Genf. SDA/baz. Das Schicksal von mehr als 200 Vermissten im Kosovo ist nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) in den vergangenen drei Monaten geklärt worden. Insgesamt werden im Kosovo seit Januar 1998 noch mehr als 2700 Menschen vermisst. Die Identifizierung der Vermissten sei «ein Schritt vorwärts», erklärte der Leiter der operationellen Einsätze des IKRK für Südosteuropa nach einer Sitzung der Arbeitsgruppe über Vermisste in Pristina. Das teilte die humanitäre Organisation am Freitag in Genf mit.

«Doch dies ist erst der Anfang, es gibt noch viele Familien, die immer noch in Ungewissheit über das Schicksal ihrer Angehörigen leben», sagte Stamm. «Sie haben das Recht, Antworten auf ihre Fragen zu erhalten.» Das IKRK präsidierte die Arbeitsgruppe, die unter der Schirmherrschaft des UNO-Sonderbeauftragten für den Kosovo, Soren Jessen-Petersen, zusammentrat. Zwei Sitzungen hatten bereits im März 2004 und im März 2005 stattgefunden.

Die Delegationen aus Belgrad und Pristina haben laut Stamm an dem jüngsten Treffen zudem offiziell bestätigt, dass in ihrem Gebiet ausser den von Angehörigen und/oder dem IKRK besuchten Gefangenen im Zusammenhang mit den Ereignissen im Kosovo niemand mehr festgehalten werde. Stamm sagte weiter, es gebe Verbesserungen im Prozess der Exhumierung und Identifizierung sterblicher Überreste. Seit der letzten Sitzung der Arbeitsgruppe sei das Schicksal von mehr als 200 Vermissten geklärt und deren sterbliche Überreste den Angehörigen übergeben worden.