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Ein heiliger Krieg um heilige Erde

Erstellt von kapsamun, 10.01.2008, 15:35 Uhr · 42 Antworten · 2.396 Aufrufe

  1. #1

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    Ein heiliger Krieg um heilige Erde

    Kann das serbische Volk dieser komplexen Ideologie jemals entschwinden?


    Ein heiliger Krieg um heilige Erde
    Serbien und seine orthodoxe Kirche verharren im nationalistischen Kosovo-Fieber – Dessen Ursache ist der Mythos um das Amselfeld
    DT vom 10.01.2008

    Von Stephan Baier

    Als Serbiens Ministerpräsident Vojislav Kostunica in der Vorwoche seine Weihnachtsgrüße an „Seine Heiligkeit, den serbischen Patriarchen Pavle, die Bischöfe, den Klerus, die Mönche und alle Gläubigen der Serbisch-Orthodoxen Kirche“ richtete, wollte er das heißeste politische Thema der serbischen Innenpolitik nicht umgehen. „Unsere Familien kommen zusammen, um Weihnachten zu feiern, das freudvollste der christlichen Feste. Unsere Gedanken und unsere Herzen aber werden in den Häusern der Serben in Kosovo-Metohija, der gemeinsamen Wiege der serbischen Nation, sein“, schrieb Kostunica in seinen Grüßen zum orthodoxen Weihnachtsfest, das am vergangenen Sonntag gefeiert wurde. „Wir können die Zukunft unseres Landes nur auf wahren Werten und Tugenden, auf Gerechtigkeit und Respekt vor den Rechten anderer aufbauen, aber ohne die Selbstachtung zu vergessen und die Verteidigung der Rechte des serbischen Volkes und unserer Heimat.“
    Es geht um die Seele Serbiens und die Wiege seiner Kultur
    Patriarch Pavle und die serbisch-orthodoxen Bischöfe wussten genau, was gemeint war. In seiner von den Bischöfen des Heiligen Synods Serbiens unterzeichneten Weihnachts-Enzyklika schlug Pavle noch deutlichere Töne an: „Heute grüßen wir besonders unsere Brüder und Schwestern in Kosovo-Metohija und wir beten zum göttlichen Christkind, dass es sie beschütze und darin stärke, ihr Kreuz zu tragen, das von den Mächtigen dieser Welt auf ihre schwachen Schultern geladen wurde.“ Serbiens Bischöfe beließen es nicht dabei, die Kosovo-Serben mit dem das Kreuz tragenden Christus zu vergleichen: Kosovo sei „unser heiliges Land, das Herz und die Seele des serbischen Volkes, unser geistliches Bethlehem und die Wiege unserer Kultur“.
    Nun aber würden „die Mächtigen dieser Welt das Los werfen um unser heiliges Land“ und „unsere Gefühle und unsere Würde schmählich beleidigen“. Weiter politisieren die Bischöfe: „Im Namen ihrer Interessen auf dem Balkan und in Europa, und indem sie alle Normen des internationalen Rechts, auf denen die Welt heute beruht, mit Füßen treten, wollen sie dem serbischen Volk seine Wiege entreißen, seine Seele und sein Herz, welche für allezeit in Kosovo-Metohija bleiben werden. Mögen all diejenigen, die fortwährend die Normen des göttlichen und menschlichen Rechts brechen, insbesondere die Rechte des serbischen Volkes auf die Wiege seines Vaterlands, innehalten und darüber nachdenken.“
    Diese Mischung aus nationalem und religiösem Pathos zeigt, wohin die Identifikation von Kirche und Nation die serbische Orthodoxie geführt hat. Paradoxerweise kann man dafür teilweise sogar die osmanische Herrschaft verantwortlich machen, die den serbischen Patriarchen als Ansprechpartner für die orthodoxen Serben betrachtete, wie sie den Patriarchen von Konstantinopel als Sprecher der orthodoxen Griechen sah. Fatal ist diese Identifikation, weil sie Religion und Glaube in einer politischen Frage für die Interessen einer Konfliktpartei instrumentalisiert. In dieser Sichtweise geht es nicht um unterschiedliche Interessen, die zu einem Ausgleich gebracht werden können, sondern um heilige Kriege zwischen Gut und Böse.
    Die im Serbischen übliche Benennung des umstrittenen Gebiets als „Kosovo-Metohija“ bezeichnet übrigens nicht zwei Regionen. „Metohija“ heißt Kirchengut oder Land der Kirche und soll das Kosovo als heilige Erde qualifizieren. Dieser Propaganda dient auch eine Broschüre des Serbischen Kosovo-Ministeriums, in der es heißt: „Die Serben identifizieren sich mit einem kleinen Stück Land – einem geheiligten Land, das ihre Spiritualität und ihr Opfer symbolisiert.“ Kosovo sei der Geburtsort der serbischen Nation, der Schauplatz glorreicher Schlachten und für die Serben „ihr Jerusalem und ihr Alamo in einem“. Das Ministerium preist einen „Kult des Kosovo“, dessen zentrale Themen „die Loyalität zur Familie und zur Nation, die Notwendigkeit des Kampfes gegen die Tyrannei, das Ideal des heroischen Selbstopfers, die Vergeblichkeit des Verrats und die Gewissheit der Auferstehung“ seien.
