BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Erweiterte Suche
Kontakt
BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Benutzerliste

Willkommen bei BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen.
Seite 1 von 4 1234 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 33

Islamischer Gelehrter will Weihnachten verbieten

Erstellt von Yunan, 23.12.2009, 18:45 Uhr · 32 Antworten · 1.816 Aufrufe

  1. #1
    Yunan

    Islamischer Gelehrter will Weihnachten verbieten

    Heiligabend-Attacke

    Islamischer Gelehrter will Weihnachten verbieten

    Von Volkhard Windfuhr, Kairo



    REUTERS

    Fernsehprediger Jussuf al-Kardawi: Einflussreicher Gelehrter wettert gegen Weihnachten
    Fatwa gegen das Weihnachtsfest: Ein erzkonservativer populärer Prediger hetzt gegen Christen und will ihnen das Feiern untersagen. Die islamischen Regierungen sind entsetzt bis pikiert, protestieren aber nicht - denn niemand wagt die direkte Konfrontation mit dem Idol der Massen.

    Scheich Jussuf al-Kardawi ist 83, wortgewaltig, und er hat Einfluss. In Doha, der Hauptstadt des Golfemirats Katar, führt der sunnitische Religionsgelehrte ein islamisches Forschungszentrum. Der Ägypter gilt als angesehenste "graue Eminenz" in der islamischen Welt, dessen Einschätzungen mehr Gewicht haben als die Meinungen der meisten Vertreter des offiziellen Islam - jetzt aber hat er sich einen Fauxpas geleistet, der ihm Probleme bereiten könnte.

    "Araber und Muslime dürfen keine Weihnachtsfeste mehr erlauben", wetterte er in einer Fatwa, einem islamischen Rechtsgutachten. Man müsse es den Christen in den islamischen Ländern verbieten. Denn solche Feste seien "haram", verstießen also gegen den islamischen Glauben.
    Und weiter: Kein Geschäft dürfe Weihnachtsbäume verkaufen - eine Praxis, die mit der Ausnahme von Saudi-Arabien in allen Teilen der islamischen Welt üblich ist. Er könne sich angesichts der Weihnachtstreibens in Doha fast fragen, in welcher Art von Gesellschaft man lebe, einer islamischen oder einer christlichen. "All diese Feiern der sogenannten Geburt von Jesus, des sogenannten Christmas!" Man feiere ja nicht mal die Geburt des Propheten Mohammed - "aber Christmas?" Und das, obwohl die Muslime anderswo den Bau von Minaretten verboten bekämen (siehe YouTube-Video).


    Der Scheich setzte seiner Tirade sogar noch einen drauf und spottete über die Christen, die sich auf kein bindendes Geburtsdatum Christi hätten einigen können. "Die westlichen Kirchenfeiern am 25. Dezember, die anderen am 7. Januar. Sie sind sich nicht einmal sicher, ob Jesus im Winter oder im Sommer geboren wurde", frotzelte der lange über alle Kritik erhabene Imam.

    Und auch jenseits von Weihnachten sähe der einflussreiche Prediger die Rechte der Christen gern beschnitten: "Kirchen dürfen keine Kreuze mehr tragen. Kirchenglocken dürfen auch nicht mehr läuten", forderte er weiter.

    Die Weihnachtsattacke des greisen Einpeitschers verheißt nichts Gutes. Kardawi verbreitet sein Gedankengut dank üppiger Geldspenden in allen islamischen Ländern - mit Ausnahme der schiitischen Islamischen Republik Iran. Denn er lehnt die schiitische Glaubensrichtung ab, was im Westen lange als Beweis einer gemäßigten Weltsicht missinterpretiert wurde. Dabei hatte der selbsternannte "Da'i li-Din-Allah" ("der zum Übertritt zum Islam Aufrufende") dieses Renommee schon vor über einem Jahrzehnt eingebüßt. Damals empfahl er Hindus und Buddhisten, aber auch Christen und Juden, die laut Koran besonderen Schutz genießen, ein Konvertieren zum Islam, wenn sie in den Himmel kommen wollen.

    Seinem Ansehen bei den Massen tat der gezielte Affront gegen Andersdenkende keinen Abbruch. Die oft scharfmacherischen religiösen Sermone festigten seinen Ruf weiter. Mit einer Anzahl radikalislamischer Anhänger hat er sich im bevölkerungsarmen, aber finanzstarken Golfstaat Katar niedergelassen, um nach eigenem Bekunden den "wahren Islam" zu predigen.

    "Am liebsten würden die Regimes das Problem aussitzen"

    Kardawis Meinung gilt etwas in der islamischen Welt - bis heute, wenngleich seine Nähe zu radikalen Imamen und seine prinzipielle Ablehnung eines friedlichen Ausgleichs mit Israel seine Gastgeber in Katar und in anderen arabischen Hauptstädten zunehmend misstrauisch machen. Noch lassen sie ihn gewähren. "Niemand will das Massenidol antasten", sagte ein Regierungssprecher in Kairo, der anonym bleiben wollte. "Am liebsten würden die Regimes das Problem aussitzen." Der in der arabischen Welt populäre Fernsehsender al-Dschasira jedoch ging merklich auf Distanz zu Kardawi, je ausfälliger seine politischen Kommentare gerieten.

    Um einen offenen Konflikt mit seinen Gastgebern in Katar und in Nachbarländern zu vermeiden, verzichtete der inzwischen zum Präsidenten der "Weltvereinigung der islamischen Religionsgelehrten" aufgestiegene Geistliche eine Zeitlang auf allzu provokative Anwürfe gegen seine politischen Gegner und Kritiker. Er verurteilte wie verlangt die Anschläge der al-Qaida - vertrat und vertritt aber weiterhin erzkonservative Ansichten. Zum Beispiel das Gedankengut der weltweit aktiven Muslimbruderschaft, welche die Errichtung eines islamischen Gottesstaates anstrebt, dem alle Länder der islamischen Welt beitreten sollen.

