Ex-US-Sondergesandter: "Tragödie von Srebrenica nicht beendet, ehe Karazdic und Mladic in Haft sind"

Gab es ein Geheimabkommen zwischen Holbrooke und Radovan Karadzic? Der frühere Balkan-Gesandte der USA sagt: "Das ist vollkommener Unfug".

Sarajevo - Der frühere Balkan-Gesandte der USA, Richard Holbrooke, der 1995 das Friedensabkommen von Dayton vermittelte, hat bestritten, zur Beendigung des Bosnien-Krieges ein Geheimabkommen mit dem damaligen bosnisch-serbischen Präsidenten Radovan Karadzic geschlossen zu haben. "Das ist vollkommener Unfug", sagte er in einem Interview mit dem britischen Rundfunksender BBC. Auch bosnische Zeitungen berichteten über das Dementi Holbrookes.

Der US-Sonderbotschafter für Kriegsverbrechen, Pierre Prosper, wies Berichte, wonach die USA Karadzic im Falle einer freiwilligen Überstellung an das UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag Straffreiheit in Aussicht gestellt hätten, ebenfalls zurück.

Auf der Gedenkfeier zum zehnten Jahrestag des Massakers von Srebrenica am Montag hatte Holbrooke den Massenmord an beinahe 8000 muslimischen Männern und Jugendlichen als "Tragödie" bezeichnet, "die sich nie wiederholen darf". Diese sei jedoch erst dann beendet, wenn "Radovan Karadzic und Ratko Mladic festgenommen sind". Karadzic und sein Armeechef Mladic werden vom UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag für das Massaker verantwortlich gemacht.

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