Zitat Zitat von LordVader Beitrag anzeigen
Ich glaube dieses Heimatverbundeinheitsgefühl wird von den in der Dijaspora-Kindern vielfach idealisiert. Wie läuft das denn ? Man ist das ganze Jahr in seiner angestammten Heimat, dann kommt der Urlaub und man fährt sorgenfrei runter. Im Sommer ist schön Party, die eigenen Taschen gut gefüllt. laue Sommernächte in den schönen Landschaften. Dieser Eindruck täuscht dann über die Probleme des Landes hinweg. Da schlage ich vor: 1-2 Jahre dort "unten" zu verbringen, mit dem Gehalt und den Problemen der Leute. Gerade die erste Dijaspora-Generation hat vielfach den Fehler gemacht, jahrzehnte lang physisch in Deutschland und psychisch in der Heimat "unten" zu leben. Man lebt in der Zeit in der man das Land verlassen hat und wird nicht selten mit schnorrenden Verwandten (Fachwort: Interesdzije) konfrontiert.

Was diese Fremder / Tourist Nummer angeht: Egal ob Kroatien, Bosnien oder Serbien. Die Dijaspora wird unten mehr oder weniger offen gehasst. "Man" ist der "Baustelac", der Affe der den reichen die Klo´s putzt oder am Fließband steht. Die Dijaspora selbst liefert nicht selten genug Anlass: Da wird der geleaste Mercedes ins Dorf gefahren, die Diajspora-Mutti hat im Vorfeld schön fett Gold angelegt damit alle sehen: Die haben es zu etwas gebracht. Und die Dijaspora-Kids lassen sich über alles aus, weil es kein Internet gibt und auch ansonsten vieles irgendwie Scheiße ist.

Insofern gilt für mich: Heimat ist da wo meine Freunde sind, wo die Menschen leben mit denen ich meine Zeit verbringe. Heimat ist der alte Opa dem ich täglich in meiner Straße begegne und der mir erzählt das es seinem Hund zu Ende geht . Heimat ist die kleine Cappuchino-Bar des Italieners, wo ich morgens vor der Arbeit meinen Capu abhole und die Tante schon beim reinkommen weiß, wie ich meinen Kaffee trinke. Heimat ist der Stammtisch im Tennisclub, wo ich mit den Opa´s ein Pils trinke und die mich schon kennen als ich noch ein Stöpsel war. Heimat wird sein, wo meine Kinder aufwachsen, zur Schule gehen, ihre Erste Liebe erleben, heiraten und dann selber Kinder kriegen.

Das Land "da unten" ist nicht meine Heimat, sondern von dort kommen meine Eltern, da habe ich Verwandte. Dieses Land werde ich meinen Kindern zeigen, ihnen erklären wo sie ihren Ursprung haben und ihnen diese Sprache auch beibringen. Sie werden dieses Land lieben, die Einwohner kennenlernen, respektieren und achten. Aber ihre Heimat wird das nicht sein, denn Heimat können sie es nur dann nennen, wenn sie alle Höhen & Tiefen, alle Vorzüge und Probleme dieses Land auf der eigenen Haut spüren. Wenn sie sich aktiv in die Gesellschaft unten einbringen....

Dazu reicht der Sommerurlaub nicht aus....

Insofern: Es ist nicht wichtig was jemand zu Dir sagt (Ausländer, Fremde), sondern wer. Meine Heimat ist hier, am Rhein, in einem Land was Deutschland heisst.
Mehr verallgemeinern kann man echt nicht.