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wird im Jahre 2075 Makedonien eine islamische Rebublik?

Erstellt von Albanesi, 21.11.2004, 18:58 Uhr · 17 Antworten · 1.621 Aufrufe

  1. #1

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    wird im Jahre 2075 Makedonien eine islamische Rebublik?

    Einige Überlegungen zur „Albanischen Frage“ in Mazedonien (D. Dierks)

    Betrachtet man den im Februar 2001 blutig eskalierten Konflikt zwischen der slavo-mazedonischen Bevölkerungsmehrheit und der überwiegend albanischen Minderheit, so stellt sich die Frage, inwieweit dieser ethnische Konflikt auch religiöse Motive hat. Schließlich handelt es sich bei den Mazedoniern weit überwiegend um orthodoxe Christen, während sich die in Mazedonien lebenden Albaner fast sämtlich zum Islam bekennen. Nimmt man einen religiösen Hintergrund des mazedonisch-albanischen Konfliktes an, so scheint es sich um einen Bruchlinienkonflikt im Sinne des Huntingtonschen „clash of civilizations“ zu handeln. Huntingtons Definition zufolge sind Bruchlinienkonflikte „Konflikte zwischen Gemeinschaften, die Staaten oder Gruppen aus unterschiedlichen Kulturen angehören. Bruchlinienkonflikte sind Konflikte, die gewaltsam geworden sind. Solche Kriege können zwischen Staaten, zwischen nichtstaatlichen Gruppierungen und nichtstaatlichen Gruppierungen ausbrechen.“[1] Dieser Definition zufolge scheint es sich auch bei den bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen des Jahres 2001 um einen eskalierten Bruchlinienkonflikt, einen Konflikt an der Grenze des westlichen zum islamischen Kulturkreis zu handeln. Die folgenden Überlegungen sollen einen kleinen Beitrag zur Überprüfung des Huntingtonschen Paradigmas in einem konkreten Konfliktfall, der „Albanischen Frage“ in Mazedonien, leisten.

    2.1 Nation building in Südosteuropa: Von Demografie, Flaggen, Verfassungsfragen und Nationalhistorie

    Wie eingangs erwähnt, wird Mazedonien als multiethnischer Staat angesehen. Allerdings ist schon der genaue Bevölkerungsanteil der Mazedonier und Albaner zwischen diesen beiden größten Bevölkerungsgruppen umstritten. Die letzte jugoslawische Volkszählung, die von den Albanern im gesamten damaligen Jugoslawien boykottiert wurde, ergab einen Anteil von 64,6 % Mazedoniern, 21,0 % Albanern, 4,8 % Türken, 2,7 % Roma, 2,2 % Serben, 1,7 % ethnisch nicht näher spezifizierten Muslimen und 0, 4 % Wlachen. Dem gegenüber wird von albanischen Kreisen angegeben, der albanische Bevölkerungsanteil betrage 35 bis 48 %. Der Versuch einer erneuten Volkszählung 1994 konnte wegen Unregelmäßigkeiten kein gesichertes Datenmaterial liefern. Neben diesem Streit um Zahlen sind für die christlich-slavische Bevölkerungsmehrheit aber auch die Prognosen bezüglich der Bevölkerungsentwicklung beunruhigend: Aufgrund der höheren Natalität der Albaner und Türken Mazedoniens gegenüber den ethnischen Makedoniern könnte es bei einer Fortsetzung dieses Trends dazu kommen, dass im Jahre 2075 die Bevölkerungszahl der Albaner und Türken über der der Makedonier liegen und im Jahre 2091 die albanische Bevölkerungsgruppe größer als die mazedonische sein wird. Durch Zuwanderung könnte diese Entwicklung noch beschleunigt werden.[2] Die Städte mit der höchsten türkischen Bevökerungsdichte sind Skopje, Gostivar, Ohri und Resne. Solche Aussichten schüren seitens der slavo-mazedonischen Mehrheit Ängste, nicht zuletzt auch deswegen, weil sie sich im eklatanten Widerspruch zum nationalen Selbstverständnis der ethnischen Mazedonier stehen, wie es sich in der 1991 in Kraft getretenen Verfassung manifestierte. Dort hieß es in der Präambel: „Mazedonien wurde als Nationalstaat des mazedonischen Volkes gegründet [...]“ und weiter in Art. 7 I: „Die Mazedonische Sprache, geschrieben in ihrem kyrillischen Alfabet, ist die Amtssprache in der Republik Mazedonien“.

