer wollte nur mal eine Möglichkeit durchgehen und die Forumsserben haben nichts weiter zutun als diese Chance zu nutzen um die Schuld dem bösen Alija in die Schuhe zu schieben.

  3. #173
    kenozoik
    Zitat Zitat von BosnaMudza Beitrag anzeigen
    Wieso schreibt ihr überhaupt noch zu diesem Thema?
    Fitnesstrainer wollte nur mal eine Möglichkeit durchgehen und die Forumsserben haben nichts weiter zutun als diese Chance zu nutzen um die Schuld dem bösen Alija in die Schuhe zu schieben.
    nein, er wollte nicht einfach mal ein anderes szenario durchgehen, sondern wollte uns durch die blume klar machen, dass "alle gleich schuld sind", ja sogar dass die kroaten und bosnjaken selber schuld sind, da sie irgendwelchen plänen nicht zugestimmt haben und so dreist waren, sich zu wehren... wie willst du dir sonst erklären dass auf jeder seite zwei drei mal cc-plan und lisabonski sporazum erwähnt werden...

  4. #174
    Avatar von Josip Frank

    Registriert seit
    14.02.2011
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    9.008
    Zitat Zitat von batakanda Beitrag anzeigen
    nein, er wollte nicht einfach mal ein anderes szenario durchgehen, sondern wollte uns durch die blume klar machen, dass "alle gleich schuld sind", ja sogar dass die kroaten und bosnjaken selber schuld sind, da sie irgendwelchen plänen nicht zugestimmt haben und so dreist waren, sich zu wehren... wie willst du dir sonst erklären dass auf jeder seite zwei drei mal cc-plan und lisabonski sporazum erwähnt werden...

    Nicht nur ... Fitness Trainer als Beispiel sieht einen Bezug des kroatischen Frühlings im Jahr 74 zu dem Sanu Memorandum im Jahr 1986 und der Unterdrückung der Serben in Kroatien sowie dem Völkermord an Serben im Kosovo

    Ratko Mladic holt noch viel weiter aus, in dem im Intervwie die Befreiung Srebrenicas von den Türken darstellt.

    Fazit . Kroaten und Bosniaken ( Türken) sind selbst schuld und wenn Serbien gewollt hätte, dann würde heute in Zagreb und Sarajevo der Doppelkopf Adler wehen ( Anmerkung nicht der albanische)

  5. #175
    Avatar von Hercegovac

    Registriert seit
    06.04.2008
    Beiträge
    15.011
    Zitat Zitat von BosnaMudza Beitrag anzeigen
    Wieso schreibt ihr überhaupt noch zu diesem Thema?
    Fitnesstrainer wollte nur mal eine Möglichkeit durchgehen und die Forumsserben haben nichts weiter zutun als diese Chance zu nutzen um die Schuld dem bösen Alija in die Schuhe zu schieben.
    heul doch

  6. #176
    Avatar von Fitnesstrainer NRW

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    26.09.2010
    Beiträge
    3.309
    Zitat Zitat von batakanda Beitrag anzeigen
    bist du dumm oder was? weisst du was ne besatzung ist? der krieg fand schon statt, als die serben systematisch aufgerüstet und bewaffnet wurden, dass wusste damals svaka ptica na grani... man bereitete schön alles vor... anhand von kroatien sah man, dass man nicht mehr warten durfte, aber man wartete fast überall wieder... "nece kod nas nece kod nas", a 5 kilometara dalje grmi od granata...

    ..


    Wenn es in der bos. Posavina ein Aufrüstung seitens der JNA und der dortigen Serben gegeben hätte, dann hätten die kroatischen Truppen mit ihrer im Verhältniss relativ leichten Bewaffnung die bos. Posavina niemals besetzen können. Erzähl keinen Dünnschiss. Ausserdem hatten die massiven Ausschreitungen und Plünderungen, seitens der krotischen Verbände und ihrer lokalen Helfer, welche die dortigen Serben betraf, weder einen militärischen Nutzen und waren darüber hinaus die ersten ethnischen Säuberungen in BiH....und das soll die Ereignisse nicht eskaliert haben lassen ?

