Valentin Inzko, Botschafter in Bosnien-Herzegowina, spricht sich für eine geeinte Kärntner Volksgruppe und gegen die Auflösung des Rates aus. Man solle künftig mit "einer Zunge sprechen", sagt der gebürtige Kärntner.









Ratsauflösung hätte Volksgruppe das "Rückgrat gebrochen"



Rat: Inzko hofft auf Neuanfang
Eine Auflösung des Rates der Kärntner Slowenen hätte großen Schaden für die gesamte Vertretung der Kärntner Slowenen bedeutet, sagte Inzko bei einem Kärnten-Besuch am Samstag.

Inzko wurde in Südkärnten geboren und zählt sich zur Volksgruppe. Eine Auflösung hätte ihn persönlich geschmerzt und das hätte auch Folgen gehabt, meint er: "Eventuell hätte das der Volksgruppe das Rückgrat gebrochen." Er freue sich, dass es nun einen Neuanfang geben wird, so Inzko.

Der Rat der Kärntner Slowenen stand kurz vor der freiwilligen Selbstauflösung, mit der man einer neuen Organsisation Platz machen wollte. In einer Abstimmung wurde dies abgelehnt, am 19. April soll ein neuer Vorstand gewählt werden.









Einigkeit bei essentiellen Belangen gefordert



"Mit einer Zunge sprechen"
Wichtig sei, dass die Volksgruppe künftig wieder "mit einer Zunge" spreche, meint Inzko im ORF-Interview. Er nennt das Beispiel Südtirol: "Auch in Südtirol gibt es verschiedene Strömungen, aber wenn es um Südtirol geht, sprechen alle mit einer Zunge." Wenn es um essentielle Belange geht, sollte es auch in Kärnten Einigkeit geben, etwa beim Art. 7, im Schulbereich und bei Medienangelegenheiten.













Inzko für "slowenisches Parlament"
Inzko schlägt ein slowenisches Parlament vor, in dem alle vereinsrechtlich registrierten Funktionäre, laut dem Botschafter sind das rund 840, wahlberechtigt sind. Oder jedes Jahr spricht ein anderer Vertreter von Rat, Gemeinschaft und Zentralverband für alle Kärntner Slowenen, sagt Inzko.

Noch wichtiger als das Organisatorische sei jetzt aber die Arbeit an der Basis, im Kultur- und Schulbereich und in den Gemeinden.

Inzko: Plädoyer für geeinte Volksgruppe - oesterreich.ORF.at