    Zwar kam es im November 2001 aufgrund des Drucks der internationalen Staatengemeinschaft zu mehreren Änderungen der Verfassung, die ethnischen Minderheiten werden nun als „Völker“ bezeichnet und Albanisch als zweite Amtssprache Mazedoniens anerkannt, doch besteht außerhalb der Ebene der Verfassungsgesetzgebung das „slavozentrische“ Mazedonienbild der ethnischen Mazedonier fort. Ein beredtes Beispiel hierfür gibt die nationale Geschichtsschreibung Mazedoniens. Obwohl es sich bei der Ehemaligen Jugoslawischen Republik Mazedonien um eine noch junge Staatsgründung handelt, betont die mazedonische Historiografie das Alter und vor allen Dingen die Kontinuität der slavisch-mazedonischen Kultur, deren folgerichtiges Ergebnis die Gründung eines mazedonischen (National-)Staates sei. Exemplarisch sei hier aus dem Vorwort Georgi Stadelovs zu Blaže Ristovskis 1999 „Macedonia and the Macedonian People“ zitiert: Er erklärt hier, daß „die Quintessenz der Geschichte des Mazedonischen Volkes seine Kultur und geistige Kontinuität“ sei und spricht von der „unerschütterlichen Kontinuität der mazedonischen Idee“.[3] Eine solche Konstruktion einer nationalen Geschichte setzt dann bei Alexander dem Großen an, führt von der slavischen Besiedlung hin zur Christianisierung, den Slavenaposteln Kyrill und Method und der mazedonisch-byzantinisch-christliche Kulturblüte im Mittelalter und schließlich zur nationalen „Wiedergeburt“ im 19. Jahrhundert, dem Befreiungskampf der IMRO (Innere Mazedonische Revolutionäre Organisation), der Konstituierung der jugoslawischen Teilrepublik, der Autokephalie der Mazedonisch-Orthodoxen Kirche 1967 und endlich zur Unabhängigkeit 1991. Inwieweit hier antikes Erbe reaktiviert wird, zeigt auch die mazedonische Flagge (s. Auch Kap. 3), die auf ein Motiv des antiken Makedoniens zurückgreift.

  2. #2

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    Zwar kam es im November 2001 aufgrund des Drucks der internationalen Staatengemeinschaft zu mehreren Änderungen der Verfassung, die ethnischen Minderheiten werden nun als „Völker“ bezeichnet und Albanisch als zweite Amtssprache Mazedoniens anerkannt, doch besteht außerhalb der Ebene der Verfassungsgesetzgebung das „slavozentrische“ Mazedonienbild der ethnischen Mazedonier fort. Ein beredtes Beispiel hierfür gibt die nationale Geschichtsschreibung Mazedoniens. Obwohl es sich bei der Ehemaligen Jugoslawischen Republik Mazedonien um eine noch junge Staatsgründung handelt, betont die mazedonische Historiografie das Alter und vor allen Dingen die Kontinuität der slavisch-mazedonischen Kultur, deren folgerichtiges Ergebnis die Gründung eines mazedonischen (National-)Staates sei. Exemplarisch sei hier aus dem Vorwort Georgi Stadelovs zu Blaže Ristovskis 1999 „Macedonia and the Macedonian People“ zitiert: Er erklärt hier, daß „die Quintessenz der Geschichte des Mazedonischen Volkes seine Kultur und geistige Kontinuität“ sei und spricht von der „unerschütterlichen Kontinuität der mazedonischen Idee“.[3] Eine solche Konstruktion einer nationalen Geschichte setzt dann bei Alexander dem Großen an, führt von der slavischen Besiedlung hin zur Christianisierung, den Slavenaposteln Kyrill und Method und der mazedonisch-byzantinisch-christliche Kulturblüte im Mittelalter und schließlich zur nationalen „Wiedergeburt“ im 19. Jahrhundert, dem Befreiungskampf der IMRO (Innere Mazedonische Revolutionäre Organisation), der Konstituierung der jugoslawischen Teilrepublik, der Autokephalie der Mazedonisch-Orthodoxen Kirche 1967 und endlich zur Unabhängigkeit 1991. Inwieweit hier antikes Erbe reaktiviert wird, zeigt auch die mazedonische Flagge (s. Auch Kap. 3), die auf ein Motiv des antiken Makedoniens zurückgreift.