    Du rechtfertigst das, indem du behauptest von dort aus hätte es irgendwelche JNA/Serben Vorbereitungen gegeben ? Aber in einem anderen Beitrag im thread "Mesic und Milosevic im Kreuzverhör" schreibst du Militärexperte selber das die Kroaten die bos. Posavina nicht gegen die anrückenden Serben mt ihrem schweren Gerät halten konnten. Das widerspricht sich und impliziert ausserdem das zu dem Zeitpunkt kein schweres militärisches Gerät seitens der Serbe in der bos.Posavina gab, ergo auch keine Vorbereitungen für etwas, " das die Kroaten nicht mehr abwarten durften."

    Das die JNA West-BIH als Sprungbrett zur Krajina nutzte ist klar. Aber in BiH selbst wurde nicht gekämpft. Dafür sorgten dann aber die kroatischen Truppen, welche in der bos. Posavina genau das anrichteten was sie den Krajina-Serben in Kroatien vorwerfen -die Vertreibung und Ermordung von Zivilisten.

    Man, selbst Josipovic hat sich letztes Jahr für die Abitionen Tudjmans in BiH entschuldigt und war darüber hinaus selbst in Sijekovac in der Posavina und ehrte die serbischen Todesopfer, welche von kroatischen Truppen am 26.03.1992 in ihren eigenen Häusern zusammen geschossen wurden.

    Willst du immer noch behaupten die Kroaten hätten "nur" reagiert ?

    und wie in meinem letzten Beitrag geschrieben gab es keinen Protest von Izetbegovic, gegen die kroatische Besetzung der bos. Posavina und die Mitwirkung lokaler Bosniaken, was im zuletzt geposteten Video zusehen ist sondern HOS-Generl Ante Prkacin hatte sogar Verbindungen zu Izetbegovic. Wie kann man die Verantwortlichen da von Schuld frei sprechen ?


    ------------------------------------------

  7. #177
    Avatar von kiko

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    10.647
    Schachmatt Batoooooooooo!!
    War ja ne kurze Karriere als Militärexperte

  8. #178
    Avatar von kiko

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    @fitness
    dir sollte man das Schreiben hier verbieten. Kartenhäuser brechen gerade reihenweise zusammen

  9. #179
    Avatar von Cobra

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    Zitat Zitat von Fitnesstrainer NRW Beitrag anzeigen
    Wenn es in der bos. Posavina ein Aufrüstung seitens der JNA und der dortigen Serben gegeben hätte, dann hätten die kroatischen Truppen mit ihrer im Verhältniss relativ leichten Bewaffnung die bos. Posavina niemals besetzen können. Erzähl keinen Dünnschiss. Ausserdem hatten die massiven Ausschreitungen und Plünderungen, seitens der krotischen Verbände und ihrer lokalen Helfer, welche die dortigen Serben betraf, weder einen militärischen Nutzen und waren darüber hinaus die ersten ethnischen Säuberungen in BiH....und das soll die Ereignisse nicht eskaliert haben lassen ?

    Du rechtfertigst das, indem du behauptest von dort aus hätte es irgendwelche JNA/Serben Vorbereitungen gegeben ? Aber in einem anderen Beitrag im thread "Mesic und Milosevic im Kreuzverhör" schreibst du Militärexperte selber das die Kroaten die bos. Posavina nicht gegen die anrückenden Serben mt ihrem schweren Gerät halten konnten. Das widerspricht sich und impliziert ausserdem das zu dem Zeitpunkt kein schweres militärisches Gerät seitens der Serbe in der bos.Posavina gab, ergo auch keine Vorbereitungen für etwas, " das die Kroaten nicht mehr abwarten durften."

    Das die JNA West-BIH als Sprungbrett zur Krajina nutzte ist klar. Aber in BiH selbst wurde nicht gekämpft. Dafür sorgten dann aber die kroatischen Truppen, welche in der bos. Posavina genau das anrichteten was sie den Krajina-Serben in Kroatien vorwerfen -die Vertreibung und Ermordung von Zivilisten.

