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Jagd auf Ratko Mladic

Erstellt von TITO, 19.07.2004, 15:08 Uhr · 1.063 Antworten · 43.671 Aufrufe

  1. #1041
    Avatar von skenderbegi

    Registriert seit
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    Beiträge
    11.086
    Serbien
    Bei Anruf Kriegsverbrecher
    Von Michael Martens, Belgrad


    Eine Million Euro gibt es für Hinweise, die zur Ergreifung von Ratko Mladic führen 25. Oktober 2007
    Wer den General sieht, soll 9191 wählen. Unter dieser Telefonnummer hat die serbische Regierung unlängst eine Kriegsverbrecherhotline eingerichtet. Dort können anonym Hinweise auf den Verbleib von Ratko Mladic gegeben werden, den ehemaligen Befehlshaber der Armee der bosnischen Serben, der seit 1995 vor dem UN-Tribunal für das frühere Jugoslawien angeklagt ist. Ein Anruf kann einträglich sein, denn die Regierung hat auch eine Million Euro Belohnung ausgesetzt für Angaben, die zur Ergreifung des flüchtigen Militärs führen.
    Carla Del Ponte, die Chefanklägerin des Kriegsverbrechertribunals, die an diesem Donnerstag und am Freitag zum wohl vorletzten Mal vor dem Ende ihrer Amtszeit Gespräche mit der politischen Führung in Belgrad führen wird, zeigte sich angetan von diesem Vorstoß. In einer weitgehend ungünstigen Bewertung von Belgrads Kooperation mit dem Tribunal lobte sie das Kopfgeld auf Mladic jüngst als „ermutigendes Zeichen“.
    „Ich würde spurlos verschwinden“
    Auch mit Hotline geht die Suche für Carla del Ponte noch zu langsam Dragoljub Zarkovic, Herausgeber von „Vreme“, des führenden serbischen Wochenmagazins, glaubt allerdings nicht daran, dass der Staat seinen Finderlohn je wird zahlen müssen. Man stelle sich vor, schrieb der Journalist unlängst, ihm sei das Versteck Mladics bekannt und er gebe sein Wissen unter der Nummer 9191 weiter: „Ich würde innerhalb von einer halben Stunde spurlos verschwinden, denn diejenigen, die 500 Euro im Monat verdienen, kannten seinen Aufenthaltsort bis vor kurzen und haben nicht zum Telefon gegriffen.“
    Mit „denjenigen“ meint Zarkovic die alten Kader der mittleren Ebene des Geheimdienstes, der Polizei und des Militärs, denen eine wichtige Rolle bei der Organisation von Mladics Dauerflucht zugeschrieben wird. Diese Kreise, so jedenfalls lautet die landläufige Annahme, seien gegen eine Überstellung Mladics, weil danach eine weitere Annäherung Serbiens an die EU möglich wäre, was sie verhindern wollen. Laut Zarkovic ist es daher töricht zu glauben, ein ernsthafter Gewährsmann werde die Mladic-Suchnummer wählen und jenen den Aufenthaltsort des mutmaßlichen Kriegsverbrechers verraten, die ihn ohnehin versteckt hielten.
    „Zahlreiche Hindernisse“
    Die zwei gesuchten Kriegsverbrecher: Radovan Karadzic (l.) und Ratko Mladic Dass es in den serbischen Sicherheitsbehörden Abteilungen oder zumindest Einzelpersonen gibt, die den Aufenthaltsort Mladics kennen, hat auch Carla Del Ponte behauptet, als sie am 15. Oktober vor den Außenministern der EU Bericht erstattete. Sie sei „absolut überzeugt“ davon, dass Serbiens Regierung die Mittel besitze, um Mladic auszuliefern, behauptete die aus der Schweiz stammende Juristin.
    Für ihre schwer zu beweisende Annahme hat sie öffentlich zwar keine Nachweise erbracht, doch gibt es viele überprüfbare Details, mit denen Frau Del Ponte die mangelnde Bereitschaft der serbischen Regierung zu einer Zusammenarbeit mit dem internationalen Gericht zu dokumentieren versucht. Das betrifft unter anderem die Weitergabe wichtiger Unterlagen aus der Zeit der jugoslawischen Zerfallskriege.