  3. #3
    Avatar von lupo-de-mare

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    Die Mazedonier wandern ja sehr stark u.a. nach Australien aus.

    Könnte schon sein, das das Mazedonien ein Islamischer Staat ist.

  4. #4

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    Die Albaner fühlen sich von einer solchen Konstruktion der nationalen Identität in zweifacher Weise ausgeschlossen: Zum einen als Nichtslaven und zum anderen als Muslime. Infolgedessen lehnen sie auch die mazedonische Staatsflagge ab und sehen die albanische Flagge als die ihrige an. In diesem Zusammenhang ist auch die Gründung einer eigenen, vom mazedonischen Staat nicht anerkannten albanischen Universität in Tetovo im Jahre 1995 zu sehen.

    Diese Beobachtungen scheinen die Huntingtonsche These vom Bruchlinienkonflikt zu stützen, insbesondere auch wenn man die politische Orientierung der muslimischen ethnischen Mazedonier, der Torbeši, betrachtet. Diese solidarisieren sich nämlich überwiegend mit den muslimischen Albanern, obwohl ihnen sprachlich und ethnisch die christlichen Mazedonier näherstehen. Ebenso verhalten sich andere ethnische Minderheiten islamischen Bekenntnisses, so die Türken und Roma.[4]

    Wenn auch, ganz in osmanischer Tradition, die religiöse Zugehörigkeit schwerer wiegen mag als die ethnische, so stellt sich hier dennoch die Frage, ob es sich bei der „Albanischen Frage“ tatsächlich primär um einen religiösen und kulturellen Konflikt handelt. Das Huntingtonsche Paradigma geht davon aus, „daß Religion [...] der wahrscheinlich tiefgreifendste Unterschied [ist], den es zwischen Menschen geben kann. Häufigkeit, Heftigkeit und Gewalttätigkeit von Bruchlinienkriegen werden durch den Glauben an verschiedene Gottheiten stark gesteigert.“[5] Ganz abgesehen von der Frage, ob und inwieweit unterschiedliche religiöse Konzepte per se latente Auslöser interethnischer Konflikte seien können, scheint zweifelhaft, dass dies die tiefere Ursache des Mazedonienkonfliktes ist. Es scheint sich hier doch eher um einen Kampf um konkreten politischen Einfluss und symbolische Anerkennung zu handeln. Wenn sich eine im staatlichen Leben so zentrale Institution wie die Polizei fast ausschließlich unter slavo-mazedonischer Kontrolle befindet und die ethnischen Mazedonier die Idee eines slavischen und christlichen Mazedoniens als die Grundlage ihrer nationalen Identität ansehen, so erscheint es verständlich, dass die in Mazedonien lebenden Albaner dazu tendieren, die von ihnen so empfundene Ungleichbehandlung auch auf ihre religiöse Andersartigkeit zurückzuführen, ebenso wie die orthodoxen Makedonier den Rückgriff auf den Islam zur Mobilisierung anderer muslimischer Minderheiten in Makedonien für albanische Ziele als Ausdruck eines unversöhnlichen Islam anzusehen geneigt sind, der den Verlust der Suprematie mit dem Ende der osmanischen Herrschaft nicht überwunden hat. Doch scheint Religion hier ähnlich wie der Nationalismus als Integrationsideologie in einem politischen Konflikt zu fungieren, die den Konfliktparteien und deren Führern als ein Instrument zur Mobilisierung breiter Schichten der Bevölkerung zur Durchsetzung ihrer machtpolitischen Ziele dient.

