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Hoher Repräsentant in Bosnien gegen Serbenführer

Erstellt von Emir, 08.07.2010, 02:03 Uhr · 20 Antworten · 1.422 Aufrufe

  1. #1
    Emir

    Hoher Repräsentant in Bosnien gegen Serbenführer

    Im Interview reagiert der Hohe Repräsentant in Bosnien, der Österreicher Valentin Inzko, scharf auf Angriffe des bosnischen Serbenführers Dodik und spricht über den Traum einer europäischen Perspektive für Bosnien.

    „Die Presse“: In einem am Montag in der „Presse“ erschienenen Interview sagt Milorad Dodik, der Premier der Republika Srpska, des serbischen Landesteils von Bosnien: „Es wäre das Beste, Bosnien aufzulösen.“


    Valentin Inzko: Das ist eine typische Aussage von Milorad Dodik, wo er wieder einmal seine Kompetenzen überschreitet – das ist sein Lieblingsspiel.
    Die Bemerkung, dass Sie das nicht freuen würde, kommentierte er so: „Herr Inzko wird schon bald nach Hause zurückkehren.“
    Inzko: Ob ich nach Hause fahre oder nicht, ist nicht Herrn Dodiks Sache, sondern wird vom Lenkungsausschuss des Friedensimplementierungsrates entschieden. Mein Vertrag wurde übrigens erst vor Kurzem verlängert. Wenn Herr Dodik sich so sehnlichst wünscht, dass das Büro des Hohen Repräsentanten geschlossen wird, dann soll er doch endlich dazu beitragen, dass dieses Amt überflüssig wird. Der beste Beitrag wäre die Erfüllung folgender Ziele: beispielsweise eine korrekte Aufteilung des Staatsvermögens zwischen den Entitäten sowie eine korrekte Aufteilung der militärischen Mittel.

    Fürchten Sie, dass der Ton zu den Wahlen im Oktober hin noch schriller wird?
    Inzko: Das ist zu befürchten. Ich werde jedenfalls für Mäßigung werben. Ab Ende August, Anfang September wird der Ton sicher rauer werden. Wir werden beobachten, welche Aussagen da fallen und bei Exzessen einschreiten.
    In Bosnien – aber nicht nur hier – werden vor Wahlen vor allem die Unterschiede zwischen den einzelnen Gruppen hervorgehoben. Wenn wir zwischen den einzelnen Ethnien vielleicht ein Prozent Unterschied haben, dann konzentrieren sich die Politiker nicht auf die 99 Prozent der Gemeinsamkeiten, sondern auf dieses eine Prozent der Unterschiede. Das ist sehr schade, man muss ja nach den Wahlen alles wieder kitten. Man muss mit den Menschen, die man im Wahlkampf angegriffen hat, wieder zusammenarbeiten. Da wird viel Porzellan zerschlagen. Ich hoffe, dass die Regierungsparteien, die in den vergangenen vier Jahren sehr wenig getan haben, jetzt in den letzten Monaten vor der Wahl beweisen, dass sie doch handlungsfähig sind und dass sie Parteien sind, die man wieder wählen könnte.

    Die Politikverdrossenheit in der Bevölkerung ist in Bosnien sehr hoch, vor allem unter jungen Menschen.
    Inzko: Ich hoffe, dass die Bevölkerung bei den Wahlen im Oktober die eigenen Politiker auf den Prüfstand stellt. Wer hat ein vernünftiges Wirtschaftsprogramm? Wer hat ein Programm für Europa? Wer vertritt Anstand und Ehrlichkeit? Wer kämpft gegen die Korruption? Die Bevölkerung kann Politiker, die die letzten vier Jahre nicht erfolgreich waren, die keine Ergebnisse geliefert haben, die ihre Versprechen nicht eingehalten haben, abwählen. Darum werde ich die Bürgerinnen und Bürger vor den Wahlen bitten, dass sie vom Wahlrecht Gebrauch machen.

    Sie haben einmal vom Traum einer europäischen Perspektive für Bosnien spätestens 100 Jahre nach dem Attentat auf den österreichischen Kronprinzen Franz Ferdinand und seine Frau Sophie in Sarajewo gesprochen.
    Inzko: Dazu gibt es keine Alternative. Bosnien kann kein isolierter Flecken sein, rund um den sich Europa weiterentwickelt, während Bosnien stehen bleibt. Im Jahr 2014 werden die Bosnier genau wissen, wann sie Mitglied sein werden, die Perspektive wird völlig klar sein. Zum 100. Jahrestag der Beendigung des Ersten Weltkriegs, am 11.November 2018, sollte Bosnien dann spätestens Mitglied der EU sein.
    Wie kann dieser Traum verwirklicht werden?
    Inzko: Wir brauchen Stabilität, Souveränität und Integrität des Staates. Das sind Rahmenbedingungen, die ein günstiges Klima für Investitionen und für eine demokratische Entwicklung schaffen. Vor allem würde ich mir auch wünschen, dass sich die Talente und Begabungen der Menschen hier in Bosnien entfalten könnten. Gerade was die Menschen hier betrifft, geben mir manche Entwicklungen Anlass zur Hoffnung. Ich denke etwa an bosnische Rückkehrer, die aus Australien, Norwegen, Deutschland oder Österreich zurückkommen, um sich in Bosnien eine Existenz aufzubauen. Das Ziel Europas muss eine friedfertige, aufblühende Region sein. Denn der Krieg in Bosnien war auch ein europäischer Krieg. Und Friede und Prosperität in Bosnien bedeuten auch Friede und Prosperität für Europa.




