[h1]Vor 13 Jahren ereignete sich das Massaker von Srebrenica[/h1]
[h2]Wie sich die Phrase der "humanitären Intervention" in der deutschen Außenpolitik etablierte[/h2]
Vor 13 Jahren: Massaker von Srebrenica, 20.06.2008 (Friedensratschlag)

Die PR-Kampagne von Ruder & Fin

Dieser verbalen Eskalation geht eine vorsätzliche PR-Kampagne der Nachrichtenagentur Ruder&Fin voraus, die seit 1992 die Public Relations für die bosnischen und kroatischen Präsidenten Izetbegovic und Tudjmann organisiert hat. In einem Interview von Jacques Merlino, dem stellvertretenden Direktor des Zweiten Französischen Fernsehens, mit dem ehemaligen Direktor der Nachrichtenagentur, James Harff, offenbart dieser bemerkenswerte Innenansichten. Auf die Frage, auf welche Leistungen er besonders stolz sei, antwortet er: "Daß es uns gelang, die jüdische Meinung auf unsere Seite zu ziehen. Dies war eine sensible Angelegenheit. (...) Präsident Tudjman war in seinem Buch ›Ödland der geschichtlichen Wirklichkeit‹ sehr leichtsinnig, denn wenn man sein Werk liest, könnte man ihn des Antisemitismus bezichtigen. In Bosnien war die Situation nicht besser: Präsident Izetbegovic unterstützt in seinem Buch ›Die islamische Erklärung‹ sehr stark die Bildung eines fundamentalistischen islamischen Staates. Abgesehen davon war die kroatische und bosnische Vergangenheit stark von einem wirklichen und brutalen Antisemitismus geprägt. Zehntausende von Juden kamen in den kroatischen Lagern um. All dies sprach dafür, daß Intellektuelle und jüdische Organisationen den Kroaten und Bosniern gegenüber feindlich eingestellt sein würden. Die Herausforderung für uns lag nun darin, diese Einstellung in ihr Gegenteil zu wenden. Und wir meisterten diese Aufgabe mit Bravour. Anfang August 1992 veröffentlichte New York Newsday einen Artikel über serbische Lager. Wir ergriffen diese Gelegenheit sofort. Wir überlisteten drei große jüdische Organisationen - die B'nai B'rith Anti-Defamation League, das American Jewish Committee und den American Jewish Congress. Wir schlugen vor, daß diese eine Annonce in der New York Times veröffentlichen und eine Demonstration vor der UNO organisieren. Das war ein großartiger Coup. Als die jüdischen Organisationen in das Spiel auf Seiten der moslemischen Bosnier eingriffen, konnten wir sofort in der öffentlichen Meinung die Serben mit Nazis gleichsetzen. (...) mit einem einzigen Schlag konnten wir nun die einfache Story von den guten und den bösen Jungs präsentieren, die sich ganz von alleine weiterspielte. Wir gewannen, weil wir auf die Beeinflussung des jüdischen Publikums setzten. Fast unmittelbar danach benutzten die Medien eine andere Sprache mit sehr emotionsgeladenen Begriffen, wie ethnische Säuberung, Konzentrationslager etc., Begriffe, die man mit Bildern aus Nazi-Deutschland und den Gaskammern von Auschwitz assoziiert. Niemand konnte sich mehr dagegen wenden, ohne des Revisionismus angeklagt zu werden. Wir hatten hundertprozentigen Erfolg."[11]

Vor 13 Jahren: Massaker von Srebrenica, 20.06.2008 (Friedensratschlag)