    Man, selbst Josipovic hat sich letztes Jahr für die Abitionen Tudjmans in BiH entschuldigt und war darüber hinaus selbst in Sijekovac in der Posavina und ehrte die serbischen Todesopfer, welche von kroatischen Truppen am 26.03.1992 in ihren eigenen Häusern zusammen geschossen wurden.

    Willst du immer noch behaupten die Kroaten hätten "nur" reagiert ?

    und wie in meinem letzten Beitrag geschrieben gab es keinen Protest von Izetbegovic, gegen die kroatische Besetzung der bos. Posavina und die Mitwirkung lokaler Bosniaken, was im zuletzt geposteten Video zusehen ist sondern HOS-Generl Ante Prkacin hatte sogar Verbindungen zu Izetbegovic. Wie kann man die Verantwortlichen da von Schuld frei sprechen ?


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    Und nochmal für dich:

    Prvi znak rata u BiH bilo je uništenje sela Ravno, u istočnoj Hercegovini, nastanjenog Hrvatima, u srpskom okruženju, u novembru 1991. godine. Selo je napadnuto u djelovanju JNA u agresiji prema Hrvatskoj u akciji u smjeru Dubrovnika. Nakon uništenja sela, uslijed političke neorganiziranosti bosanskohercegovačkih političara, kao i vojne nespremnosti i neorganiziranosti, dolazilo je do nekorektnih izjava pojedinih političara, koje su unosile razdor i nesporazume u političkom vrhu. Propagadnim djelovanjem JNA, mogle su se čuti izjave pojedinih novinara da selo Ravno uopće nije u BiH. Selo je uništeno u ratnim operacijama JNA i crnogorskih rezervista radi osvajanja Dubrovnika. Na primjeru Ravnog, pokazala se nemogućnost republičkog rukovodstva da spriječi korištenje teritorija BiH od strane JNA kao poligona za napad na Hrvatsku.

  10. #180
    Avatar von Cobra

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    Welch eine heldenhafte Brücke", sagt der bosnische Offizier auf dem rostigen Weltkriegspanzer, der die Brückenauffahrt in Slavonski Brod am kroatischen Ufer der Save blockiert. Die Stimme des Offiziers bebt ein bißchen vor pathetischer Erregung. "Sie hat viele Tausende unserer Landsleute gerettet, sie wird in die Geschichte eingehen als Schicksalsbrücke."

    Diese Brücke ist eine Festung. Seit vier Monaten hämmern die Serben mit Granatwerfern und schwerer Artillerie auf ihr herum. Aber sie kriegen sie nicht kaputt.

    Die Fundamente sind rissig und zernarbt. Das eiserne Geländer hängt zum Teil in Fetzen. In der Fahrbahn klaffen große Löcher. Trotz der schweren Eisenplatten, mit denen die Löcher abgedeckt sind, muß man aufpassen, daß man nicht einbricht, wenn man mit dem Auto drüber wegfährt. Die Brücke bebt, aber sie hält.

    Hier hat am 3. April der Bosnien-Krieg begonnen. Serbische Freischärler stürmten kurz nach 15.30 Uhr über die Brücke, um Slavonski Brod zu erobern. Doch die kroatische Polizei trieb sie auf die andere Seite zurück. Seitdem hat der Krieg in Bosnien 40 000 Menschenleben gekostet.

    Die Brücke von Slavonski Brod nach Bosanski Brod ist im Nordabschnitt die letzte Verbindung zwischen Kroatien und Bosnien. Allein in der zweiten Juliwoche sind hier fast 100 000 Flüchtlinge durchgetreckt. Es gab Tage, da war die Menschenschlange vor der Brücke vier Kilometer lang. Alle anderen Save-Brücken sind zerstört. Wenn diese hier auch noch fällt, dann gibt es für eine Million Bosnier, die auf der Flucht vor der serbischen Soldateska sind, keinen Ausweg mehr.

