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Iran soll bezahlen

Erstellt von Yunan, 12.10.2011, 07:41 Uhr · 72 Antworten · 5.580 Aufrufe

  1. #1
    Yunan

    Iran soll bezahlen

    11.10.2011

    Vereiteltes Terror-Komplott

    Washington will Iran zur Verantwortung ziehen

    Von Marc Pitzke, New York



    US-Außenministerin Hillary Clinton: "Linie überschritten"
    Skrupellose Drahtzieher, mexikanische Auftragskiller, hochpolitische Anschlagsziele: Die US-Justiz will einen spektakulären Attentatsplan aufgedeckt haben. Iranische "Elemente" hätten den saudi-arabischen Botschafter in Washington ermorden wollen. Iran dementiert - dennoch drohen weitreichende Folgen.


    Der Schauplatz des geplanten Bombenattentats: ein Nobelrestaurant in Washington. Das Ziel: Adel al-Jubeir, der saudi-arabische Botschafter in den USA. Die Zahl der möglichen Todesopfer: bis zu 150.

    Ob das nicht doch zu viele unbeteiligte Leidtragende seien, soll einer der Komplizen erst gezögert haben. Darauf der Haupt-Drahtzieher: "Scheiß' auf sie."
    Dieser Dialog ist nur eine von vielen abenteuerlichen Szenen eines mutmaßlichen Terrorkomplotts "unter Führung iranischer Regierungselemente", das die US-Justiz vereitelt haben will. "Auch wenn sich das alles liest wie ein Hollywood-Drehbuch, die Folgen wären sehr real gewesen", sagte FBI-Direktor Robert Mueller, der am Dienstag mit Justizminister Eric Holder und dem New Yorker Bezirksstaatsanwalt Preet Bharara auftrat, um Details dieses Falls zu offenbaren.

    Die Staatsanwaltschaft klagte zwei Männer als Drahtzieher des Komplotts an: Manssor Arbabsiar, 56, einen US-Bürger mit doppelter Staatsbürgerschaft und iranischem Pass, und Gholam Shakuri, der als Mitglied der al-Quds-Brigaden bezeichnet wurde, einer Spezialeinheit der Revolutionären Garde (IRGC) Irans. Arbabsiar wurde bereits am 29. September am New Yorker Kennedy-Flughafen festgenommen und sollte noch am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt werden. Shakuri, der in Iran ansässig sei, sei flüchtig.

    Arbabsiar soll seine Mittäterschaft dem FBI zufolge gestanden haben. Er habe erklärt, von Männern rekrutiert, bezahlt und gesteuert worden zu sein, "die seines Wissens nach hochrangige Offiziere der al-Quds" gewesen seien.

    Der ursprüngliche Plan sei es gewesen, den Botschafter lediglich von Drogenhändlern entführen zu lassen. Später habe man sich aber darauf verständigt, "ein Restaurant, in dem der Botschafter verkehrt, in die Luft zu jagen". Zu den weiteren Zielen gehörte nach Informationen des Senders ABC News auch die israelische Botschaft in Washington.

    US-Außenministerin Clinton: "Linie überschritten"

    Schon zeichnet sich ein erhebliches politisches Nachspiel ab. "Die USA bestehen darauf, dass Iran für seine Handlungen zur Verantwortung gezogen wird", sagte Holder. "Die Anklage enthüllt ein tödliches Komplott unter Führung von Elementen der iranischen Regierung mit dem Ziel, einen ausländischen Botschafter auf US-Boden mit Sprengstoff umzubringen."

    Das war zwar ein klarer Fingerzeig in Richtung Teheran. Doch Holder verweigerte konkretere Angaben und ließ sich auch nicht darüber aus, wie weit die Verantwortung in Iran nach Erkenntnissen der US-Justiz gereicht habe.

    US-Außenministerin Hillary Clinton kündigte in einem Interview neue Sanktionen gegen Iran an. Durch das Komplott sei eine Linie überschritten worden - und Iran müsse dafür verantwortlich gemacht werden, sagte Clinton. International werde Teheran durch die geplanten Anschläge weiter isoliert.