    Kardawi stichelte schon öfter gezielt. In Europa würden Muslime verfolgt, ihrer Rechte beraubt, behauptete er und dergleichen mehr.

    Viele Regierungen sehen Attacken auf Christen problematisch

    Die jetzige Attacke auf die Christen in der islamischen Welt aber ist töricht. Dafür gibt es einfach zu viele von ihnen - sie sind Teil des sozialen Gefüges in den Staaten. Allein in den arabischsprachigen Ländern leben schätzungsweise 20 Millionen Christen. Im Libanon ist der Staatspräsident laut Verfassung immer ein Christ. In vielen arabischen Regierungen gibt es christliche Kabinettsminister.

    In Ägypten hat Staatspräsident Husni Mubarak das koptische Weihnachtsfest zu einem staatlichen Feiertag erklärt. Ähnlich verhält es sich im Sudan, in Syrien, Palästina und im Irak. Der Südsudan ist gar überwiegend christlich geprägt.

    Die Entgleisung Kardawis bringt daher nicht zuletzt die Zentralregierung im sudanesischen Khartum in Bedrängnis. Denn christenfeindliche Hetze aus dem Munde eines Geistlichen vom Kaliber eines Jussuf al-Kardawi könnte das Votum der Südsudanesen über ein Ausscheiden aus dem Zentralstaat stark beeinflussen, da für 2011 angesetzt ist.

    "Die Zeiten der Inquisition sind vorbei"

    Auch die ägyptische Muslimbruderschaft muss sich jetzt von einem Mann distanzieren, dem sie einmal den Posten des obersten Führers ("Murschid Amm") angetragen hatte. Ungut für den gerade angelaufenen internen Wahlprozess in der stärksten Oppositionsfraktion am Nil.

    Hinter den Kulissen wird bereits gemunkelt, dass der Emir von Katar den jetzt unbequem gewordenen Gast aufgefordert habe, seine folgenschweren Aussagen zu dementieren. Die regierungskritische ägyptische Wochenzeitung "Saut ul-Umma" ("Stimme der Nation") widmete dem brisanten Thema fast eine ganze Seite. Sie konfrontiert die Leser darauf mit dem vielsagenden Zitat des oberägyptischen Priesters Abdul Massih Lam'i: "Die Zeiten der Inquisition sind vorbei."

    Quelle: Heiligabend-Attacke: Islamischer Gelehrter will Weihnachten verbieten - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik

    Ich finde die Umgangsweise der arabischen Regierungen mit dieser Situation sehr gut.Ob sie jedoch schon so weit sind,sich offen gegen derartige Fanatiker zu stellen finde ich fraglich.

  2. #2
    ardi-
    interessant
    habe öfter gehört das jesus auch ein prophet im islam ist,
    wesshalb ist der typ so gegen den geburtstag von jesus

  3. #3
    Yunan
    Zitat Zitat von ardi- Beitrag anzeigen
    interessant
    habe öfter gehört das jesus auch ein prophet im islam ist,
    wesshalb ist der typ so gegen den geburtstag von jesus
    In seinen Augen ist er nur ein Prophet,nicht DER Prophet(Edit:bzw. der Sohn Gottes).
    Dass er sich über andere Religionen lustig macht zeigt nur seine geistige Ebene...aber was solls,wir sollten nicht Gleiches mit Gleichem vergelten.

  4. #4
    Avatar von Sazan

    Registriert seit
    27.05.2009
    Beiträge
    13.046
    das soll so ne art rache sein für minaretten- und kopftuchverbot.

    ich finds absolut bescheuert, denn er versucht anderen menschen damit seinen glauben aufzuzwingen, was wiederum haram ist.

  5. #5
    Avatar von Arbanasi

    Registriert seit
    14.10.2009
    Beiträge
    6.534
    Nächste runde...

  6. #6

    Registriert seit
    23.12.2009
    Beiträge
    1
    Ich bin zwar auch Moslem, aber das ist wohl ein Witz... Der ist krank...

  7. #7
    Avatar von Duušer

    Registriert seit
    20.05.2009
    Beiträge
    4.820
    Wen interessiert schon was ein seniler alter radikaler Sack zu den Christen sagt? Soll er doch verrecken ein Idiot weniger auf dieser ohnehin schon mit denen überfüllte Welt.

  8. #8
    Avatar von DZEKO

    Registriert seit
    09.08.2009
    Beiträge
    55.015
    was kann der schon bewirken...

  9. #9
    Posavac
    Ist doch nur eine einzige Person

  10. #10
    Emir
    Er will es verbieten. Das ist schon schlimm!

    Islamischer Gelehrter will Weihnachten verbieten
    Das ist noch viel schlimmer. Selbst jeder Hobbymoslem weis es besser!

Seite 1 von 4 1234 LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Islamischer Rap
    Von Rahoveci im Forum Religion und Soziales
    Antworten: 23
    Letzter Beitrag: 02.06.2011, 18:49
  2. Islamischer Frühling in Ägypten
    Von pegasus im Forum Religion und Soziales
    Antworten: 64
    Letzter Beitrag: 07.04.2011, 21:35
  3. Ein arabischer Gelehrter hat mal gesagt:
    Von Pray4Hope im Forum Humor - Vicevi
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 27.03.2009, 21:24
  4. Umfrage in islamischer Welt
    Von Crane im Forum Religion und Soziales
    Antworten: 9
    Letzter Beitrag: 26.07.2007, 00:23