  5. #5
    Avatar von Makedonec

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    Albanesi langsam reicht es mir mein Junge.


    Ich bin echt enttäuscht von euch Albaner MAkedoniens
    Euch geht es 10000 mal besser in Makedonien als in euren verfickten Albanien.

    Dann wollt ihr dann Grossalbanien?

    Warum haben euch die Serben nicht deine Leute in Kosovo alesamt nicht vertrieben sondern abgeknallt.

    nistet sie euch wie Parasiten in fremde Länder ein

  6. #6

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    Och ja um deinen Humor zu verstehen , muss man sich mit ne Frotflinte das Gehirn wegpusten , ein rießes grosses Arschloch werden und seine ganze Geschwister für lumpiges Geld an einen Zuhälter verscherbeln!

    SHIPE FÜR IMMER , MEIN FREUND!

  7. #7
    Avatar von Nitec

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    An unseren Möchtegern-Makedonier: Bist du dir sicher, ein Makedone zu sein? Warst du bei deiner Zeugung etwa dabei? Also eines muss ich deiner Mutter aber lassen, sie war echt heiss...

    Mal im Ernst, ihr Makedonen erkennt nicht, wer eure wahren Feinde sind. Wenn ihr nicht aufpasst, wird Makedonien noch aufgeteilt zwischen Griechenland und Bulgarien, während ihr noch über uns Albaner lamentiert. Das geschieht euch dann aber auch Recht.

  8. #8

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    Zitat Zitat von Makedonec
    Warum haben euch die Serben nicht deine Leute in Kosovo alesamt nicht vertrieben sondern abgeknallt.
    Nitec,

    Diese Parolen haben im letzten Jahrhundert nur Kriege und Not für die Menschen mit sich gebracht!

    Aufrufe zur Vernichtung anderer Völker können sich sehr schnell und leicht gegen das eigene wenden!

    Und Makedonien inmitten von Wölfen in Form "Nachbarländern" sollte und kann sich solche Äusserungen und schon gar nicht Entwicklungen leisten!

  9. #9
    Avatar von Nitec

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    Zitat Zitat von Albanesi
    Zitat Zitat von Makedonec
    Warum haben euch die Serben nicht deine Leute in Kosovo alesamt nicht vertrieben sondern abgeknallt.
    Nitec,

    Diese Parolen haben im letzten Jahrhundert nur Kriege und Not für die Menschen mit sich gebracht!

    Aufrufe zur Vernichtung anderer Völker können sich sehr schnell und leicht gegen das eigene wenden!

    Und Makedonien inmitten von Wölfen in Form "Nachbarländern" sollte und kann sich solche Äusserungen und schon gar nicht Entwicklungen leisten!
    Ganz ruhig, Shiptar. Les dir meinen Beitrag nochmals durch. Du verwechselst mich gerade mit unserem Möchtegern-Makedonen. Ich wies lediglich auf die GEFAHR hin, die Makedonien von AUSSEN droht. Griechenland und Bulgarien haben da so ihre Ambitionen. Doch was macht unser Möchtegern-Makedone? Er hetzt gegen Albaner! Soll er. Irgendwann wird es auch für ihn ein Erwachen geben und er wird sehen, dass er Freund und Feind verwechselt hat.

  10. #10

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    Sie müssen mit uns auskommen !

    Entweder dialog oder Vernichtung!

    Welche Alternative ist besser für Dich lieber Makedonec?

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