    Die Save führt wegen der sommerlichen Hochtemperaturen zur Zeit weniger Wasser als sonst um diese Jahreszeit. Das hat der Strömung nichts von ihrer Wucht genommen. Anfang des Monats ist flußabwärts ein Floß gekentert, mit dem mehrere Dutzend Menschen den Fluß überqueren wollten. Dabei kamen die meisten von ihnen ums Leben.
    Zwischen Bosanski und Slavonski Brod sind in den vergangenen Wochen auch junge Männer bei dem Versuch ertrunken, sich schwimmend dem Wehrdienst zu entziehen. Die Wachen an der Brücke lassen nur Frauen, Kinder und Greise passieren. Alle Männer zwischen 18 und 60 Jahren sind wehrpflichtig. Dabei nehmen es die Kroaten mit der Blockade wesentlich genauer als die Bosnier.

    Die Aussichtslosigkeit der Lage drückt sehr auf die Wehrbereitschaft. Die gegnerische Artillerie steht tief gestaffelt drei bis zehn Kilometer östlich von Bosanski Brod auf höhergelegenem Terrain. Die Serben haben wirklich ideales Schußfeld. Und nahezu unbegrenzte Mengen Munition. Manchmal ist den ganzen Tag über Ruhe. Dann prasselt wieder stundenlang Feuer aus allen Rohren auf die Zwillingsstadt an der Save. Meist ziemlich ungezielt, dafür aber enorm flächendeckend. Keiner weiß, was sie - mal abgesehen von der Brücke - hier überhaupt noch kaputtmachen wollen.

    Am rechten Flußufer ist kein einziges Haus mehr unbeschädigt. Die Läden sind geschlossen. Nur eine Bäckerei arbeitet noch. Überall kokelnde Müllberge, ausgebrannte Autos, aufgerissene Dächer, alles eingehüllt in ekelhaften feuchten Brandgeruch. Das Postamt ist besonders schwer mitgenommen. Vor zwei Wochen hat ein Munitionslager in einem Schuppen gleich nebenan einen Volltreffer abgekriegt. Dabei flog eine Wagenladung Gewehrpatronen in die Luft.
    Am Mittwoch vorletzter Woche schlug eine Granate drüben im Sportstadion von Slavonski Brod ein, in dem 3000 Frauen, Kinder und alte Männer Quartier bezogen hatten. Die Wirkung war verheerend: Es gab 12 Tote und mindestens 60 Verletzte. Das Stadion wurde eilig geräumt, die Flüchtlinge wurden nach Nasice, 30 Kilometer vor der Stadt, gebracht.

    Die serbische Konquista hat diese letzte Enklave bislang verschont, weil sie als Austrittsventil für die Flüchtlingsströme dient. Doch das Ende ist abzusehen. "Wir rechnen täglich mit dem entscheidenden Großangriff", sagt Joze Metar, ein bosnischer Elektroingenieur aus Paris, der unbefristeten Urlaub genommen hat, um bei der Verteidigung Bosniens zu helfen.

    Joze macht sich nichts vor. "Unsere Lage ist sehr, sehr schlecht." Um nicht zu sagen aussichtslos. Joze gehört zu den Privilegierten, die wenigstens zurückschießen können, wenn es richtig losgeht.
    Die Mehrzahl der Verteidiger von Slavonski Brod sind waffenlos. Sie sollten sich Gewehre beim Feind holen, hieß es in einem Tagesbefehl der Armeeführung. "Aber selbst wenn wir zehnmal mehr Leute hätten als die anderen, wären wir immer noch unterlegen", sagt Tadj Stanic aus Odzak, der hier als Stadtkommandant amtiert. "Die Serben haben Panzer, Kanonen und Flugzeuge."

