Neuer Partei-Chef nach 16 Jahren - Machtkampf in der SPS entschieden - Dacic will sich am von Milosevic hinterlassenen Erbe orientieren

Belgrad/Wien - Die Sozialistische Partei Serbiens (SPS) hat nach 16 Jahren einen neuen Vorsitzenden und damit den Nachfolger von Slobodan Milosevic gewählt. Ivica Dacic setzte sich am Sonntagabend bei einem Parteikongress in Belgrad gegen seinen Rivalen Milorad Vucelic durch. Dacic erhielt 1.287 Stimmen, Vucelic 792, berichteten Belgrader Medien am heutigen Montag.

Die SPS wurde im Juli 1990 gebildet. Zum ersten Parteichef wurde Milosevic gewählt. Der spätere serbische und jugoslawische Präsident war bis zu seinem Tod am 11. März dieses Jahres im Gefängnis des UNO-Kriegsverbrechertribunals offiziell der SPS-Vorsitzende.

Das Erbe Milosevic

Dacic kündigte an, dass er sich am von Milosevic hinterlassenen Erbe orientieren, aber auch für die Partei notwendige "Neuheiten" einführen werde. Er rief die Partei zur Geschlossenheit und Einheit auf. Seit dem Tod von Milosevic herrschte in der SPS ein erbitterter Machtkampf. Milosevic hatte Vucelic als Nachfolger präferiert.

Die Sozialisten erreichen in Umfragen derzeit etwa sechs bis sieben Prozent. In Serbien finden am 21. Jänner Parlamentswahlen statt.

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Ivica Dacic