    Hoher Repräsentant in Bosnien gegen Serbenführer DiePresse.com

  2. #2
    Avatar von Serbian Eagle

    Registriert seit
    09.06.2009
    Beiträge
    15.715
    Bin mal echt gespannt, wann es in Bosnien mal bergauf geht.

  3. #3
    Emir
    Zitat Zitat von Serbian Eagle Beitrag anzeigen
    Bin mal echt gespannt, wann es in Bosnien mal bergauf geht.

    Mit den Politikern sowieso nicht obwohl man so Vorteile ziehen könnte ....

  4. #4
    Fan Noli
    Zitat Zitat von Emir88 Beitrag anzeigen
    Im Interview reagiert der Hohe Repräsentant in Bosnien, der Österreicher Valentin Inzko, scharf auf Angriffe des bosnischen Serbenführers Dodik und spricht über den Traum einer europäischen Perspektive für Bosnien.

    „Die Presse“: In einem am Montag in der „Presse“ erschienenen Interview sagt Milorad Dodik, der Premier der Republika Srpska, des serbischen Landesteils von Bosnien: „Es wäre das Beste, Bosnien aufzulösen.“


    Valentin Inzko: Das ist eine typische Aussage von Milorad Dodik, wo er wieder einmal seine Kompetenzen überschreitet – das ist sein Lieblingsspiel.
    Die Bemerkung, dass Sie das nicht freuen würde, kommentierte er so: „Herr Inzko wird schon bald nach Hause zurückkehren.“
    Inzko: Ob ich nach Hause fahre oder nicht, ist nicht Herrn Dodiks Sache, sondern wird vom Lenkungsausschuss des Friedensimplementierungsrates entschieden. Mein Vertrag wurde übrigens erst vor Kurzem verlängert. Wenn Herr Dodik sich so sehnlichst wünscht, dass das Büro des Hohen Repräsentanten geschlossen wird, dann soll er doch endlich dazu beitragen, dass dieses Amt überflüssig wird. Der beste Beitrag wäre die Erfüllung folgender Ziele: beispielsweise eine korrekte Aufteilung des Staatsvermögens zwischen den Entitäten sowie eine korrekte Aufteilung der militärischen Mittel.

    Fürchten Sie, dass der Ton zu den Wahlen im Oktober hin noch schriller wird?
    Inzko: Das ist zu befürchten. Ich werde jedenfalls für Mäßigung werben. Ab Ende August, Anfang September wird der Ton sicher rauer werden. Wir werden beobachten, welche Aussagen da fallen und bei Exzessen einschreiten.
    In Bosnien – aber nicht nur hier – werden vor Wahlen vor allem die Unterschiede zwischen den einzelnen Gruppen hervorgehoben. Wenn wir zwischen den einzelnen Ethnien vielleicht ein Prozent Unterschied haben, dann konzentrieren sich die Politiker nicht auf die 99 Prozent der Gemeinsamkeiten, sondern auf dieses eine Prozent der Unterschiede. Das ist sehr schade, man muss ja nach den Wahlen alles wieder kitten. Man muss mit den Menschen, die man im Wahlkampf angegriffen hat, wieder zusammenarbeiten. Da wird viel Porzellan zerschlagen. Ich hoffe, dass die Regierungsparteien, die in den vergangenen vier Jahren sehr wenig getan haben, jetzt in den letzten Monaten vor der Wahl beweisen, dass sie doch handlungsfähig sind und dass sie Parteien sind, die man wieder wählen könnte.

    Die Politikverdrossenheit in der Bevölkerung ist in Bosnien sehr hoch, vor allem unter jungen Menschen.
    Inzko: Ich hoffe, dass die Bevölkerung bei den Wahlen im Oktober die eigenen Politiker auf den Prüfstand stellt. Wer hat ein vernünftiges Wirtschaftsprogramm? Wer hat ein Programm für Europa? Wer vertritt Anstand und Ehrlichkeit? Wer kämpft gegen die Korruption? Die Bevölkerung kann Politiker, die die letzten vier Jahre nicht erfolgreich waren, die keine Ergebnisse geliefert haben, die ihre Versprechen nicht eingehalten haben, abwählen. Darum werde ich die Bürgerinnen und Bürger vor den Wahlen bitten, dass sie vom Wahlrecht Gebrauch machen.