    Man muss weit zurückgehen in der Geschichte Serbiens, um diesen Mythos – und damit die Tragik des Kosovo-Konflikts – zu verstehen. Vor 619 Jahren kam es auf dem Amselfeld, dem Kosovo polje bei Pristina, zu einer großen Schlacht zwischen den Truppen des osmanischen Sultans und jenen des mittelalterlichen Serbien. Dieser Kampf am „Vidovdan“ (Sankt-Veits-Tag) des Jahres 1389 endete mit der totalen Niederlage der Serben, der Enthauptung des Fürsten Lazar und der Zerschlagung des serbischen Reichs.
    Doch bald überlagerte der Mythos – etwas, was niemals war und immer sein wird – die historischen Fakten. Aus dem Meuchelmörder Obilic, der sich als Überläufer ins gegnerische Lager einschlich und Sultan Murad erdolchte, wurde ein heroischer Ritter. Die Niederlage wurde theologisch verklärt: Das „Testament vom Kosovo“ erzählt, der Prophet Elias sei in Gestalt eines grauen Falken aus Jerusalem gekommen, um Fürst Lazar vor die Wahl zwischen Sieg und Niederlage, zwischen einem irdischen und dem himmlischen Reich zu stellen. Lazar wählte das himmlische und nahm den Untergang des irdischen Serbien als religiös gerechtfertigten Opfergang auf sich.
    „Alles war würdig und gerecht, wie es die göttliche Vorsehung gewollt hatte“, schließt das Epos. Lazar wird in der nationalen Mythologie zum Märtyrer, das Volk der Serben zum „Volk des Himmels“ (nebeski narod). Zahlreiche Mythen ranken sich um die Niederlage: Sie berichten von dem „Mädchen vom Kosovo“, das die verwundeten Helden auf dem Schlachtfeld mit kühlem Wasser und goldenem Wein versorgt, von schwarzen Raben, die der Fürstin vom Untergang berichten, von den zwei Meter hohen Kerzen im Kloster Decani, die erst zu entzünden sind, wenn Kosovo gerächt ist, von wundersamen Heldentaten.
    Nicht nur die serbisch-orthodoxe Kirche pflegte die Glorifizierung und Theologisierung der geschichtlichen Niederlage als „Serbiens Golgotha“. Politische Machthaber griffen erfolgreich auf den Mythos zurück und instrumentalisierten ihn. Slobodan Milosevic verdankte seinen politischen Aufstieg einem Auftritt am „Vidovdan“ des Jahres 1989 auf dem Kosovo polje. Unter den Klängen serbischer Kampflieder rief er der Masse zu: „Heute, sechs Jahrhunderte später, befinden wir uns wieder im Kampf und stehen vor neuen Kämpfen.“ Anders als der Westen, der noch jahrelang die Augen verschließen sollte, verstanden die Kosovo-Serben genau, dass ihnen hier ein neuer Führer geboren war, der sie – wie Fürst Lazar – in neue blutige Schlachten führen wollte. In neue Niederlagen, wie sich später zeigte.
    Kein Bedauern über Umgang mit den Kosovo-Albanern
    Auch Radovan Karadzic, der noch immer flüchtige Hauptverantwortliche für die Gemetzel in Bosnien, machte sich den Kosovo-Mythos zu eigen. Zum Weihnachtsfest 1994 schrieb er: „Serbien ist Gotteswerk, ist der Fels, an dem Imperien, Weltordnungen und -unordnungen zerbrechen. Indem Serbien besteht, ist Serbien groß. Seine Größe misst sich an dem Hass seiner Feinde ...“
    Das staatliche „Kosovo-Ministerium“ schließt daran an, wenn es heute gegen die angeblich verräterischen Albaner – die im Kosovo 90 Prozent der Einwohner ausmachen – hetzt und ihnen Kollaboration mit allen geschichtlichen Feinden Serbiens vorwirft. Kein Wort der Distanzierung von Milosevic und seinen Untaten, kein Wort des Bedauerns für die jahrzehntelange Unterdrückung und den versuchten Völkermord an den Kosovo-Albanern. Das Ministerium referiert nur, was den Kosovo-Serben von Albanern angetan wurde, schürt den Mythos, dass Serbien neuerlich ein Opfer der Mächtigen werde und bezeichnet Serbien als „natürlichen Führer in der Region“. Darum mussten all die bemühten Kosovo-Verhandler scheitern: Weil es nichts zu verhandeln gibt, wo jeder Kompromiss zum Verrat erklärt und jeder Untergang als heroisches Selbstopfer gefeiert wird