    Karadzic wird irgendwo in Bosnien-Hercegovina vermutet „Mein Büro hat von den Belgrader Behörden mehrere wichtige Dokumente angefordert, die für die Vorbereitung von Prozessen bedeutsam sind. Die meisten dieser Bitten sind vor fast einem Jahr ergangen“, sagt Frau Del Ponte. Seither sei man bei den Versuchen, die Papiere zu erhalten, „auf zahlreiche Hindernisse“ gestoßen. Mitarbeiter des Tribunals berichten, ihnen werde mitgeteilt, die gewünschten Akten seien unauffindbar oder 1999, während der Bombardierung Belgrads durch die Nato, zerstört worden. In vielen Fällen stuft man diese Aussagen in Den Haag als unglaubwürdig ein, was angesichts der geringen Zerstörungen, die Belgrad durch den Krieg erlitten hat, durchaus überzeugend ist, zumal schon häufiger angeblich verschollene Schriftstücke auf wundersame Weise wieder ans Tageslicht kamen.
    Schwerer Zugang zu den Archiven
    Besondere Schwierigkeiten scheint den Haager Ermittlern der Zugang zu den Archiven des Geheimdienstes zu bereiten. Überraschen kann das nicht - der Geheimdienst unter Führung von Jovica Stanisic spielte bei den serbischen Vertreibungskriegen der neunziger Jahre eine wichtige Rolle. Zahlreiche der im Kriege für ihre besondere Grausamkeit berüchtigten Freischärlertruppen, wie die „Roten Barette“, die „Skorpione“ oder die „Tiger“ unter dem Befehl des Berufskriminellen Arkan Raznjatovic wurden von diesem Dienst aufgebaut oder ausgerüstet, zum Teil auch finanziert und in die Kampfgebiete in Kroatien und Bosnien delegiert. Plündernd und mordend erledigten sie dort die Schmutzarbeit der Vertreibung, nachdem die Artillerie der „jugoslawischen“ (lies: serbischen) Armee die Orte zuvor sturmreif geschossen hatte.
    „Es ist womöglich kein reiner Zufall, dass einer der Fälle, die im nächsten Jahr vor Gericht verhandelt werden, jener gegen Stanisic ist, den früheren Chef desselben Geheimdienstes, auf dessen Archive wir keinen Zugriff haben“, stellte Frau Del Ponte in ihrem Bericht an die EU-Außenminister fest. Es ist außerdem nicht ausgeschlossen, dass Stanisic sich in dieser Angelegenheit auf seine Weise nützlich macht. Denn er wurde zwar im März 2003 von den serbischen Behörden verhaftet und später nach Den Haag überstellt. Im Dezember 2004 wurde er aber gegen den Widerstand der Anklagebehörde bis zum Beginn seines Prozesses auf freien Fuß gesetzt und hält sich seither in Belgrad auf.
    „Völlige Hingabe keine Garantie für Erfolg“
    Unlängst hat Serbiens stellvertretender Ministerpräsident Bozidar Djelic seine Regierung gegen die Kritik von Frau Del Ponte in Schutz genommen. Serbien sei sich bewusst, dass die Überstellung Mladics eine Bedingung für den EU-Beitritt bleiben werde, und die Regierung unternehme alles, um sie zu erfüllen, äußerte der Politiker. „Die Staatengemeinschaft weiß aber, dass selbst die völlige Hingabe an dieses Ziel keine Garantie für einen Erfolg ist.“ Dies sehe man auch an den seit zwölf Jahren erfolglosen Versuchen, den in Bosnien-Hercegovina vermuteten ehemaligen Präsidenten der bosnischen Serbenrepublik, Karadzic, ausfindig zu machen.
    „Wie die Verhaftung und Überstellung von zwei flüchtigen Angeklagten im Laufe der ersten hundert Tage unserer Regierung bewiesen hat, ist Serbien entschlossen dazu, mit dem Tribunal zusammenzuarbeiten. Zudem hat das Tribunal einen Verbindungsmann in der serbischen Operationsgruppe, die Flüchtige ausfindig zu machen versucht. Das Haager Tribunal erhält auf diese Weise alle Informationen umgehend“, sagt Djelic weiter.
    Bei Anruf besetzt
    Tatsächlich haben ihre Mitarbeiter fast drei Monate lang die Suche nach den Flüchtigen in Serbien eng verfolgt, bestätigt Frau Del Ponte. Doch obwohl man in dieser Zeit einige Versuche beobachtet habe, Flüchtige zu lokalisieren und die sie schützenden Seilschaften zu identifizieren, sei dies nur „langsam, unentschlossen und unsystematisch“ geschehen, stellt sie fest.
    Der heiße Draht zu den Mladic-Fahndern scheint immerhin populär zu sein. Als „Vreme“-Herausgeber Zarkovic unlängst die 9191 anwählte, um sich einen Eindruck zu verschaffen, wurde er von einer Computerstimme begrüßt. Die habe ihm gesagt, dass alle Leitungen besetzt seien und er sich etwas gedulden müsse.
    Text: F.A.Z., 25.10.2007, Nr. 248 / Seite 12
    Bildmaterial: AFP, AP, picture-alliance / dpa/epa

    falls dies schon gepostet wurde möchte mich entschuldigen.....

    zum anderen es sind viele lalas unter uns....