    "Wir werden mit unserer Alliierten und Partnern zusammenarbeiten, um Iran eine Botschaft zu senden", sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter der "New York Times". "Wir tolerieren nicht, dass ausländische Diplomaten auf unserem Boden zur Zielscheibe werden." Das Weiße Haus habe den saudischen König Abdullah bereits vor zwei Wochen informiert.

    Iran: "Konstruiertes Szenario"

    Die iranische Führung wies die Vorwürfe zurück. Ein Berater von Präsident Mahmud Ahmadinedschad sprach am Dienstagabend von einem "konstruierten Szenario".

    Das geplante Attentat in einem Restaurant - für das ein "Honorar" von 1,5 Millionen Dollar ausgelobt worden sein soll - habe ein Massaker an "unschuldigen Amerikanern" in Kauf genommen, sagte New Yorks Bezirksstaatsanwalt Bharara. Darunter hätten sich auch US-Senatoren befinden können, die in jenem Lokal verkehrten. Den Namen des Restaurants nannte Bharara freilich nicht. Es hätten weitere Anschläge folgen sollen: "Dies wäre nur der erste Akt einer Serie tödlicher Angriffe gewesen."

    In der Tat präsentiert sich das mutmaßliche Komplott wie ein John-le-Carré-Thriller aus dem Kalten Krieg. Arbabsiar, Shakuri und andere "Mitverschwörer in Iran, inklusive der Quds-Brigaden" begannen nach Angaben des FBI im Frühjahr dieses Jahres mit der Planung.

    Killer beim mexikanischen Drogenkartell angeheuert

    Dazu habe sich Arbabsiar seit Mai mehrfach mit einem namentlich nicht genannten Mitglied eines gewalttätigen Drogenkartells in Mexiko getroffen - eine höchst ungewöhnliche, internationale Volte des Falls. Das Dumme: Dieses Kartellmitglied sei ein Informant der US-Drogenfahnungsbehörde DEA gewesen.

    Arbabsiar habe den Informanten und dessen mutmaßliche Komplizen "angeheuert", um den Botschafter umzubringen, erklärte das FBI kurz nach der Pressekonferenz. "Shakuri und andere Mitverschwörer waren sich des Plans bewusst und haben ihm zugestimmt", hieß es.

    Arbabsiar erkundigte sich der Anklage zufolge bei dem Informanten nach dessen "Kenntnis hinsichtlich Sprengstoffen" für einen Anschlag. Der Informant habe sich als Experte für C-4-Plastiksprengstoff ausgegeben. Daraufhin habe Arbabsiar dem Informanten "mehrere gewalttätige Missionen" in Aussicht gestellt.

    Der Informant forderte der Anklage zufolge für sich und vier "Mittäter" ein "Honorar" von 1,5 Millionen Dollar, dem Arbabsiar angeblich zugestimmt habe. Auch habe Arbabsiar versichert, er verfüge über "100.000 Dollar im Iran", die als Anzahlung für den Kauf des C-4 verwendet werden könnten. Die Summe habe Arbabsiar im August in zwei Raten überweisen lassen - auf ein Undercover-Konto des FBI.

    Der Informant habe Arbabsiar im Juli versichert, er habe den Botschafter bereits in Washington ausspähen lassen, hieß es weiter. Er habe aber vor massenhaften Todesfällen gewarnt, sollte es tatsächlich zu dem Anschlag in einem Restaurant kommen, das al-Jubeir öfters besuche. Daraufhin habe Arbabsiar gesagt: "Sie wollen den Typen ermordet haben, wenn Hundert mit ihm gehen, scheiß auf sie." Unschuldige Opfer seien "kein Problem".

    Ende September soll Arbabsiar erneut nach Mexiko geflogen sein, um die Übergabe des restlichen Geldes zu überwachen. Die mexikanischen Behörden verweigerten ihm jedoch nach FBI-Angaben die Einreise und setzen ihn in eine Maschine zurück nach New York City, wo er auf einen Flug zu seinem Ursprungsort umsteigen sollte. Dort sei er am 29. September festgenommen worden.