    Die Tagespost - Ein heiliger Krieg um heilige Erde

  2. #2
    Avatar von meko

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    Doch bald überlagerte der Mythos – etwas, was niemals war und immer sein wird – die historischen Fakten. Aus dem Meuchelmörder Obilic, der sich als Überläufer ins gegnerische Lager einschlich und Sultan Murad erdolchte, wurde ein heroischer Ritter. Die Niederlage wurde theologisch verklärt: Das „Testament vom Kosovo“ erzählt, der Prophet Elias sei in Gestalt eines grauen Falken aus Jerusalem gekommen, um Fürst Lazar vor die Wahl zwischen Sieg und Niederlage, zwischen einem irdischen und dem himmlischen Reich zu stellen. Lazar wählte das himmlische und nahm den Untergang des irdischen Serbien als religiös gerechtfertigten Opfergang auf sich.



    für einige user ist er aber der größte held!


    guter bericht

  3. #3
    Avatar von Jet Li

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    Interesannt einen Mythos mit einer Niederlage zu erklären. Was soll's wir werden bald unseren Staat haben und fertig

  4. #4
    Avatar von CHIKA

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    hier sind wohl auch alle von serben-hasser syndrom befallen! ...ihr braucht mal urlaub!

  5. #5

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    479
    Zitat Zitat von CHICA Beitrag anzeigen
    hier sind wohl auch alle von serben-hasser syndrom befallen! ...ihr braucht mal urlaub!

    Hallo Chica

    Tut mir leid für dich, dass du nicht fähig bist zu deiner Kultur zu stehen und gleichzeitig deine kultur auch kritisch zu betrachten.

    IN vielen Themn wird etwas in Serbien thematisiert, was so, in dieser Form nicht gut war, und zu schlechten Folgen führte.


    Und du setzt dich in diesen Stuhl selber, anstatt dass du dich davon distanziert.

    Ich hasse keine Serben noch Serbien, wie kommst du drauf?

  6. #6
    Gast829627
    Zitat Zitat von kapsamun Beitrag anzeigen
    Hallo Chica

    Tut mir leid für dich, dass du nicht fähig bist zu deiner Kultur zu stehen und gleichzeitig deine kultur auch kritisch zu betrachten.

    IN vielen Themn wird etwas in Serbien thematisiert, was so, in dieser Form nicht gut war, und zu schlechten Folgen führte.


    Und du setzt dich in diesen Stuhl selber, anstatt dass du dich davon distanziert.

    Ich hasse keine Serben noch Serbien, wie kommst du drauf?

    weise worte eines primitiven geistesgestörten,......ihr könnt uns serben alle mal an den eiern kratzen

  7. #7

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    12.080
    Kosova war, ist und wird auch immer albanisch sein.

  8. #8
    Gast829627
    Zitat Zitat von KoSova-KuSho Beitrag anzeigen
    Kosova war, ist und wird auch immer albanisch sein.

    und dein pimmel immer jungfrau

  9. #9

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    ja aber dein asshole nicht mehr hehe

  10. #10

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    Zitat Zitat von Legija Beitrag anzeigen
    weise worte eines primitiven geistesgestörten,......ihr könnt uns serben alle mal an den eiern kratzen


    Woher nimmst du die moltivation mich zu beleidigen? Wohl aus der unfähigkeit der Konfrontation mit dem Thema?

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