    Tadj Stanic hat etwa 4000 Soldaten unter seinem Kommando. Vorwiegend Soldaten ohne Waffen. Die meisten haben zur Selbstverteidigung nicht viel mehr als Fäuste, Dachlatten und Brechstangen, dazu selbstgemachte Schutzschilde aus plattgehämmerten Kotflügeln, von denen sie hoffen, daß sie die feindlichen Kugeln abhalten werden.
    Die Banditen, wie sie sich in derber Selbstironie nennen, kampieren seit Wochen in einer festgefahrenen Karawane aus Hunderten von Autos und Traktoren an der Ausfallstraße nach Modrica. Sie spielen Karten, kochen Tee in Konservenbüchsen, basteln primitive Hieb- und Stichwaffen und hoffen, daß der Krieg bald vorbei ist. Ein paar Frauen aus Slavonski Brod sind auch dabei. Sie dürfen einmal täglich ihre Männer besuchen.
    Mit im Treck stecken auch fünf Löschzüge aus Odzak. Die Feuerwehrleute haben sie im letzten Moment aus der Stadt geholt, bevor die serbischen Tschetniks einrückten. Ein Fahrer von der Müllabfuhr hat seine Familie in einem geklauten Müllwagen aus der Stadt geschafft.

    Vor der Post unten an der Brückenauffahrt machen junge Männer in Zivil Molotow-Cocktails aus Cola-Flaschen und Benzin. Flaschen gibt es genug. Aber es fehlt an passendem Sprit. Die Laster und Trecker haben fast alle Dieselmotoren. Und Diesel brennt nicht so gut wie Benzin.
    "Warum greift der Westen nicht endlich ein wie in Kuweit?" fragt Zoran Baric, ein Lehrer aus Tuzla, den der Zufall hierher gespült hat. "Ist die Sache der Bosnier weniger gerecht als die der Kuweiter?"
    Die Europäer führten sich auf wie ein Passant, der zu einem Raubüberfall dazukommt. "Jedesmal bevor er dem Opfer ein Pflaster auf eine Wunde klebt, bittet er den Räuber um Erlaubnis. Und nach jedem neuen Pflaster schlägt der Räuber wieder zu."

    Zoran Baric macht im Gegensatz zu den meisten anderen kein Hehl daraus, daß er kein Interesse an der Vaterlandsverteidigung hat. Beim Kampf um Tuzla hat er seinen einzigen Sohn verloren. Er will leben, und er haßt den Krieg, ganz egal, wer recht oder unrecht hat.
    Die Tschetniks wüten wie die Hunnen. Beim Sturm auf Odzak brachten sie über 500 Menschen um, obwohl die Stadt sich kaum verteidigt hatte.
    Vielen Gefangenen schnitten sie einfach die Hälse durch. Gottlob konnten wenigstens die knapp 1000 Schwerverletzten aus dem Lazarett rechtzeitig aus der Stadt geschafft werden. Zoran hofft nur, daß die Kroaten die Brücke aufmachen, wenn die Halsabschneider kommen.
    Der Krieg hat überall Familien auseinandergerissen. Die kroatische Regierung ist bemüht, Frauen und Kinder aus der Kriegszone fortzuschaffen. Von den Bereitschaftssoldaten in Bosanski Brod wissen die wenigsten, wo ihre Angehörigen geblieben sind. Hauptsache, sie sind erst mal in Sicherheit. Irgendwann wird man sich wiederfinden. Vielleicht in Kroatien oder in Österreich oder in Deutschland - nur in Bosnien ganz sicher nicht.

    Sein 75 Jahre alter Vater, den Zoran im Beiwagen seines Motorrades mitgeschleppt hat, lebt vermutlich jetzt in einem Flüchtlingslager drüben auf der anderen Seite. "Wenn er überhaupt noch lebt", sagt Zoran. Sein Vater sei hilflos und senil. Er könne nicht einmal allein essen.
    Der alte Mann hatte nicht begriffen, was um ihn herum geschah. Er sprach zum Schluß immer nur von seiner Katze, die in Tuzla hatte zurückbleiben müssen. Er hatte ihr für zwei Tage Milch und Brot dagelassen. Er würde ja sicher bald zurück sein.
    Der alte Mann weiß nicht, daß Zoran die Katze mit einer Kohlenschüppe erschlagen hat, um sie vorm Verhungern zu bewahren.

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  1. 17.04.2012, 19:10

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