    US-Präsident Obama seit Juni informiert

    Arbabsiar soll den Angaben zufolge auch mit einem "Cousin" in Iran geprahlt haben, der ihn mit der Bluttat beauftragt habe. Dieser Cousin sei ein "wichtiger General" im Militär, der mit "Angelegenheiten außerhalb Irans befasst" sei und auch mit einem Bombenanschlag im Irak in Zusammenhang gestanden habe.

    Dass der Plan von Anfang an mit einem DEA-Informanten diskutiert worden sein soll, deutet darauf hin, dass die US-Regierung früh eingeweiht war. "Niemand war jemals in Gefahr", versicherte Holder. US-Präsident Barack Obama war nach Darstellung des Weißen Hauses schon seit Juni informiert.

    Am späten Dienstagnachmittag Washingtoner Ortszeit teilte das US-Finanzministerium mit, es habe die US-Vermögen der beiden Angeklagten sowie dreier weiterer an dem Komplott beteiligten Iraner eingefroren. Auch dürfen US-Staatsbürger nun keinerlei Kontakte mehr zu den Betroffenen halten. Neben Arbabsiar und Shakuri handele es sich dabei um folgende Personen:

    • Qasem Soleimani, ein Kommandeur der Revolutionären Garden. Seine US-Gelder waren zuvor schon wegen anderer Vorwürfe eingefroren worden, unter anderem wegen der Unterstützung des syrischen Regimes durch die IRGC.

    • Hamed Abdollahi, ein hochrangiges IRGC-Mitglied, der "Aspekte des Komplotts koordiniert" und andere al-Quds-Force-Mitglieder überwacht habe, "die direkt für die Koordination und Planung dieser Operation verantwortlich" gewesen seien.

    • Abdul Reza Shahlai, ein IRGC-Mitglied, das "diese Operation koordinierte".

    "Risiken für Banken, die mit Iran Geschäfte machen"

    "Der Iran hat erneut die al-Quds-Brigaden und das internationale Finanzsystem genutzt, um Vorhaben des internationalen Terrorismus zu verfolgen", erklärte Staatssekretär David Cohen. "Die finanziellen Transaktionen im Mittelpunkt dieses Komplotts offenbaren die Risiken für Banken und andere Institutionen, die mit Iran Geschäfte machen."

    "Dies war kein typischer Fall für uns", sagte FBI-Direktor Robert Mueller. Die Ermittlungen erstreckten sich demzufolge über Monate hinweg, die Anklage beruht unter anderem auf mitgeschnittenen Gesprächen und Telefonaten des Informanten mit Arbabsiar. Beteiligt waren zahlreiche US-Behörden - neben dem FBI, der DEA und der Staatsanwaltschaft unter anderem auch die New Yorker Joint Terrorism Task Force und das US-Außenministerium. Auch dankte Holder der mexikanischen Regierung "für ihre enge Koordination und Zusammenarbeit in der Sache" und bei der Festnahme Arbabsiars.

    "Die Details dieses Mordkomplotts sind gelinde gesagt schaurig", sagte Bharara. "Sie waren mehr als bereit, willens und in der Lage, ihren Plan auszuführen." Zum Glück sei dieser Plan aber aufgeflogen, "bevor er in Gang kam".

  2. #2
    Yunan
    Ist schon lustig... Hätte der Iran so eine Geschichte in Umlauf gebracht, und 1979 war so etwas ähnliches im Gange, nachdem der Schah gestürzt wurde, dann wäre es wieder als Spinnerei des Ajatollahs oder Achmadinedschads abgestempelt worden.