  2. #1042

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    Ljajic: Mladic versteckt sich anders als Karadzic 04.01.09 16:10
    Der Präsident des Nationalrates für die Zusammenarbeit mit dem Haager Tribunal, Rasim Ljajic, erklärte, dass sich der Haager Angeklagte Ratko Mladic wahrscheinlich nicht wie Radovan Karadzic verstecke, durch Veränderung des Aussehens, sondern eher wie Zdravko Tolimir, durch Änderung der Lokalität. Bei Gelegenheit werden wir Tatsachen über sein Verstecken veröffentlichen, aber jetzt würden wir dadurch die Untersuchung gefährden, sagte Ljajic für das Belgrader Tageblatt „Press“. Er sagte, dass die letzten Aktionen der Sicherheitskräfte in Serbien auf die Ortung und die Verhaftung von Mladic und Hadzic ausgerichtet gewesen seien und sicherlich die Unterbindung ihrer Helfer-Netze beeinflussen werden, sowie dass dadurch einige frühere Erkenntnisse über Mladic bestätigt worden seien. Weitere Aktionen und Fahndungen werden mehr ergeben, führte Ljajic an.

  3. #1043

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    Ljajic: Steckbriefe für Mladic und Hadzic 10.01.09
    Die Belgrader Behörden haben einen Steckbrief für Ratko Mladic und Goran Hadzic ausgestellt und auch ein Kopfgeld für sie ausgeschrieben. Der Leiter des Nationalrates für Zusammenarbeit mit dem Haager Tribunal, Rasim Ljajic, und Mitglied des Aktionsteams sagte, es handele sich um eine gemeinsame Aktion dieses Teams und des Innenministeriums, wie das früher auch der Fall gewesen sei, und die einzige Neuheit sei, dass Nettobeträge angegeben seien. Für eine Information darüber, wo sich Mladic befindet, ist eine Belohung von 1 Mio. Euro vorgesehen und für Hadzic 250 000.

  4. #1044
    bosmix
    Für Mladic kriegt man doch 5 Millionen USD soweit ich weiß???


  5. #1045
    Lance Uppercut
    Sowas bringt nix.
    Egal wo sich der Typ aufhält, es wird eine Gegend sein wo er weitgehende Unterstützung bekommt.

  6. #1046

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    6.421
    Zitat Zitat von bosmix Beitrag anzeigen
    Für Mladic kriegt man doch 5 Millionen USD soweit ich weiß???

    Das zahlen die Amis hier ist die Rede was die serbische Regierung zahlt und das ist auch nicht wenig für Serbien.

  7. #1047
    bosmix
    Zitat Zitat von Lance Uppercut Beitrag anzeigen
    Sowas bringt nix.
    Egal wo sich der Typ aufhält, es wird eine Gegend sein wo er weitgehende Unterstützung bekommt.

    Noch!!!

    Serbien will in die EU, und Mladic ist das perfekte Instrument dafür, trauriger Weise.

  8. #1048

    Registriert seit
    14.03.2008
    Beiträge
    5.790
    Zitat Zitat von bosmix Beitrag anzeigen
    Noch!!!

    Serbien will in die EU, und Mladic ist das perfekte Instrument dafür, trauriger Weise.
    Er hat schon Recht. Die Cetniks die ihm helfen normal leben zu können halten sowieso nichts von der EU. Da gibts nur Russia. Die Chancen das er so gefasst wird sind gleich 0.

  9. #1049
    bosmix
    Zitat Zitat von acttm Beitrag anzeigen
    Er hat schon Recht. Die Cetniks die ihm helfen normal leben zu können halten sowieso nichts von der EU. Da gibts nur Russia. Die Chancen das er so gefasst wird sind gleich 0.
    Das dachte man auch bei Karadzic

  10. #1050
    Avatar von Hercegovac

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    06.04.2008
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    15.011
    Zitat Zitat von acttm Beitrag anzeigen
    Er hat schon Recht. Die Cetniks die ihm helfen normal leben zu können halten sowieso nichts von der EU. Da gibts nur Russia. Die Chancen das er so gefasst wird sind gleich 0.

    Das Mladic gefasst wird,ist nur eine Frage der Zeit.Ich bete zu Gott dafür und bin überzeugt,dass es dieses Jahr noch passiert.

    Zur Bestrafung würde ich den nicht nach Haag schicken und das er dann 100 Jahre kassiert,sondern in einen geschlossenen Raum mit 20 Bosniaken inkl. Folterwerkzeug.Ich denke,das hat er verdient.

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