    Sie haben einmal vom Traum einer europäischen Perspektive für Bosnien spätestens 100 Jahre nach dem Attentat auf den österreichischen Kronprinzen Franz Ferdinand und seine Frau Sophie in Sarajewo gesprochen.
    Inzko: Dazu gibt es keine Alternative. Bosnien kann kein isolierter Flecken sein, rund um den sich Europa weiterentwickelt, während Bosnien stehen bleibt. Im Jahr 2014 werden die Bosnier genau wissen, wann sie Mitglied sein werden, die Perspektive wird völlig klar sein. Zum 100. Jahrestag der Beendigung des Ersten Weltkriegs, am 11.November 2018, sollte Bosnien dann spätestens Mitglied der EU sein.
    Wie kann dieser Traum verwirklicht werden?
    Inzko: Wir brauchen Stabilität, Souveränität und Integrität des Staates. Das sind Rahmenbedingungen, die ein günstiges Klima für Investitionen und für eine demokratische Entwicklung schaffen. Vor allem würde ich mir auch wünschen, dass sich die Talente und Begabungen der Menschen hier in Bosnien entfalten könnten. Gerade was die Menschen hier betrifft, geben mir manche Entwicklungen Anlass zur Hoffnung. Ich denke etwa an bosnische Rückkehrer, die aus Australien, Norwegen, Deutschland oder Österreich zurückkommen, um sich in Bosnien eine Existenz aufzubauen. Das Ziel Europas muss eine friedfertige, aufblühende Region sein. Denn der Krieg in Bosnien war auch ein europäischer Krieg. Und Friede und Prosperität in Bosnien bedeuten auch Friede und Prosperität für Europa.




    Hoher Repräsentant in Bosnien gegen Serbenführer DiePresse.com
    Und wer kann Herrn Inzko in Bosnien abwählen?^^

  5. #5
    Emir
    Zitat Zitat von Fan Noli Beitrag anzeigen
    Und wer kann Herrn Inzko in Bosnien abwählen?^^
    niemand, da er in Bosnien ganz oben steht ... Kann Gesetze beschließen, abschaffen und Politiker aus den Ämtern werfen ...

    Baba aller Babas sogesehen ^^

  6. #6
    Fan Noli
    Zitat Zitat von Emir88 Beitrag anzeigen
    niemand, da er in Bosnien ganz oben steht ... Kann Gesetze beschließen, abschaffen und Politiker aus den Ämtern werfen ...

    Baba aller Babas sogesehen ^^
    Und der will den Leuten was von Demokratie beibringen.

  7. #7
    Avatar von Ravna_Posavina

    Registriert seit
    29.10.2009
    Beiträge
    7.028
    Zitat Zitat von Fan Noli Beitrag anzeigen
    Und der will den Leuten was von Demokratie beibringen.
    Demokratie funktioniert bei uns nicht. Diktatur mein Freund....ein neuer Tito muss her

  8. #8
    Emir
    Zitat Zitat von Fan Noli Beitrag anzeigen
    Und der will den Leuten was von Demokratie beibringen.

    Du verstehst nicht, er achtet nur darauf, das die sich an das Dayton Friedensabkommen halten. Ein Beispiel: Offiziere der bosnisch-serbischen Armee waren die höchsten Tiere, die hat er zum Beispiel entlassen.

    Dodik macht was er will, beschließt Gesetze die er so nicht beschließen kann und dann kommt der Wiener und erklärt es für ungültig.... deshalb wollen Ihn Leute wie Dodik weg haben

  9. #9
    Fan Noli
    Zitat Zitat von Emir88 Beitrag anzeigen
    Du verstehst nicht, er achtet nur darauf, das die sich an das Dayton Friedensabkommen halten. Ein Beispiel: Offiziere der bosnisch-serbischen Armee waren die höchsten Tiere, die hat er zum Beispiel entlassen.

    Dodik macht was er will, beschließt Gesetze die er so nicht beschließen kann und dann kommt der Wiener und erklärt es für ungültig.... deshalb wollen Ihn Leute wie Dodik weg haben

    Ich verstehe schon, aber dennoch ist es undemokratisch - das verstehst du anscheinend nicht.

  10. #10
    Emir

    Reden

    Zitat Zitat von Fan Noli Beitrag anzeigen
    Ich verstehe schon, aber dennoch ist es undemokratisch - das verstehst du anscheinend nicht.
    Am Ende, wenn man es dir erklärt verstehst du es, sehr merkwürdig ^^

    undemokaratisch .. hmmmm da fällt mir was ein

    Natürlich verstehe ich es nicht, du bist ja so klug

    Zitat Zitat von Fan Noli Beitrag anzeigen
    Und wer kann Herrn Inzko in Bosnien abwählen?^^

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