    Und wie sollen sie bezahlen, und wer eigentlich? Die Regierung? Oder ist das jetzt Grund genug, den Iranern pauschal eine reinzudrücken? Ist das jetzt mittlerweile Grund genug, in ein Land einzumarschieren oder gar Drohnenangriffe auf jenes zu starten?
    Wenn die USA das so sehen, dann sehe ich jeden Angriff auf amerikanische Basen oder ihr Festland ab sofort als legitim an.
    Was sich die Amis in Chile, Panama, Kolumbien, Venezuela, Kuba, auf dem afrikanischen Kontinent und eigentlich weltweit erlaubt haben, überschreitet jede Grenze und das sollte hart bestraft werden. Nicht irgendwelche Iraner, die von ihrer eigenen Regierung tyrannisiert werden.

  3. #3
    Avatar von kiko

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    Man muss jetzt auch den Iranern die Möglichkeit geben, sich dazu zu äußern.
    Oder wird es sofort als Humbug abgestempelt?
    Ein Hoch auf die westliche Pressefreiheit

  4. #4
    Avatar von kiko

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    Klingt wie ein neuer Blockbuster mit Chuck Norris in der Hauptrolle.

    Saudischer Botschafter in Washington: Iran soll Killer auf ihn angesetzt haben - taz.de

    Der Iran weiss alle Vorwürfe von sich. Damit ist klar, dass die Amis spinnen.

    Mir scheint so, als ob die Amis von ihren inneren politischen und wirtschaftlichen Problemen ablenken wollen. Denn seid 4 Wochen sind landesweit Menschen auf der Strasse die gegen Banken, Manager und Politiker protestieren.

  5. #5

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    Zitat Zitat von kiko Beitrag anzeigen
    Klar, warum nicht gleich einmarschieren...

  6. #6

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  7. #7

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    Zitat Zitat von kiko Beitrag anzeigen
    Klingt wie ein neuer Blockbuster mit Chuck Norris in der Hauptrolle.

    Saudischer Botschafter in Washington: Iran soll Killer auf ihn angesetzt haben - taz.de

    Der Iran weiss alle Vorwürfe von sich. Damit ist klar, dass die Amis spinnen.

    Mir scheint so, als ob die Amis von ihren inneren politischen und wirtschaftlichen Problemen ablenken wollen. Denn seid 4 Wochen sind landesweit Menschen auf der Strasse die gegen Banken, Manager und Politiker protestieren.

    Aus der Quelle:


    Der Plan, den die US-Ermittler vereitelt haben wollen, klingt so abenteuerlich, dass selbst der frühere Vorsitzende des 9/11-Ausschusses im US-Kongress, Ton Kean, ihn „überraschend und verrückt“ nennt. „Das macht keinen Sinn für mich“, sagte Kean in einem Interview mit dem Sender CNN. Nach bisher vorliegenden Informationen, sollen ein naturalisierter US-Bürger iranischer Abstammung, sowie mehrere Iraner Kontakt zu einem „Vertreter“ des mexikanischen Drogenkartells „Zetas“ aufgenommen haben, damit deren Killer Riads Botschafter in Washington, Adel Al-Jabeir, ermorden. Der Auftrag zu dem Sprengstoffattentat in einem Café im Washingtoner Stadtteil Georgetown habe ausdrücklich den Tod von mehr als 100 Unbeteiligten in Kauf genommen. 200.000 der insgesamt 1,5 Millionen Dollar Bezahlung seien bereits an den Auftragskiller überwiesen worden, heisst es in Washington.

    Ist euch schon Aufgefallen das keine Quelle über das Motiv des Anschlages spricht? Oder hab ich etwas überlesen?

  8. #8
    Avatar von Rocky

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    schon komisch das ganze..suchen die amis ein grund iran anzugreifen?

  9. #9
    Avatar von kiko

    Registriert seit
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    Zitat Zitat von Balboa Beitrag anzeigen
    schon komisch das ganze..suchen die amis ein grund iran anzugreifen?
    Ich verleihe dir den Preis als "Blitzmerker des BF"

  10. #10
    Avatar von BRZO

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    Drecks Hurensöhne soll dieser Drecks Staat Zerbrechen

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